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Thema: Zapf Creation

  1. #11
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    Ist das für Dich wirklich ein Grund, die Aktie zu meiden? Das Risiko, daß irgendwann mal irgendwer ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringt, ist aus meiner Sicht immer und überall vorhanden. Für mich ist das das normale unternehmerische Risiko, das ich immer habe, wenn ich in Aktien investiere. Diese Probleme kann ich nur vermeiden, indem ich keine Aktien kaufe.

    Ich bin zwar nicht Fabule, aber aus meiner Sicht ist das DER Grund schlechthin. Das Risiko, daß jemand ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringt wird davon beeinflußt, welche Erfolgschancen er sich dabei ausrechnet. Wenn die etablierte Firma gute Wettbewerbsvorteile hat, wird der Konkurrent es vielleicht nicht versuchen oder zumindest einer direkten Konfrontation ausweichen und stattdessen einen sich überschneidenden oder angrenzenden Markt bedienen. Sollte er es dennoch auf eine direkte Konfrontation ankommen lassen, helfen die Wettbewerbsvorteile immerhin, größeren Schaden für die etablierte Firma zu verhindern (z. B. nur Verlust von Marktanteilen, aber keine Preiszugeständnisse erforderlich).
    Wenn Du eine Aktie mit einem DCF Verfahren bewertest, und Du ab einem gewissen Zeitpunkt eine ewige Rente ansetzt, sollte es sehr wahrscheinlich sein, daß das Unternehmen überhaupt so lange lebt. Wenn Mattel im Jahr 2008 mit einem Konkurrenzprodukt Erfolg haben sollte, und mit seiner enormen Vertriebsmacht Zapf verdrängt, dann komme ich mit einer DCF Rechnung, die ich heute, im Jahr 2003, mache, auf einen viel zu hohen Wert. Ich bekomme pro Jahr rund 1 EUR Dividende, dann sind das bis 2008 nur 5 EUR. Wenn Zapf anschließend keine Dividenden mehr ausschütten kann, habe ich bei einem Kurs von 33 EUR 85% Verlust gemacht.
    Hat ein Unternehmen keine Wettbewerbsvorteile, sollte man zumindest eine derart große Sicherheitsmarge fordern, daß man zur Not auch dann ungeschoren davon käme, wenn das Unternehmen ab einem gewissen Zeitpunkt, der je nach Situation 5 oder 10 Jahre in der Zukunft liegen kann, seine Profitabilität einbüßt. Leider wird Zapf wohl nie bei 5 EUR notieren. Ich glaube aber auch nicht, daß Zapf in den dominierten Märkten wie z. B. Deutschland, derart schlechte Wettbewerbsvorteile hat, daß man so pessimistisch sein muß.

    Mattel hat diese Mittel sicherlich, aber wenn Du schreibst, daß Mattel schon mal mit dem Miracle Baby auf die Schnauze gefallen ist - vielleicht haben sie selbige voll von diesem Bereich?

    Vielleicht, aber ich denke eher, daß sie es immer wieder probieren werden, mit veränderten Strategien. Sie haben natürlich genug Geld und wenn sie eine Mrd. EUR einsetzen würden, würden sie Zapf vom Markt pusten, aber darum geht es nicht. Auch Mattel muß auf die Rendite achten, die das investierte Kapital bringt. Und wenn sie mit Kanonen auf Spatzen schießen, ist die Rendite ziemlich schlecht. Mattel muß also immer abwägen, wie groß der in Aussicht stehende Markt ist, welche Anlaufverluste man dabei akzeptieren könnte und welche Renditen hinterher winken. Unter Umständen kann eine solche Abwägung auch ergeben, daß es preiswerter (und sicherer) ist, Zapf zu kaufen.

    @Dieter: Dürfte, vielleicht ja, aber alles weitere ist doch Spekulation.

    Du hast natürlich Recht, mit abschließender Sicherheit kann man es nicht sagen. Aber allein eine grobe Abschätzung ergibt, daß Zapf mit 36.000 EUR Umsatz pro Mitarbeiter nicht profitabel sein konnte. Nimmt man 20.000 EUR Gehalt an und rechnet nur 50% Lohnnebenkosten und dazu weitere 30% Nebenkosten für den Betrieb des Arbeitsplatzes (Strom, Heizung, Telefon, Miete, ...), kommt man schon auf 39.000 EUR Personalkosten. Wenn Du jetzt noch Materialkosten, Vertriebskosten, Forderungsausfälle, etc. von den 36.000 EUR Umsatz abziehst, kommst Du auf einen hohen Verlust. Dabei habe ich meine Annahmen bzgl. der Lohnkosten sehr moderat gewählt.

    Andreas

  2. #12
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    Guten Morgen,

    nur noch mal kurz zu den Zahlen.

    <Das verstehe ich nicht. Laut dem letzten Aktien-Analyse-Blatt von Mattel hat das Unternehmen eine Nettoumsatzrendite von 4,7% (in 2002). Die Nettorendite von Zapf lag hingegen in 2002 bei 9,5%! Wie soll es dann also zu einer Verschlechterung kommen???>

    Hier kann sich jeder selbst ein Bild von den Zahlen machen. Sollten die 9,5% für 2002 stimmen, dann hat sich diese im 1. Halbjahr 2003 aber deftig verschlechtert.

    http://investor.stockpoint.com/quote.a....bol=mat

    Mattel: Nettomarge 10,16%

    http://www.zapf-creation.com/de....nen.htm

    Zapf: H1/2003 4,6%

    Das mit der AA werde ich überprüfen.

    <Nachdem sich der Gewinn 2002 im Vergleich zu 1999 fast verdoppelt hat, halte ich eine Dividendenerhöhung von 66% in diesem Zeitraum für nicht so unverständlich, sondern eher nachvollziehbar. Die Ausschüttungsquote liegt damit weiterhin im Bereich von 30-40%.>

    Auch habe nichts gegen eine Dividendenerhöhung. Mich stört die Art der Bezahlung, nämlich über eine Kreditaufnahme. Das habe ich angemeckert.

    Hinsichtlich des Wettbewerbsvorteil teile ich die Meinung von JuliaPapa.
    Mich interessieren bei Small Caps Umsatz-und Gewinnsteigerungen, jetzt und in den nächsten Quartalen. Kleine, gute Unternehmen müssen immer mit einer Übernahme rechnen oder das der gegenwärtige Wettbewerbsvorteil in ein paar Jahren keiner mehr ist. Man muß eben während dieser dieser Phase eine zeitlang dabei sein. Und wie gesagt, mit einem Financial Grade "F" ist Zapf bei mir aus dem Rennen.

    Gruß
    Dieter

  3. #13
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    @Andreas

    Ich stimme Dir grundsätzlich zu, teile aber Deine Schlußfolgerung nicht.

    Natürlich ist es gut, daß Zapf derzeit einen Wettbewerbsvorteil hat. Und es sieht derzeit nicht danach aus, daß sich das ändern wird. Deswegen könnte ich jetzt das DCF-Modell anwenden und unterstellen, daß sich an dieser Situation nichts ändern wird.

    Wenn Du jetzt sagst, es könnte sein, daß Mattel als Konkurrent auftritt, hast Du absolut recht - das könnte immer passieren. Wenn Du aber daraus die Schlußfolgerung ziehst, daß Dir deswegen das Risiko bei Zapf zu hoch ist, und Du (nur) deswegen die Aktie meidest - dann kann nach meiner Meinung die Konsequenz nur lauten, Dich komplett aus dem Aktienmarkt zu verabschieden.

    Denn: Wer garantiert Dir, daß es bis 2008 nicht ein preiswertes und fehlerfreies Betriebssystem gibt? Oder eine Kette mit fettfreien und gesunden und leckeren Hamburgern gibt? Oder ein neues weltweites Kultgetränk? Oder, oder, oder...

    Das garantiert Dir niemand, und deswegen ist jedes Unternehmen immer diesem Risiko ausgesetzt. Das kann man sicherlich bei seiner persönlichen Preisfindung mit berücksichtigen, aber wenn das ein Ausschlußkriterium ist, dann kann man keine Aktien mehr kaufen.

    Und das wäre wirklich schade. Macht doch so viel Spaß...


    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  4. #14
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    Natürlich ist es gut, daß Zapf derzeit einen Wettbewerbsvorteil hat. Und es sieht derzeit nicht danach aus, daß sich das ändern wird.
    Deswegen könnte ich jetzt das DCF-Modell anwenden und unterstellen, daß sich an dieser Situation nichts ändern wird.


    Ich glaube nicht, daß Zapf weltweit einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil genießt. In Deutschland dürften sie aufgrund ihres hohen Marktanteils schon ein paar kleinere Wettbewerbsvorteile haben, es ist allerdings fraglich, ob sie ausreichen, um einen Markteintritt Mattels abzuwehren. Wenn Du das DCF Modell anwendest, mußt Du Dir bei Zapf halt immer im Klaren sein, daß die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß Du grandios daneben liegst.

    Wenn Du jetzt sagst, es könnte sein, daß Mattel als Konkurrent auftritt, hast Du absolut recht - das könnte immer passieren. Wenn Du aber daraus die Schlußfolgerung ziehst, daß Dir deswegen das Risiko bei Zapf zu hoch ist, und Du (nur) deswegen die Aktie meidest - dann kann nach meiner Meinung die Konsequenz nur lauten, Dich komplett aus dem Aktienmarkt zu verabschieden.

    Da schüttest Du das Kind mit dem Bad aus. Zum einen würde ich Zapf vielleicht nicht meiden, wenn der Preis entsprechend niedrig wäre. Zum anderen gibt es ja auch andere Unternehmen mit besseren Wettbewerbsvorteilen. Mattel ist übrigens nicht die einzige Gefahr, es gibt hunderte Unternehmen, die technisch in der Lage wären, eine solche Puppe zu produzieren.

    Denn: Wer garantiert Dir, daß es bis 2008 nicht ein preiswertes und fehlerfreies Betriebssystem gibt?

    Gibt es, nämlich Linux. Es setzt sich aber aufgrund von Microsofts Wettbewerbsvorteilen nicht durch.


    Oder eine Kette mit fettfreien und gesunden und leckeren Hamburgern gibt?

    Fettfrei und lecker schließt sich fast schon aus, weil Fett ein Geschmacksträger ist. Das Maß entscheidet. Und im übrigen ist nicht klar, ob so etwas bei den Verbrauchern überhaupt ankäme, wie man z. B. unter http://www.brandeins.de/magazin/was_.../artikel3.html sehen kann. Davon abgesehen hat McDonalds Wettbewerbsvorteile, die verhindern würden, daß MCD dadurch quasi über Nacht entmachtet wäre.

    Oder ein neues weltweites Kultgetränk?

    Kultgetränke kamen und gingen, Coca Cola gibts immer noch. Es wäre kein technisches Problem, ein Getränk herzustellen, das genauso schmeckt wie Coca Cola. Es würde aber schlechte Verkaufszahlen bekommen, weil ihm die Marke fehlt. Schon aus dem Grund würde kein Händler Regalplatz für dieses Getränk freimachen.

    Einen Wettbewerbsvorteil zu haben, bedeutet nicht, ein perfektes Produkt herzustellen. Nimm Harley Davidson, die Motorräder sind nicht perfekt, technisch sind die Japaner überlegen. Coca Cola hat sogar mal in den 80er Jahren mit Hilfe von zahllosen Blindtests mit Verbrauchern ein verbessertes Coca Cola entwickelt und die klassische Cola vom Markt genommen. Nach zahllosen Verbraucherprotesten hat Coca Cola das aber wieder rückgängig gemacht. Pepsi war damals offenbar kurz davor, ein Getränk einzuführen, das so schmeckte wie die klassische Cola. Das Fiasko hätte um ein Haar Coca Cola einen bleibenden wirtschaftlichen Schaden zugefügt.

    Andreas

  5. #15
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    @Dieter:

    Mattel: Nettomarge 10,16%
    Zapf: H1/2003 4,6%


    Als Spielwarenhersteller ist Zapf im ersten Halbjahr naturgemäß schwach, sie leben vom Weihnachtsgeschäft. Gleiches gilt für Mattel. Ein Vergleich des ersten Halbjahres von Zapf mit einem kompletten Jahr bei Mattel ist daher nicht sinnvoll.

    Andreas

  6. #16
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    Hallo, zusammen!

    Da ist ja eine lebhafte und interessante Diskussion entstanden ...
    Nachdem ich aber (anscheinend im Gegensatz zu einigen von euch * ) den ganzen Tag arbeiten musste und nicht antworten konnte, gibt es nun einiges nachzuholen:

    @ JuliaPapa:

    >Ist das für Dich wirklich ein Grund, die Aktie zu meiden? Das Risiko, daß irgendwann mal irgendwer ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringt, ist aus meiner Sicht immer und überall vorhanden. Für mich ist das das normale unternehmerische Risiko, das ich immer habe, wenn ich in Aktien investiere. Diese Probleme kann ich nur vermeiden, indem ich keine Aktien kaufe.<
    Da hast du wohl mein Posting nicht genau genug gelesen, denn das habe ich so weder geschrieben noch gemeint. Vielmehr steht im selben Absatz des Postings folgendes:
    >Den enormen Wachstumschancen ist also ein höheres Risiko gegenüberzustellen und mit einer entsprechenden Sicherheitsmarge zu berücksichtigen.<
    Da Zapf Creation meiner Meinung nach keinen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil besitzt, schätze ich das Risiko, das mit einem Erwerb von Unternehmensanteilen verbunden ist, höher ein als beispielsweise bei Bijou Brigitte oder Rhön-Klinikum. Um diesem Risiko in angemessenem Maße Rechnung zu tragen, möchte ich deshalb eine höhere Sicherheitsmarge sehen, bevor ich in dieses Unternehmen investieren würde. Das wollte ich eigentlich gesagt haben ...

    >Das Risiko der Konkurrenzprodukte ist vielleicht unterschiedlich hoch (bei Coca-Cola würde ich es eher gering einschätzen), aber doch immer da.<
    Hier bin ich ganz deiner Meinung. Es wäre in meinen Augen jedoch absolut fahrlässig (und wahrscheinlich langfristig auch signifikant "renditeverringernd"), wenn ich diesem Umstand in keiner Weise Rechnung tragen würde. Also möchte ich eine höhere Sicherheitsmarge sehen ...

    >Immerhin sehe ich hier "nur" Mattel als Konkurrent, weil es doch ein erhebliches Werbebudget braucht, um Baby Borns Stellung anzugreifen. Mattel hat diese Mittel sicherlich, aber wenn Du schreibst, daß Mattel schon mal mit dem Miracle Baby auf die Schnauze gefallen ist - vielleicht haben sie selbige voll von diesem Bereich?<
    Das ist faktisch falsch. Dazu ein Zitat aus dem 2002er-Geschäftsbericht von Mattel:
    "Competition in the toy industrie is intense and is based primarily on price, quality and play value.
    Mattel´s US Girls, US Boys-Entertainment and US Infant & Preschool segments compete with several large toy companies, including Hasbro, Inc., Jakks Pacific, Lego, Leap Frog, Bandai, MGA Entertainment and many smaller toy companies. Mattel´s International segment competes with global toy companies including Hasbro, Lego, Tomy, Bandai, and other national and regional toy companies. Foreign national and regional toy markets may include competitors who are strong in a particular toy line or geographical area, but do not compete with Mattel and other international toy companies wordwide. Additionally, in recent years, several large retailers have offered competing products under their own private labels."
    Und da soll Mattel der einzige ernsthafte, potentielle Konkurrent von Zapf Creation im Spiel- und Funktionspuppenmarkt sein? Das halte ich (trotz der dabei zu berücksichtigenden weitaus breiteren Produktpalette von Mattel) für mehr als unwahrscheinlich!
    Die Zapf-IR-Frau meinte übrigens, dass selbst die Barbie-Puppen von Mattel inzwischen erstmals seit vielen Jahren ernsthafte Konkurrenz aus dem japanischen Raum (den Namen des Unternehmens habe ich leider nicht behalten können) erfahren.
    Die IR-Frau schätzt die Markteintrittsbarrieren im Spielzeugmarkt als relativ gering ein, glaubt aber, dass Zapf aufgrund der Markenstrategie und der Design-Fähigkeiten einen Wettbewerbsvorteil besitzt. Ich halte diesen jedoch, wie schon erwähnt, für nicht wirklich nachhaltig.
    Hinzu kommt, dass eine Branche (wie Andreas oben schon erwähnte) umso attraktiver wird, je mehr Gewinnmargen dort zu erwirtschaften sind (falls du mehr darüber lesen willst: Michael E. Porter: Wettbewerbsstrategien).

    >Natürlich ist es gut, daß Zapf derzeit einen Wettbewerbsvorteil hat. Und es sieht derzeit nicht danach aus, daß sich das ändern wird.<
    Einen einigermaßen stabilen Wettbewerbsvorteil sehe ich lediglich in Deutschland (60% Marktanteil in 2002) und in England (31%) sowie in Ansätzen in Spanien/Portugal (19%). Zumindest in Deutschland (immerhin 31% des Gesamtumsatzes von Zapf) dürften die Wachstumschancen angesichts eines stagnierenden Spielzeugmarktes und einer abnehmenden Kinderzahl allerdings mit der bisherigen Produktpalette begrenzt sein. Und neue Produkte bringen auch nicht automatisch die gewünschten Erfolge, denn die Mini-World verkauft sich nach Aussagen einer Spielzeugverkäuferin gar nicht mehr so gut und wird schon zu Sonderpreisen angeboten. Mal sehen, was der nächste Geschäftsbericht dazu sagt ...
    Zur Dauerhaftigkeit des Wettbewerbsvorteils habe ich schon oben etwas geschrieben.

    >Das garantiert Dir niemand, und deswegen ist jedes Unternehmen immer diesem Risiko ausgesetzt. Das kann man sicherlich bei seiner persönlichen Preisfindung mit berücksichtigen, aber wenn das ein Ausschlußkriterium ist, dann kann man keine Aktien mehr kaufen.<
    Das Risiko kann aber, wie du schon unten erwähntest, unterschiedlich hoch sein und für mich bei entsprechender Höhe zu einem Ausschlusskriterium für eben dieses Unternehmen werden. Von etwas anderem habe ich niemals gesprochen.

    @ Dieter:

    >Auch habe nichts gegen eine Dividendenerhöhung. Mich stört die Art der Bezahlung, nämlich über eine Kreditaufnahme. Das habe ich angemeckert.<
    Das finde ich auch nicht gerade berauschend. Allerdings bewerte ich diesen Umstand aufgrund der positiven Gewinnentwicklung der letzten Jahre nicht so negativ wie du.

    >Mich interessieren bei Small Caps Umsatz-und Gewinnsteigerungen, jetzt und in den nächsten Quartalen. Kleine, gute Unternehmen müssen immer mit einer Übernahme rechnen oder das der gegenwärtige Wettbewerbsvorteil in ein paar Jahren keiner mehr ist. Man muß eben während dieser dieser Phase eine zeitlang dabei sein. Und wie gesagt, mit einem Financial Grade "F" ist Zapf bei mir aus dem Rennen.<
    Ich glaube, das ist der grundsätzliche Unterschied, den wir beim Investieren in Unternehmen haben: Du misst den Zahlen und dem Momentum mehr Bedeutung bei, ich halte die weichen Faktoren (Wettbewerbsvorteile, Wachstumsaussichten) für wichtiger und handhabe diese vielleicht auch etwas konservativer als du. Außerdem versuche ich meine Investitionsentscheidungen so gut es eben geht dem Buffett´schen Grundsatz "Kaufe ein Unternehmen, dessen Geschäft du verstehst und das einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil besitzt, zu einem günstigen Preis!" auszurichten.
    Da werden wir wohl auch durch noch so viel Diskussionen nicht auf den gleichen Nenner kommen (Muss aber auch nicht sein, denn deine Anmerkungen sind immer wieder Anlass, meine Einschätzungen zu überprüfen *.

    Was die Umsatzrenditen angeht, habe ich dem von Andreas bereits Angemerkten nichts mehr hinzuzufügen.

    Gruß,

    Torsten

  7. #17
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    Hallo zusammen,

    <Ich glaube, das ist der grundsätzliche Unterschied, den wir beim Investieren in Unternehmen haben: Du misst den Zahlen und dem Momentum mehr Bedeutung bei>

    Stimmt bedingt und zwar bei den Small Caps ( 10% Depotbeimischung). Aufgrund der Screeningmethode filtere ich Unternehmen mit massiven Umsatz-und Gewinnzuwächsen bei ziviler Bewertung heraus. Diese Zuwächse kommen nicht von ungefähr, sondern weil das Unternehmen ein Produkt oder Dienstleistung anbietet, die der Markt offensichtlich gerade benötigt. Wie lange das anhält, kann ich nicht sagen, aber das merkt man doch wiederum an den Zahlen. Passt es nicht mehr zusammen - tschüss. Andrerseits hätte ich mit meiner Methode auch eine Microsoft herausgefiltert, die vielleicht noch heute im Depot wäre. Mit den Weichmachern, und da findet man immer negative, wäre der Einstieg in eine Microsoft vielleicht zerredet worden.
    Solange ich also Unternehmen mit einem A oder B Grade finde, muß ich mich nicht weiter in Zapf reindenken. Das heißt natürlich nicht, dass sich mit F-Unternehmen kein Geld verdienen läßt, es ist eben nur etwas risikoreicher. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, dann stelle ich die Performancestatistk der A bis F Unternehmen (insgesamt 128) hier ins Board. Kann aber dauern.

    Zu Mattel's Umsatzrendite der AA ist zu sagen, dass sich die 4,7% auf die Nettorendite beziehen (das ist in der AA immer so). Da sind aber einmalige Sonderkosten enthalten, die das tatsächliche operative Ergebnis verfälschen. Leider sind in der AA keine Fußnoten möglich, um darauf, wie bei Valueline, hinzuweisen.

    Sorry, das mit dem Äpfel mit Birnenvergleich. Das wollte ich natürlich nicht. Da ich jedoch riesige Datenmengen verarbeite, dazu Zapf nicht in meinem direkten Fokus steht, kann das mal durchrutschen. Also, die Nettorenditen von Mattel und Zapf sind annähernd gleich hoch.

    Abschließend möchte ich noch sagen, dass mir die Zapfpuppen um ein vielfaches besser gefallen als Barbies. Meine Tochter hat das damals aber völlig anders gesehen.

    Gruß
    Dieter

  8. #18
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    Hallo zusammen !

    Zunächst einmal will ich mich den Worten von *Torsten (Fabule) anschließen:

    Spannende Diskussion!

    Die Geschäftsberichte werde ich in den kommenden Wochen mal studieren. Vorher kann ich noch wirklich mitreden. Zwei Sachen liegen mir aber auf der Zunge.

    Ad 1)

    Fabule schrieb: „Zumindest in Deutschland (immerhin 31% des Gesamtumsatzes von Zapf) dürften die Wachstumschancen angesichts eines stagnierenden Spielzeugmarktes und einer abnehmenden Kinderzahl allerdings mit der bisherigen Produktpalette begrenzt sein.

    Das Argument mit der abnehmenden Kinderzahl sehe ich nicht, im Gegenteil. Eine abnehmende Kinderzahl bedeutet auch, dass die Belastung für Eltern insgesamt geringer wird und dass weniger Kinder offensichtlich mehr Geld zur Verfügung haben bzw. kriegen. Man kennt ja den Spruch…“verwöhnte Einzelkinder“!

    Die Kids-Verbraucher-Studie dürfte das Ganze noch untermauern, auch wenn die Zielgruppe glaube ich nicht bei 3 bis 7 Jährigen lag. Die Teenies haben jedenfalls mehr Geld in den Taschen.

    Ad 2)

    Ich möchte noch einen Kommentar von Andreas (andreasI33) aus privaten Gesprächen zitieren.

    andreasI33 schrieb:

    „...Sicher, Zapf hat extrem hohe Bekanntheitsgrade und ist bekannt für hohe
    Qualität. Aber diese Vorteile sind überwindbar. Zum Beispiel ist Zapfs Kundengruppe in einem Alter von 5-8 Jahren. Jede neue Generation muß wieder aufs neue mit der Marke bekannt gemacht werden. Bei Coca Cola habe ich einmal in
    meiner Jugend gelernt, wie sie schmeckt und von dieser Loyalität wird Coca Cola 70 Jahre lang profitieren.
    Sicher gibt es bei Zapf Überscheidungen, zum
    Beispiel wenn 3 oder 4-jährige im Kindergarten von den 5-jährigen erfahren, daß nur Baby Born eine sozial akzeptable Puppe ist. Aber ein gewisser Umwälzungseffekt ist schon vorhanden, der Neueinsteigern Gelegenheiten bieten könnte.“

    Mich würde hierzu vor allem interessieren, ob vorwiegend Eltern oder eher die Kinder entscheiden, was sie z.B. zu Weihnachten bekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass das Kind an der Entscheidungsfindung maßgeblich beteiligt ist. Ich habe letztens mal einen Cartoon geschaut und in der Werbepause einen Haufen geschmackloser Werbespots gesehen, mit denen Kinder ständig auf „Aufmerksamkeit“ und „Coolness“ manipuliert werden. Ich könnte gut mir vorstellen, dass ein Kind womöglich als Nächstes zur Mutter/Vater rennt und die tollen Sachen haben will. Oder beim Shoppen wird sicher das Kind entscheiden. Immerhin wollen die Eltern ja, dass das Kind zufrieden ist.
    Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, dass Eltern selbst entscheiden und z.B. Lego oder Playmobil für ihre Kinder kaufen.
    Mich interessiert die Frage aus folgendem Grund: Wenn die Eltern an der Entscheidungsfindung maßgeblich beteiligt sind, dann würde sich Andreas Argument (Jede neue Generation muß wieder aufs neue mit der Marke bekannt gemacht werden) jedenfalls stark relativieren und Zapf hätte hier tatsächlich nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Ich könnte mir vorstellen, dass das z.B. bei Lego der Fall ist.


    Viele Grüße
    pop
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  9. #19
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    @pop: Das Argument hält auch dann, wenn Eltern entscheiden (tatsächlich wird es irgendeine Mischform geben), denn Eltern kaufen ja auch nur einmal in ihrem Leben eine Baby Born für ihr Kind. Gibt es zwei oder mehr Mädchen in der Familie, so sind die Altersabstände häufig groß genug, daß das jüngere Kind die Baby Born des nächst älteren bekommt. Ein zweiter Kauf erfolgt evtl. 30 Jahre später als Großeltern. Langfristig wird auch der Effekt eintreten, daß Eltern die Baby Born noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Baby Born existiert nunmehr seit 12 Jahren, somit werden diese beiden Effekte wohl noch etwas auf sich warten lassen.
    Somit muß auch alle paar Jahre eine komplett neue Elterngeneration als Kunden geworben werden.

    Das Argument mit der abnehmenden Kinderzahl sehe ich nicht, im Gegenteil. Eine abnehmende Kinderzahl bedeutet auch, dass die Belastung für Eltern insgesamt geringer wird und dass weniger Kinder offensichtlich mehr Geld zur Verfügung haben bzw. kriegen. Man kennt ja den Spruch??verwöhnte Einzelkinder?!

    Aus der Tatsache, daß die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Deutschland bei 1,3 liegt, kann nicht geschlossen werden, daß meisten Kinder Einzelkinder sind. Tatsächlich bleiben immer mehr Frauen völlig kinderlos. Diese Frauen haben kein Einzelkind zum Verwöhnen, es sei denn eine Nichte. Bei den Frauen, die Kinder bekommen, ist die 2-Kind-Familie der weitaus häufigste Typ. Die Veränderung gegenüber früher, als wir noch 1,7 (oder mehr) Kinder pro Frau hatten, ist vor allem durch die steigende Zahl kinderloser Familien zustande gekommen. Die Kinderzahl bei den Familien mit Kindern hat sich nicht so stark verändert.

    Zapf macht aber mittlerweile eine großen Umsatzanteil in Großbritannien und den USA, wo keine demographische Veränderung vergleichbarer Größenordnung existiert.

    Andreas

  10. #20
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    Hallo,

    @Das Argument hält auch dann, wenn Eltern entscheiden (tatsächlich wird es irgendeine Mischform geben), denn Eltern kaufen ja auch nur einmal in ihrem Leben eine Baby Born für ihr Kind. Gibt es zwei oder mehr Mädchen in der Familie, so sind die Altersabstände häufig groß genug, daß das jüngere Kind die Baby Born des nächst älteren bekommt.

    Werden die Funktionen das Design etc. nicht laufend erneuert? Ich könnte mir vorstellen, dass ein Kind nach einiger Zeit schon wieder gelangweilt von seinem Spielzeug ist und das neuste "Teil" haben will. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Jüngere sich mit der "alten" Puppe von der Älteren zufriedengeben wollen (bei 3 Jährigen vielleicht eher).

    @Ein zweiter Kauf erfolgt evtl. 30 Jahre später als Großeltern. Langfristig wird auch der Effekt eintreten, daß Eltern die Baby Born noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Baby Born existiert nunmehr seit 12 Jahren, somit werden diese beiden Effekte wohl noch etwas auf sich warten lassen.

    Großeltern verbringen doch auch Zeit mit den Kleinen. So werden auch sie (die Großeltern) auf die Marke aufmerksam gemacht. Ich glaube nicht, dass sie selbst als Kind eine BB gehabt haben müssen.
    Außerdem habe ich das Gefühl, dass jene Älteren mit ihrem Geld nicht so viel anzufangen wissen und gerne auch Sachen verschenken. Ich habe meinen Zivildienst im Altenheim gemacht. Dass mir fremde Leute mal eben 50 DM in die Hand gedrückt haben war keine Ausnahme. Und Deutschlands Bevölckerung wird nicht jünger.

    @Die Kinderzahl bei den Familien mit Kindern hat sich nicht so stark verändert.

    Dann habe ich das falsch eingeschätzt. Und wie erklärst Du Dir dann das? :

    (Hamburg/dpa). 10.7.2003
    Das Symbolbild zeigt ein Mädchen, das 73 Euro in der Hand hält (Aufnahme vom 09.07.2003). 73 Euro stehen Kindern und Jugendlichen in Deutschland pro Monat durchschnittlich zur Verfügung. Dies belegt die Kids-Verbraucher-Analyse, Deutschlands größte Studie über das Konsum- und Medienverhalten, die am Mittwoch in Hamburg vorgestellt wurde. Demnach ist die Kaufkraft von Jungen und Mädchen so groß wie nie zuvor.





    Viele Grüße
    pop
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