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Thema: Basler AG

  1. #1
    Erfahrener Valueist
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    Standard Basler AG

    Hallo, Valueisten,

    wie im Wrigley-Thread versprochen, habe ich mich in dieser Woche mal mit der Basler AG, einem meiner Meinung nach viel versprechenden deutschen Nebenwert, beschäftigt. Es ist keine umfassende Analyse geworden, aber dennoch hoffe ich, daß Ihr damit etwas anfangen könnt.

    Die 1988 gegründete und in Ahrensburg bei Hamburg ansässige Basler AG ist im Bereich Vision Technology (Oberflächeninspektion) tätig. Basler sieht sich auf diesem Gebiet als einen der weltweiten Marktführer und besitzt als eines von ganz wenigen Unternehmen ein umfassendes Vertriebs- und Servicenetz mit Standorten in Europa, Asien und Nordamerika.

    Vereinfacht gesagt bedeutet Vision Technology die Technologie des künstlichen Sehens über computerbasierte Sehsysteme. Es geht dabei um Qualitätskontrolle, Vermessung, Identifikation und Überwachung verschiedener Oberflächen, z.B. für Dichtelemente in der Automobil- und Luftfahrtindustrie oder Flachbildschirme bei Fernsehern und Laptops oder auch Kunststoff-Folien und CDs/DVDs. Basler ist inzwischen zu einem der weltweit bedeutendsten Anbieter digitaler Kameralösungen für technische Anwendungen geworden, die vorzugsweise in der Halbleiter- und Elektronikindustrie eingesetzt werden. Auch die Kameras auf den Mautbrücken für LKW stammen von Basler. Das Wachstum des Gesamtmarktes wird mittelfristig auf rund 10 bis 15 % p.a. taxiert.

    Nach Auffassung der Gesellschaft sind in dieser Technologie weltweit erst rund 15 bis 20 % der vorhandenen Anwendungsmöglichkeiten erschlossen, so daß die eigentliche Wachstumsphase erst noch bevorsteht. Darüber hinaus ergibt sich weiteres Potenzial dadurch, da die Unternehmen vermehrt auf eine Verbesserung der Produktivität achten müssen, für die Basler die entsprechenden Produkte bereithält.

    Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ist die hohe Innovationskraft: Der Anteil der Produkte, die jünger als zwei Jahre sind, beträgt 57 %. Auf Forschung und Entwicklung entfallen 18 % des Umsatzes, hier arbeiten 37 % der Belegschaft.

    Die Basler AG ging 1999 zu den Hochzeiten des Neuen Marktes an die Börse. Bei einem Emissionspreis von EUR 57,-- belief sich der Höchstkurs auf EUR 130,--. Im Zuge des allgemeinen Kursverfalls sowie Verlusten der Gesellschaft fiel der Kurs im Januar 2002 auf EUR 1,63. Im Februar 2005 wurden wieder EUR 18,-- gezahlt. Aktuell kostet eine Aktie rund EUR 11,--.

    Der Kursrutsch seit 2005 wurde durch zurückgehende Umsätze ausgelöst, in deren Folge auch der Gewinn geschmälert wurde. Seit 2003 einschließlich arbeitet das Unternehmen aber profitabel.

    Für die Basler AG sprechen eine deutliche Beteiligung der Insider (Aufsichtsrat 51 %, Vorstand 4 %) und die Tatsache, daß die Anzahl der Aktien seit dem Börsengang unverändert bei 3,5 Millionen liegt. Aktienoptionen für den Vorstand existieren nur im Rahmen einer Wandelanleihe in Höhe von 4,54 % der bisherigen Aktien. Die EK-Rendite lag 2006 bei rund 13 %, die EK-Quote bei 55 %. Der Umsatz 2006 betrug EUR 52 Mio., die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei EUR 38,5 Mio.

    Das Jahr 2007 ist ein Jahr des Übergangs, in dem es Unsicherheiten über die Akzeptanz neuer Produkte gibt. Und Unsicherheiten ist das letzte, was Kapitalmärkte mögen. Vermutlich kommt daher die niedrige Bewertung des Unternehmens, denn für 2008 wird bei einer deutlichen Ausweitung von Umsatz und EBIT-Marge gerechnet. Der Gewinn pro Aktie soll bei EUR 1,50 liegen, woraus sich ein aktuelles KGV von knapp über 7 errechnet.

    Fazit: Die Basler AG ist mit Sicherheit kein reiner Value-Wert, bei dem Warren Buffett das Wasser im Munde zusammenläuft. Aber die Zahlen zeigen doch, daß das Potential der Gesellschaft vom Kapitalmarkt derzeit noch nicht erkannt wird, und daß hier durchaus Kurschancen bestehen.

    So, das war's. Und nun würde ich mich über Eure Anmerkungen und Meinungen freuen.

    Ein schönes Wochenende wünscht Euch
    Julia-Papa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  2. #2
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    Hallo JuliaPapa,

    habe mir Basler mal kurz angeschaut.

    Die Firma investiert viel und hat hohe Abschreibungen. Da wird erstmal viel Geld vergraben.

    Die zentrale Fragestellung daher aus meiner Sicht: wie stark sind Patente und der Know-How-Schutz von Basler? Macht die Firma etwas, das kein anderer derzeit kann oder ist sie einfach nur einer von vielen Hightech-Maschinenbauern?

    Grüße,

    BuilderBob

  3. #3
    Neuer Benutzer
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    Standard

    http://www.ariva.de/statistics/facun...ecu=29&page=-1

    2006 10% der Mitarbeiter entlassen

    Umsatzsteigerung ca. 14% p.a. (5 Jahre)
    Gewinn sehr volatiel

    Damit läßt sich nicht genau sagen wo der Gewinn in x Jahren sein wird - nichts für Buffett ;-).

    Aktionärsstruktur


    Aktionär Anteilsbesitz
    Norbert Basler 51,4%
    Dr. Dietmar Ley 3,8%
    Streubesitz 44,8%

    Der Gründer ist mit über 50% Hauptaktionär!
    Geändert von dev2 (24.06.2007 um 09:51 Uhr)

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