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Thema: Viscom

  1. #11
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    Bei Viscom paart sich die Nachfrageschwäche mit erheblichen Wachstumsinvestitionen, die sich noch nicht amortisiert haben. Die Nachfrageschwäche wurde neben der für das 2. Halbjahr angekündigten Produktneuheit auch mit einer allgemeinen Investitionszurückhaltung erklärt. Das äußert sich z.B. bei einem von drei Großkunden, mit denen Viscom bislang 50% seiner Erlöse gemacht hat. Erschwerend kommt bei denen hinzu, dass die Aufträge nicht über das Jahr verteilt, sondern oft kumuliert erfolgen, was die Zyklik erhöht.

    Womit wurden die schwachen Zahlen bei Isra und Parsytec begründet?

    Mit zyklischen Unternehmen muss man sehr aufpassen. Die größte Falle liegt wohl darin, ein einmal erreichtes Margenniveau als nachhaltig einzustufen. Man sollte lieber mit durchschnittlichen Margen rechnen. Das würde aber dazu führen, dass die Unternehmen in Aufschwungphasen häufig als zu teuer und in Abschwungphasen als zu günstig beurteilt werden. Das kann positiv sein, wenn der Zyklus weit vorangeschritten ist, aber auch negativ, wenn der Zyklus erst am Anfang steht. Das Problem dabei ist es wohl, einzuschätzen wie lange so ein Zyklus anhält - womöglich selbst für Insider.

    Zur Wettbewerbsstruktur des Marktes denke ich einerseits, dass die etablierten Anbieter starke Wettbewerbsvorteile ggü. nicht oder weniger etablierten Anbietern haben bzw. das hohe Markteintrittsbarrieren bestehen. Auf der anderen Seite erscheinen mir die Wettbewerbsvorteile unter diesen Anbietern eher ausgeglichen, was die Rivalität eher hochhalten wird. Problematisch scheint mir vor allem der Umstand zu sein, dass der Markt nicht weiter konsolidieren wird. Ich halte es für problematisch, bestehenden Kunden ein neues System überzustülpen. Übernahmen eines direkten Wettbewerbers sind damit eher unwahrscheinlich. Und sollen die Systeme nebeneinanderherlaufen sehe ich auch kaum Synergien. Die Aufwendungen für Service würden dann z.B. auch nebenherlaufen, ebenso die Produktionskosten. Im Vertrieb könnte man etwas einsparen, würde aber gleichzeitig eine Kannibalisierung zwischen den Systemen fördern. Das führt dazu, dass keine echten Champions in dieser Branche heranwachsen können.
    Geändert von prince of persia (27.09.2007 um 20:51 Uhr)
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  2. #12
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    Hallo prince of persia

    >> Womit wurden die schwachen Zahlen bei Isra und Parsytec begründet?

    Zu ISRA ein Auszug aus Mitteilung vom 27.08.2007

    Verzögerter Auftragseingang bringt temporären Umsatz- und Ertragsrückgang
    ...
    Die traditionelle Zunahme der Dynamik des Auftragseingangs im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres (01.10. bis 30.09.) hat sich bisher nur in der Business Division Industrial Automation gezeigt. Hier legte der Umsatz um fast 20 Prozent zu. Der Auftragseingang in der größten Business Division Surface Vision hat sich weiter verlangsamt. Hier gingen die Umsätze in einigen Business Units spürbar zurück. In Vorbereitung der Akquisition von Parsytec hat ISRA teilweise spät in die Verstärkung des Vertriebs investiert.

    Zu Parsytec ein Auszug aus den Q2-Zahlen vom 31.08.2007

    ...Die Entwicklung des Auftragseingangs verlief unter den
    Erwartungen...

    Prognosebericht
    Aufgrund der Entwicklung von Umsatz und Auftragseingang im 1. Halbjahr 2007
    erwartet die Gesellschaft entgegen der ursprünglichen Planung eines
    Umsatzwachstums im knapp zweistelligen Bereich ein moderateres Umsatzwachstum.
    Der Grund hierfür wird im Wesentlichen in Auftragsverschiebungen der 1. Jahreshälfte gesehen. Insofern werden steigende Auftragseingänge in der 2. Jahreshälfte erwartet, die jedoch bedingt durch die Projektlaufzeiten nur noch teilweise zum diesjährigen Umsatzwachstum beitragen werden.
    ....

    Gruß
    diwi

  3. #13
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    Moin, moin,

    bei dem Stichwort "Auftragsverschiebungen" bin ich immer ein wenig skeptisch. Nicht, daß es so etwas nicht gibt, oder daß ich bei den hier besprochenen Unternehmen etwas anderes vermute.

    Allerdings taucht dieses Zauberwort "Auftragsverschiebungen" bei gefühlten 50 % aller Unternehmen auf, die Rückgänge bei Gewinn und Umsatz zu verzeichnen haben. In dieser Häufigkeit glaube ich einfach nicht daran, daß das immer so ist...

    Schönen Feiertag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  4. #14
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    Hallo JuliaPapa,

    ja, ist natürlich die Frage, woran die Auftragsverschiebung liegt. Ist zwar etwas plump formuliert, aber nehmen wir an, es liegt einfach an der Zyklik, die wiederum mehrere Gründe haben kann, dann ist es quasi immer eine Auftragsverschiebung. Die Käufe erstrecken sich dann eben über einen längeren Zeitraum, weil man diese aufschiebt. Gäbe es im B2C-Bereich ebenfalls Aufträge würden WMT und Co. wahrscheinlich das gleiche berichten. Klingt eben besser, so nach dem Motto: "Was wir heute nicht kriegen, kriegen wir eben morgen". Wenn es keine einmalige Verschiebung ist, muss ich aber die schlechten Margen mit einkalkulieren. Nur bei einer einmaligen Verschiebung, also ohne dass man von einem Zyklik spricht, wird die Marge in der darauffolgenden Periode wieder so hoch, dass es fast keinen Unterschied macht.

    Grüße
    PoP
    Geändert von prince of persia (04.10.2007 um 11:40 Uhr)
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