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Thema: Viscom

  1. #1
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, zuammen

    ich möchte ein neues Unternehmen zur Diskussion stellen: die Viscom AG.

    Profil: Viscom zählt zu den führenden Anbietern von High-Tech-Inspektionssystemen für die Elektronikindustrie. Inspektionssysteme stellen die Qualität der gefertigten Bauteile im Produktionsprozess sicher und ermöglichen den Abnehmern Effizienzsteigerungen. Zu Viscoms Kunden gehören namhafte Unternehmen wie Bosch, Siemens oder DaimlerChrysler. Das Unternehmen ist besonders stark in der Automobilelektronik vertreten. Dort nimmt Viscom einen Marktanteil von rund 65% ein. Im breiter gefassten Markt für optische und röntgenbasierte Inspektionssysteme für die Elektronikindustrie hat Viscom einen Marktanteil von 35% in Europa. Weltweit ist Viscom die Nr. 2.

    Im Geschäftsjahr 2005 hat Viscom 50,8 Mio Eur umgesetzt und dabei 7,5 Mio Eur netto verdient. Das Eigenkapital betrug 20,3 Mio Eur. Finanzverbindlichkeiten bestanden keine. Umsatzrendite somit 14,8% und Eigenkapitalrendite rund 37%. In den vergangenen Jahren ist Viscom rasant gewachsen. Umsatz und Gewinn haben sich vervielfacht.
    Wettbewerbsvorteile sind das über die Jahre gereifte technische know-how, eine überragende Produktqualität und die hohe Kundenbindung. Flankiert wird dies durch Skaleneffekte.

    Viscom ging im Mai dieses Jahres an die Börse. Emmissionskurs: 18,50 Eur. Durch die Mittel, die dem Unternehmen zugeflossen sind, haben sich die Bilanzrelationen verändert. Die Eigenkapitalrendite wird dadurch nach unten gedrückt. Das RoIC dürfte sich aber nicht wesentlich verändert haben. 40% der Bilanzsumme bestehen jetzt aus überschüssigen Mittel.

    Der Aktienkurs hat sich miserabel entwickelt. Das laufende Geschäftsjahr ist ein Übergangsjahr für Viscom. Ebit-Wachstum wird es in diesem Jahr nicht geben. Das ist allerdings keine Überraschung und wurde auch vom Management so kommuniziert. Das interessante dabei ist, dass dies nicht aus Problemen im Kerngeschäft resultiert, sondern im wesentlichen aus Wachstumsinvestitionen, die die zukünftige Ertragskraft stärken. So hat Viscom eine beispiellose Investitionsoffensive zur Forcierung des Wachstums in Asien und Amerika gestartet. Dafür sind hohe Anlaufkosten unausweichlich. Eine negative Überraschung gab es zur Vorlage der jüngsten Quartalszahlen jedoch. So wurden in Asien rückläufige Umsätze gemeldet. Nach meinem Eindruck handelt es dabei sich aber um ein temporäres Problem (siehe auch Zwischenbericht, S. 14). Für das 2. Halbjahr 2006 erwartete Umsätze werden ins kommende Geschäftsjahr 2007 verschoben. Sollte das wirklich so sein, ist das Problem in 2007 bereits ausgemerzt. Vielleicht dauert es auch länger, aber fest steht, dass mit steigenden Umsätzen auch die Ebit-Marge wieder deutlich steigen wird. Derzeit werden die hohen Fixkosten gerade noch verdient. Der Markt befindet sich im Aufbau.

    Der Kurs liegt jetzt 11,30 Eur. Gewinnschätzung lauf JCF Consensus 1,20 Eur für 2007. Das erscheint mir nicht konservativ genug. Aber selbst bei einem Gewinn je Aktie von 1 Eur betrüge das KGV für 2007 gerade einmal 11. Wie schlecht kann es laufen, damit die Aktie jetzt noch teuer ist? Die Bewertung ist sogar noch besser, als es das KGV vermuten lässt. Denn: Die Bilanz ist blitzsauber. Viscom hat ungefähr 40 Mio Eur überschüssige Mittel. Bei einer MK von ungefähr 100 Mio Eur ergibt sich daraus ein Enterprise Value von 60 Mio Eur. Hinzu kommt die Fähigkeit Viscoms, hohe Barmittelüberschüsse zu generieren. Ebit-Prognose laut JCF: 15 Mio Eur. Gehen wir vorsichtshalber von 13 Mio Eur aus. Dann blieben nach Abzug der Steuern bei normalisierter Steuerquote und Zuzug der Abschreibungen sowie Abzug der Investitionen ein freier Cashflow von rund 7,4 Mio Eur hängen. EV/FCF betrüge demnach 8! Wenn Viscom wie erwartet die Kurve kriegt und langfristig weiter wächst, wäre das schon ein sehr geiler Wert. Ok, auch das beihaltet eine Wachstumsprognose. Ein Ebit von 13 Mio Eur würde 13% über dem 2005-er Niveau liegen und noch mehr über dem 2006-er. Aber unrealistisch erscheint es mir nicht. Und wie schlecht kann es laufen, dass Viscom noch überbewertet wäre.

    Negativ sind eine gewisse Zyklik, die sich durch die hohen Fixkosten verstärkt. So könnte die Marge in Europa auch mal wieder zurück gehen. Außerdem spielt auch der Innovationszyklus eine Rolle. Es wird nicht einfach sein, immer bessere Systeme zu entwickeln. Zu guter letzt besteht eine Unsicherheit darüber, wie sich die Akzeptanz der Systeme in Asien und Amerika entwickelt bzw. ob Viscom dort Marktanteile hinzugewinnen kann.

    Grüße
    PoP
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  2. #2
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    hört sich interessant an.

    der markt für testsysteme besteht schon seit einigen jahrzehnten- ich ´kam mit dem metier vor 20 jahren etwas in berührung. wurde seinerzeit als die wachstumsnische identifiziert.

    spontane fragen zu deinen umfassenden infos sind u. a.
    1. wie steht es mit wachstum, wenn book-to-bill etwa 1 ist?
    2. wie groß ist das marktpotenzial gesamt und für viscom?
    3. wer ist marktführer und wie schaut der aus im vergleich?
    4. gibt es so etwas wie ein moat?
    lomoeel

  3. #3
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    1. Eine rethorische Frage?

    2. Die Märkte für optische (AOI) und röntgenbasierte (AXI) Inspektionssysteme für die Elektronikindustrie sind Wachstumsmärkte. Für die kommenden 5 Jahre wird von Frost & Sullivan ein Wachstum von rund 10% p.a. bei AOI und 12% p.a. bei AXI vorhergesagt. Viscom wächst seit Jahren über dem Markt und konnte seine Marktanteile dadurch deutlich ausbauen.

    3. Weltmarktführer bei AOI ist Omron mit 20% Marktanteil, ein japanisches Unternehmen mit 5 Mrd $ Umsatz. Der AOI-Markt ist selbst nur etwa 300 Mio $ schwer. Somit ist es schwer, das AOI-Segment bei Omron rauszufiltern. Danach kommt Viscom mit ungefähr 14% Marktanteil sowie Orbotech (12%), Sony (11%), Agilent (10%), Saki (10%) und ViTech (7%). Bei den anderen hat man das gleiche Problem, wenngleich einige auch fokussierter sind. Wie es aussieht, gehört Viscom zu den wachstumsstärksten und profitabelsten Unternehmen seiner Branche. Im halb so schweren AXI-Markt ist Agilent mit weitem Vorsprung (33%) Marktführer. Zweiter ist Viscom mit 5%. Es folgen dann Teradyne (4%) und YESTech (1%). Die Wettbewerber werden mit KGVs von im Schnitt 14-15 gehandelt.

    4. Darauf war ich bereits eingegangen.
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  4. #4
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    Standard Frage an prince of persia

    Hallo prince of persia,

    beobachtest Du den Wert noch?

    Wie Du in Deinem ersten Posting über das Unternehmen geschrieben hast, können die hohen Fixkosten bei dem zyklischen Geschäft zu einem Einbruch führen, so wie es im ersten Quartal nun der Fall war.

    Hast Du hier irgendwelche neuen Informationen zu dem Unternehmen?

    Ein großes Fragezeichen ist in der letzten Woche hinzugekommen.

    Der Vorstand Volker Pape hat Anteile für 2,6 Mio.€ verkauft und Michael Scheeren für fast 1,5 Mio. €. Es ist fast zu vermuten, dass das schlechte erste Quartal kein Einzelfall bleiben wird.

    Gruß,

    Stefan Albrecht
    Geändert von stefan_albrecht2000 (20.06.2007 um 12:13 Uhr) Grund: Neue Infos seit vorherigem Post

  5. #5
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    Hallo Stefan,

    beobachten tue ich den Wert schon noch. Meine Anteile habe ich aber aufgrund eines mir besser erscheinenden Investments bereits verkauft.

    Als Grund für die Schwäche in Q1 wurde die neue Produktserie genannt, die für das 2. Hj angekündigt wurde. Das ist für mich zumindest plausibel.

    @Der Vorstand Volker Pape hat Anteile für 2,6 Mio.€ verkauft und Michael Scheeren für fast 1,5 Mio. €. Es ist fast zu vermuten, dass das schlechte erste Quartal kein Einzelfall bleiben wird.

    Die Unternehmensgründer und Manager haben 67% am Unternehmen gehalten. Die sind etwa 72 Mio. Eur wert und womöglich ein Großteil ihres Vermögens. Jetzt wurden rund 7% am Unternehmen an Institutionelle verkauft, d.h. sie halten immer noch 60%. Ich glaube auch, dass dieser Anteil sich bei einer positiven Unternehmensentwicklung weiter reduzieren wird, weil die Manager mal etwas von ihrem Erfolg sehen wollen (..für einen Multimilliardär wie Buffet mag das keinen Sinn machen Anteile aus privaten Gründen zu versilbern.) Man könnte auch so argumentieren, dass die Institionellen sehr wahrscheinlich im direkten Kontakt mit dem Management stehen und über hinreichende Informationen verfügen. Wieso sollten sich diese dann gerade jetzt am Unternehmen beteiligen? Ich möchte nicht argumentieren, dass der Verkauf kein schlechtes Zeichen oder sogar ein gutes Zeichen ist, sondern nur, dass ich nicht hinreichend Gründe dafür finden kann, dass es wahrscheinlich ein schlechtes Zeichen ist.

    Grüße
    PoP
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  6. #6
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    Standard Schlechte Quartalszahlen

    Hallo,

    wie bereits befuerchtet, hat Viscom schlechte Zahlen veroeffentlicht. Der prognostizierte Jahresumsatz und -gewinn wird- nach Angaben der Gesellschaft- nicht erreicht werden koennen.

    Der Kursabschlag ist heute ziemlich deutlich ausgefallen, dh. wer an das Unternehmen langfristig glaubt, kann möglicherweise ein Schnäppchen machen.

    Es grüßt,

    Stefan Albrecht

  7. #7
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    Hallo

    ich untersuche aktuell die ISRA VISON AG, die in der gleichen Branche tätig ist. Dabei ist mir aufgefallen, dass es Insiderverkäufe am 01.06. und 11.06. der beiden Vorstände im Volumen von 7,5 Mio Euro gegeben hat. 600.000 Aktien entsprechen fast 7% des Grundkapitals. Eine vertrauensbildende Massnahme sieht für mich anders aus. Weitere Infos werden nach meiner Analyse/Vergleich noch folgen.

    Gruß
    diwi

  8. #8
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    Hallo, Diwi,

    natürlich hast Du recht - solche Dinge sehen nicht besonders gut aus. Und natürlich ist es besser, wenn Vorstände regelmäßig Aktien kaufen, wie es etwa bei der SKW Metallurgie der Fall ist.

    Dennoch sollte man Dinge dieser Art nicht überbewerten. Wenn CEOs Aktien verkaufen, muß das nicht zwangsläufig auf Probleme bei der Gesellschaft hindeuten.

    Immerhin ist der CEO auch der Firmengründer, und vielleicht will er Kasse machen, um weniger Klumpenrisiko zu haben oder ein neues Projekt zu starten. Vielleicht hat er Aktienoptionen ausgeübt und die Aktien nicht bezogen, sondern verkauft. Vielleicht braucht er auch Geld, um seine Frau bei einer Scheidung auszuzahlen.

    Der Verkauf von Aktien sollte als Hinweis gewertet werden, mal genauer hinzuschauen. Ein K.O.-Kriterium ist es nach meiner Meinung nicht.

    Gruß,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  9. #9
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    Hallo

    nicht nur Viscom hat Probleme mit niedrigeren Auftrageingängen und schlechten Quartalszahlen. Heute hat ISRA VISION, die in der gleichen Branche tätig sind, auch schlechte Quartalszahlen gemeldet. Bei ISRA kommt noch erschwerend hinzu, dass die vor ein paar Wochen eine "größere" Akquision getätigt haben. ISRA hat nämlich das ebenfalls deutsche börsennotierte Unternehmen Parsytec, die auch in dieser Branche tätig sind, übernommen.

    Auch Parsytec hat heute schlechte vorläufige Quartalszahlen gemeldet und den Ausblick gesenkt. Richtige Quartalsberichte gibt es für ISRA und Parsytec dann
    aber erst zum 31.08.2007. Die warte ich noch ab und dann gibt es mehr Infos zu meiner ISRA Analyse. Die poste ich dann aber im ISRA-Thread.

    ISRA ist heute aber erst mal mit 18% Kursverlust abgestraft worden. Damit dürfte ISRA eine ähnlich gute oder schlechte (Das ist für mich noch die offene Frage) Einstiegschanche wie Viscom bieten. Parsytec wurde nicht von Mr. Market abgestraft, weil hier der Kaufpreis (und damit das Abfindungsangebot für die Aktionäre) bereits feststeht.

    Gruß
    diwi
    Geändert von diwi (27.08.2007 um 22:01 Uhr)

  10. #10
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    Hallo

    ich habe mir nun noch mal die Zahlen von ISRA, Viscom und Parsytec im Detail angesehen.

    Die Branche ist sehr jung und daher noch sehr zersplittert. Alle drei Firmen haben aktuell mit rückläufigen/verschobenen Umsätzen zu kämpfen. Da die Invest der Abnehmerfirmen einen relativ kurzen ROI haben, kann ich diese Probleme mit Auftragseingang und verschobenen Projekten nicht wirklich nachvollziehen. Die einzige Erklärung die ich finde ist die, dass die Abnehmerfirmen ihre Manpower aktuell lieber in die Expansion stecken, um die Weltnachfrage zu befriedigen und Invest in Inpektionssysteme (Sparmassnahmen und bessere Qualität) zeitlich hinten anstehen müssen. Damit wäre ISRA ein antizyklisches Investment, dass im weltweiten Abschwung dann plötzlich einen Aufschwung hat.

    Im weiteren lege ich nun nur noch den Fokus auf ISRA. Da ich hier keinen ISRA Thread gefunden habe poste ich das mal in diesem Viscom Thread.

    Der Börsengang von Viscom oder die letzte 10%ige Kapitalerhöhung von ISRA waren beide im Frühjahr 2006. Aus Sicht beider Unternehmen ein gutes Timing. Sie haben also zur richtigen Zeit den Kapitalmarkt angezapft. Ich unterstelle einfach mal, dass hier beide Unternehmen fair bzw. leicht überbewertet waren.

    ISRA hatte in 2006 ca. folgende Bewertungen:
    KUV 1,9
    KBV 1,5
    KGV 15

    ISRA hat am 20.07.2007 Parsytec übernommen. Zu diesem Zeitpunkt war die IRSA Welt noch in Ordnung. Die Viscom Welt hatte zwar schon in Q1 einen Kratzer erhalten, aber der Markt hat noch daran geglaubt, dass im 2. Halbjahr "alles gut" wird. Die folgenden Zahlen der Unternehmen sind um die Cash-Position bereinigt und basieren auf den Analystenschätzungen im Juli 2007

    KUV
    Parsytec 1,3 (Letzter Umsatz = 23,5 Mio)
    ISRA 1,0 (Letzter Umsatz = 47,7 Mio)
    Viscom 1,3 (Letzter Umsatz = 53,3 Mio)

    KGV
    Parsytec 23 (Vergleich nicht sinnvoll, Parsytec hatte in GJ 2006 sehr niedrige Gewinne und Margen)
    Isra 10,4 (KGV und Margen sind vergleichbar mit Viscom)
    Viscom 8,5

    KBV
    Parsytec 2,4 (Vergleich nicht sinnvoll, da der alte Eigentümer die nicht benötigte Cashbestände/Eigenkapital aus Parsytec vor den Verkauf herausgezogen hat)
    Isra 1,0
    Viscom 1,1

    EKR
    10% bis 13%

    EKQ
    Parsytec 38% (Nicht vergleichbar, s.o)
    Isra 76%
    Viscom 82%

    Investitionen/Abschreibungen
    Hier fällt auf, dass die Invest/Abschreibungen ca. 5 x höher liegen als beim ca. gleich grossen Wettbewerber Viscom. Umgekehrt liegt der F&E Anteil bei Isra seit vielen Jahren bei ca. 14%, während Viscom (kurze Datenbasis) nur auf 9% kommt. Ist Isra innovativer/besser ? Keine Ahnung ! ich bin halt kein Insider

    Für die "strategische" Investition, die ISRA in Parsytec getätigt hat, wurde ein Aufschlag von 19,2% auf den letzten Börsenkurs bezahlt. Kaufpreis: 34,9 Mio (davon 18,3 sofort in bar, der Rest später per Abfindung an die Aktionäre).
    ISRA hat ca. 15 Mio Cash und kann davon locker 10 Mio für Parsytec bezahlen. Dank der Kapitalerhöhung im März 2006. Wie die anderen ca. 25 Mio finanziert werden sollen ? Aufgrund der Vergangheit hat ISRA tendenziell eher eine Kapitalerhöhung durchgeführt als Kredite aufzunehmen. ISRA ist übrigens genau wie Viscom und Parsytec quasi schuldenfrei.

    Nach den letzten Quartalsberichten aller drei Unternehmen gibg es nun abwärts. Auch sämtliche Gewinn-/Umsatzschätzungen mußten revidiert werden. Nebenbei hat ISRA noch ca. 3 Mio aktivierte Eigenleistung abgeschriben und noch eine weitere kleinere Übernahme angekündigt. Die neuen Prognosen des ISRA Managements sind stark heruntergeommen worden. Zur Finanzierung der Übernahme wurden keine Angaben gemacht. Daher nehme ich mal einen 50%:50% Mix aus Schulden und Kapitalerhöhung an.

    Zum aktuellen Kurs von ca. 15 Euro komme ich bei ISRA zu folgenden Bewertungen für das Geschäftsjahr 2007/2008
    GpA-KGV Modell (10% Wachstum, KGV = 10): Kurs in 10J = 35 Euro (Rendite = 8,6%)

    EK-Anleihe-Modell (EKR = 8%, Einbehaltene Gewinne = 96%): Kurs in 10J = 36 Euro (Rendite = 23,2%). Risiko: Isra hat in GJ 2006/2007 nach der Übernahme einen Goodwill in der Bilanz der mehr als 50% vom Eigenkapital berträgt. Sobals hier abgeschrieben werden muss, ist dieses Modell auch nur noch Makulatur.

    Sicherheit beim 3-stufiges DCF-Modell zum Geschäftsjahr 2008/2009 (Nächstens Jahr komme ich auf einen negativen CF) mit 10/9/8/4% Wachstum und 8% Zins beträgt nur 27%

    Mein Fazit: Isra kaufe ich aktuell nicht. Zu viele Risiken. Auch nicht wenn der Kurs noch um 20-30% nachgibt. Vielleicht schaue ich mir den Wert noch mal in ein bis zwei Jahren an, wenn das Geschäft wieder aufwärts geht.

    Gruß
    diwi

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