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Thema: Wal Mart Stores; US9311421039

  1. #11
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    Guten Morgen,

    bei Business-Week gibt es heute einen kostenlosen Report von S&P über den größten Einzelhändler:

    http://research.businessweek.com/sprepor....bol=WMT


    Viel Spaß damit,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  2. #12
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    Meine Analyse bzgl. WalMart stimmt mit der von Business Week überein. Die Aktie ist momentan zu teuer und damit nicht zum Kauf zu empfehlen.

  3. #13
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    Guten Morgen,

    heute ist schon wieder ein S&P-Report über Wal-Mart abrufbar:

    http://research.businessweek.com/sprepor....bol=WMT

    Viel Spaß damit.

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  4. #14
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    Hallo, zusammen,

    heute kommt die Nachricht, daß die Metro das defizitäre Deutschland-Geschäft von Wal-Mart übernimmt:

    Der Handelskonzern Metro übernimmt das Deutschland-Geschäft des US-Kaufhausriesen Wal-Mart und will damit seine zuletzt angeschlagene Supermarktkette Real stärken. Wal-Mart zieht mit dem Verkauf einen Schlussstrich unter das gescheiterte Projekt, im deutschen Einzelhandelsmarkt Fuß zu fassen. Der Konzern war vor acht Jahren durch die Übernahme der Wertkauf- und der Interspar Supermarktketten in Deutschland gestartet und hatte seither immense Verluste angehäuft.

    Beide Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, dass 85 SB-Warenhäuser von Wal-Mart an Metro gehen, teilte der Düsseldorfer Konzern mit. Bei 19 Standorten übernehme Metro auch das Immobilieneigentum, die übrigen Märkte seien gemietet. Über die finanziellen Details sei Stillschweigen vereinbart worden. Metro teilte jedoch mit, dass der Zukauf 2006 zu einem Einmalertrag führe, der in der Umsatz- und Ergebnisprognose des Konzerns bislang nicht enthalten sei.

    Aus unternehmensnahen Kreisen verlautete, Metro streiche - nach Gegenrechnung von Kaufpreis zum Wert der übernommenen Immobilien sowie finanziellen Beigaben von Wal-Mart für die anstehende Sanierung -einen Sonderertrag in dreistelliger Millionenhöhe ein. "Metro übernimmt die Warenhäuser schuldenfrei", hieß es. Branchenexperten wiesen jedoch darauf hin, dass davon noch eigene finanzielle Belastungen für die Restrukturierung abgezogen werden müssten, so dass sich der Betrag verringern dürfte.

    "Wal-Mart wollte das Geschäft unbedingt loswerden", sagte eine mit der Transaktion vertraute Person. Der US-Konzern erwartet nach eigenen Angaben allein aus dem Verkauf einen Verlust vor Steuern von etwa einer Milliarde Dollar. Den Angaben zufolge machten die Wal-Mart-Häuser in Deutschland im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro mit rund 11.000 Beschäftigten.

    "Die Akquisition ermöglicht eine ideale Ergänzung des bestehenden Standortnetzes der Metro Group Vertriebslinie Real", erläuterte der Metro-Vorstand den Zukauf. Vorstandschef Hans-Joachim Körber hatte Real nach einem operativ Verlust im vergangenen Jahr ein Sparprogramm verordnet, wodurch die Kette in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben soll. Die Metro-Aktie legte im frühen Handel zu und setzte sich mit einem Plus von fast drei Prozent auf 45 Euro an die Spitze der Gewinnerliste im Deutschen Aktienindex.


    Ich habe das Debakel von Anfang an mit verfolgt. Zunächst war es ja das Ziel, das erfolgreiche Konzept 1 zu 1 in Deutschland umzusetzen. Nachdem das nicht klappte, wurde dann nach zwei oder drei Jahren doch mal ein deutsches Management installiert, aber das scheint nicht gereicht zu haben.

    In der Nähe von Hannover wurde der erste eigene "Wal-Mart Super Store" eröffnet. Ich finde es da ganz toll, Einkaufs-Feeling wie in den USA - aber die Preise sind viel zu hoch. Kein Wunder, daß die Kette hier in Deutschland nicht nach vorne gekommen ist.

    Ähnliche Erfahrungen konnte ja auch Starbucks mit dieser Karstadt-Kooperation machen. Ich bin daher immer skeptisch, wenn erfolgreiche amerikanische Firmen ankündigen, "mal eben" nach Europa zu expandieren.

    Euch noch ein schönes Wochenende,
    JuliaPapa
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  5. #15
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    Hallo,

    ich frage mich: Wieso ist Wal-Mart in Deutschland gescheitert? Im Grunde beruht das Geschäftsmodell auf ganz rationalen Elementen. Sie bieten Ware einfach viel günstiger an, und verzichten daher auf jegliche Art von redundanten Kosten und bauen so eine Verkaufsmacht auf. Wettbewerbsvorteile haben sie ohne Ende. Und der Kunde geht zu Wal-Mart, weil er dort einen Preisvorteil hat. Warum nun ist das Modell nicht auf Deutschland übertragbar gewesen? JuliaPapa berichtet, dass die Preise viel zu hoch waren. Wie kann Wal-Mart einen Markt erobern, indem sie ihr schlagkräftigstes ja einziges Argument für den Kunden untergraben? Womöglich liegt es daran, dass sie hier eine andere Kostenstruktur haben. In den USA haben sie z.B. erhebliche Größenvorteile dadurch erzielt, dass sie ein ausgeklügeltes Vertriebsystem hatten und die Stores rund um das Vertriebszentrum ringförmig aufgebaut haben, so dass diese immer kosteneffizienter beliefert wurden. Auf der anderen Seite haben sie in den USA sicher schon so eine Verkaufsmacht entwickelt, dass sie immer und immer wettbewerbsfähiger wurden und immer bessere Preise anbieten konnten. Beides müsste in Deutschland zunächst gefehlt haben und sie konnten deswegen wohl weniger wettbewerbsfähige Preise anbieten. Aber sie haben ja auch deutlich Miese eingefahren in Deutschland, schließlich können sie ja nicht mit hohen Preisen in den Markt. Und die Läden scheinen irgendwie nicht in Fahrt gekommen zu sein und das Management musste sich überlegen, ob aus Anlaufverlusten nicht Dauerverluste werden. Vielleicht liegt es auch an Metro und Aldi, die machen schließlich auch nichts anderes, und so gab es hierzulande keinen großen Anreiz mehr für die Kunden, weil es bereits einen dominanten Player gibt und die Preise dementsprechend niedrig sind.

    Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  6. #16
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    Du nennst ja schon einige Gründe:
    - fehlende Skaleneffekte in der Distribution, weil die Filialen dünn über ganz Deutschland verstreut waren
    - eingefahrene Konsumgewohnheiten der Deutschen, die sich nicht von heute auf morgen ändern, vor allem, wenn man dem Kunden keinen echten Vorteil bietet.

    Daß die Preise nicht wettbewerbsfähig waren, würde ich bezweifeln. Es gab mal eine Untersuchung, die feststellte, daß vergleichbare Warenkörbe bei den Discountern fast auf den Cent genau gleich teuer sind, und bei diesem Vergleich lag sogar Wal*Mart knapp an der Spitze. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, daß Wal*Mart 20-30 Tsd. Artikel im Angebot hat. Da ist es ein Leichtes, die 700 private label Artikel, die sich mit Aldi überschneiden, zum gleichen Preis anzubieten. Mit den restlichen 24300 Artikeln holt man über die Mischkalkulation die Marge wieder nach oben.

    Ich würde folgende Gründe hinzufügen:
    - keine optimalen Immobilien, weil einfach Wertkauf und Interspar übernommen und umbenannt wurden
    - Schwierigkeiten, die Mitarbeiter für das Wal*Mart Konzept zu begeistern
    - höhere Grundstückspreise => höhere Investitionskosten für Großflächenmärkte, die sich nur bei entsprechend höherer Flächenproduktivität amortisieren
    - ein Wal*Mart braucht wegen seiner Größe einen größeren Einzugsradius als z. B. ein Aldi => längere Anfahrtswege
    - ebenfalls wegen der Größe braucht der Kunde länger für den Einkauf als bei einem Kleinflächen-Discounter, der ein Kernsortiment auf kleinem Raum konzentriert anbietet.
    - aus beiden Dingen folgt ein erheblich höherer Zeitbedarf für den Einkauf, wodurch die Verbraucher den täglichen Bedarf bei Aldi & Co. eindecken und nur den Bedarf, der dort nicht gedeckt werden kann, vielleicht 1-2x im Monat bei Wal*Mart eindecken. Das erzeugt aber keine ausreichend hohe Flächenproduktivität, um die hohen Investitionskosten/qm (siehe oben: Grundstückspreise) zu decken.

    Vielleicht hätte der Markteintritt eher geklappt, wenn Wal*Mart das Filialnetz stark verdichtet hätte. Das hätte aber sehr hohe Anlaufverluste beschert und wäre auch nicht von heute auf morgen gegangen, weil Genehmigungsverfahren in Deutschland sich bekanntlich ewig hinziehen können. Wal*Mart hätte natürlich das Geld, um das durchzuziehen, aber warum sollte man das machen? Ich glaube, Wal*Mart hat weltweit einfach vielversprechendere Märkte, die leichter erorbert werden können, weil dort die Märkte noch nicht von so starken Händlern besetzt sind, und die auch eine jüngere Bevölkerung haben, deren Konsumgewohnheiten noch nicht so festgefahren sind bzw. wo enie zahlenmäßig starke junge Generation heranwächst, deren Einkaufsgewohnheiten sich noch gar nicht gebildet haben.

  7. #17
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    Und dann gibt es hier noch eine starke Gewerkschaft.
    Viele Grüße

    Dieter

  8. #18
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    @Ich glaube, Wal*Mart hat weltweit einfach vielversprechendere Märkte, die leichter erorbert werden können, weil dort die Märkte noch nicht von so starken Händlern besetzt sind, und die auch eine jüngere Bevölkerung haben, deren Konsumgewohnheiten noch nicht so festgefahren sind bzw. wo enie zahlenmäßig starke junge Generation heranwächst, deren Einkaufsgewohnheiten sich noch gar nicht gebildet haben.

    Welche Märkte sind dies, welche Expansions- bzw. Wachstumschancen kann man daraus für WMT ableiten und was bedeutet das für die Bewertung der Aktie?
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  9. #19
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    Die Gewerkschaft ist natürlich ein weiterer wichtiger Punkt. In den USA sind die Wal*Mart Mitarbeiter nicht gewerkschaftlich organisiert, während die Mitarbeiter der Wettbewerber das weitgehend sind. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, den Wal*Mart hierzulande nie hatte.

    Indien, China, Südamerika -- all diese Märkte haben einen deutlich jüngere Bevölkerungsstruktur und viel Land zur Verfügung. Wobei man einschränken muß, daß es speziell in Indien oder China sehr dicht besiedelte Regionen gibt. Vielleicht sollte sich Wal*Mart aus diesen eher heraushalten.

    Es ist ja Mode geworden, zur Aktienanalyse Analogien aus anderen Wissenschaften z. B. der Biologie heranzuziehen. Kamele sind in der Wüste eine besonders erfolgreiche Spezies, weil sie besonders sparsam mit dem knappen Gut Wasser umgehen kann. Elche sind in Skandinavien erfolgreich, weil sie auf diese Umweltbedingungen besonders gut eingestellt sind. Das heißt aber nicht, daß Elche in der Wüste oder Kamele in Skandinavien (wo ja Wasser reichlich zur Verfügung steht und ihr Wettbewerbsvorteil nutzlos ist) erfolgreich sein können. Ähnlich ist es bei Wal*Mart und Aldi: Wal*Mart hat nie gelernt mit Land besonders sparsam umzugehen, weil es in den USA billig und im Überfluss vorhanden ist. Stattdessen nutzt man das billige Land, um dem Kunden eine größere Auswahl zu bieten. Im dichter besiedelten Europa, wo Land teuer und knapp ist, dagegen hat Aldi bessere Karten, weil sie ein Konzept haben, das mit diesen Umständen besser zurecht kommt. Umgekehrt tut sich Aldi eben in Flächenländern schwer.

    Interessanterweise haben sich in Frankreich, die ja eine sehr viel niedrigere Bevölkerungsdichte haben, Hypermarchés wie Carrefour breit gemacht.

  10. #20
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    Ich weiß nicht, ob falsche Immobilien oder so der Grund für das Scheitern waren. Das hört sich für mich so an, wie im Fußball "Wir haben verloren, weil die Frösche im Schloßpark die ganze Nacht über gequakt haben" (die Ukraine nach der 0:4-Pleite bei der WM gegen Spanien). Das mag zwar irgendwo eine Rolle gespielt haben, war aber doch nur ein Nebenkriegsschauplatz.

    Andreas schreibt zwar: "Daß die Preise nicht wettbewerbsfähig waren, würde ich bezweifeln. Es gab mal eine Untersuchung, die feststellte, daß vergleichbare Warenkörbe bei den Discountern fast auf den Cent genau gleich teuer sind, und bei diesem Vergleich lag sogar Wal*Mart knapp an der Spitze."

    Ich bleibe aber dabei: Zumindest was die Wal-Marts in Hannover-Wülfel und Pattensen angeht, waren die Preise zu hoch. Vergleiche mit Aldi sind nicht ganz angemessen. Aber auch Markenartikel von Henkel oder Maggi, Schwartau und so weiter gibt es bei Kaufland und real deutlich günstiger - anderslautende Untersuchungen hin oder her. Ich achte da durchaus drauf, weil es mich als Konsument und potentieller Aktionär der Produzenten interessiert.

    Ich denke, Wal-Mart ist völlig falsch an den Markt rangegangen. Die Erwartung war, mit dem "American Way of Life" (womit z.B. McDonald's in den 70ern ihre ersten Erfolge feierten) hier wie eine Bombe einzuschlagen, und das hat nicht wirklich funktioniert. Als dann deutsche Manager am Zug waren, ging es in die richtige Richtung, aber dann fehlte wohl doch ein Netzwerk aus Logistik und Einkaufsmacht, wie es Edeka, Rewe, Metro, Aldi und Lidl haben.

    Nicht umsonst lassen internationale Supermarkt-Riesen wie Ahold und Carrefour die Hände vom deutschen Markt. Hier geht es nur um den Preis, und bei den schmalen Margen kriegt man Milliardeninvestitionen nie wieder raus.
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

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