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Thema: Zapf Creation

  1. #91
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    Die Talfahrt von Zapf Creation nimmt kein Ende:

    Zapf Creation startet Programm zur Neuausrichtung

    - Umsetzung des Programms mit operativen, strukturellen und
    * strategischen Maßnahmen beginnt umgehend
    - Optimierung der Kostenstrukturen steht im Fokus des Programms: Deutliche
    * Einsparungen bei Sach- und Personalkosten
    - *Abbau von ca. 135 Arbeitsplätzen weltweit unumgänglich
    - *Entscheidung zur künftigen Strategie für den US-Markt sowie der
    * Marken- und Produktausrichtung nach Ablauf des 2. Quartals 2005

    München/Rödental, 23. März 2005. Die Zapf Creation AG, Europas führender Marken¬hersteller von Spiel- und Funktionspuppen inklusive Zubehör, startet ein umfassendes Programm zur Neuausrichtung und will damit seine Marktposition langfristig konsequent ausbauen. Kosteneinsparungen mit einem Gesamtjahreseffekt in Höhe von rund 17 Mio. Euro in 2007 sollen die Rückkehr zur gewohnten operativen Umsatzrendite (Relation EBIT zu Umsatz) von rund 13 Prozent ermöglichen. Durch die umgehende Umsetzung des Programms sind bereits in 2005 Kosteneinsparungen von über 6 Mio. Euro vor Einmalaufwand (rund 4 Mio. Euro) möglich. Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2005 eine rückläufige Umsatzentwicklung die bei gleichzeitiger Einleitung der Maßnahmen zu einer Stabilisierung der Umsatzrendite vor Einmalaufwand auf dem Niveau von 2004 führen wird. Die zusätzlich zu den operativ/strukturellen Maßnahmen eingeleiteten strategischen Schritte in 2006 werden die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum in 2007 schaffen.

    Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf weit reichenden Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur an die aktuelle Umsatzentwicklung. Einsparungen von Sachkosten betreffen Verwaltungs- sowie Vertriebs- und Marketingkosten und tragen zu rund 60 Prozent zur Kostenreduzierung bei.

    Da zwingend auch Personalkosten verringert werden müssen, die zu knapp 40 Prozent zur Kostensenkung beitragen, kann Zapf Creation einen Abbau von weltweit ca. 135 der insgesamt 493 Arbeitsplätze nicht umgehen. Die Anzahl der Mitarbeiter wird in allen Bereichen – in der Hauptverwaltung und dem daran angeschlossenen Einkaufsbüro in Hong Kong, in den operativen Geschäftseinheiten und im Bereich Logistik – an das veränderte Umsatzniveau angepasst. Etwa 60 Prozent des Arbeitsplatzabbaus soll in der Zentrale, der Geschäfts¬einheit Zentraleuropa sowie der Logistik und damit in Deutschland erfolgen. Daneben sollen aus den laufenden Personalkosten Einsparungen in Höhe von 1,5 Mio. € einmalig in 2005 generiert werden.

    Gespräche und Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Interessens¬ausgleich und Sozialplan wird der Vorstand bereits am 24. März beginnen und dabei alles tun, um eine Lösung zu erreichen, die die Interessen der betroffenen Beschäftigten und des Unternehmens berücksichtigt.

    Darüber hinaus umfasst das Programm strategische Maßnahmen zur Re-Fokussierung der Internationalisierung und zur Neuausrichtung der Markenstrategie, die noch in 2005 ent¬schieden und ab 2006 wirksam werden. Nach Ablauf des 2. Quartals 2005 wird das Unter¬nehmen nach weitergehender Analyse eine Entscheidung über die künftige Strategie für den US-Markt treffen. Derzeit werden drei strategische Optionen geprüft. Zapf Creation wird jedoch an seinem Engagement in diesem wichtigen Kernmarkt in jedem Fall festhalten.

    Erwartungsgemäß werden die Umsätze des ersten Quartals 2005 knapp 10 Prozent hinter dem vergleichbaren Vorjahresquartal liegen. Eine Prognose zu Umsatz und operativem Ergebnis für das Geschäftsjahr 2005 wird der Vorstand Ende des zweiten Quartals geben, da zu diesem Zeitpunkt eine bessere Einschätzung des wichtigen Weihnachtsgeschäftes gegeben ist.
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    Tja, was soll man dazu sagen. Man kann die Kosten zwar zurückfahren, aber gleichzeitig muss man dann bezüglich der Ambitionen kürzer treten. Und Kostensenkungen können die Schieflage mildern, lösen aber die Probleme nicht. Und welche Ambitionen hat Zapf Creation noch? -10% Umsatz im 1. Quartal ist angesichts des Vorjahresquartals, das durch die Umstellungsprobleme bei der Logistiksoftware gekennzeichnet war, ein extrem schwacher Ausblick. Gegenüber Q1 03 würde das ein Umsatzrückgang von 41% bedeuten. Der Ausblick, die opeative Marge in 2005 vor Einmalaufwandungen auf das sehr schwache Niveau von 2004 zu stabilisieren, ist auch mehr als ernüchternd. Meine Theorie ist, dass Zapf nie mehr die Marge die erreicht, die es einmal hatte.
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  2. #92
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    Zapf Creation leitet Sonderprüfung ein
    Rödental, 16. Oktober 2005. Der Vorstand der Zapf Creation AG hat heute entschieden, eine Sonderprüfung im Zusammenhang mit den Jahresabschlüssen 2004 einzelner Tochtergesellschaften einschließlich des Konzernjahresabschlusses einzuleiten. Der bestellte Wirtschaftsprüfer Rödl & Partner GmbH Wirtschaftprüfungsgesellschaft, Nürnberg, hatte auf Initiative des Vorstandes einzelne Geschäftsvorfälle überprüft und war zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass bestimmte Aufwandspositionen im Geschäftsjahr 2004, insbesondere von der Tochtergesellschaft in den USA, nicht korrekt verbucht worden sind. Ausgehend von den vorliegenden Erkenntnissen prüft der Vorstand außerdem, inwieweit strafrechtliche Schritte gegenüber den Verantwortlichen eingeleitet werden müssen. Aus heutiger Sicht kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Jahresabschlüsse des Geschäftsjahres 2004 für nichtig erklärt und mit umfangreichen Korrekturen neu erstellt werden müssen. Der Vorstand will durch die Sonderprüfung klären lassen, ob dies erforderlich ist oder nicht.
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    Also wer hätte vor zwei, drei Jahren gedacht, dass Zapf Creation so tief abrutscht ... ich bin immer noch etwas erstaunt.

    Ich kann nur Jedem raten, sich nicht alleine auf die Zahlen zu verlassen, sondern sich das Posting von JuliaPapa aus dem Interview mit Mark Sellers im Value Investor Insight ganz genau vor Augen zu führen.

    "Unternehmen mit Gräben zu erkennen ist nicht so schwer - man muß sich Kapital - und Eigenkapitalrenditen über eine ausreichende Anzahl von Jahren ansehen. Wenn die Kapitalrendite ein ganzes Stück über den Kapitalkosten, die bei den meisten Gesellschaften 9 - 13 % betragen, liegt, weiß man, daß dort etwas ist. Aus irgendwelchen Gründen schmälert der Wettbewerb die Erträge dieser Gesellschaft nicht. Der nächste Schritt ist die Untersuchung, warum das so ist, und das Verstehen, ob und warum es auch weiterhin so sein wird. In einer kapitalistischen Wirtschaft voller Wettbewerb sollten die Kapitalrenditen nicht mehr als ein paar Jahre höher sein als die Kapitalkosten, bevor der Wettbewerb anrauscht."

    So ein Graben kann schnell mal futsch sein, ein Graben alleine ist noch kein Garant für ein gutes Unternehmen. Viel wichtiger ist zu verstehen durch welche Faktoren dieser Graben zustande kommt, um beurteilen zu können, ob der Graben größer wird, nachhaltig ist oder labil. Ohne dieses Verständnis würde ich heute keine Aktie mehr anfassen wollen. Bei Zapf Creation war der Graben bestenfalls labil, einzig Andreas und Volker hatten das auch von Anfang an erkannt.
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  3. #93
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    Hallo, zusammen,

    die Meldung über Zapf habe ich eben erst gelesen. Schade, daß dem Vertrauen in den Kapitalmarkt wieder ein Tritt versetzt wurde.

    Bei Zapf muß man allerdings gar nicht so sehr in die Tiefe gehen, um Zweifel am Unternehmen zu haben. Früher habe ich mich (da bin ich ja ehrlich genug) von den süßen Puppenbildern beeinflussen lassen, und auch Julias Begeisterung für Baby Born tat ihr übriges.

    Seit ich die Value-Analyse für mich entdeckt habe, bin ich disziplinierter (wenn auch noch nicht längst so, wie ich mir das vorstelle) und blicke tiefer.

    Bei Zapf habe ich, ohne dabei wirklich ins Detail gehen zu müssen, gesehen, daß sie sehr großzügig mit Aktienoptionen umgehen (zumindest war das der Stand vor ein paar Jahren). Dazu fehlte mir der echte Wettbewerbsvorteil. Immerhin bin ich oft genug in die Regale der Spielwarenabteilungen und -geschäfte geschleift worden, um zu erkennen, daß es jede Menge Nachahmer gab. Die Produkte waren kaum zu unterscheiden, aber z.T. deutlich billiger als Baby Born.

    Ich habe dann meine Zapf-Aktien verkauft, und im Rückblick war das eine gute Entscheidung. Und das nicht nur wegen der Meldung von heute.

    Schönen Abend noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  4. #94
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    "Bei Zapf schlafen die Puppen"; sollte es wohl heißen.

    Bei Zapf tanzen die Puppen

    Probleme in der Bilanz und schlecht laufende Marken verschrecken Anleger

    ANNA KRAUSE | FRANKFURT Von Vorfreude auf das Weihnachtsfest ist unter den Aktionären des Puppenherstellers Zapf Creation kaum etwas zu spüren. Die Aktie des Unternehmens aus dem fränkischen Rödental hat seit dem Börsendebüt 1999 fast 60 Prozent an Wert eingebüßt und ist mit rund acht Euro nicht weit vom Kurstief von Mitte Oktober entfernt.

    Für das schlechte Abschneiden der Aktie gibt es mehrere Gründe. Deutschlands führender Puppenhersteller erwartet wegen der schwachen US-Nachfrage im laufenden Geschäftsjahr einen Verlust von knapp fünf Mill. Euro. Zudem steht bei Zapf eine Sonderprüfung ins Haus. Die Jahresabschlüsse für das Geschäftsjahr 2004 müssen wegen möglicher Buchungsfehler eventuell komplett neu erstellt werden. Vor allem bei der amerikanischen Tochtergesellschaft sollen Aufwandspositionen nicht korrekt verbucht worden sein, lautet der Vorwurf. Sogar strafrechtliche Tatbestände werden überprüft.

    Das hat zur Folge, dass sich die Veröffentlichung der Quartalszahlen verzögert. Eigentlich sollten schon Mitte November klärende Details genannt werden, das verschiebt sich nun nach Konzernangaben um rund einen Monat auf Mitte Dezember. Gute Ergebnisse sind ohnehin nicht zu erwarten. Als wären es der schlechten Nachrichten nicht schon genug, hat Finanzvorstand Peter Klein nach Bekanntgabe der Sonderprüfung sein Amt ohne Angabe von Gründen niedergelegt.

    Aktienanalysten zeigen sich schwer enttäuscht von dem einstigen Börsenliebling. Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe glaubt nicht an einen Turn-Around. Er hat seine Einschätzung zur Zapf-Aktie gerade erst von "halten" auf "verkaufen" gesenkt. Schlienkamp erwartet, dass die Aktie nicht einmal das jetzige Niveau halten kann. Selbst die eingeleitete Restrukturierung - die Rede ist von Einsparungen in Höhe von sechs Mill. Euro und dem Abbau von 135 Arbeitsplätzen - eröffnet seiner Ansicht nach wenig Hoffnung. "Selbst die Restrukturierung wird von der Sonderprüfung überschattet werden", sagt Schlienkamp. Das Eigenkapitalpolster wird nach seiner Einschätzung weiter abschmelzen.

    Auch der Umsatz der einst so populären Zapf-Puppen (Marken Baby Born, Baby Annabell, Chou Chou) schwächelt, was offenbar nur zum Teil am schwachen Gesamtmarkt liegt. Nach Einschätzung von Analysten sind die Produkte zu teuer. In den Kaufhäusern sei kaum ein Modell zu finden, das nicht im Preis gesenkt wurde: ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sich die Puppen zum regulären Preis einfach nicht verkaufen lassen. Die schlechte Konsumstimmung in Deutschland sei ebenfalls von Nachteil. Das Weihnachtsgeschäft falle in diesem Jahr möglicherweise noch schlechter aus als in den Jahren zuvor. Schätzungen zufolge werden die Deutschen dieses Jahr zehn Prozent weniger für Geschenke ausgeben. Zudem haben die Zapf-Puppen bei der Fachzeitschrift Öko-Test zuletzt schlecht abgeschnitten.

    Die klare Mehrheit der Analysten empfiehlt, die Zapf-Aktie abzustoßen. Nur wenige raten dazu, die Aktie im Depot zu halten - wie etwa Thomas Grillenberger von der Bayerischen Landesbank. Anleger müssten aber einen langen Atem haben, räumt Grillenberger ein. Das groß angelegte Restrukturierungsprogramm wird seiner Einschätzung nach den Gewinn und den Kurs der Aktie nach oben treiben. "Denn selbst, wenn die Umsatzzahlen im Vergleich zu den letzten Jahren schwach bleiben, sind letztlich die Gewinne, die durch Kostensenkungen deutlich gesteigert werden, entscheidend", sagt Grillenberger. Als langfristiges Kursziel für die Aktie gibt Grillenberger 13,40 Euro an.

    Krause, Anna
    06. Dezember 2005
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    (Warren Buffett)

  5. #95
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    Trotz einer anderen Erwartung hat sich das operative Umsatzes des Zapf Creation-Konzerns in den ersten neun Monaten 2011 weiter verbessert.
    Die Liquiditäts-
    lage ist weiterhin ausreichend. Die Bankverbindlichkeiten wurden auch zurückgezahlt die Fi-
    nanzierung des Konzerns ist also gewährleistet.

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