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Thema: Rhön Klinikum Vz.

  1. #41
    Erfahrener Valueist prince of persia
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    Großstädte lassen ihre Kliniken nicht los

    ANNA TRÖMEL HANDELSBLATT, 6.1.2004 FRANKFURT/M.

    Der Siegeszug der privaten Klinikbetreiber macht offenbar vor den Toren der großen Städte Halt. Innerhalb weniger Wochen mussten der auf zeitlich befristete Managementverträge spezialisierte Klinikbetreiber Sana in Stuttgart und der an der Übernahme der Hamburger Landesbetriebe Krankenhäuser (LBK) heiß interessierte Wettbewerber Asklepios herbe Enttäuschungen wegstecken. Auch die im MDax notierte Rhön-Klinikum AG konnte bislang in Großstädten kaum Fuß fassen.

    Der Asklepios-Kliniken GmbH mit Sitz im hessischen Kronberg ist das Jubeln vorerst vergangen. Nach Verhandlungen, die sich über mehr als ein Jahr hinzogen, schien der Zuschlag für das sieben Kliniken zählende Hamburger Großkrankenhaus LBK gerade gesichert zu sein, da machen dem Klinikbetreiber die Querelen der Landespolitik einen Strich durch die Rechnung. Wegen der Auflösung der Bürgerschaft und der vorgezogenen Neuwahlen am 29. Februar ist der vom Senat und den zuständigen Ausschüssen genehmigte Verkauf geplatzt.

    Kurz vor den Neuwahlen könne ein so folgenschwerer Schritt wie die bislang größte Klinikprivatisierung in Deutschland nicht durchgepeitscht werden, begründete Hamburgs Bausenator Mario Mettbach von der Partei Rechtsstaatliche Offensive den Rückzieher. Elmar Willebrand, Asklepios-Hauptgeschäftsführer, hofft jetzt darauf, dass der unterschriftsreife Vertrag im späten Frühjahr von der neugewählten Bürgerschaft gebilligt wird und damit die letzte Hürde nimmt.

    Ganz ausschließen lasse sich nicht, dass der Verkauf unter neuen Mehrheitsverhältnissen nicht mehr zu Stande kommt, räumt Willebrand ein. Denn dem vorläufigen Stopp vorausgegangen war ein heftiger Widerstand von Teilen der Belegschaft und der Bevölkerung. So wurden auf Initiative der Gewerkschafter von DGB und Verdi mehr als 100 000 Unterschriften gesammelt, um den Verkauf per Volksentscheid zu verhindern.

    Kaum besser erging es der Sana-Kliniken-Gesellschaft mbH mit dem Stuttgarter Klinikum. Nach mehr als einem Jahrzehnt wurde der Managementvertrag mit der Landeshauptstadt aufgelöst – im gegenseitigen Einvernehmen, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt. Vorausgegangen war der Trennung eine regelrechte Schlammschlacht, die vor allem über die lokale Presse ausgetragen wurde.

    Anlass für den Streit war ein Gutachten der Universität Mannheim, demzufolge das Stuttgarter Klinikum in den kommenden drei Jahren ein Defizit von 238 Mill. Euro anhäufen würde. Ob es der Stadt gelingt, unter eigener Regie besser zu wirtschaften, wird von Branchenkennern allerdings bezweifelt. Da die von Sana propagierte "sanfte Privatisierung" in Form von befristeten Managementverträgen wenig unternehmerischen Gestaltungsspielraum lässt, sehen Kritiker sogar den über die Jahre hinweg ungebrochenen Einfluss der Politik auf das Stuttgarter Klinikum als Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

    Die einzige deutsche Großstadt, in der ein privater Klinikbetreiber bislang Fuß fassen konnte, ist Berlin. Dort konnte die Fuldaer Helios Kliniken GmbH nach einem Bieterwettstreit das Klinikum Berlin Buch übernehmen. Nachdem Helios auch noch in Erfurt und Wuppertal Übernahmen gelangen, sieht sich das Unternehmen als "Marktführer in der Privatisierung von Großkrankenhäusern".

    Nach Einschätzung der Unternehmen, die in der Großstadt bislang nicht wirklich zum Zug kamen, ist der finanzielle Druck dort noch nicht so hoch wie in den ländlichen Kommunen, die obendrein teilweise mit schwachen Bettenauslastungen ihrer Krankenhäuser zu kämpfen haben. "Wer den Spielraum hat, zögert die Privatisierung gerne hinaus", sagt Willebrand. In dieser Hinsicht dürfte Berlin schon bald einen zweiten Vorstoß in Sachen Großprivatisierung wagen: Der neun Krankenhäuser zählende städtische Gesundheitskonzern Vivantes wird das Jahr 2003 mit einem Verlust von 28,6 Mill. Euro abschließen.
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  2. #42
    Erfahrener Valueist Fabule
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    Hallo, Arman!

    Rhön-Klinikum hat glücklicherweise ein Management, das nicht auf Wachstum um jeden Preis, sondern nur zu seinen (durch die Erfahrungen vieler Jahre bewährten) Bedingungen aus ist. So haben sie z.B. auch in Hamburg mitgeboten und mit dem Kaufgebot die Zusage eines von RK finanzierten Neubaus (oder einer Renovierung, ich weiß es nicht mehr so genau) des Klinikums ohne Subventionen durch die Stadt Hamburg verbunden. Im Gegenzug dazu sollte sich die Stadt verpflichten, die bislang aufgelaufenen Pensionsverpflichtungen zu übernehmen. Zudem hat Rhön die Schließung zweier Kliniken angekündigt. Daraufhin haben die Verhandlungsführer aus Hamburg nie wieder etwas von sich hören lassen .

    Herr Münch meinte in der Analystenkonferenz, dass es den großen Krankenhäusern noch nicht schlecht genug ginge, und dass sich dort immer wieder Möglichkeiten finden ließen, um eine Privatisierung zu für RK erfolgversprechenden Bedingungen zu vermeiden.
    Dahingegen würden in letzter Zeit vermehrt kleinere Krankenhäuser von den betreibenden Kommunen zum Verkauf angeboten. Dort sähe man sich dem steigenden Rationalisierungsdruck und den mit der Einführung der DRG´s verbundenen Änderungen nicht mehr gewachsen und versuche über einen Verkauf an Rhön den Klinikstandort zu erhalten.

    Dies scheint in meinen Augen eine durchaus realistische Hoffnung zu sein, da sich das Teleportal-Konzept des Unternehmens langsam zur "Serienreife" entwickelt hat.

    Herr Wiehl, der Finanzchef, sprach in der Konferenz übrigens davon, dass in diesem Jahr so viele Übernahmen anstünden, dass Rhön an die Grenzen der Finanzierbarkeit stoßen würde.

    Nicht die schlechtesten Aussichten, wie ich finde ...

    Gruß,

    Torsten

  3. #43
    Erfahrener Valueist prince of persia
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    Hallo Torsten,

    Du bist ja top-informiert! Rhoen Klinikum habe ich gerade im Visier. Die Geschäftsberichte (GBs) liegen bereits auf dem Tisch. Das liest sich zwar nicht so gut wie die GBs von Zapf Creation. Aber dass ein Fondsmanager mit seinem kleinem Kind vor dem Schlafen gehen GBs anschaut (wie das bei ZPF der Fall war) kommt ja auch nicht alle Tage vor. Schauen mer mal! *Ich freue mich jedenfalls schon auf die Diskussion, da ich mir auch sicher bin: Du bist mit Leib und Selle dabei

    Grüße
    PoP
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  4. #44
    Erfahrener Valueist Fabule
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    Hallo, Arman!

    Danke für die Blumen!

    Ich versuche, bei den Unternehmen, die sich entweder in unserem Depot oder auf meiner topaktuellen Watchlist befinden, so viel wie nur eben möglich an Informationen zusammenzutragen, um die Wettbewerbs- und Renditechancen so gut es geht abschätzen zu können.
    Bei Rhön kommt glücklicherweise hinzu, dass aufgrund der Branche Hintergrundinformationen über ein hochaktuelles politisches Thema (Gesundheitsversorgung in einer alternden Gesellschaft) sozusagen "gratis" bei der Beschäftigung mit dem Unternehmen abfallen und diese Tätigkeit noch interessanter machen.
    Ja, und zudem finde ich es einfach faszinierend, mit welcher Kompetenz, Konsequenz und Integrität Herr Münch das Unternehmen leitet.

    Gruß,

    Torsten

  5. #45
    Erfahrener Valueist Fabule
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    @ Arman
    >Ich freue mich jedenfalls schon auf die Diskussion<
    Ich würde mich auch sehr freuen, wenn es zu einer solchen Diskussion käme, denn bislang waren es leider nur sehr wenige, die an diesem Unternehmen interessiert waren.

    Torsten

  6. #46
    Erfahrener Valueist Fabule
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    Hallo, zusammen!

    "RHÖN-KLINIKUM AG


    Heimsuchung des Stammsitzes durch Staatsanwaltschaft


    Bad Neustadt a.d. Saale, den 19. Januar 2004 ----- In einer groß angelegten Aktion trat heute die Staatsanwaltschaft Hannover bei der Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt zu einer Untersuchung im Zusammenhang von Ermittlungen gegen den niedersächsischen Ministerialrat Dr. Ernst Bruckenberger an. Der Beamte habe als Verantwortlicher für die Klinikplanung in Niedersachsen von der Rhön-Klinikum AG Gelder in unbekannter Höhe erhalten.

    Tatsache ist, dass bei der Rhön-Klinikum AG seit vielen Jahren ein Beirat besteht, der mit klugen Köpfen besetzt ist und weit über die aktuellen Unternehmensinteressen hinaus über Zukunftsperspektiven der Gesundheitsversorgung diskutiert und in der Regel zwei Mal pro Jahr tagt. Es handelt sich dabei um ein Gremium, welches kreative - oft nicht aktuell realisierbare – Denkansätze diskutiert. In der letzten Sitzung war z. B. das Thema: „Gesundheitszentren unter Dachhäuten, bzw. neue Bauformen“ Gegenstand der Diskussion.

    Zu den Beiratsitzungen werden teilweise Gäste geladen, die zu den Themen interessante Beiträge leisten können; dazu gehörte in 4 von 12 Sitzungen auch Dr. Bruckenberger, der in der Branche als einer der Innovatoren und als kreativer Geist auf staatlicher Seite gilt. Für die Teilnahme wurden Reisekosten ersetzt und eine Aufwandsentschädigung - um eben keine Bevorzugung oder Sonderbehandlung auftreten zu lassen - bezahlt, die dem Statut für die Beiräte entsprach. Dr. Bruckenberger hat in vier Jahren für vier Sitzungen insgesamt einen Betrag von EURO 2950,38 erhalten; darin enthalten z. B. Kosten für 2100 An- und Rückreise-Kilometer.

    Dr. Bruckenberger ist im Sozialministerium für die Krankenhausplanung zuständig, aber bei seinen Entscheidungen dem Votum des Planungsausschusses unterworfen, der von Krankenkassen, Krankenhäusern (Konkurrenten der Rhön-Klinikum AG) etc. besetzt ist. Die Rhön-Klinikum AG betreibt Häuser in den Landkreisen Herzberg/Harz, Nienburg, Uelzen und Cuxhaven und hat in der Amtszeit von Dr. Bruckenberger auf Fördermittel in beträchtlicher Höhe, die diesen Krankenhäusern nach Gesetz zugestanden hätten, ebenso wie das auch in anderen Bundesländern geschehen ist, verzichtet; allein in Niedersachsen sind das Mittel in Höhe von insgesamt 103 Mio EURO.

    Der Konzern betrachtet die heutige Aktion als spektakulär, politisch inszeniert und weist die im Verfahren implizit enthaltenen Vorwürfe entschieden zurück."

    Die Aktie fiel daraufhin heute um 3,2%.

    Gruß,

    Torsten

  7. #47
    Erfahrener Valueist diwi
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    Hallo

    ich persönlich vertraue dem Management und glaube Ihnen, wenn Sie die Vorwürfe ENTSCHIEDEN zurückweisen. Was ich nur wieder auffällig und negativ finde, ist der vorzeitige Preisverfall seit Anfang Januar ohne Nachrichten (Wenn man mal von einer Abstufung der Dt. Bank absieht). Haben da Insider wieder einmal mehr gewusst?. Umgekehrt finde ich ich es aber positiv, dass trotz dieser Nachricht, sich das heutige Umsatzvolumen in Grenzen gehalten hat. Das zeigt mir eindeutig, dass nur wenige Zocker oder Fondmanager mit lockeren Händen in diesem Wert investiert sind.

    Einziges Manko an der offiziellen Pressemitteilung finde ich, dass nicht beschrieben ist warum die Rhön Kl. auf die zugestandenen Fördergeldern verzichtet hat. Ich vermute aber mal, dass mit den Fördermitteln jeweils immer Auflagen verbunden werden. Und diese wahrscheinlich nicht mit der Strategie von Rhön übereingestimmt haben. Warum sollte man sonst auf Geld verzichten. Zu verschenken gibt es sicherlich nichts :-)

    Mein Votum: Abwarten und Tee trinken.

    Gruß
    Diwi

  8. #48
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Guten Morgen,

    >>warum die Rhön Kl. auf die zugestandenen Fördergelder verzichtet hat.<<

    Deine Vermutung könnte richtig sein. Ein anderer Grund könnte sein, daß einige Unternehmen bewußt auf Subventionen verzichten, um diesen Irrsinn nicht mitzumachen. Unabhängigkeit vom Staat könnte ein weiterer Grund sein.

    Ich werde mal eine entsprechende Anfrage an die IR-Abteilung stellen. Über das Ergebnis berichte ich hier.

    Einen schönen Tag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  9. #49
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo,

    vom Rhön-Klinikum gibt es gute und schlechte Nachrichten. Zunächst einmal ein recht positiver Ausblick:

    "Bad Neustadt, 19. Jan (Reuters) - Deutschlands größter börsennotierter Krankenhausbetreiber, Rhön Klinikum, sieht trotz öffentlicher Kritik an der Gesundheitsreform vor allem Vorteile in den Neuerungen. Rhön-Klinikum-Chef Eugen Münch hob im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters hervor, mit der Reform könne erstmals ein kostendeckendes Gesundheitssystem geschaffen werden, das zugleich für Patienten eine hohe Qualität sichern könne.

    "Die Alternative zur Reform heißt Crash", sagte Münch. Das deutsche Gesundheitswesen gilt schon lange als reformbedürftig, da immer weniger erwerbstätige Menschen einzahlen, zugleich aber mit der zunehmenden älteren Bevölkerung mehr Leistungen in Anspruch genommen werden. Dadurch steigen die Kosten und sinken die Einnahmen. "Der Zug steht jetzt auf Gleisen, auf denen er weiterfahren kann und nicht mehr in einer Sackgasse." Ziel der Gesundheitsreform ist die Senkung der Krankenkassenbeiträge, verringerte Ausgaben und mehr Wettbewerb. Deswegen müssen Patienten unter anderem künftig für Krankengeld und Zahnersatz selbst aufkommen.

    Dass ein Unternehmen im Gesundheitssystem allerdings auch kostengünstig und profitabel wirtschaften kann, dafür gilt Rhön Klinikum schon lange als Vorzeigemodell. Inzwischen zählen 32 Kliniken zum Unternehmen, dass 1989 an die Börse ging. Vergangenes Jahr hatte Rhön drei Kliniken übernommen. Wegen der hohen Kosten im Gesundheitssystem und der leeren Kassen in den Kommunen geraten zunehmend öffentliche Kliniken unter Druck, wovon Rhön Klinikum mehr denn je profitiert. In diesem Jahr rechnet Münch mit einer Zunahme der Übernahmen. Für 2004 stehe das Rhön Klinikum bereits mit zwei Krankenhäusern in relativ sicheren Verhandlungen. "Wir haben aber wesentlich mehr im Rohr", sagte Münch mit Blick auf weitere Übernahmen. Für die kommenden Jahre peilt Münch, der annähernd ein Viertel aller Aktien des Unternehmens besitzt, ein Wachstum von zehn bis 20 Prozent an. Der Marktanteil des Rhön Klinikums liegt derzeit bei etwa 1,7 Prozent. Insgesamt haben private Klinikbetreiber einen Anteil am Krankenhausmarkt von sieben bis acht Prozent. Hauptkonkurrenten des Rhön-Klinikums sind die privatrechtlich geführten Unternehmen Helios in Fulda und Asklepios in Birkenwerder bei Berlin.

    Für 2004 rechnet das im MDax gelistete Unternehmen mit einem Konzerngewinn von 76 Millionen Euro bei einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Die Bilanz für das abgelaufene Jahr will Rhön Klinikum im Februar vorlegen.

    Als eventuelle Belastung sieht Münch die künftig leistungsbezogene Kostenabrechnung für Krankenhausbehandlungen. In der Vergangenheit wurde über Tagessätze abgerechnet, wodurch die Einnahmen der Krankenhäuser weitgehend von der Verweildauer der Patienten abhängig waren. Mit den in der Gesundheitsreform eingeführten Fallpauschalen, also Fixpreisen für beispielsweise Blinddarmoperationen oder Geburten, erhöht sich der Gewinn, je schneller die Patienten wieder entlassen werden. Allerdings sei nicht klar, wie die Berechnungsgrundlage letztendlich aussehen werd, sagte Münch. Kliniken sollen zwar ab diesem Jahr bereits mit Fallpauschalen abrechnen. Es ist aber eine Übergangszeit bis 2007 vorgesehen. "Da, wo wir im Wettbewerb stehen, liegen wir gar nicht so schlecht", sagte Münch. Branchenexperten zufolge liegen die durchschnittlichen Fallkosten beim Rhön Klinikum erheblich unter dem Durchschnitt in Deutschland."

    Dagegen steht Rhön-Klinikum nach dem Ärger um Bruckenberger steht ja die Uelzener Klinik unter Druck:

    "Die Kriminalpolizei ermittelt gegen das Klinikum Uelzen wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Mittwochabend auf Anfrage. Das Verfahren richte sich gegen „Verantwortliche in dem Krankenhaus“.

    Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, eine hochschwangere Frau unmittelbar vor der Geburt abgewiesen zu haben. Obwohl der Geburtsvorgang bereits begonnen hatte, sei die Frau, bei der eine Frühgeburt bevorstand, nach einer Untersuchung aufgefordert worden, das Klinikum wieder zu verlassen und ihr Kind in einem Hospital in Celle oder Lüneburg zur Welt zu bringen.

    Auch in anderen Fällen sollen Patienten abgewiesen worden sein. Sie hätten dann weit entfernte Krankenhäuser aufsuchen müssen. Diese Vorwürfe bestätigte der Polizeisprecher mit dem Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht. Auch bleibt unklar, ob es schon früher Strafanzeigen von Patienten gegen das Klinikum Uelzen gegeben hat."

    Heute steht dazu in der Zeitung: "Nachdem eine hochschwangere Frau in einem Uelzener Krankenhaus abgewiesen worden war, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft in Lüneburg. „Wir gehen dem Anfangsverdacht auf unterlassene Hilfeleistung und Körperverletzung nach“, sagte Staatsanwalt Manfred Warnecke am Donnerstag. Ermittler hätten in der Klinik Krankenunterlagen beschlagnahmt.

    Die 29 Jahre alte Schwangere erwartete eine Frühgeburt. Sie hatte sich am 28. Dezember in der Klinik des bundesweiten Betreibers Rhön-Kliniken GmbH gemeldet und wurde dort abgewiesen. Nach Angaben einer Sprecherin des Klinik-Betreibers habe die Dienst habende Assistenzärztin die Frau abgewiesen und ihr geraten, nach Lüneburg in eine für Frühchen gerüstete Klinik zu fahren. Stattdessen fuhr die Frau in einen Uelzer Privatklinik. Dort kam drei Stunden nach dem Vorfall ein gesundes Kind zur Welt."

    Na ja, mal sehen, wie es dort weitergeht.

    Gruß,
    JuliaPapa
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  10. #50
    Erfahrener Valueist Fabule
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    Hallo, zusammen!

    Und hier die neueste Meldung zu den Vorfällen in Uelzen:

    "Uelzen: Staatswaltschaft beabsichtigt Verfahren einzustellen

    - Staatsanwaltschaft beabsichtigt Verfahren einzustellen
    - Die Geschichte einer Kampagne

    Bad Neustadt, den 27. Januar 2004 ----- Der Rechtsberater des Uelzener Krankenhauses erhielt auf Rückfrage die Auskunft, dass die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, die Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Gynäkologie wegen unterlassener Hilfeleistung einzustellen. Bereits der Anfangsverdacht aufgrund von Vorwürfen, die drei Frauen über die Medien in der Öffentlichkeit getragen haben, hätte sich durch die Vernehmungen nicht bestätigt. Deshalb würde nicht erwogen, gegen irgend eine Person weiter zu ermitteln.

    Nachdem die ersten Vorwürfe gegen die Klinik erhoben wurden, hat die Konzernleitung begonnen, die Abläufe und Ursachen in Uelzen zu untersuchen. Ergebnis: Seit Jahren gibt es im Klinikum Uelzen Streit zwischen Geschäftsleitung und dem Chefarzt der Gynäkologie wegen dessen Führungsstil (nicht wegen seiner medizinischen Leitung, die gut war), der dazu führte, dass sich viele fähige und hoffnungsvolle Mitarbeiter sehr schnell verabschiedeten. Dazu gehörten auch zwei Oberärzte, die bei der örtlichen Konkurrenzklinik als Belegärzte landeten. Mit dem Chefarzt konnte eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen werden, die sich jetzt in der Abwicklungsphase befindet.

    Die Klinik ist mit 24 Betten zur Gynäkologie Geburtshilfe zugelassen, darf aber keine Frühgeburten aufnehmen, sofern es sich nicht um Notfälle handelt, weil dafür eine zugelassene Neonatologie, die es nur in Lüneburg und Celle gibt, erforderlich wäre. Frühgeburten werden unter Fachleuten als Geburten definiert, die - und hier scheiden sich die Geister - zwischen früher als 32. bis früher als 36. Woche liegen. Würde ein Krankenhaus ohne Not eine Patientin zur Frühgeburt aufnehmen und es käme dabei zu Schäden an Mutter oder Kind, wäre die Klinik haftbar und der entscheidende Arzt straffällig. Der bisherige Chefarzt in Uelzen hat die Grenze auf 36 Wochen gesetzt und seinen Mitarbeitern entsprechende Anweisung erteilt. Diese hielten sich in allen Fällen unter Beachtung der notwendigen Fürsorge für die werdenden Mütter – z. B. Angebot, einen Krankentransportwagen einzusetzen - absolut richtig. Möglicherweise war der Ton in dem einen oder anderen Fall vom Umfeldstress geprägt und traf auf die in dieser Situation besonders sensiblen Mütter und führte dort ebenfalls zu übersteigerten Reaktionen. So wurde z. B. der Rat, nach Lüneburg gebracht zu werden, abgelehnt und man ging stattdessen in die ebenso wie Uelzen für Frühgeburten wenig geeignete Klinik einige Kilometer entfernt, die lediglich eine offenere Auslegung des Begriffs „Frühgeburt“ benutzte, um die Entbindung durchzuführen.

    Beachtenswert im Laufe der Geschehnisse ist, dass die über die Medien erfolgte Berichterstattung über die Vorwürfe gegen den für Krankenhausplanung in Niedersachsen zuständigen Ministerialrat und die dabei angeblich vorhandene Verstrickung der Rhön-Klinikum AG allen im Land von Planungsmaßnahmen negativ Betroffenen die Hoffnung gab, man könne das Rad der Entwicklung zurückdrehen. Die Krankenhausplanung beabsichtigt, die Geburten des Klinikums Uelzen und einer örtlichen Privat-Klinik zusammenzuführen, weil nur so eine ausreichende Menge, die den Qualitätsvorgaben entspricht, entstünde.

    Die jetzt entkräfteten Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung führten folgerichtig sofort zu Schreiben einzelner Krankenkassen und Ärzteorganisationen an die Klinik und die Planungsbehörde, womit die gynäkologische Versorgung durch das Krankenhaus Uelzen in Frage gestellt wurde, um andere Krankenhäuser zu erhalten. Die Schlagzeile „Skandal-Klinik Uelzen“ in einer überregionalen Boulevardzeitung - basierend auf einer platten Falschmeldung - und das Medienecho auf eine Hausdurchsuchung in der Sache Bruckenberger mit der Begründung „Presseberichte“, passt bei Lichte besehen gut ins Bild. „Die aktuellen Recherchen über einen Berater des Berliner Gesundheitsministeriums, der schon lange im Aufsichtrat unseres Unternehmens ist, in die Ursachenkette für einen angeblichen unerklärlichen Aufstieg des Unternehmens durch Politikbeeinflussung einzubinden, ist eigentlich schon nicht mehr überraschend,“ so Eugen Münch, Vorstandsvorsitzender der RHÖN-KLINIKUM AG.

    „Wir empfehlen allen Beteiligten, die Ursachen für unseren Erfolg zuerst in überlegenen Konzepten und stringenter Leistung zu suchen; dann fällt es leichter, Falschmeldungen - wie sie in Uelzen zum Medieninferno geführt haben und vielleicht anderen Orts in Vorbereitung sind - zu erkennen und zu bewerten. Die Bevölkerung scheint das zu verstehen: Unsere Patientenzahlen wachsen beständig - und auch das Klinikum Uelzen hat in den letzten Tagen steigende Belegung. Wir danken den Mitarbeitern, dass sie unter dem öffentlichen Stress für ihre Patienten motiviert in vollem Einsatz sind und sich nicht beirren lassen“, erklärt Münch."

    Gruß,

    Torsten

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