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Thema: Zapf Creation

  1. #21
    Erfahrener Valueist
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    Frage

    Werden die Funktionen das Design etc. nicht laufend erneuert? Ich könnte mir vorstellen, dass ein Kind nach einiger Zeit schon wieder gelangweilt von seinem Spielzeug ist und das neuste "Teil" haben will. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Jüngere sich mit der "alten" Puppe von der Älteren zufriedengeben wollen (bei 3 Jährigen vielleicht eher).

    Kann sein, daß die Kinder da solange quängeln, bis sie die neueste Version bekommen. Dann ist halt die Frage, ob die Eltern da nachgeben. Aber hier kann man wirklich nur spekulieren. Außerdem sind Familien mit zwei Mädchen nicht sooo häufig, nämlich nur 33,3% aller 2-Kinder-Familien mit mindestens einem Mädchen in der Familie. Ich glaube daher, daß diese Überlegungen zu weit führen und nicht wirklich entscheidend sind.

    Die Großeltern müssen auch immer wieder neu gewonnen werden, genauso wie die Eltern. Positiv könnte hier allerdings sein, daß Großeltern mehr Enkelinnen haben als Eltern Töchter, weil sich der Stammbaum nach unten hin verbreitert. Daher kauft eine Großmutter vielleicht mehr als nur eine Baby Born. Vielleicht sollte Zapf sich mal in einer Werbekampagne gezielt an Großeltern wenden, à la Werthers Echte (ähnlich Kinder Schokolade und Nimm 2) ;-).

    Und wie erklärst Du Dir dann das?

    Ich vermute, daß die Eltern die Kinder immer mehr verwöhnen, wie Du schon sagtest, obwohl sich die Kinderzahl nicht so stark verändert hat. Vielleicht wenden sie einen höheren Einkommensanteil für die Kinder auf, oder die kinderlose Tante zeigt sich großzügig, oder oder oder. Auf der anderen Seite wird in Deutschland viel gejammert, den Menschen geht es in Wirklichkeit besser als die Zeitungsartikel vermuten lassen.

    Viele Grüße

    Andreas

  2. #22
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    Meine Studie trifft auf meine beiden Töchter und ALLE ihrer Freundinnen zu 100% zu.

    Es reicht nicht nur eine Barbie, es müssen jeweils 7-10 Stück sein. Hinzu kommen die Barbie-Autos, Pferde, Flugzeuge etc. Barbie-Kleidung muss wie im wirklichen Leben regelmäßig nachgekauft werden. Übrigens: Die Billigpuppen aus den Discountläden werden nicht akzeptiert – die sind nicht krass genug. Die neue Barbie ist jedoch krassomatiko.

    Vor 30 Jahren war das bei meiner Schwester ganz genauso. Ich hingegen bevorzugte Matchboxautos – ebenfalls von Mattel.

    Baby Born ist auch recht populär. Es gibt dort Puppen in verschiedenen Größen und zahlreicher Zubehör wie zB. ein Frisör-Set oder Waschmaschine, Bügelbretter etc. Aus meiner Sicht hat Baby Born lange, lange nicht das Branding wie Barbie

    Den Suchbegriff Barbie bei ebay eingegeben ergeben 95 Seiten voller Angebote. Baby Born ergeben nur 66 Seiten. In USA sieht das noch deutlicher aus. Auf US –Ebay ergibt Barbie 736 Seiten voll mit Treffern (teuerste Puppe die ich fand: 179 &#036 und Baby Born 11 Seiten. Ich kenne sogar persönlich erwachsene Menschen, die für sich Sonder-Kollektionen von Barbie für 100 und mehr Euro kaufen.

    Für Neue-Markt-Verhältnisse rechne ich mal konservativ hoch:
    Es gibt ca. 6 Mrd. Menschen auf der Erde, von denen bald alle Frauen innerhalb 75 Jahren ca. 10 Barbies besitzen. d.h. jedes Jahr werden 40. Mio Barbies verkauft. Hinzu kommen 20 Mio Autos und 120 Mio Badeanzüge, Dessous, Hosen und Pullover.

    Ich will damit sagen: Manchmal gibt es glasklare Value-Investments. Vor ca. 3 Jahren war das bei Mattel der Fall. Bei Baby Born kann ich kaum parallelen zu Mattel erkennen
    herzliche Grüße

    Volker

  3. #23
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    Pfeil

    Hi Volker,

    muss man sich bei konservativen Neuer-Markt-Rechnungen denn nicht in die andere Richtung verrechnen? ;-)

    Peter

  4. #24
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    Hallo,

    aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, daß es in erster Linie die Kinder sind, die entscheiden, was zu Weihnachten gekauft wird. Meine Tochter jedenfalls erzählt mir schon im Januar, was sie sich zu Weihnachten wünscht - und das muß es dann auch sein und nichts anderes (mal abgesehen davon, daß sich die Wünsche 25 mal im Jahr ändern). Ob das erziehungspsychologisch oder so in Ordnung ist, weiß ich nicht - aber warum soll sie keine Baby Born bekommen, wenn sie gerne eine möchte? Bis auf Spielzeug-Waffen und Bayern-München-Trikots (aber das bestrifft eher ihren kleinen Bruder) lasse ich mir alles gefallen.

    Ich denke, daß Zapf (siehe mein erstes Posting) gar nicht so sehr viel Geld mit der Puppe an sich verdient - die geht in der Tat nur einmal pro Mädchen über den Ladentisch. Der Gewinn kommt aus dem Verkauf des Zubehörs wie Kleidung, denn da geht immer wieder etwas neues. Zur Zeit gibt es im Baby-Born-Klub ein Halloween-Kostüm. Im November ist es eine Weihnachtsgeschichte, dann kommt die Faschingszeit und so weiter - da geht immer was.

    @Andreas: >>Gibt es zwei oder mehr Mädchen in der Familie, so sind die Altersabstände häufig groß genug, daß das jüngere Kind die Baby Born des nächst älteren bekommt<< Welches Mädchen möchte gerne mit der abgelegten Puppe der großen Schwester spielen? Zumal sich ja vielleicht das Design oder so geändert hat? Da muß schon was neues her.

    Genau das gleiche gilt für Barbie. Volker hat mir aus der Seele gesprochen: Julia hat ungefähr 10 Barbies, und zwar nicht nur die "billigen". Rapunzel mit Kutsche und so muß es schon sein. Bei Barbie (bzw. Mattel) kommt noch hinzu, daß es ja auch richtige Sammler-Modelle gibt, die z.T. weit über 100 Euro kosten und für erwachsene (zumeist männliche) Sammler produziert werden - das ist ein Zusatzmarkt, den Zapf zur Zeit noch nicht hat.

    Außerdem ist Barbie einfach die bessere und bekanntere Marke, so daß mir von den weichen Kriterien her Mattel interessanter zu sein scheint.

    Gruß,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  5. #25
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    Hallo, zusammen!

    @ Dieter:

    >Zu Mattel's Umsatzrendite der AA ist zu sagen, dass sich die 4,7% auf die Nettorendite beziehen (das ist in der AA immer so). Da sind aber einmalige Sonderkosten enthalten, die das tatsächliche operative Ergebnis verfälschen. Leider sind in der AA keine Fußnoten möglich, um darauf, wie bei Valueline, hinzuweisen.<
    Wenn ich mir die historischen Daten aus dem AA-Blatt ansehe, schwankte Mattel´s Umsatzrendite zwischen 4,5 und 8,2% und lag im Mittel bei 5,5% (excl. zweier Verlustjahre). Für den Zeitraum 06-08 hast du eine Rendite von 6,8% angenommen.
    Hat Mattel im letzten Jahr seine Umsatzrendite so stark steigern können und wenn ja, mit welchen Maßnahmen? Oder sind die von euch mit eingerechneten außerordentlichen Effekte möglicherweise doch häufiger einzurechnen und deshalb auch in die Vergleiche miteinzubeziehen? Änderst du nun in deinem nächsten Update die Prognose für die zukünftige Rendite?

    >Abschließend möchte ich noch sagen, dass mir die Zapfpuppen um ein vielfaches besser gefallen als Barbies. Meine Tochter hat das damals aber völlig anders gesehen.<
    In welchem Alter hat deine Tochter das anders gesehen?
    Wenn sie damals noch nicht zur Schule ging, hätte diese Meinung sicher nicht der eines "durchschnittlichen" Kindergartenkindes entsprochen, sollte sie schon ein Schulkind gewesen sein, so halte ich das nicht für sehr verwunderlich.

    @ Arman, Andreas und JuliaPapa:
    Ich denke schon, dass die demographische Entwicklung der Bundesrepublik sich irgendwann als Hemmschuh für das Wachstum des Spielzeugwarenmarktes erweisen könnte. Weniger Kinder können natürlich dazu führen, dass die wenigen mehr bekommen, aber andererseits könnten sich zukünftige Einschnitte in der Altersversorgung (bei den Omas und Opas) bzw. eine Erhöhung bei den Gesundheits- und Altersvorsorgekosten auch negativ auf diesen Effekt auswirken. Zukunftsentwicklungen also, die seriös nicht wirklich abzuschätzen sind.
    Ich denke allerdings trotzdem, dass die Wachstumsperspektiven auf dem deutschen Markt für die Marken Baby born, Baby Annabell und CHOU CHOU bei einem momentanen Marktanteil nicht mehr allzu rosig sind.
    Das Wachstum muss also in anderen Ländern oder mit anderen Produkten (Mini-World, Puppen für 0-3jährige Kinder, My Model etc.) generiert werden. Ob das langfristig gelingt, ist nicht mit Sicherheit zu sagen (wenn auch durchaus möglich).

    Die Kaufentscheidungen für eine Baby born werden meiner Meinung nach sowohl von den Eltern als auch von den Kindern getroffen. So habe ich beispielsweise im Spielzeuggeschäft von Müttern gehört, dass sie selbst die Baby born als gegenüber anderen (und preiswerteren) Puppen höherwertig empfanden ("So´ne richtige Baby born ist schon klasse!" "Das sind eben die besten."). Allerdings gibt es sicherlich auch andere Mütter (z.B. meine Frau), die andere Puppen schöner finden (Sigikid, Götz), sich aber gegen den Kindergeschmack nicht durchsetzen können/wollen.
    Das Markenbewusstsein der Kinder ist sicherlich bereits in jungen Jahren sehr ausgeprägt und wird durch Zapf auch durch das Baby born-Logo (kleines Entchen), das auf jedem Zubehörteil zu finden ist, gefördert und genutzt. Da es dann wirklich so ist , dass der Hauptteil des Umsatzes über das Zubehör generiert wird, scheint somit der Kauf mehrerer Puppen gar nicht unbedingt nötig zu sein. Die ständig neuen Kollektionen und Spielwelten sorgen für einen kontinuierlichen Umsatz der Baby born-Puppenmütter.

    @ Volker:
    >Ich will damit sagen: Manchmal gibt es glasklare Value-Investments. Vor ca. 3 Jahren war das bei Mattel der Fall. Bei Baby Born kann ich kaum parallelen zu Mattel erkennen<
    Parallelen zu Mattel bestehen meines Erachtens auch lediglich insofern, als dass Mattel eben auch im Spiel- und Funktionspuppenbereich tätig ist, dort schon mehrere Versuche unternommen hat, um erfolgreich zu agieren und einer der größten und bekanntesten potentiellen Konkurrenten von Zapf ist.
    Wenn du für deinen Vergleich von Baby born und Barbie die Ebay-Suchtreffer als Kriterium angibst, so hättest du dir stattdessen auch zwei einfache Zahlenvergleiche zur Hand nehmen können, um auf das gleiche Ergebnis zu kommen: Barbie gibt es schon 32 Jahre länger als Baby born und der Umsatz der Barbies ist (nach von mir ungeprüften Aussagen der Zapf-IR-Frau) ungefähr 16-17mal so hoch wie der Umsatz, den Zapf mit Baby born macht. Dein Ergebnis auf den Ebay-Seiten ist also vollkommen logisch (wobei du auch noch berücksichtigen solltest, dass für Zapf in den USA nicht Baby born, sondern CHOU CHOU die erfolgreichste Marke ist).
    Warum das dazu führen soll, dass ich als Value-Investor im direkten Vergleich der beiden Unternehmen ausschließlich Mattel als Investmentmöglichkeit in Erwägung ziehen soll, ist mir bei den Kennzahlen von Zapf - einer EKQ von über 40%, einem ROE von über 30%, einer Umsatzrendite von ca. 9%, einem Gewinnwachstum von über 20% und einer Rendite der einbehaltenen Gewinne von 35% (alle Werte im Durchschnitt der letzten 5 Jahre) und das alles bei einem KGV von gut 11 (2003e) - nicht so ganz klar.

    Gruß,

    Torsten

  6. #26
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    Hallo, zusammen!

    Zapf Creation hat heute die Zahlen für die ersten 9 Monate des Geschäftsjahres veröffentlicht.
    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, bleiben sie hinter den einstmals geäußerten Erwartungen zurück und enttäuschen vor allem für den Bereich der USA.
    Mal sehen, was der Markt damit macht ...

    "Zapf Creation steigert im dritten Quartal Umsatz und Gewinn leicht

    NÜRNBERG (dpa-AFX) - Der nach eigenen Angaben weltgrößte Puppenhersteller, Zapf Creation , hat im dritten Quartal seinen Gewinn und Umsatz leicht gesteigert. Der Überschuss habe sich auf 10,4 (Vorjahr: 9,8) Millionen Euro erhöht, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Mittwoch in Nürnberg mit. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem weiteren Wachstum.

    Zapf zeigte sich zufrieden mit dem Geschäft in Europa. Es ergebe sich ein "durchweg positives Bild, das maßgeblich auf die Einführung der neuen Baby Annabell-Puppe zurück zu führen ist".

    In den USA liege die Entwicklung allerdings "deutlich" hinter den Erwartungen. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz dort um 21 Prozent auf 25 Millionen Euro. Neben dem schwachen Dollar machte Zapf rückläufige Bestellungen dafür verantwortlich. Mit einer aggressiveren Preis- und Marketingstrategie will Zapf nun gegensteuern. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen "keine signifikante Erholung der Geschäftsentwicklung auf dem amerikanischen Kontinent".

    Der Konzernumsatz werde 2003 auf dem Vorjahresniveau von 223 Millionen Euro liegen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) werde um rund sieben Prozent zulegen. Im dritten Quartal wuchs der Umsatz auf 79,1 (78,9) Millionen Euro und das EBIT auf 15,7 (15,1) Millionen Euro./mur/sk

    Quelle: DPA-AFX"

    Für weitere Informationen:
    http://www.zapf-creation.com/de/inve...ions/index.htm

    Gruß,

    Torsten

  7. #27
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    "Mal sehen, was der Markt damit macht ..."
    ==> es geht gerade 15% runter.
    Etwas übertrieben für meinen Geschmack.

    Gruß Mitch

  8. #28
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    @Fabule

    Mattel hatte in den vergangenen 5 Jahren in jedem Jahr einmalige Sonderbelastungen, deshalb hat die Umsatzrendite für mich nur eine bedingte Aussagekraft. Die EBIT-Marge wurde aber kontinuierlich gesteigert. In den letzten 5 Quartalen gab es keine Sonderbelastungen, deshalb werden die nächsten Resultate die tatsächliche Umsatzrendite besser widerspiegeln. Mattel's Ausflug in das Reich der Klamotten ging eben in die Hose, das können andere erheblich besser. Mattel hat das erkannt und konzentriert sich wieder auf das margenstarke Spielzeuggeschäft. Es gibt also keinen Grund die Umsatzrendite nach unten anzupassen, eher nach oben.

    Das mit den Puppen bei meiner Tochter habe ich nicht mehr so gut in Erinnerung, eher Eisenbahn und Dardabahn vom Sohnemann.
    Nur soviel - sie hat immer viel lieber mit Barbies gespielt, Baby Born lief eigentlich nur nebenbei. In der Spitze hatte sie über 30 Barbies mit dem ganzen Gedöhns drumherum.

    Gruß
    Dieter

    Hier noch eine ad hoc Meldung zu Zapf:

    Zapf Creation erzielt zweistelliges Ergebniswachstum Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau Rödental/Nürnberg, 29. Oktober 2003. Im Rahmen des heutigen Investorentages in Nürnberg veröffentlicht die Zapf Creation AG die 9-Monatszahlen sowie den Ausblick für das Gesamtjahr 2003 und präsentiert das Produktportfolio 2004. Auch nach 9 Monaten liegt der Umsatz mit 139,1 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Bereinigt um Währungskurseffekte steigt der Umsatz um 7 %. Die Rohmarge profitiert nach wie vor von der anhaltenden Dollarschwäche und liegt mit 58 Prozent um 3 Prozentpunkte über dem entsprechenden Vorjahreswert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) steigt um 10 % auf 20,5 Mio. EUR. Der Periodenüberschuss legt um 12 % auf 13,1 Mio. EUR zu, damit liegt das Ergebnis je Aktie bei 1,66 EUR im Vergleich zu 1,49 EUR im Vorjahreszeitraum. Für Europa ergibt sich ein durchweg positives Bild, das maßgeblich auf die Einführung der neuen Baby Annabell-Puppe zurück zu führen ist. Großbritannien liegt nach 9 Monaten mit einem Umsatzplus von 33 % bzw. in Landeswährung von 47 % über den Erwartungen. Deutschland konnte im dritten Quartal deutlich an Wachstumsdynamik gewinnen und drehte die im ersten Halbjahr noch rückläufige Umsatzentwicklung per Ende September 2003 ins Plus mit kumuliert rund 4 % Umsatzwachstum. Auch die weiteren wichtigen europäischen Märkte Frankreich und Spanien entwickeln sich im Rahmen der Planung. Deutlich hinter den Erwartungen bleibt die Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent. Die US-Dollar Umsätze liegen in den ersten 9 Monaten um 5 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Umgerechnet in Euro liegt der Umsatz bei rund 25 Mio. EUR und damit 21 % niedriger. Die in den vergangenen drei Jahren sehr positive Geschäftsentwicklung mit TOYS"R"US setzt sich in 2003 nicht fort. Zapf Creation ist hier insbesondere für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft mit deutlich niedrigeren Aufträgen konfrontiert. Aber auch einige andere Kunden bleiben hinter den Planungen zurück. Eine deutlich aggressivere Preis- und Marketingstrategie aber auch eine neue Funktionspuppe, deren Funktionalität alles überbietet, was Zapf Creation in der Vergangenheit eingeführt hat, sollen dafür sorgen, dass im kommenden Jahr in den USA wieder an die positive Entwicklung der letzten Jahre angeknüpft werden kann. Für das vierte Quartal 2003 erwartet der Vorstand auf Grund der aktuellen Trendzahlen keine signifikante Erholung der Geschäftsentwicklung auf dem amerikanischen Kontinent. Der Vorstand geht daher für das Geschäftsjahr 2003 von einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau aus (2002: 222,7 Mio. EUR). Währungskursbereinigt entspricht das einem Umsatzplus von 7 %. Dem entsprechend prognostiziert Zapf Creation ein EBIT-Wachstum von rund 7 %.

  9. #29
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    Meines Erachtens wird die Zukunft bei MAT und Zapf durch die Ausrichtung auf Multimediales Spielen bedingt. Die Anzahl der Kinder, die am Computer oder Handy spielen wollen, dürfte sowohl größer, als auch jünger werden.
    Weiß irgendjemand, wie sich die o.g. Unternehmen darauf einstellen?
    Gruß,
    Jan-Hendrik

  10. #30
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    - Ich glaube weniger, dass Computerkram Kinderpuppen verdrängen werden, wenn
    es um Puppen für kleine Mädchen geht. Kleine Mädchen werden sich vermutlich
    immer in diese bestimmte Sozialrolle hineinträumen wollen, in der sie sich um
    niedliche kleine Spielgefährten kümmern, die man anziehen und ausziehen und
    waschen und knuddeln kann.
    - Die ROIs bewegen sich im Durchschnitt zwischen 30 und 40 %. Die
    Langfristschulden belaufen sich auf weniger als einen Jahresgewinn und werden bereits
    zurückgeführt.
    - Nach der Erweiterung des Versandgebäudes und anderen Modernisierungen
    scheint Zapf noch höhere FCFs ausschütten zu können.
    - Ich interpretiere die letzten Aussagen dahin, dass man in diesem und
    nächsten Jahr in Amerika auf Gewinn verzichtet, um dort ein festes Standbein
    etablieren zu können. Das kann Zapf von den Finanzen her auch nichts anhaben. Für
    eine Garantie auf die Marktführerschaft könnten sie in dem Markt auch 20
    Jahre auf Gewinn verzichten. Es wäre für Mattel oder sonstige ähnlich starke
    Konkurrenz aber auch nicht gerade sinnvoll sich darauf einzulassen. Möglicherweise
    hat ToysRUS für die Weihnachtssaison die Chou Chou - Bestellungen zugunsten
    eines Wettbewerbers mal komplett fallengelassen. Selbst wenn das mit ToysRUS gar
    nichts mehr wird gibt es noch viele andere Distributoren/Großketten über die
    sich einiges machen ließe. In D würde das sicherlich keinem Einzelhändler
    einfallen, weil er auf 60 % sicheren Umsatz verzichten würde.
    - Es bleibt dabei, dass Zapf seinen Marktanteil in USA rasant steigert. In 01
    gab es 90 % Umsatzzuwachs, in 02 53 %. Wenn es dieses Jahr mal 20 % weniger
    werden ergibt das von 00-03 immer noch einen Durchschnitt von + 32 % p.a.. Das
    hat warscheinlich kein anderer Wettbewerber erreicht. In UK sieht es zudem
    deutlich danach aus, dass Zapf in eine Position hineinwächst, in der es sich wie
    in D die wenigsten Händler leisten können, das Zapf-Produkt auszulisten. Auch
    wegen der neuen Version ist der Annabell-Umsatz nach den ersten 9 Monaten um
    54 % gestiegen, der gesamte Northern Europe-Umsatz um 26 %. Ich würde annehmen,
    dass der UK-Umsatz vielleicht um 40 % gestiegen ist. Bei einem Marktwachstum
    von vielleicht 5 % hätte Zapf bereits einen Anteil von 40 % und das nach 5
    Jahren. Möglicherweise wurde die Annabell damals mit Hilfe eines
    Funkionalitätsvorsprungs in den englischen Markt eingeführt. Leider leider habe ich immer noch
    nicht die alten Geschäftsberichte bekommen. Die scheinen derzeit sehr mit ihren Roadshows beschäftigt zu sein.
    - Das Optionsprogramm kann nie klein genug sein, fällt aus meiner Sicht aber
    ziemlich moderat aus, es hat zumindest nichts mit amerikanischen Verhältnisse
    zu tun. Zudem wurde seit 01 ein beachtlicher Teil auf Barvergütung umgestellt.
    Andererseits wurden in den letzten Jahren immer mal wieder zurückgekaufte
    Aktien an der Börse verkauft.
    - Die Bilanzierung + Finanzierung scheint mir nicht erzkonservativ zu sein,
    aber große Risikoabteilungen gibt es nicht.
    - Nachdem ich mir auch eine Auswahl von Funktionspuppen im Kaufhaus angesehen
    habe, glaube ich ebenfalls, daß viele Designer solche Puppen herstellen
    können und daß der Wettbewerb auf Basis des Namens stattfindet. Ich kann nichtmal
    einen optischen Unterschied zwischen der Baby Born, der Baby Annabell und der
    Chou Chou erkennen. Im englischsprachigen Raum verkaufen sich die französischen
    Namen Annabell und Chou Chou am besten. Für Englischsprachige Kids genießt
    die vornehme französische Sprache eine recht hohe Anerkennung und vermittelt
    einen sanfteren, liebevollen Ausdruck. Interessanterweise kommt die neue Chou
    Chou nun als Love Me Chou Chou. Ich habe keine Ahnung, aber möglicherweise wurde
    der rein französische Name ja kurzfristig nach dem Irak-Konflikt von
    Amerikanern abgewiesen. In den sonstigen Märkten verkauft sich Baby Born am besten,
    schließlich gilt alles Amerikanisch/Englische in den sonstigen Märkten im
    Lifestyle als Vorbild und erstrebenswert. Das macht Zapf also auch richtig. Es gab im
    Kaufhaus sogar Puppen anderer Firmen, die sich vom Namen her an Zapf
    angelehnt haben (New Born Baby oder ähnlich).

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