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Thema: Fielmann AG

  1. #81
    Erfahrener Valueist andreasl33
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    Aber wieso hat Fielmann 1997, als auf das Umsatzniveau von 1995 zurückgefallen sind, nur rund 1/3 von dem verdient, was sie 1995 verdient haben? Worauf ich hinaus will: Fielmann hat Fixkosten, würde also auch mit der gleichen Anzahl an Läden wie 2002 (ungeachtet der Steuerquote) weniger als von dir angenommen verdienen, weshalb ich mit deiner Gewinschätzung nicht ganz übereinstimme.

    Darum habe ich ja geschrieben: "Außerdem hat Fielmann 2004 natürlich mehr Läden und dadurch mehr Kosten als noch in 2003" (gemeint hatte ich 2002, 2003 war ein Tippfehler). Ich wollte nicht den Gewinn nächstes Jahr schätzen, sondern den normalisierten Gewinn, also das was beim derzeitigen Filialnetz im lfr. Durchschnitt ohne Sondereinflüsse zu erwarten ist. Ich halte es für sehr plausibel, daß Fielmann nächstes Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch haben wird, durchaus in der Größenordnung von 1997. Mein Interesse an Fielmann rührt genau daher. Ich würde mich für die Aktie bei Kursen von 15 EUR und tiefer interessieren. Mal sehen, ob sich die Gelegenheit ergibt. Unter normalen Umständen wäre die Chance, daß ich Fielmann zu einem attraktiven Kurs bekomme, gleich null, aber die Gesundheitsreform könnte hier eine Gelegenheit bieten. Die Effekte aus der Gesundheitsreform dürften das normalisierte Umsatzniveau um 10-20% absenken. Längerfristig erwarte ich aber keinen negativen Effekt auf die Umsatzrendite, da man entsprechend gegensteuern kann, z. B. durch die Schließung von unprofitablen Filialen, durch geringere Personalstärke in den Filialen, durch Neuverhandlung der Mietverträge (oft haben die ohnehin eine Umsatzabhängige Komponente). Es wird wohl auch zu einer Verdrängung weniger leistungsfähiger Optiker kommen, so daß sich lfr. eine marktimmanente Umsatzrendite wieder einpendeln dürfte.

    Andreas

  2. #82
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    Andreas,

    sehe ich vollkommen wie Du.

    Ich habe mir übrigens die 20 € Marke vorgemerkt. Da wird Fielmann für mich interessant, auf 3 € mehr würde ich es wahrscheinlich auch nicht drauf ankommen lassen, jenachdem wie sich die Reform auf Fielmann auswirkt und wie schnell sich Fielmann erholen kann. Kurse um die 15 Euro würde ich dazu nutzen bis zu 20% mein Depot-Vermögens in Fielmann zu investieren.

    Arman
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  3. #83
    Erfahrener Valueist andreasl33
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    Ich möchte aus grundsätzlichen Erwägungen nur große Investments machen. Bei 15 EUR würde ich also durchaus 20-25% des Depotvolumens investieren, allerdings werde ich vermutlich nicht 5% bei 20 EUR investieren. Es gibt zu viele nicht-Fisch-nicht-Fleisch Investments, wenn ich da jedesmal zugreifen würde, wäre mein Depot hinterher total zersplittert und ich hätte zu wenig Zeit, mich mit jedem einzelnen Investment zu befassen. Deshalb halte ich lieber Cash bis sich eine Gelegenheit ergibt, wo man auch mehr investieren kann.

    Bei 20 EUR wäre Fielmann nur etwa mit einem normalisierten KGV von 10 bewertet. Das ist wohl noch kein 50% Abschlag vom fairen Wert.

    Andreas

  4. #84
    Erfahrener Valueist prince of persia
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    Schnell noch eine neue Brille!

    MAXIMILIAN STEINBEIS, DÜSSELDORF HANDELSBLATT, 2.10.2003

    Der Raubvogel macht keine Faxen: Was er da in seiner rechten Schwinge hält, ist ein Revolver, und den hält er drohend auf den Betrachter gerichtet. Mit einem schwarz-rot-goldenen Tuch maskiert er seinen krummen Schnabel. Ansonsten sieht das bedrohliche Tier aus wie der gute alte Bundesadler. Und so ist das Plakat auch gemeint: Berlin will dem armen Bürger seine Kröten abjagen, lautet die Botschaft unter der Überschrift "Gesundheitsreform". Und bevor es soweit kommt, so der Vorschlag, solle man doch sein Geld woandershin tragen - beispielsweise damit noch vor Jahresende eine schöne neue Brille kaufen. Wenn man das tut und dann 2004 gleich noch eine neue Brille kauft, gewährt eine Optikkette Rabatt ("Der Staat nimmt, Apollo-Optik gibt"). Das ganze nennt sich "Apollo-Zuschuss".

    Die Gesundheitsreform beschert dem Optikergewerbe einen unerwarteten Geschäftsschub. Nur noch Kinder bis 18 Jahre und schwer Sehbehinderte bekommen ab dem 1. Januar 2004 für neues Sehgerät noch Zuschüsse. Für alle anderen gilt: Jetzt kaufen, ob nötig oder nicht - noch zahlt es ja die Kasse. Und diese Botschaft bringt die Optikbranche derzeit mit allen Marketing-Mitteln unters Volk. Apollo ist dabei keineswegs der Einzige.

    Bei den Krankenkassen, die doch eigentlich durch die Reform entlastet werden sollten, befürchtet man bereits "einen erheblichen Ausgabenschub", sagt Udo Barske, Sprecher des AOK-Bundesverbandes. "Natürlich erhöht das die Defizitrisiken der Kassen in diesem Jahr", wenngleich noch nicht absehbar sei, in welchem Umfang. Auch beim Zahnersatz, für den es ebenfalls keine Kostenübernahme mehr geben soll, seien jetzt schon Vorzieheffekte zu beobachten: Um 5 bis 10 % sei die Zahl der Anträge angestiegen, obwohl dort im nächsten Jahr noch gar nichts bevorstehe. Und bei Arzneimitteln rechne man ebenfalls mit massiven Vorratskäufen in den letzten Monaten des Jahres.

    Das mittelständische Optikergewerbe empört sich ebenfalls: "Widerlich" nennt Horst Dauter, Geschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Augenoptiker (BDAO), die Werbekampagne der Firma Apollo, die nicht Mitglied beim BDAO ist. "Damit schürt man nur die Angst. Das ist reine Abzocke." Bei dem Schwabacher Unternehmen war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Rechtlich ist die Sache keineswegs unproblematisch, die Gerichtsurteile fallen unterschiedlich aus: Letzten Freitag lehnte das Landgericht Nürnberg eine einstweilige Verfügung gegen Apollo ab. "Unser stärkstes Argument war, dass die Vorwürfe schon vom Sachverhalt her nicht stimmen", sagt Apollo-Anwalt Swen Vykydal von der Kanzlei Linklaters. "Die Verbraucher haben einen vertraglichen Anspruch auf den Kassenzuschuss, sie zahlen schließlich dafür." Anders sah dies das Landgericht Regensburg im Fall einer süddeutschen Optik-Kette - und verbot deren Werbung.

    Viele Optiker hätten auch schon Unterlassungserklärungen unterschrieben, sagt Peter Brammen von der Hamburger Wettbewerbszentrale. Er hält die Werbung für rechtswidrig: "Im Sozialrecht gibt es ein Wirtschaftlichkeitsgebot, und das verpflichtet alle Beteiligten, auch die Optiker." Es gebe zudem Verträge auf Verbandsebene, in denen Werbung mit Kassenleistungen ausgeschlossen wird. Und Brammen befürchtet auch direkte Schäden für den Wettbewerb: Auf den durch die Werbung generierten "Nachfragebauch" in diesem Jahr folge in 2004 ein um so tieferes Tal: "Viele weniger leistungsfähige Betriebe werden die Talsohle gar nicht mehr erleben. Und das nur deswegen, weil jemand die Kassen ausplündert."
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  5. #85
    Erfahrener Valueist jo
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    Aber jetzt mal im ernst welchen Vorteil soll denn Fielmann zu Apollo Optik haben?

  6. #86
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, Jo,

    tja, welchen Vorteil hat Fielmann gegenüber der Konkurrenz? Eine endgültige Antwort kann ich Dir nicht geben, wohl aber über meine - absolut nicht repräsentativen - -Erlebnisse vom letzten Freitag sprechen.

    Ich war dabei mit meiner Frau unterwegs, da sie sich eine neue Brille kaufen wollte. Wir waren dabei in vier Läden: Fielmann, Apollo-Optik, Becker + Flöge (eine Kette, die hauptsächlich in Hannover und Umgebung tätig ist) sowie Staude, einer Tochter von Becker+Flöge, die aber nur Designerbrillen verkaufen.

    Fielmann hatte die mit Abstand größte Auswahl an Brillen. Auch preislich war Fielmann am besten, wenn auch nicht erheblich günstiger. Hinzu kam, daß es bei Fielmann richtig voll war, während die Kundschaft in den anderen Läden überschaubar war. Zum Teil haben die Mitarbeiter dort rumgestanden, während bei Fielmann die Hütte gebrannt hat.

    Das alles ist kein Beweis dafür, daß Fielmann besser ist als der Rest - aber anscheinend scheinen die Verbraucher das so zu sehen.

    Mal ganz nebenbei: Während die Verkäufer in den anderen drei Läden bunt gemischt waren, gab es in dieser einen Fielmann-Filiale ausschließlich (mit einer Ausnahme) junge Damen, die allesamt Brillen trugen und gut aussahen. Zufall?


    Gruß,
    JuliaPapa
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  7. #87
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    Fielmann: "Rechtsbruch der Kassen"


    Hamburg - Tausende Hamburger stürmen derzeit die Optikergeschäfte, um sich noch vor Jahresende eine neue Brille zu holen. Der Grund: Von Januar an zahlen die Kassen keinen Zuschuss mehr. Und der beträgt je nach Fehlsichtigkeit zwischen 15 und 100 Euro pro Auftrag.

    Doch damit gibt es jetzt ein Problem: Offenbar zahlen die Kassen nur dann, wenn die Brille noch bis zum 31. Dezember abgeholt wird. Wer erst danach ins Geschäft kommt, etwa weil die Glasindustrie wegen der starken Nachfrage Lieferschwierigkeiten hat, geht leer aus. Das jedenfalls behauptet Günther Fielmann, Chef von Deutschlands größter Optikerkette.

    Fielmann: "Die Krankenkassen versuchen, sich mit einem Taschenspielertrick um die Bezahlung der vereinbarten Leistungen zu drücken." Schließlich sei das Datum des Rezeptes maßgeblich. Doch am 25. November habe es ein Spitzentreffen der Verbände gegeben, wo die neue Linie zu Lasten der Verbraucher festgelegt worden sei.

    "Trotz Rezept kein Geld. Das ist Rechtsbruch", erbost sich Fielmann über den "Last-Minute-Trick" der Krankenkassen. Der Unternehmer kündigt den Kassen, die nicht zahlen wollten, eine "Weihnachtsüberraschung" an. "Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat und nicht in einer Bananenrepublik", so der Optikerchef. me

    erschienen am 9. Dez 2003 in Wirtschaft
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  8. #88
    Erfahrener Valueist lomoeel
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    was ist heute mit fielmann los? die aktie sacktum 5 %.
    lomoeel

  9. #89
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, zusammen,

    der kurze Kursausrutscher hat sich ja inzwischen wieder gegeben.

    Viel schlimmer finde ich hingegen den folgenden Bericht, den es gestern zu lesen gab:

    "Hamburg (ap). Die großen deutschen Augenoptikerketten bieten immer häufiger kräftige Rabatte an. "Die Umsätze sind im ersten Halbjahr bis zu 25 % eingebrochen", sagte Stefan Diepenbrock vom Zentralverband der Augenoptiker (ZVA). Vor allem die großen Filialisten seien davon betroffen. "Mit den Rabatten wollen die Großen das Geschäft ankurbeln", sagte der Sprecher des Verbandes.

    Die großen Ketten bieten teilweise drastische Nachlässe an. So gibt es bei den Apollo-Filialen Sonnenbrillen mit geschliffenen Gläsern für 29 statt 69 Euro. Krane bietet Gläser für 49 statt 99 Euro an. Synoptik will neue Kunden mit einer zinslosen Finanzierung von Brillen locken, und Filialist Fielmann bietet eine Versicherung zum Preis von 10 Euro an. Kunden, die eine solche Versicherung abschließen, bekommen dann alle zwei Jahre eine Brille gratis.

    Diepenbrock verfolgt die Rabattschlacht der Branchenriesen mit Skepsis. "Hier wiederholt sich das, was vorher in anderen Sparten des Einzelhandels stattgefunden hat." Ob die durch die wirtschaftliche Lage und die Gesundheitsreform eingebrochenen Umsätze durch solche Aktionen wieder angekurbelt werden könnten, sei aber fraglich, meint Diepenbrock. "Bei den Optikern zählt auch die Beratung."

    Daß vor allem die großen Ketten betroffen sind, liegt nach Angaben des ZVA an der Gesundheitsreform. Seit Anfang des Jahres müssen Brillen von den Patienten komplett selbst bezahlt werden. Sollten sich die Umsätze im nächsten Jahr nicht erholen, drohten auch Pleiten in der Branche. Bis zu einem Fünftel der rund 10.000 Optiker wären dann in ihrer Existenz bedroht, sagte Diepenbrock."


    Grundsätzlich bin ich natürlich der Meinung, daß Fielmann die besten Karten hat, wenn es wirklich so kommt. Aus Rabattschlachten dieser Art können eigentlich nur die Größten als Sieger hervorgehen. Dennoch bleibt die Frage (und die Parallelen zum Einzelhandel sind ja schon gezogen), was es mir nützt, an einem Marktführer beteiligt zu sein, der keine Margen mehr erzielt.

    Andererseits geht es ja Aldi trotz des Preiskampfes nicht wirklich schlecht...

    Wie ist Eure Meinung?

    Gruß,
    JuliaPapa
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  10. #90
    Erfahrener Valueist JanHendrik
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    Buffett meinte einmal, dass es hervorragend sei Macht bei der Preisgestaltung zu haben aber immer noch sehr gut, in einem vom Preis bestimmten Markt der günstigste zu sein.

    M.E.ist Fielmann durch die Größe in der Lage, günstiger einzukaufen und ist somit in einem Preismarkt mit der günstigste Anbieter.
    WEB würde dies sicher "sehr gut" finden...

    Jan-Hendrik

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