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Thema: Pfizer

  1. #1
    Valueist
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    Hallo zusammen,

    vor 1-2 Jahren hatte ich bereits Pfizer im Depot und habe damals
    auch ein Firmenportrait zusammengestellt, was noch unter http://www.forticus.de/ im Archiv liegt,
    weshalb ich mir an dieser Stelle ersparen will, das Unternehmen vorzustellen.
    Nur soviel: in meinem Portrait habe ich Pfizer versucht als Biotech-Venture-Capital Firma
    zu untersuchen, daher der etwas provokante Titel des threads.

    Kürzlich habe ich einen Fondssparplan eingestellt und möchte dessen Stelle einzelne Aktien
    monatlich besparen. Dabei sollen monatlich ca 1TDM in eine von ca 5-6 Aktien investiert werden, reihum.
    Da ich nicht "jeden Preis" zahlen will, kam mir letzte Woche der Hinweis auf value-analyse.de gerade recht.

    Nachdem ich gestern und heute eine Tabelle mit den Pfizerdaten aus der VA Datenbank gefüllt habe,
    bekam ich nun Ergebnisse heraus, die ich hier gerne zu Diskussion stellen möchte.
    Zum einen möchte ich einfach wissen, ob ich richtig gearbeitet habe,
    zum anderen bin ich natürlich an einer Diskussion der Methode und einer Variation der Parameter
    interessiert.

    Meine Tabelle liegt unter http://www.forticus.de/bio/pfe-vatab.html
    (nach feedbacks wird sie überarbeitet)

    Signal 1:

    in der 2000er Spalte findet sich mit diskontiertem Vorjahrese NCF eine Sicherheit von 49%.
    - kann die 49% jemand bestätigen ?
    - da wir uns mittlerweile in 2001 befinden, muß ich dann nicht den diskontieren Vorjahres NCF
    auf Basis des 2000er NCF rechnen, was zu einer Sicherheit von 114% führt (siehe letzte Spalte)?


    Signal 2:

    in der Spalte "nach Gelfarth" erhalte ich ein Kaufsignal bei erwarteter Kurssteigerung von 22.6% p.a.
    - kann das jemand bestätigen ?

    Da ich der Meinung bin, daß ein Gigant wie Pfizer möglicherweise rückläufige Wachstumstaren hat,
    habe ich rechts in den Spalten "Variationen 1-3" mit einem Gewinnwachstum von 20% gerechnet.
    Demnach ergäbe sich aber erst ein Kaufsignal bei Kursen von deutlich unter 37&#36.
    - kann das jemand nachvollziehen bzw. kommentieren ?


    Signal 3:

    in der Spalte "nach Gelfarth" erhalte ich mit einer zu erwartenden Kurssteigerung von
    13.6% p.a. offenbar ein Verkaufs- bzw. Fingerwe-signal
    - kann das jemand bestätigen ?

    Da die Eigenkapitalrendite und einbehaltenen Gewinn ein den letzten Jahren stiegen
    habe ich in den Spalten "Variationen 1-3" mit den niedrigsten Werten aus den letzten drei Jahren
    für Eigenkapitalrendite und einbehaltenen Gewinn (36% und 65) gerechnet.
    Für ein Kaufsignal kämen demnach Kurse deutlich unter 40&#36 in Betracht.
    - kann das jemand nachvollziehen bzw. kommentieren ?


    Meine Variationen haben mich selbst verunsichert, da sich schon kleine Änderungen stark
    auszuwirken scheinen.

    Wenn sich meine Verwirrung mit eurer Hilfe legen läßt werde ich die Tabelle nochmal überarbeiten
    und auch etwas mehr auf die anderen Zahlen-Kriterien eingehen. Z.B. sind die VA Kriterien
    an die CF Marge erst ab 1994 und die Anteil-Sachinvest-vom-CF erst ab 1995 erfüllt,
    was mich zu der Überlegung veranlaßt, ob man in die Betrachtungen für die Signale die
    Unternehmenszahlen vor 1995 überhaupt verwenden sollte.
    Auch hierzu erbitte ich einen Kommentar.

    ------

    Quellen für Unternehmenszahlen:

    Die Unternehmenszahlen habe ich mir früher oft von von http://profiles.wisi.com/
    da die dort bis zu 10 Jahre zurückreichen, und ich der Hoffnung war, das egal wie die Daten
    zustande kamen, sie "irgendwie gleichartig" erstellt wurden.
    Aktuell sehe ich dort von 1992 bis 2000 Gewinne pro Aktie, die bis auf Rundungsfehler denen
    in der VA Datenbank entsprechen. Nur bei 1998 und 2000 treten gravierende Unterschiede auf.

    Pfizer: GpA / VA Daten / wisi.com
    1998 / 0.85 / 1.18
    1999 / 0.82 / 0.82
    2000 / 1.18 / 0.59

    Bei wisi.com gibt es ein paar Fußnoten, die ich aber mangels Bussines-English Kenntissen nicht begreife.

    Würde mich freuen, wenn mir einer der VA Spezialisten ein paar Tips gibt, wie ich mir selbst
    am besten ein konsistentes Zahlenwerk aufbaue, da ich die VA auch an Unternehmen ausbrobieren will,
    die nicht in der Datenbank oder im Newsletter geführt werden. Ist es so einfach, daß man nur bei der
    Firma anrufen muß und nach den Unternehmenszahlen der letzten 10 Jahre fragt?


    ---------

    Gravierende Änderungen beim Unternehmen:

    Bezogen auf die VA Datenbank sind Pfizer und Warner-Lambert "aktuell" fusioniert.
    Muß das bei der Verwendung der Unternehmenszahlen der letzten 10 Jahre nicht irgendwie berücksichtigt
    werden, wenn man damit für die kommenden 10 Jahre extrapolieren will?
    Eigentlich eine Frage von allgemeinem Interesse: Werden die Zahlen bei einer Fusion oder bei einem Spin-Off
    rückwirkend verändert von den Analysten oder den IR Abteilungen der Unternehmen?


    ----------


    Nachdem ich mich nun bald 14 Tage mit Pfizer beschäftigt habe, werde ich erstmal nicht
    einsteigen und auf Kurse unter 40&#36 warten, vielleicht 35&#36-38&#36. Dazu drei Überlegungen:

    1) Mitte-Ende 2000 war in den Medien zu hören, daß angesichts der Zinserhöhungen die Großinvestoren
    in den "sicheren Hafen Pharma" umschichten. Dazu habe ich gestern beim Aufräumen einen Artikel
    in der Börse Online Nr 4 vom Ende Jan 2001 gefunden, wonach es typischerweise sechs Monate nach
    der ersten in einer Reihe von Zinssenkungen zu einem Kursabschwung bei den Pharmawerten kommt.
    Sechs Monate später ist jetzt. Wenn dem so ist, und die Fondsmanager demnächst wieder vom sicheren
    Hafen raus auf die rauhe See der (Bio)Technologie gehen, dann könnten wir im 3. Quartal vielleicht doch
    nach günstiger in Pfizer einsteigen.

    2) Eine aktuelle charttechnische Analyse "Entscheidung am 200 Tage Schnitt" von Wallstreet-Online
    läßt mich auf niedrigere Kurse hoffen.
    http://www.wallstreet-online.de/ws....e=&tpl=
    (WO will eine Registrierung dafür, den Beitreig gibts auch bei Comdirekt unter Unternehmensnews)

    3) US Investoren neigen vor den Sommerferien zu Verkäufen um Sicherzugehen oder die Urlaubskase aufzufüllen
    (habe ich gehört). Beide Gründe lassen mich vermuten, daß dabei "sichere Häfen" dran glauben müssen.


    So, jetzt ist aber erstmal genug.

    Gruß
    Forticus

  2. #2
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    Mist!
    schon sehe ich die ersten Fehler in meiner Tabelle:

    Signal 2:
    Variationen 1-3, mittleres KGV sollte eigentlich 20 bis 25 sein
    da ich ja auch "nur" 20% Gewinnwachstum angenommen habe.
    Bei einem KGV von 25 ergeben sich Kaufsignale unter 29&#36 (20% p.a.) bis 20&#36 (25% p.a.)

    Signal 3:
    Variationen 1-3, histor. durschnittl. KGV sollte 25 sein, gemäß Signal 2.
    Dann ergeben sich Kaufsignale unter 31&#36 (20% p.a.) bis 21% (25% p.a.)

    Gruß
    Forticus

  3. #3
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    Hallo Forticus,

    gerne würde ich Dir helfen und mit Dir die Signale diskutieren, aber mit den verschiedenen Zahlen kommen wir so nicht zusammen.

    Derzeit verwenden wir Zahlen von der Aktienanalyse und Valueline. Soweit so gut, beides macht so seinen Sinn.

    Alle Analysen, die ich in letzter Zeit erstellt habe, basieren auf dem Zahlenmaterial von Valueline, die wir als äußerst zuverlässig erachten und vor allen Dingen richtig sind.

    Du hast Deine Zahlen über einen Link zur Verfügung gestellt, gut, aber wenn ich das mit meinen vergleichen will, muß ich immer hin und her springen, das nervt mich.

    Vielleicht kannst Du mir ja Deine Zahlen als Excelfile schicken und ich füge Dir die VL-Daten ein, außerdem kann ich den File dann neben meinem anordnen und so besser vergleichen.

    Dann können wir vom Gleichen reden und diskutieren. Aber eines hast Du schon erkannt und das macht mir bei Pfizer auch Kopfzerbrechen, und das ist das hohe Wachstum, das auf Dauer vielleicht schwerlich durchzuhalten ist, aber dennoch heute mit einem Aufschlag zu bezahlen ist.

    E-Mail: javo.ute@t-online.de

    Viele Grüße

    Dieter








  4. #4
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    Hallo Dieter,
    vielen Dank für die Hilfen per email.

    Die überarbeitete Tabelle zu Pfizer liegt nun unter
    <a href="http://www.forticus.de/bio/pfe-va.gif

    Die" target="_blank">http://www.forticus.de/bio/pfe-va.gif

    Die</a> Sicherheit liegt bei deftigen 99%. Ich hatte zuvor ein paar
    heimtückische Formelfehler in meiner Tabellen.

    Laut Signal 2 und 3 bekäme ich über 10 Jahre dann eine p.a.-Rendite
    von 20% bei Kauf zu 32 USD und von 25% bei Kauf zu 22USD.

    Da ich bei einer Firma der Größe von Pfizer skeptisch bin, was ein langjähriges
    Wachstum von über 20% angeht. Würde ich auch bei aktuell höheren Zahlen
    nicht mehr als 20% ansetzen, was ja auch nicht zu verachten ist.

    Gruß
    Forticus

  5. #5
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    NEW YORK (dpa-AFX)

    - Der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer hat am Montagabend seine Gewinnprognosen für 2001 und 2002 bestätigt. Der Gewinn je Aktie (EPS) aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit werde in diesem Jahr wie erwartet zwischen 1,27 und 1,30 US-Dollar liegen, teilte Pfizer nachbörslich in New York mit. Für das kommende Jahr wird das EPS bei 1,56 USD oder höher erwartet./FX/rw/js

  6. #6
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    NEW YORK (dpa-AFX)

    "Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat im dritten Quartal seinen Gewinn je Aktie (EPS) von 21 auf 33 Cent gesteigert. Der Gewinn vor Sonderposten sei in Jahresfrist auf 2,185 Milliarden US-Dollar oder von 27 Cent auf 34 Cent je Aktie gestiegen, teilte Pfizer am Mittwoch in New York mit. Der Umsatz kletterte um 10 Prozent von 7,158 auf 7,898 Milliarden Dollar.
    Der Konzern führte den Anstieg auf die starken Verkäufe von Blockbuster-Medikamenten wie das Cholesterinmittel "Lipitor" zurück. Auch Kosteneinsparungen und die im vergangenen Jahr abgeschlossene Übernahme von Warner-Lambert Co habe sich positiv auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt, hieß es.

    Die von Financial Thomson/First Call befragten Analysten hatten mit einem Proforma-Gewinn von 33 Cent je Aktie gerechnet. Für das Gesamtjahr bestätigte Pfizer seine Gewinnerwartungen von 1,30 Dollar je Aktie vor Sonderposten. 2002 werde der Ertrag vor Sonderposten je Anteilsschein bei 1,56 Dollar oder mehr liegen. Damit wurde auch die Gewinnerwartung für 2002 bestätigt. Beim Umsatz rechnet der Pharmakonzern mit einem zweistelligen Wachstum in 2002 und mit verbesserten Margen."

  7. #7
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    @ Forticus

    "Da ich bei einer Firma der Größe von Pfizer skeptisch bin, was ein langjähriges
    Wachstum von über 20% angeht. Würde ich auch bei aktuell höheren Zahlen
    nicht mehr als 20% ansetzen, was ja auch nicht zu verachten ist."

    Damit kann ich dir nur Recht geben. Herr Buffett meinte dazu im letzten Aktionärsbrief:

    It’s fine for a CEO to have his own internal goals and, in our view, it’s even appropriate for the CEO to publicly express some hopes about the future, if these expectations are accompanied by sensible caveats. But for a major corporation to predict that its per-share earnings will grow over the long term at, say, 15% annually is to court trouble.
    That’s true because a growth rate of that magnitude can only be maintained by a very small percentage of large businesses. Here’s a test: Examine the record of, say, the 200 highest earning companies from 1970 or 1980 and tabulate how many have increased per-share earnings by 15% annually since those dates. You will find that only a handful have. I would wager you a very significant sum that fewer than 10 of the 200 most profitable companies in 2000 will attain 15% annual growth in earnings-per-share over the next 20 years.

  8. #8
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    Pfizer bleibt standfest [ 18.12.01, 10:44 ]
    Von : Iris Gagel




    Der Pharmakonzern Pfizer bereitet den Anlegern kurz vor Weihnachten eine freudige Überraschung. Im Gegensatz zu den beiden Konkurrenten Merck und Bristol-Myers, die in der vergangenen Woche ihre Gewinnprognosen deutlich zurückschraubten, bekräftigte die Gesellschaft ihre Erwartungen.






    Erfolgsprodukt von Pfizer: Der Kassenschlager Viagra.


    Das Unternehmen rechnet für 2001 mit einem Gewinn je Aktie von mindestens 1,30 Dollar und für 2002 von 1,56 bis 1,60 Dollar. Im kommenden Jahr will der weltgrößte Pharmakonzern und Schöpfer der Potenzpille Viagra ein Gewinnwachstum von 20 bis 23 Prozent erwirtschaften.

    Zudem wird die vierteljährliche Dividende von elf US-Cent je Aktie auf 13 Cent je Aktie erhöht. Die US-Börse feiert die Meldung mit einem Kursanstieg von über zwei Prozent bis Handelsschluss.

    Die weiterhin starke Marktposition bei Kassenschlagern wie der Potenzpille Viagra oder dem Fettsenker Lipitor ist der Grund für den Optimismus des Pharmagiganten. Denn im Gegensatz zu den Konkurrenten Merck und Bristol, bei denen in Kürze wichtige Patente auslaufen, genießen Pfizers wichtigste Medikamente noch mindestens bis Mitte des Jahrzehntes Patentschutz. Dies wird verstärkt dazu führen, dass die Anleger in Pharmaunternehmen wie Pfizer umschichten, deren Patenposition auf absehbare Zeit gesichert ist.

    Das Umsatzpotenzial der Schlüsselmedikamente ist gewaltig. Die Antifettpille Lipitor erlöste allein im dritten Quartal 1,66 Milliarden US-Dollar. Weitere Kassenschlager sind das Herzmedikament Norvasc mit einem Quartalsumsatz von 881 Millionen US-Dollar, das Antidepressivum Zoloft sowie das Epilepsiemedikament Neurontin. Mit einem Quartalsumsatz von 375 Millionen US-Dollar gehört die Potenzpille Viagra zu den Kleinsten unter den Giganten.

    Für einen KAUF der Pfizer-Aktie spricht aber nicht nur die starke Produktpalette des Konzerns. Nach einem Kursverlust von über acht Prozent seit Mitte Dezember ist die Aktie aktuell auf einem für die Branche günstigen Bewertungsniveau angelangt: Einem 2002-er KGV von 25 steht ein geschätztes Gewinnwachstum von 23 Prozent im kommenden Jahr gegenüber.

    Zusätzlicher Pluspunktist die Pipeline. Allein in den nächsten beiden Jahren werden sieben neue Medikamente auf den Markt kommen, mindestens drei davon haben das Potenzial, Umsätze von über einer Milliarde US-Dollar zu erreichen.


    Empfehlung: KAUFEN
    Kurs am 18. Dezember: 45,00 Euro
    Stoppkurs: 40,00 Euro

    Quelle: Boerseonline.de

  9. #9
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    Hallo zusammen
    Hier ein Artikel aus der heutigen FAZ.

    Gruß Mitch


    Finanzmärkte und Geldanlage *Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2002, Nr. 25, S. 27 *

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    Köpfe hinter den Kursen
    Der kühne Rechner eilt der Konkurrenz davon

    Henry McKinnell redet gerne darüber, wenn er Gutes tut. Im Spätherbst vergangenen Jahres erreichte ihn eine E-Mail des Clearwater Marine Aquariums in Florida. Der Chef von Pfizer wurde in dem Brief um eine Medikamentenspende für einen gestrandeten Zwergwal gebeten, der an einer lebensgefährlichen Pilzinfektion erkrankt war. Der Notruf, so ließ Pfizer später in einer langen Pressemitteilung wissen, fand sofort die Aufmerksamkeit von McKinnell. Das Unternehmen ließ dem Aquarium Pilzmittel im Wert von 4500 Dollar zukommen, entsprechend einer Tagesration von 14 Gramm für einen Monat. Vertreter des Aquariums ließen sich in der besagten Mitteilung zitieren, wie "extrem dankbar" sie doch für die Spende seien. Dem Wal half die Pfizer-Medizin freilich nur vorübergehend. Er ist vor 10 Tagen gestorben.

    Doch die Episode zeigt, daß bei Pfizer die Welt in Ordnung zu sein scheint. McKinnell kann sich seine Spendierlaune leisten. Pfizer hat im vergangenen Jahr nach Steuern fast 8 Milliarden Dollar verdient. Das Unternehmen ist inzwischen die unumstrittene Nummer eins der Pharmabranche. Der Börsenwert von 260 Milliarden Dollar ist schon doppelt so hoch wie der von Merck & Co., dem einstigen Weltmarktführer. Auf der ganzen Welt gibt es mit General Electric, Microsoft, Exxon Mobil und Wal-Mart Stores nur vier Unternehmen, die noch mehr Gewicht auf die Waage bringen. Doch McKinnell, der Geduld nicht zu seinen Stärken zählen soll, will noch höher hinaus. Gewinnsteigerungsraten von 15 Prozent aufwärts hat er den Anlegern auch für die nächsten drei Jahre versprochen. Er kenne kein anderes größeres Unternehmen, das bereit sei, sich so weit in die Zukunft hinein auf eine so hohe Wachstumsrate festzulegen, triumphierte McKinnell unlängst in seinem kaum wahrnehmbaren kanadischen Akzent vor Analysten.

    Doch die Investoren scheinen die Visionen des kühnen Rechners nicht kaufen zu wollen. Seit rund drei Jahren tritt die Aktie des Unternehmens de facto auf der Stelle. Je nachdem, wie die allgemeine Stimmung für Pharmawerte ist, bricht der Kurs kurz nach oben oder nach unten aus, kehrt aber immer wieder an seinen Ausgangspunkt von rund 40 Dollar zurück. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2002 entspricht inzwischen nur mehr dem des Gesamtmarktes, enthält also keine Wachstumsprämie mehr. Die Gründe liegen weniger bei Pfizer selbst als bei der Konkurrenz. Unternehmen wie Merck & Co., Bristol-Myers Squibb und Schering-Plough haben ihren Aktionären in der jüngeren Zeit böse Überraschungen beschert. Es sind damit an Wall Street größere Zweifel aufgekommen, ob die Pharmabranche auch in Zukunft der zuverlässige Ergebnislieferant sein wird, der sie über Jahrzehnte hinweg war.

    Freilich leiden die großen Konkurrenten von Pfizer fast allesamt darunter, daß wichtige Patente auslaufen. Die Verkaufsrenner von Pfizer hingegen werden vom Wettbewerb der Generikahersteller noch drei bis vier Jahre verschont bleiben. Und das Unternehmen hat immerhin acht der 30 umsatzstärksten Medikamente der Welt im Portfolio - sogenannte Blockbuster mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar. Dazu zählt der Cholesterinsenker Lipitor, mit 6,4 Milliarden Dollar inzwischen das umsatzstärkste Medikament der Welt. Analysten zufolge könnte Lipitor sogar das erste Medikament überhaupt werden, das einen Jahresumsatz von 10 Milliarden Dollar erreicht. Allerdings wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres Crestor, ein Konkurrenzprodukt von AstraZeneca, auf den Markt kommen, das von Fachleuten noch positiver als Lipitor beurteilt wird. Pfizer, dessen 20 000 Mann starkes Vertriebsnetz als das schlagkräftigste der Branche gilt, setzt auf seinen Startvorteil und die Vertrautheit der Ärzte mit Lipitor. Zudem glaubt McKinnell, daß der Markt von Lipitor erst zu rund einem Drittel ausgeschöpft ist.

    Lipitor war von Warner-Lambert entwickelt worden, wurde aber von Beginn an von Pfizer mitvermarktet. Als Warner-Lambert 1999 eine Fusion mit American Home Products vereinbarte, reagierte das Pfizer-Management ohne Zögern und konterte mit einer 90 Milliarden Dollar schweren Offerte für Warner-Lambert. An der Spitze von Pfizer stand damals noch Bill Steere. McKinnell, ein hochgewachsener, sehr steif wirkender Manager, der schon an vielen Marathonläufen und Triathlons teilgenommen hat, galt aber als der Kronprinz. Wie Steere wurde der heute 58 Jahre alte McKinnell an der kalifornischen Stanford University graduiert. Und wie Steere hat er seine ganze berufliche Karriere bei Pfizer verbracht. Eigentlich hatte sich McKinnell der Wissenschaft verschrieben. Um jedoch praktische Erfahrung in den akademischen Elfenbeinturm einbringen zu können, heuerte der Sohn eines kanadischen Schiffskapitäns 1971 erst einmal bei Pfizer in Tokio an. Fast 14 Jahre arbeitete er schließlich für Pfizer in Asien. Zurück im Hauptquartier in New York, erwarb er sich schnell den Ruf eines sehr analytisch denkenden Finanzfachmanns.

    Die Nachfolge von Steere trat McKinnell vor einem Jahr an. Die erste Bewährungsprobe, die Integration von Warner-Lambert, scheint er gut gemeistert zu haben. Die Einsparungen in Milliardenhöhe erklären zu einem großen Teil, warum McKinnell bis 2004 ein so rosiges Szenario entwirft. Manche Analysten befürchten, daß die Zahlen von Pfizer nicht mehr so #### leuchten werden, wenn der Synergieschub aus der Fusion verpufft sein wird. Barbara Ryan, Analystin der Deutschen Bank, glaubt sogar, daß Pfizer einer weiteren Großakquisition bedarf, wenn es das zweistellige Gewinnwachstum langfristig beibehalten will. Sie rät ihrer Klientel vom Kauf der Aktie ab.

    FOLKER DRIES


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  10. #10
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    dpa-AFX-Nachricht

    Montag, 15.07.2002, 13:56
    ROUNDUP: Pfizer kauft Pharmacia für 60 Milliarden Dollar
    NEW YORK (dpa-AFX) - Der amerikanische Pharmariese Pfizer Inc. * übernimmt den Pharmakonzern Pharmacia Corp. * im Zuge eines Aktientauschs. Der Kaufpreis liege bei 60 Milliarden Dollar, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Es handelt sich um eine der bisher größten Pharma-Übernahmen.

    Pfizer baut damit seine Spitzenposition als weltgrößter Pharmakonzern weiter aus und steigert seinen für 2002 erwarteten Umsatz von 35,1 Milliarden Dollar auf rund 48 Milliarden Dollar. Der Gewinn soll durch die Pharmacia-Übernahme in diesem Jahr statt 9,8 Milliarden Dollar 11,8 Milliarden Dollar erreichen. Pfizer wird nach dem Kauf über zwölf Medikamente mit einem jeweiligen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar verfügen.

    PFEISER RECHNET MIT 10 PROZENT UMSATZPLUS

    Pfizer prognostizierte für das Jahr 2004 einen Konzernumsatz von 57,8 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 16,7 Milliarden Dollar. Der Umsatz werde jährlich um zehn Prozent und der Gewinn um 19 Prozent steigen. "Wir werden mit Pharmacia die Produkte, die (Forschungs)-Pipeline, die Größe und die finanzielle Flexibilität haben, um unsere Führung auszubauen", erklärte Pfizer-Konzernchef Hank McKinnell. Pharmacia-Chef Fred Hassan soll stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender von Pfizer werden und soll bei der Integration der beiden Unternehmen helfen.

    Pfizer mit Firmensitz in New York wird seine Spitzenposition in den USA und Kanada weiter ausbauen und wird in Europa vom vierten auf den ersten Platz aufrücken. Das Unternehmen wird auch in Japan und Lateinamerika Pharma-Spitzenreiter. Das zusammengeschlossene Unternehmen wird über ein Forschungsbudget von mehr als sieben Milliarden Dollar verfügen. Pharmacia wird seinen Restanteil von 84 Prozent Anteil an dem Agrarchemie-Unternehmen Monsanto * an die eigenen Aktionäre abgeben.

    AKTIENTAUSCH 1-ZU-1,4

    Die Pharmacia-Aktionäre sollen 1,4 Pfizer-Aktien je eigenen Anteil erhalten. Dies läuft auf einen Kaufpreis von 45,08 Dollar je Aktie hinaus. Dies entspreche einem Aufgeld von 44 Prozent. Die Pfizer- Aktien sind am Montag vorbörslich um 2,20 Dollar auf 30,20 Dollar gefallen, während der Pharmacia-Aktienkurs kräftig um 8,16 Dollar auf 40,75 Dollar zulegte.

    Pfizer ist besonders an dem Arthritis-Medikament Celebrex interessiert, dem Pharmacia-Bestseller. Die beiden Firmen vermarkten das verkaufsstärkste Arthritis-Arzneimittel und das Zusatzmedikament Bextra bereits gemeinsam.

    FUSION BÜNDELT GROSSE ZAHL AN BESTSELLERN

    Pharmacia mit Sitz in New Jersey bringt auch das Glaukom-Medikament Xalatan, das Krebsheilmittel Camptosar und andere wichtige Medikamente in die Ehe. Pfizer ist bei Herz- und Kreislaufmedikamenten mit seinem Bestseller Lipitor und mit dem Blutdruck-Mittel Norvasc stark vertreten. Die Gesellschaft verfügt auch über Viagra gegen Potenzstörungen, das Antibiotikum Zithromax, das Epilepsie-Medikament Neurontin sowie andere Bestseller.

    Pfizer hatte vor zwei Jahren den US-Pharmakonzern Warner-Lambert für 115 Milliarden Dollar geschluckt, und bringt jetzt mit dem Pharmacia-Kauf andere große Pharmaunternehmen wie Merck & Co. Inc. *, Bristol-Myers Squibb Co. * und Roche Holding AG * in Zugzwang.

    WELTMARKTANTEIL PHARMA STEIGT AUF 11 PROZENT

    Pfizer wird seinen weltweiten Pharma-Marktanteil von acht auf elf Prozent erhöhen. Es dürfte eine angesichts der Größe von Pfizer eine intensive kartellrechtliche Untersuchung geben. Die Aktionäre beider Unternehmen müssen noch ihre Zustimmung geben. Die Transaktion soll bis Ende 2002 über die Bühne gehen. Die Pfizer-Aktionäre würden 77 Prozent und die Pharmacia-Anteilseigner 23 Prozent der zusammengeschlossenen Gesellschaft kontrollieren. Es werden 2005 Kostenersparnisse von 2,5 Milliarden Dollar erwartet.

    Pfizer erhöht sein Aktienrückkaufprogramm von zehn Milliarden Dollar auf 16 Milliarden Dollar. Pfizer erwartet unter Ausklammerung von Sonderkosten für 2002 einen Gewinn von 1,58 Dollar pro Aktie, plus 21 Prozent. Pharmacia geht für das Gesamtjahr von einem Gewinn von 1,52 Dollar bis 1,57 Dollar je Aktie aus. /DP/so

    -------------------

    dpa-AFX-Nachricht

    Mittwoch, 17.04.2002, 18:26
    ROUNDUP: Pfizer rechnet auch 2003/2004 mit starkem Umsatz- und Gewinnanstieg
    NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-amerikanische Pfizer Inc. * hat seinen Umsatz und Ertrag im ersten Quartal 2002 gesteigert und rechnet auch für die kommenden zwei Jahre mit weiteren Ergebnissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich. Dies teilte der weltgrößte Pharmakonzern am Mittwoch in New York mit. Die Aktie des Unternehmens war am Mittwoch an der New Yorker Börse zeitweilig der größte Verlierer. Die Titel gaben um 5,39 Prozent auf 37,75 US-Dollar (18.30 Uhr MESZ) ab.

    Der Umsatz sei im ersten Quartal auf Grund des starken Wachstums von Bestsellern wie dem Cholesterin-Senker Lipitor um elf Prozent auf 8,42 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die von Thomson Financial/First Call befragten Analysten hatten durchschnittlich ein Wachstum von 8,82 Millarden US-Dollar erwartet.

    GEWINNSTEIGERUNG UM 22% IM 1.QUARTAL

    Der Nettogewinn stieg im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2001 um 22 Prozent auf 2,36 Milliarden US-Dollar. Der Ertrag pro Aktie erhöhte sich um 23 Prozent auf 37 US-Cent. Klammert man Sondereffekte aus, dann legte der Nettogewinn um 14 Prozent auf 2,4 Milliarden US-Dollar zu.

    Der weltweite Pharmaumsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar. Dabei gab es in den USA einen Zuwachs von 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar, während Pfizer im Ausland um acht Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar zulegte. Pfizer bietet neben acht der insgesamt 30 umsatzstärksten Medikamente der Welt auch Konsumgüter an.

    ZWEISTELLIGE WACHSTUMSRATEN BIS 2004 ERWARTET

    Das Unternehmen rechnet auf Basis aktueller Wechselkurse im Gesamtjahr mit einem Umsatzzuwachs im zweistelligen Prozentbereich und einer besseren Bruttogewinnspanne. Der Gewinn pro Aktie soll 1,56 US-Dollar bis 1,60 US-Dollar erreichen. Die Analystenschätzungen liegen derzeit bei 1,59 US-Dollar. In Forschung und Entwicklung sowie Marketing will Pfizer eigenen Angaben zufolge 5,1 Milliarden US-Dollar investieren.

    Auch in den Folgejahren 2003 und 2004 rechnet Pfizer mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Ertrag. Das Gewinnwachstum werde in den beiden kommenden Jahren voraussichtlich bei 15 Prozent oder darüber liegen, hieß es./ck/DP/yh/ar

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