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Thema: Zapf Creation

  1. #1
    Erfahrener Valueist
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    Hallo zusammen

    Durch Zufall bin ich kürzlich auf Zapf gestoßen. Nachdem mich mir die Geschäftsberichte hab schicken lassen, gefällt mir das Unternehmen eigentlich recht gut.

    Ich kopier mal drei Artikel aus der FAZ hier rein.

    Hat sich von euch schon jemand mit Zapf beschäftigt?

    Das Einzige, was mich etwas gestört hat, waren die Aktienoptionen. Fand ich recht ungewöhnlich für so ein kleines Unternehmen (Marktkap: 270 Mio €)

    Würde mich freuen, wenn sich jemand zu Zapf äußern würde.

    Gruß Mitch

    und nun die Artikel:

    1)

    Finanzmärkte und Geldanlage Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2002, Nr. 285, S. 21


    Aktie im Blick: Zapf Creation
    Warten auf Weihnachten

    FRANKFURT, 6. Dezember. Auch in diesem Jahr dürfte sie bei vielen Kindern wieder unter dem Weihnachtsbaum liegen: eine Puppe von Zapf Creation. Der Puppenhersteller aus dem oberfränkischen Rödental ist in Deutschland und auch in Europa führender Anbieter von Spiel- und Funktionspuppen, die weltweit einen Anteil von 40 Prozent am gesamten Puppenmarkt ausmachen. Und auch international ist Zapf erfolgreich. Ob Baby Born, Chou Chou oder Baby Annabell, die Puppen des 1932 gegründeten Traditionsunternehmens sind weltbekannt.

    Zwar stellt Zapf keine Modepuppen wie die wohl berühmteste, die Barbie- Puppe, her, doch auch im dritten und kleinsten Marktsegment, den sogenannten Minipuppen, ist das Unternehmen seit diesem Jahr tätig. Produziert werden die Puppen an verschiedenen Standorten in China. Das Design wird im Heimatstandort in Rödental entwickelt, auch die Formen werden dort gefertigt.

    Das Puppengeschäft ist sehr saisonabhängig. Traditionell spielen vor allem das erste, aber auch das zweite Quartal des Jahres kaum eine Rolle. Das Hauptgeschäft fällt in das zweite Halbjahr und besonders in die Vorweihnachtszeit. Zapf verbreitet trotz der schwachen Konjunktur und der allgemeinen Kaufzurückhaltung Optimismus. Die Ende Oktober vorgelegten Neunmonatszahlen fielen positiv aus. Dabei hat das im M-Dax notierte Unternehmen zwar für das Gesamtjahr 2002 die Umsatzprognose von plus 15 auf 13 Prozent leicht zurückgenommen, aber die Ergebnisprognose aufgrund der sichtbaren Margenverbesserung und der Gründung eigener Vertriebsniederlassungen von 15 auf 18 Prozent angehoben. Die Aktie der im April 1999 zu einem Preis von 19,65 Euro an die Börse gegangenen Firma hat zuletzt deutliche Kursgewinne verzeichnet. Von ihrem Anfang Oktober verzeichneten Tief von 17 Euro ist sie auf rund 25 Euro gestiegen.

    "Während der Gesamtmarkt stagniert, ist Zapf deutlich gewachsen", stellt Michael Heider von der Berenberg Bank fest. Das Unternehmen sei sehr gut positioniert. Zudem verfüge es über eine klare Strategie, die äußerst erfolgreich aufgehe und sich in einer kräftig gestiegenen Rohertragsmarge niedergeschlagen habe. Die internationale Expansion und das neue Konzept der eigenen Vertriebsniederlassungen zeigten deutliche Erfolge, urteilt Heider. Positiv zu werten sei vor allem das kräftige Wachstum im Ausland wie im größten Spielwarenmarkt der Welt, den Vereinigten Staaten. Aber auch in anderen Ländern wie Großbritannien und Spanien sei Zapf hervorragend positioniert.

    Auch Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe begrüßt die Internationalisierungsstrategie von Zapf. Denn die Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland seien angesichts des bereits erreichten Marktanteilsvon rund 70 Prozent eher begrenzt. Daher sei es um so wichtiger, im Ausland weiteres Wachstumspotential zu generieren. Kritisch beurteilt Schlienkamp die Aktionärsstruktur. Die Aktie weise im Vergleich zu anderen aus dem M-Dax eine höhere Volatilität auf, da vor allem institutionelle Anleger in Zapf investiert seien. Besonders bei angelsächsischen Investoren sei das Unternehmen beliebt, weil diese gerne auf besonders erfolgreiche und etablierte Produkte wie Baby Born setzten, die in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag gefeiert habe.

    Nach Ansicht von Heider und auch Schlienkamp ist die Aktie auf dem derzeitigen Niveau allerdings fair bewertet. Weitere Kursphantasie gebe es derzeit eher nicht. Die Anleger sollten die Neuigkeiten aus dem Weihnachtsgeschäft erst einmal abwarten, rät Schlienkamp. Heider empfiehlt vorerst das Halten der Aktie. Das Risiko der hohen Abhängigkeit vom Weihnachtsgeschäft könnte so vielleicht auch seine positiven Seiten haben.


    2)
    Unternehmen Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2003, Nr. 25, S. 18


    Berichte von der Spielwarenmesse in Nürnberg

    Zapf verdoppelt die Dividende

    Zapf Creation AG, Rödental bei Coburg. Der international tätige Puppenhersteller wird für das abgelaufene Geschäftsjahr eine auf einen Euro mehr als verdoppelte Dividende ausschütten. Das kündigte Finanzvorstand Rudolf Winning in Nürnberg an. Nach den vorläufigen Zahlen sei der Umsatz im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 222,7 (Vorjahr 193,1) Millionen Euro gestiegen.

    Der Zuwachs sei vor allem auf die neu eingeführten Minipuppen in Deutschland sowie auf das Wachstum in den Vereinigten Staaten zurückzuführen. Der Amerika-Umsatz sei von 33 auf 50 Millionen Euro gestiegen. Zapf Creation habe dort inzwischen einen Marktanteil von etwa 6 Prozent. Insgesamt entfallen 153 Millionen Euro oder 69 Prozent des Gesamtumsatezs auf das Geschäft außerhalb Deutschlands. Noch besser als der Umsatz hat sich der Ertrag entwickelt. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen legte um 24 Prozent auf 32,7 (26,4) Millionen Euro zu. Weil die Investitionen in die Internationalisierung weitgehend abgeschlossen seien, könne man einen höheren Anteil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten, sagte Winning. Die Erweiterung des internationalen Engagements werde zwar fortgesetzt, betonte Vorstandsvorsitzender Thomas Eichhorn. Dafür fielen jetzt aber nur noch laufende Kosten an, die direkt in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung eingehen.

    Bei Spiel- und Funktionspuppen sowie Minipuppen habe der Rödentaler Konzern einen Weltmarktanteil von knapp 10 Prozent. Ziel sei es, auf dem 3,5 Milliarden Euro großen Weltmarkt der Marktführer zu werden. Wachstumspotential sieht Eichhorn noch in Deutschland, dem mit 30 Prozent Umsatzanteil nach wie vor größten Einzelmarkt. Hierzulande hätten vor allem Minipuppen mit 10 Prozent Marktanteil ihr Marktpotential noch nicht ausgeschöpft.

    In den Vereinigten Staaten und in Frankreich sei noch Wachstumspotential bei Spiel- und Funktionspuppen vorhanden. Durch eine zweimal jährlich wechselnde Puppenmode und durch mehr Technik und Funktionalität soll die Nachfrage nach neuen Puppen immer wieder angeregt werden. Zu den Erwartungen für 2003 wollte sich der Vorstand noch nicht äußern. Die Entwicklung des Dollarkurses und ein eventueller Irak-Krieg bedeuteten große Unsicherheiten. Zapf beschäftigt 536 Mitarbeiter, davon 368 in Deutschland. (geg.)



    3)
    Unternehmen Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2003, Nr. 66, S. 18


    Zapf Creation erwartet höheren Gewinn

    Zapf Creation AG, München. Der im M-Dax notierte fränkische Puppenhersteller Zapf Creation erwartet im laufenden Jahr eine erneute Steigerung beim Gewinn vor Steuern. Unabhängig von der Währungsentwicklung erwarte das Unternehmen einen Zuwachs von 15 Prozent beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), teilte Zapf am Dienstag in einer Ad-hoc-Veröffentlichung mit. Der Umsatz solle währungsbereinigt ebenfalls um 15 Prozent wachsen, was bei aktuellen Währungsrelationen einem Plus von zehn Prozent entspreche. Im vergangenen Jahr hatte Zapf das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 24 Prozent auf 32,7 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz hatte um 15 Prozent auf 222,7 Millionen Euro zugenommen. Die Dividende für 2002 soll um 54 Prozent auf einen Euro steigen. Der Puppenhersteller konzentriert sich seit längerem auf sein Auslandsgeschäft und macht im Inland nur etwa 30 Prozent seines Umsatzes. (Reuters)

  2. #2
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    Hallo, Mitch!

    Auch ich finde Zapf Creation ziemlich interessant, habe mir die Webseite und die Geschäftsberichte durchgelesen, mich oberflächlich mit den Wettbewerbern Hasbro und Mattel beschäftigt und auch einige Endverbraucher befragt.

    Insgesamt betrachtet würde ich sagen, dass Zapf ein Unternehmen ist, das zumindest in Deutschland und möglicherweise auch in Großbritannien durch die Marken Baby born und Baby Annabell einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil besitzt. Allerdings sind die Wachstumsmöglichkeiten in diesen Märkten meiner Ansicht nach inzwischen auch begrenzt.
    Die Fragen, die sich mir nun stellen, sind folgende: Besitzt Zapf auch in den USA und in anderen Ländern mit noch geringem Marktanteil einen Wettbewerbsvorteil und wie nachhaltig ist dieser?
    Oder anders formuliert: Was hält z.B. Mattel davon ab, in diesem für Zapf so lukrativen Markt ebenfalls erfolgreich tätig zu werden?

    Hast du (oder irgendjemand sonst) Antworten?

    Gruß,

    Torsten

  3. #3
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    Hallo, zusammen,

    mein Nickname ist Julia-Papa, und die meisten wissen, daß das absolut stimmt - ich bin der Papa von Julia, die im Dezember sieben Jahre alt wird. Und das heißt, daß ich mich in jeder Hinsicht mit Zapf beschäftigt habe.

    Zunächst einmal ist das Konzept von Zapf überzeugend. Es erinnert mich ein wenig an Gillette: Das eigentliche Produkt (Rasierer bzw. Puppe) wird relativ billig angeboten. Aber damit geht das Geschäft erst richtig los: Mit dem Verkauf von Ersatzteilen (Gillette) bzw. Zubehör (Zapf) klingelt die Kasse. Und es gibt jede Menge Zubehör: Kleidung ohne Ende, dann alle möglichen Sachen wie Krankenbett, Schlitten, Fahrradsitz und so weiter. Und das muß die engagierte Puppenmutti natürlich alles haben (Aktionär: , zahlender Vater: ). Zapf hat sogar eine eigene Abteilung, die diese Dinge entwirft und gestaltet.

    Dazu gibt es Bücher und CDs mit Stories rund um Baby Born und natürlich einen Baby Born-Club, mit dem eine weitere Kundenbindung erreicht wird.

    Darüber hinaus hat wohl auch Zapf erkannt, daß es das alleine nicht sein kann. Es gibt die Baby-Born-Mini-Welt und mit Baby Anabell und Chou-Chou weitere Spielkonzepte.

    Was mich vom Kauf der Aktie abgehalten hat, ist zum einen die niedrige EK-Quote (rund 43 % per 31.12.2002; allerdings mit steigender Tendenz) und die hohe Anzahl der gewährten Aktienoptionen. Zwar ist die Verwäserung nicht sehr hoch, aber bei einem solchen relativ kleinen Unternehmen sind das schon ganz ordentliche Zahlen.

    Hinzu kommt, daß ich nicht abschätzen kann, ob sich diese Puppen dauerhaft gut verkaufen. Wie hat sich die Konjunktur-Krise ausgewirkt? Oder trifft der sich abzeichnende Aufschwung mit dem Weihnachtsgeschäft zusammen? Man weißt es nicht...

    Ganz aktuell der neueste Trend aus dem Kinderzimmer: Baby Born ist out und Barbie läßt nach. Dafür ist Diddl total aktuell. Aber da gibt's keine Aktien zu kaufen...

    Schönen Tag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  4. #4
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    Hallo, JuliaPapa!

    Danke für deine "Einsichten" in das Leben eines "Puppenopas". Ich kann deine Ausführungen nur bestätigen, auch wenn meine Tochter erst drei Jahre alt ist (sie besitzt eine CHOU CHOU) und wir bislang um den Kauf von teurem Zubehör herumgekommen sind.

    >Hinzu kommt, daß ich nicht abschätzen kann, ob sich diese Puppen dauerhaft gut verkaufen. Wie hat sich die Konjunktur-Krise ausgewirkt? Oder trifft der sich abzeichnende Aufschwung mit dem Weihnachtsgeschäft zusammen?<
    Da der Erfolg von Baby born in Deutschland schon seit über 10 Jahren anhält, dürfte da auch einige konjunkturell schlechtere Jahre dabei gewesen sein. Du hast aber sicherlich recht, dass in diesem saisonalen Geschäft eine Kaufzurückhaltung an Weihnachten eine signifikante Auswirkung auf das Gesamtjahresergebnis haben dürfte.

    >Ganz aktuell der neueste Trend aus dem Kinderzimmer: Baby Born ist out und Barbie läßt nach. Dafür ist Diddl total aktuell. Aber da gibt's keine Aktien zu kaufen...<
    Da deine Tochter "schon" sieben Jahre alt ist, dürfte sie wohl auch so langsam aus dem Baby-born-Alter heraus sein. Vielleicht findet sie nun ja an "My modell" Gefallen ...

    Meine wesentlichen Fragen sehe ich allerdings noch nicht wirklich beantwortet ...
    >Besitzt Zapf auch in den USA und in anderen Ländern mit noch geringem Marktanteil einen Wettbewerbsvorteil und wie nachhaltig ist dieser?
    Oder anders formuliert: Was hält z.B. Mattel davon ab, in diesem für Zapf so lukrativen Markt ebenfalls erfolgreich tätig zu werden?<

    Gruß,

    Torsten

  5. #5
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    Hallo Puppenfans,

    Zapf Creation ist ein interessanter Small Cap, der seine Marktanteile erfolgreich ausbaut, auch in den USA (aktuell 7%). Zapf trennt sich von den Schwimmartikeln und den hochpreisigen Sammlerpuppen. Ersteres ist o.k., weil es nicht zum Kerngeschäft gehört. Zweiteres kann ich nicht ganz nachvollziehen, nur weil die letzten Konsumjahre schlecht waren - die Zeiten ändern sich auch wieder. Mattel hat während der gesamten Barbielaufzeit über 600 Sammlerpuppen hervorgebracht. Was ich überhaupt nicht verstehen kann ist die enorme Dividenerhöhung, die über einen Bankkredit bezahlt wurde.

    <Oder anders formuliert: Was hält z.B. Mattel davon ab, in diesem für Zapf so lukrativen Markt ebenfalls erfolgreich tätig zu werden?>

    Mattel ist doch mit Barbie schon über 40 Jahre in diesem Segment tätig. Die Puppen von Zapf sehen nur anders aus, das Konzept entspricht dem von Mattel - wie JuliaPapa das bereits beschrieben hat.
    Zapf ist mit einer MK von 270 Mio Eur ein kleiner Fisch. Mit 580 Mio $ Cashbestand könnte Mattel die Zapfaktionäre bar bezahlen und hätte noch jede Menge Geld übrig. Allerdings wäre ich als Mattelaktionär gegen eine Übernahme, denn die würde bei gleichbleibender Kostenstruktur die Nettomarge nach unten ziehen.

    Zum Abschluß bleibt zu sagen, dass Zapf entsprechend meiner Small Cap Bewertung den Financial Grade "F" erhält.

    Gruß
    Dieter

  6. #6
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    Hallo Dieter,

    könntest Du Deine "Small Cap Bewertung" (Financial Grade "F") etwas erläutern ?

    Wäre schön wenn Du Dir ein bischen in die Karten schauen lässt.

    Danke

    Gruß lekcin

  7. #7
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    Ich vermute, daß die Bereiche Badeartikel und Sammlerpuppen seit geraumer Zeit Verluste geschrieben haben und auch keine Perspektive auf einen Turnaround bestand. Der Grund, warum man in den Bereich Badeartikel eingestiegen ist, könnte sein, daß man die Saisonalität des Puppengeschäfts etwas ausgleichen wollte, was Sinn machte, als Zapf noch eine eigene Produktion in Deutschland hatte. Dadurch können die Produktionskapazitäten besser ausgelastet werden, schließlich sind beides Plastikprodukte. Bevor die Maschinen und die Mitarbeiter also nichts tun, ist es besser, wenigstens irgendwas zu produzieren, wenn dadurch ein positiver Rohertrag erzielt wird. Doch dürfte selbst das nicht mehr der Fall gewesen sein. Der Umsatz ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken.

    Der Bereich Sammlerpuppen: Meines Wissens waren das keine Baby Born Sondereditionen, sondern teure Designerpuppen, die in Handarbeit in Deutschland produziert wurden. Der Umsatz lag zuletzt bei 2,8 Mio. EUR und beschäftigte 78 Mitarbeiter, also etwa 36.000 EUR Umsatz pro Mitarbeiter. Zapf dürfte hier Welten von einer Profitabilität entfernt gewesen sein.

    Für Mattel könnte eine Akquisition von Zapf (oder vielleicht auch eine Finanzbeteiligung) schon interessant sein, wenn der Preis stimmt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das Argument, daß dadurch die Umsatzrendite im Konzerndurchschnitt sinkt, Mattel interessieren dürfte, geht es doch nicht darum, eine bestimmte Umsatzrendite zu berichten, sondern die erwirtschafteten Gewinne rentabel zu reinvestieren. Und wenn sich Mattel ausrechnet, daß ein Investment in Zapf eine Rendite von - sagen wir - 13% nach Steuern auf das investierte Kapital brächte, wäre das schon interessant, da die Mattel-Aktionäre geringere Opportunitätskosten haben. Eine Übernahme hätte eine offensichtliche Synergie: Es gäbe keinen potentiellen Marktteilnehmer mehr, der Zapfs Erfolg gefährden könnte, derzeit ist das immer noch Mattel. Mattel würde durch eine Übernahme den lfr. Erfolg von Zapf also wesentlich wahrscheinlicher machen, was einen unmittelbaren Mehrwert schafft. Gegen eine Übernahme spricht aber höchstwahrscheinlich das Kartellrecht, da Mattel damit den Puppenmarkt damit beherrschen würde (sonst wäre die Übernahme wohl bereits erfolgt). Mattel hat in der Vergangenheit bereits (erfolglos) versucht, in Zapfs Markt einzutreten.

    Andreas

  8. #8
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    @lekcin

    Über die Small Cap Bewertung habe ich hier im Board bereits einiges gepostet. Für die Auswahl hat Flippi bei WHI einiges gesagt.

    @Andreas

    Mattel war eine meiner Neuaufnahmen für die Aktienanalyse. Zum Vergleich hatte ich mir damals Zapf angeschaut und dabei sind mir die unterschiedlichen Margen aufgefallen. Da zwischen den Umsätzen der beiden Unternehmen aber Welten liegen, hätte Zapf's erheblich schlechtere Umsatzrendite natürlich nur wenig Einfluß auf die Gesamtrendite. Die Designerpuppen leiden seit 3 Jahren unter dramatischen Umsatzeinbussen. Ob die Einstellung der Produktion gut oder schlecht war, kann ich nicht sagen, dazu fehlen mir so gut wie alle Zahlen.

    <Zapf dürfte hier Welten von einer Profitabilität entfernt gewesen sein.>

    Dürfte, vielleicht ja, aber alles weitere ist doch Spekulation.
    Ich halte mich bei Small Caps an meine Vorgehensweise - da zählen zunächst nur harte Fakten, und die erfüllt Zapf nicht.

    Gruß
    Dieter

  9. #9
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    Hallo, Dieter!

    >Mattel ist doch mit Barbie schon über 40 Jahre in diesem Segment tätig. Die Puppen von Zapf sehen nur anders aus, das Konzept entspricht dem von Mattel - wie JuliaPapa das bereits beschrieben hat.<
    Das ist nur bedingt richtig bzw. eher falsch als richtig. Mattel ist mit Barbie im Puppenbereich tätig, aber konkurriert dort nicht mit Zapf. Während es sich bei den Zapf-Puppen um sogenannte Spiel- und Funktionspuppen oder Large Dolls handelt, die eher auf die Zielgruppe der 3-7jährigen Mädchen ausgerichtet ist, sind die Barbies eher in das Segment der Fashion Dolls (so nennt es sich, glaube ich) einzuordnen, das für ältere Mädchen gedacht ist und kaum Funktionen besitzt.
    Zapf besitzt in seinem Segment zumindest in Deutschland (und vielleicht auch in GB) kaum echte Konkurrenz. Mattel hat zwar mehrfach versucht, auch in diesem Segment der Large Dolls Marktanteile zu gewinnen, ist damit aber bislang regelmäßig grandios gescheitert. Der letzte Versuch ist Miracle Baby, der nach Aussagen der IR-Frau von Zapf zu amerikanisch aussieht, um im deutschen Raum von den Endverbraucherinnen angenommen zu werden. Und auch in Amerika will es augenscheinlich nicht so recht klappen, denn Miracle Baby hat dort im Gegensatz zu anderen Mattel-Produkten noch nicht einmal den Bekanntheitsgrad, um eine eigene Webseite zu bekommen. Hasbro hat sich übrigens bereits ganz aus diesem Segment zurückgezogen ...
    Es scheint also gar nicht so einfach zu sein, auf diesem Gebiet Erfolg zu haben.

    >Allerdings wäre ich als Mattelaktionär gegen eine Übernahme, denn die würde bei gleichbleibender Kostenstruktur die Nettomarge nach unten ziehen.<
    Das verstehe ich nicht. Laut dem letzten Aktien-Analyse-Blatt von Mattel hat das Unternehmen eine Nettoumsatzrendite von 4,7% (in 2002). Die Nettorendite von Zapf lag hingegen in 2002 bei 9,5%! Wie soll es dann also zu einer Verschlechterung kommen???

    >Was ich überhaupt nicht verstehen kann ist die enorme Dividenerhöhung, die über einen Bankkredit bezahlt wurde.<
    Nachdem sich der Gewinn 2002 im Vergleich zu 1999 fast verdoppelt hat, halte ich eine Dividendenerhöhung von 66% in diesem Zeitraum für nicht so unverständlich, sondern eher nachvollziehbar. Die Ausschüttungsquote liegt damit weiterhin im Bereich von 30-40%.

    >Zum Abschluß bleibt zu sagen, dass Zapf entsprechend meiner Small Cap Bewertung den Financial Grade "F" erhält.<
    Viel schlimmer finde ich, dass ich auch nach meinem Gespräch mit der IR-Frau keinen nachhaltigen, d.h. dauerhaften Wettbewerbsvorteil erkennen kann, da Mattel irgendwann in den nächsten Jahren ja mit dem Design durchaus einmal Glück haben könnte und somit auch in diesem Segment zu einer ernsthaften Konkurrenz für Zapf werden würde.
    Den enormen Wachstumschancen ist also ein höheres Risiko gegenüberzustellen und mit einer entsprechenden Sicherheitsmarge zu berücksichtigen.

    Gruß,

    Torsten

  10. #10
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    Guten Morgen,

    vielleicht liegt es an der frühen Stunde, aber ich verstehe den folgenden Satz von Fabule nicht:

    >>Viel schlimmer finde ich, dass ich auch nach meinem Gespräch mit der IR-Frau keinen nachhaltigen, d.h. dauerhaften Wettbewerbsvorteil erkennen kann, da Mattel irgendwann in den nächsten Jahren ja mit dem Design durchaus einmal Glück haben könnte und somit auch in diesem Segment zu einer ernsthaften Konkurrenz für Zapf werden würde.<<

    Ist das für Dich wirklich ein Grund, die Aktie zu meiden? Das Risiko, daß irgendwann mal irgendwer ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringt, ist aus meiner Sicht immer und überall vorhanden. Für mich ist das das normale unternehmerische Risiko, das ich immer habe, wenn ich in Aktien investiere. Diese Probleme kann ich nur vermeiden, indem ich keine Aktien kaufe.

    Das Risiko der Konkurrenzprodukte ist vielleicht unterschiedlich hoch (bei Coca-Cola würde ich es eher gering einschätzen), aber doch immer da. Immerhin sehe ich hier "nur" Mattel als Konkurrent, weil es doch ein erhebliches Werbebudget braucht, um Baby Borns Stellung anzugreifen. Mattel hat diese Mittel sicherlich, aber wenn Du schreibst, daß Mattel schon mal mit dem Miracle Baby auf die Schnauze gefallen ist - vielleicht haben sie selbige voll von diesem Bereich?

    Gruß,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

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