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Thema: Lindt & Sprüngli

  1. #1
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, zusammen,

    es heißt zwar, die beste Krankheit würde nichts taugen, aber so ganz stimmt das nicht. Immerhin habe ich so in den vergangenen Tagen die Zeit gefunden, meine Analyse über die Lindt & Sprüngli AG fertigzustellen.

    Über Eure Meinungen und Kommentare freue ich mich wie immer sehr.

    Eine Anmerkung noch: Lindt & Sprüngli hat Aktien im Nennwert von 100 CHF und Partizipationsscheine im Nennwert von 10 CHF. Der Einfachheit halber habe ich die Aktien auf 10 CHF Nennwert umgerechnet und bezeichne die Part.-Scheine in der Analyse stets als "Aktien", denn letztlich sind Part.-Scheine nichts anderes als Vorzugsaktien, wie man in Deutschland sagen würde.


    Value-Analyse Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG


    1.) Profil

    Die Lindt & Sprüngli Gruppe mit Sitz in Kilchberg bei Zürich ist ein weltweit tätiges Unternehmen, das Schokoladeprodukte im Premium-Qualitätssegment entwickelt, produziert und vertreibt.


    2.) Allgemeine Unternehmensbeurteilung („Weiche“ Kriterien)

    Ist das Unternehmen einfach zu verstehen, hat es eine beständige Firmengeschichte?
    Lindt & Sprüngli hat die Geschichte der Schokoladeherstellung entscheidend mitgeprägt. So stellten der Konditormeister David Sprüngli und sein Sohn Rudolf schon 1845 in Zürich erstmals Schokolade in fester Form her. Und um höchste Qualität ging es auch Rodolphe Lindt, dem zweiten der beiden Stammväter des Schweizer Unternehmens. Er setzte 1879 durch die sensationelle Erfindung einer Schokolade mit besonders feinem Schmelz - er nannte sie "Chocolat fondant Rod. Lindt fils" - einen Standard, der für die gesamte Branche bis heute Gültigkeit hat. Zur Finanzierung einer neuen Fabrik wurde die Einzelfirma 1899 in eine AG umgewandelt. 1986 erfolgte der Börsengang. Lindt & Sprüngli stellt ausschließlich Schokoladenprodukte her - und die sind bereits Kleinkindern absolut verständlich.
    Dieses Kriterium ist hundertprozentig erfüllt.

    Werden die Produkte dringend benötigt, gibt es keinen direkten Ersatz?
    Schokolade kostet Geld, ist ungesund und macht dick. Trotzdem kennt jeder den positiven Effekt, den Schokolade hat, und auf den kaum jemand dauerhaft verzichten kann und möchte. Und wer möchte schon diesen Genuß missen?
    Dieses Kriterium ist aus meiner Sicht weitgehend erfüllt.

    Gibt es wenig Restriktionen, so daß das Unternehmen expandieren kann? Ist die Produktion einfach auszudehnen?
    Schokolade ist ein einfaches Produkt, von dem keine Umweltgefährdung ausgeht. Die einzige Restriktion könnten Eingriffe des Gesetzgebers im Hinblick auf Gesundheitsvorsorge sein. Dies sehe ich jedoch eher für Alkohol und Tabakprodukte als für Süßwaren.
    Dieses Kriterium ist ebenfalls vollständig erfüllt.

    Sind die Produkte eindeutig von Konkurrenzprodukten zu unterscheiden? Verfügt das Unternehmen über eine monopolartige Stellung?
    Lindt & Sprüngli legt großen Wert auf eine klare Positionierung der Marke „Lindt“ und der weiteren Marken. Discounter werden nicht beliefert, weder mit eigenen Produkten noch mit Handelsmarken. Im „normalen“ Supermarkt ist Lindt in jedem Fall die führende Marke, die sich erfolgreich mit Qualität von den 29-Cent-Tafeln absetzt. Die eindeutige Unterscheidung zu Wettbewerben ist dadurch gegeben Von einem Monopol kann allerdings keine Rede sein.
    Das Kriterium ist damit teilweise erfüllt.

    Hat das Unternehmen noch Wachstumspotential? Wird die Nachfrage noch genügend wachsen?
    Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage in weiten Teilen der Welt und des Vordringens der Discounter erzielt Lindt & Sprüngli teilweise ein deutlich zweistelliges Wachstum. Lindt gilt als die innovativste Firma in der Schokoladen-Industrie und bringt in jedem Jahr neue Produktkreationen auf den Markt. Die Ausgaben für Werbung werden jedes Jahr gesteigert, um einen erhöhten Bekanntheitsgrad zu erreichen. In den USA und Australien werden Lindt-Stores getestet, die ausschließlich Lindt-Produkte vertreiben.
    Dieses Kriterium ist absolut erfüllt.

    Hat das Unternehmen weitgehende Freiheit in der Preisgestaltung?
    Im Bereich der Premium-Schokoladen ist Lindt der bekannteste Anbieter und kann von daher schon seine Preise etwas selbst bestimmen. Insgesamt gesehen ist der Markt aber hart umkämpft, zum Teil mit großen Wettbewerben wie Nestlé und Kraft Foods (Milka) und Handelsmarken.
    Dieses Kriterium ist aus meiner Sicht nur sehr bedingt erfüllt.

    Ist das Management gut und aktionärsfreundlich?
    Der Vorstand des Unternehmens besteht aus vier Personen, die seit 1995 unverändert im Amt sind. Die Gesamtbezüge des Vorstands sowie des Aufsichtsrats betrugen im Jahr 2004 CHF 7,9 Mio., was für mein Empfinden hoch, aber nicht unangemessen ist. Die Steigerung zum Vorjahr beträgt 2,53 %. Vorstand und Aufsichtsrat besitzen gemeinsam rund 3,94 % der Aktien der Gesellschaft.
    Dieses Kriterium kann ich nicht wirklich beurteilen, scheint aber wohl erfüllt.


    3.) Meßbare Qualitätskriterien („Harte“ Kriterien)

    Eigenkapitalquote
    Die Eigenkapitalquote steigt seit Jahren kontinuierlich an. Sie betrug 2004 48,5 % und lag damit nur knapp unter meiner Anforderung von 50 %.

    Eigenkapitalrendite
    Die Eigenkapitalrendite steigt ebenfalls fast gleichmäßig an. 2004 waren es 18,2 %. Das Ziel von 15 % wird damit erreicht. Zuletzt lag die EK-Rendite 1997 (11,6 %) unter dem Ziel.

    Gewinnwachstum
    Das geometrische Gewinnwachstum lag seit 1998 immer zwischen 14 % und 16 %.

    „Echte“ Gewinne
    Die sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich vermindert. Mit deutlich unter 1 % der Umsatzerlöse können diese Werte allerdings vernachlässigt werden. Von daher sind die Gewinne der Gesellschaft echte Gewinne aus der geschäftlichen Tätigkeit.

    Dividenden und einbehaltene Gewinne
    Die Ausschüttungsquote liegt seit 1996 immer zwischen 22 % und 26 %. Unser Zielwert von 50 % wird deutlich erreicht.

    Umsatzentwicklung im Vergleich zum Lager
    2004 stieg der Umsatz um 12 %. Die Vorräte legten um 8 % zu. Das bedeutet, daß das Lager weniger zulegte als der Umsatz. Der Gewinn stieg um 23,5 % und damit deutlich stärker als der Umsatz. Grund dafür sind unterproportional gestiegene Abschreibungen, ein verringerter Zinsaufwand und eine etwas geringere relative Steuerbelastung. Es handelt sich hierbei also nicht um außerordentliche Gewinne, die sich nicht wiederholen lassen.

    Umsatzrendite
    Die Umsatzrendite steigt gleichmäßig an, in 2004 betrug sie 7,5 %. Der angestrebte Wert von 10 % wird also nicht erreicht.

    Verzinsung der einbehaltenen Gewinne
    Gewinn pro Aktie 1996: CHF 23,10 - Gewinn pro Aktie 2004: CHF 69,26 - Gesamter Gewinn pro Aktie 1996-2004: CHF 358,02 - Gesamte Dividende pro Aktie 1996-2004: CHF 85,30 ==> Hinzufügung zum Eigenkapital: CHF 272,72
    Differenz Gewinn 2004 zu Gewinn 1996: CHF 46,16
    Daraus ergibt sich eine Verzinsung der einbehaltenen Gewinne von 16,92 %. Damit ist das Ziel von 15 % erreicht.

    Cash-Flow-Marge
    Die Cash-Flow-Marge bewegte sich zwischen 1996 und 2004 stets zwischen 9,4 % und 12,2 %. Damit ist die Vorgabe von 15 % nicht erfüllt.

    Sachinvestitionen
    Zwischen 1996 und 2000 lag dieser Wert immer über 50 %. Seit 2001 liegt der Wert zwischen 36 % und 44 %. Im Mittel der letzten Jahre ist das Ziel von 40 % praktisch erreicht.

    Grad der Anlagendeckung
    Das Eigenkapital von 830 Millionen CHF deckt das Anlagevermögen von 553,9 Mio. CHF und dazu noch die Vorräte von 271 Mio. CHF vollständig ab.

    Immaterielle Vermögensgegenstände
    Immaterielle Werte sind mit 900.000 CHF zu vernachlässigen.

    Pensionsrückstellungen
    Die Pensionsrückstellungen betragen nur 96,4 Mio. CHF und stellen damit kein hohes Risiko dar.

    Hoher Forderungsbestand
    Bei der Analyse der Bilanz fällt auf, daß die Forderungen an Kunden etwa 36 % der Bilanz ausmachen. Dabei handelt es sich in vollem Umfang um Forderungen gegen Supermarkt- und Großhandelsketten. Die Höhe der Forderungen zum Jahresende ist immer ein Zeichen für den Geschäftsgang im November und Dezember. Bei dem saisonalen Geschäft sind die Verkäufe in diesem Zeitraum naturgemäß sehr hoch. Somit enthält diese Position praktisch keine Risiken.

    Aktienoptionen
    Rechnet man die Aktien (NW 100 CHF) auf die Partizipationsscheine (NW 10 CHF) um, so waren zum 31.12.2004 2.183.155 Aktien ausstehend. Mitarbeiteroptionen existieren für 118.068 Aktien. Bei voller Ausübung würde der Gewinn pro Aktie von CHF 69,26 auf CHF 65,70 verwässert werden. Das entspricht einer Verwässerung von 5,14 %, die knapp über meiner Grenze von 5 % liegt.


    4.) Kriterien nach Benjamin Graham

    • Mindestumsatz für ein Industrieunternehmen 100 Millionen US-Dollar: erreicht

    • Das Umlaufvermögen sollte mindestens doppelt so groß wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten sein. Außerdem sollten die langfristigen Verbindlichkeiten nicht größer als das Nettoumlaufvermögen sein: Teil 1 ganz knapp nicht erreicht, Teil 2 klar erreicht.

    • Innerhalb der letzten 10 Jahre sollte kein Verlustabschluß vorgekommen sein: erreicht

    • Gewinnverbesserung in den letzten 10 Jahren um mindestens 1/3 pro Aktie, wobei zu Beginn und am Ende ein Dreijahresdurchschnitt verwendet werden sollte: 96-98 betrug der GpA im Durchschnitt CHF 25,54, 02-04 waren es CHF 57,43. Der Gewinn hat sich mehr als verdoppelt, also klar erreicht.

    • Das KGV sollte nicht über 15 liegen (auf Basis der Durchschnittswerte der letzten drei Jahre): nicht erreicht (17,333)

    • Der Börsenkurs sollte nicht mehr als 50 % über dem Buchwert liegen. Allerdings kann der Börsenkurs mehr als 50 % über dem Buchwert liegen bzw. mehr als dem 1,5-fachen des Buchwertes entsprechen, sofern nur das KGV niedriger ist. Wir empfehlen, daß KGV und der Buchwertmultiplikator miteinander multipliziert nicht mehr als 22,5 ergeben sollten: Ganz klar nicht erreicht (KGV * Buchwertmultiplikator = 65)


    5.) Bilanz-Quicktest nach Peter Kralicek

    1) Eigenkapitalquote
    EK-Quote: (Eigenkapital/Bilanzsumme)*100
    Liegt bei 48 %, damit Note 1 (sehr gut)

    2) Schuldentilgungsdauer in Jahren
    Schuldentilgungsdauer: (Fremdkapital - flüssige Mittel) / Jahres-CF
    Liegt bei 3,28 Jahren, damit Note 2 (gut)

    3) Gesamtkapitalrentabilität
    GK-Rentabilität: (Ergebnis d. gew. Gesch.Tät. + FK-Zinsen)/GK * 100
    Liegt bei 13,62 %, damit Note 2 (gut)

    4) Cash-Flow-Leistungsrate
    CF-Leistungsrate: (Cash-Flow/Umsatz)*100
    Liegt bei 9,85 %, damit Note 2 (gut)


    6.) Bewertung der Aktie

    Signal 1
    DCF-Methode
    Die DCF-Methode ist nicht sinnvoll anzuwenden, da der NCF der Lindt AG stark schwankt. Bei einem Diskontierungszinssatz von 8 % und einem angenommenen NCF-Wachstum von 10 % ergibt sich ein innerer Wert von etwa CHF 1.073,78, was deutlich unter dem aktuellen Kurs von CHF 1.782,-- liegt.

    Signal 2
    Zukünftiger Unternehmenswert auf der Basis der Gewinne pro Aktie und des Kurs-Gewinn-Verhältnisses
    Bei einer angenommenen Gewinnsteigerung von 7 % jährlich (das Management selbst rechnet mit 5-7 % jährlich) und einem KGV von 20 errechnet sich ein Kurs von CHF 2.725,--. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von rund 4,34 %.

    Signal 3
    Unternehmenswert auf der Basis der Eigenkapitalrendite und des Kurs-Gewinn-Verhältnisses
    Diese Rechnung ergibt in 10 Jahren bei einer EK-Rendite von 16 % einen Kurs von CHF 3.781,-- - das entspricht einer jährlichen Steigerung von 7,81 %.




    Fazit:

    Die drei Signale zeigen eine Überbewertung der Aktie an. Aber ist sie das wirklich?

    Keine Frage, ein Schnäppchen ist Lindt & Sprüngli nicht. Auf Basis der 2004er Gewinne beträgt das KGV derzeit rund 25, ein Wert, der zuletzt im Jahre 2000 erreicht wurde. Auf den Jahresendkurs gerechnet liegt das KGV „nur“ bei 19.

    Bei Lindt handelt es sich in jedem Fall um ein sehr interessantes Unternehmen, das im wachsenden Bereich der Premium-Schokoladen Marktführer ist. Trotz der starken Konkurrenz auf dem Schokoladenmarkt und im Lebensmittelhandel generell hat es Lindt in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft, bedeutende Zuwächse zu erzielen. Durch den Verzicht auf „Preiskriege“ und auf das Geschäft mit Discountern wächst nicht nur der Umsatz, sondern auch der Gewinn regelmäßig.

    Überhaupt fällt das konstante Gewinn- und Umsatzwachstum des Konzerns auf. Seit 1996 gab es bei beiden Zahlen keinen Rückgang mehr. Auch der Aktienkurs entwickelte sich ähnlich konstant (außer einer Schwächephase 2002 und 2003). Deswegen ist das KGV mit 18,9 (per Ende 2004) auch fast gleich wie Ende 1996 (17,6). Das heißt, daß die Kursgewinne durch zunehmende Gewinne auch unterlegt sind.

    Hinzu kommt die gute Position des Unternehmens, die aus den „weichen Qualitätskriterien“ deutlich wird. Bleibt also nur noch zu hoffen, daß es bald wieder zu Kursrücksetzern kommt und die Aktie wieder mal günstiger zu kaufen sein wird.


    Ich hoffe, daß Euch die Analyse ebenso schmeckt wie die Produkte von Lindt. Wußtet Ihr eigentlich, daß Lindt mit seinen Goldhasen deutscher Marktführer im Ostergeschäft ist? Und das allen Schmunzelhasen zum Trotz...


    Schönen Tag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  2. #2
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo Papa von Julia,

    du hast gerade einen meiner derzeitigen Value-Favoriten getroffen. Am Wochenende will ich mir Lindt & Sprüngli noch mal gründlich vornehmen.

    Vorab schon mal: Bei einer Sache könntest du erfreulicherweise Unrecht bekommen:

    <Schokolade kostet Geld, ist ungesund und macht dick.>

    <Die einzige Restriktion könnten Eingriffe des Gesetzgebers im Hinblick auf Gesundheitsvorsorge sein.>

    Nach neuesten Forschungsergebnissen könnte Schokolade *die Vermehrung von Brustkrebszellen verhindern. Vielleicht wird Schokolade noch als Therapie eingesetzt.

    http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=252537

    Naschen gegen Krebs

    Forscher: Schokoladen-Inhaltsstoffe können Krebszellen stoppen


    Inhaltsstoffe von Schokolade können die Vermehrung von Brustkrebszellen verhindern, haben amerikanische Forscher herausgefunden. Die Teilung normaler Körperzellen hingegen wird dabei nicht beeinträchtigt. Weitere Studien sollen nun zeigen, ob diese Inhaltsstoffe künftig sogar zur Prävention oder Therapie von Brustkrebs eingesetzt werden können.

    Schokolade wird aus Kakaobohnen hergestellt, die viele Flavonoide enthalten. Diese schützen die Zelle vor schädlichen Molekülen, die für Herzkrankheiten und Krebs mitverantwortlich sind. Den größten Schutz bietet die Flavonoid-Familie der Procyanide. Die Wissenschaftler verglichen in ihrer Studie die Wirkung dieser Procyanide auf Brustkrebszellen und normale Zellen im Labor. Dabei entdeckten sie, dass gleich vier Proteine, welche die Zellteilung beziehungsweise das Tumorwachstum regulieren, in den behandelten Krebszellen deaktiviert waren. Die Zellen zeigten dementsprechend kein Wachstum mehr.

    Die Forscher vermuten, dass mit dieser vierfachen Deaktivierung der die Zellteilung hemmende Effekt besonders stark ist. Deshalb wirken die Procyanide wahrscheinlich selbst dann in den Krebszellen, wenn einzelne dieser Proteine in einer mutierten Form vorkommen.

    Die Erkenntnisse der vorliegenden Studie bedeuteten jedoch nicht, dass Schokolade das Brustkrebsrisiko senkt oder gar Brustkrebs heilen kann, betont Dickson. In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun herausfinden, wie das Procyanid die vier Proteine gleichzeitig deaktiviert und damit die Zellteilung verhindert.

    Robert Dickson (Georgetown-Universität, Washington) et al.: Molecular Cancer Therapeutics, Bd. 4, S. 537

    ----------

    Grüsse
    flippi

    PS: Mmmmh - der besonders feine Schmelz macht mir gerade Lust.

  3. #3
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, Flippi,

    >>Nach neuesten Forschungsergebnissen könnte Schokolade die Vermehrung von Brustkrebszellen verhindern. Vielleicht wird Schokolade noch als Therapie eingesetzt. <<

    Hoffentlich wird aus "meiner" Lindt & Sprüngli nicht noch eine Pharma-Aktie...

    Gruß,
    JuliaPapa
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  4. #4
    Erfahrener Valueist prince of persia
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    Hallo JuliaPapa,

    danke für die Analyse.

    L&S ist mir schonmal irgendwie über den Weg gelaufen. Aber große Augen habe ich keine bekommen, da mir das KGV nicht attraktiv erschien. Deshalb ist die Aktie gleich in meinem Value-Buffer hängen geblieben. Je nach den Kriterien Wettbewerbsstärke, Ertragskraft und Wachstumschancen versuche ich die Aktien beim ersten Blick grob in drei Bereiche einzuteilen. Beim schwächsten der drei Bereiche sollte das KGV deutlich einsteillig sein, bei mittleren der Bereiche sollte das KGV bis in den zweistelligen Bereich gehen und beim stärksten Bereich auch bis in den deutlich zweistelligen. Das ist natürlich wie gesagt nur sehr grob möglich, aber wenn die Aktie bei diesen Annahmen, die ich auf den ersten Blick nicht zu konservativ treffe, im Filter hängen bleibt, dann landet sie auf der Watchlist mit einem entsprechenem Kurs, der interessant sein könnte. Sieht der Kurs gleich von Anfang an interessant aus, dann schaue ich etwas genauer in die Bilanzen, prüfe z.B. auf echt Gewinne, wie Du sie nennst, usw. und versuche eine erste DCF-Prognose. Spätestens dann sind schon die meisten Werte im Filter hängen geblieben und landen auf der Watchlist. Sieht es dann aber immer noch interessant aus, dann gehe ich erst richtig in die Tiefe. Dann kommt es u.a. darauf an wie stark die Wettbewerbsstellung wirklich ist und ob ich die getroffenen Wachstumsnnahmen begründen kann bzw. ob die Prognose als Ganzes wirklich stichhaltig ist. Die ersten beiden Aktionen stellten ja lediglich einen ersten Versuch dar, die Attraktivität zu prüfen. Es gibt bei mir also quasi ein Zwei-Filter-System, einen groben und einen feineren. Das Positive daran ist jedenfalls, dass man viel Zeit spart bzw. keine vergeudet. Was nützt es mir, wenn ich Tage lang an einer Analyse hänge, um dann festzustellen, dass die Aktie noch lange nicht preiswert ist. OK, am Anfang braucht man ein paar Versuchskandidaten aber später eigentlich nicht unbedingt. Die Zeit kann man dann nutzen, um z.B. interessante Bücher zu lesen. Den einzigen Nachteil an diesem System sehe ich darin, dass manchmal die künftige Ertragskraft eines Unternehmens nicht sofort sichtbar wird. In manchen Fällen wird man die künftige Ertragskraft erst nach tiefen Durchforsten erkennen können. Damit läuft man eventuell Gefahr, dass ein Wert zu Unrecht im Filter hängen bleibt. Das dürfte jedoch eher bei Werten der Fall sein, die aus bestimmten Gründen gerade deutlich weniger verdienen als möglich. Kann man diese als möglichen Turnaroundkandidaten festmachen, sollte man diese also möglichst als Sonderfall betrachten. Soviel also zu meinem Valuenator-Filter.
    L&S hatte ich übrigens in dem mittleren bis starken Bereich eingestuft, was ich nun nach Deiner Analyse auch beibehalten würde. Beim Feinfilter ist L&S allerdings schon hängen geblieben. *

    Grüße
    Valuenator-PoP

    PS. Das mit Pharma kommt schon hin. Denn Schokolade ist vor allein Eines: Ein Antidepressivum!
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  5. #5
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo Papa von Julia,

    nun habe ich ebenfalls eine VA für Lindt erstellt und komme in etwa zum gleichen Ergebnis wie Du. Seufz... *ich hätte gerne eine wenigstens kleine Unterbewertung gehabt! Gut, das sind die Zahlen.

    Mit Deiner Analyse und Deinem daraus gezogenen Fazit stimme ich überein. Auch die "weichen Kriterien" sehe ich ähnlich. Das Unternehmen hat über die Jahre eine hervorragende Qualität und Konstanz bewiesen. Und das spiegelt sich im Preis. Die Frage stellt sich nur, wann denn da der Preis fallen soll, um günstig einsteigen zu können. Ich habe meine Nestlé-Aktien verkauft und stehe für Lindt bereit.

    Grüsse
    flippi

  6. #6
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo Papa von Julia,

    ab wann würdest Du bei Lindt einsteigen?

    Ich würde bei einem Kaufkurs für den Partizipationsschein zwischen 1300 SFr (konservativ) und 1500 SFr (mit Qualitätszuschlag) einsteigen. Den inneren Wert sehe ich beim aktuellen Kurswert. Ich habe allerdings mit 5,4% diskontiert und eine höhere Wachstumsrate angenommen.

    <Die DCF-Methode ist nicht sinnvoll anzuwenden, da der NCF der Lindt AG stark schwankt>

    Das sehe ich nicht so. Haben wir da verschiedene Zahlen oder Vorgaben?

    Wenn ich also von einem Einstiegspreis zwischen 1300 und 1500 ausgehe, scheine ich wohl noch ein Weilchen warten zu müssen.

    Was wäre nun, wenn wir die Wartezeit mit einem Sell Put überbrücken? Allerdings müssen wir wahrscheinlich mit einem längeren Zeitraum rechnen. Rechnet sich da noch ein Sell Put?

    Wir hatten das Thema unter der Rubrik Option. Das würde mich nun real gerade hier interessieren.

    @Volker,

    Du hattest dies erfolgreich mit Mattel praktiziert. Was mir dabei noch nicht klar ist: Ist das Schreiben eines Sell Puts auch für einen längeren Zeitraum profitabel?.


    Grüsse
    flippi

  7. #7
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, Flippi,

    um ganz ehrlich zu sein, bin ich schon Aktionär von Lindt. Ich habe die Part.-Scheine bei 1.042 Euro gekauft, jetzt stehen sie knapp 10 % höher.

    Ausgehend von einem Gewinn pro Aktie von CHF 70 und einer 7 %-Steigerung (vom Management angetrebt) ergibt sich für 2005 ein GpA von 75 Franken. Da ich ein KGV von 20 für angemessen halte, wäre ein möglicher Einstiegskurs wohl etwa 1.500 Franken. Aber das wäre eben ein angemessener Kurs. Ein Schnäppchen wäre es wohl eher bei 1.300 Franken, runde 10 % unter 1.500 Franken. Umgerechnet wären das wohl so etwa 860 Euronen. Ich habe meine Zweifel, ob wir diesen Kurs so bald wiedersehen.

    Was den NCF angeht, so habe ich einfach die Zahlen Cash-Flow und Sachinvestitionen aus den 5-Jahres-Übersichten aus den Geschäftsberichten genommen. Welche Zahlen hast Du denn?

    >>Was wäre nun, wenn wir die Wartezeit mit einem Sell Put überbrücken? Allerdings müssen wir wahrscheinlich mit einem längeren Zeitraum rechnen. Rechnet sich da noch ein Sell Put?<<

    Was ist denn das? Na ja, ganz so schlimm ist es nicht, aber ich bin kein Freund von Optionen. Meinen letzten Optionsschein habe ich vor etwa 10 Jahren gekauft, und ich habe nicht das Gefühl, etwas verpaßt zu haben.

    Mal ganz abgesehen davon, vermute ich, daß diese Optionen nur in der Schweiz gehandelt werden (Lindt ist zwar eine gängige Schokoladenmarke, aber keine gängige Aktie). Für mich wären das dann wohl recht hohe Kosten, wenn Consors das überhaupt kann...

    Wie wäre es, die Wartezeit mit einer Tafel Excellence (die extra cremige Vollmilch) zu überbrücken?


    Schönen Abend noch,
    JuliaPapa
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  8. #8
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo Papa von Julia,

    Glückwunsch! Ich freue mich für Dich.

    <Ich habe meine Zweifel, ob wir diesen Kurs so bald wiedersehen.>

    Ja, ich auch. Leider.

    Meine Zahlen habe ich aus der Aktien-Analyse und dem neuen GB. Der Cashflow in der 5-Jahresübersicht ist - glaube ich - nicht der operative Cashflow.

    Meine Zahlen ab 1993: 93 65 91 102 121 130
    137 111 134 176 178 199 210e


    Eine Sell Put-Option ist ein Stillhaltergeschäft (kein Optionsschein), das Buffett auch praktiziert. Das Thema haben wir einmal im Ordner "Optionen" besprochen.

    Zitat von Volker:

    "Wenn ich sage, dass eine Aktie für mich unter 20 ein Kauf ist und ab 40 ein Verkauf, dann kann es für den Value-Ansatz nur die Möglichkeit des *Sell Put 20 und des Sell Call 40 geben.

    Im ersten Fall liege ich mit meinem bereitgelegten Geld auf der Lauer nach einem Schnäppchen, und erhalte für dieses Stillhalten eine Prämie.

    Im zweiten Fall liege ich mit meinem Aktienbestand für einen Verkauf auf der Lauer, und erhalte für dieses Stillhalten eine Prämie."


    Allerdings habe ich bis jetzt nichts gefunden. Ich vermute, dass dies bei dieser Aktie schwierig wird.

    <Wie wäre es, die Wartezeit mit einer Tafel Excellence (die extra cremige Vollmilch) zu überbrücken?>

    Hmmm, lecker. Und je länger die Wartezeit dauert, desto runder werde ich und kugele mich dann zur Generalversammlung. *

    Grüsse
    flippi

  9. #9
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, Flippi,

    mit der Antwort hat es bei mir etwas gedauert. Aber Du hast in der Tat Recht: Die Cash-Flow-Zahlen, mit denen ich gerechnet habe, und die in der 5-Jahres-Übersicht stehen, sind in der Tat Gewinn+Abschreibungen+Rückstellungen.

    Deine Zahlen ist der "Mittelzufluß aus der Geschäftstätigkeit". Mit denen hätte ich wohl eher rechnen sollen!?

    Aber ich denke, daß sich am Ergebnis nichts ändert: Tolles Unternehmen, aber nicht gerade attraktive Einstiegskurse...

    >><Wie wäre es, die Wartezeit mit einer Tafel Excellence (die extra cremige Vollmilch) zu überbrücken?>

    Hmmm, lecker. Und je länger die Wartezeit dauert, desto runder werde ich und kugele mich dann zur Generalversammlung. <<

    Aber nicht zu viele Tafeln essen. Sonst kommt der Kurs nie mehr nach unten...

    Gruß,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  10. #10
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Guten Morgen,

    Lindt bleibt weiter auf der Erfolgsspur:

    "Lindt & Sprüngli steigert Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr
    Dienstag 23. August 2005, 08:25 Uhr

    Die schweizerische Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG (ISIN CH0010570767/ WKN 870503) meldete am Dienstag, dass sie Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr 2005 deutlich steigern konnte.
    Demnach erhöhte sich der Umsatz von 778,0 Mio. Schweizer Franken (CHF) um 8,9 Prozent auf 847,2 Mio. CHF. Das operative Ergebnis kletterte von 0,1 Mio. CHF auf 7,0 Mio. CHF, das Ergebnis vor Steuern von -2,5 Mio. CHF auf 6,7 Mio. CHF. Das Halbjahresergebnis verbesserte sich von -1,7 Mio. CHF im ersten Halbjahr 2004 auf nun 4,7 Mio. CHF.

    Angesichts der sich abzeichnenden Abschwächungstendenzen in einzelnen Märkten erwartet der Konzern, dass sich die Umsatzdynamik im zweiten Halbjahr gegenüber dem ersten etwas abschwächt. Trotzdem wird man per Ende 2005 das Wachstumsziel von 5 bis 7 Prozent voraussichtlich erneut erreichen, möglicherweise übertreffen. Die erwartete EBIT-Steigerung soll leicht über dem Umsatzwachstum liegen.

    Die Aktie der Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli schloss gestern in Zürich bei 2.010,00 CHF (-0,25 Prozent)."

    Bemerkenswert dabei ist, daß Lindt zum ersten Mal ein positives Ergebnis im ersten Halbjahr erzielen konnte.

    Darauf eine leckere Tafel Himbeer-Joghurt mit weißer Schokolade.

    Euch noch einen schönen Tag,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

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