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Thema: Erde + Technologie = hervorragendes Unternehmen

  1. #1
    Valueist
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    Hallo Leute

    überrascht aufgrund des Titels? Schon eine Kategorie gefunden, in die dieses Unternehmen Eurer Meinung gesteckt werden kann?

    Es handelt sich nicht um Rohstoffe, sondern schlicht und einfach um Schuhe.

    Der Firmenname GEOX beruht auf den Begriffen „GEO“, der für die Erde steht, auf der wir alle stehen und gehen (also Bodenhaftung im wahrsten Sinne des Wortes) und das x für die Technologie, die das Unternehmen für die Schuhe entwickelt hat und, die inzwischen mit mehr als 30 Patenten geschützt ist.

    Wem GEOX-Schuhe bislang kein Begriff waren oder sind: es handelt sich um Schuhe mit einer Schuhsohle, die das Eindringen von Wasser verhindert, aber gleichzeitig den Schweiß nach außen durchlässt.

    Prinzip also ähnlich wie bei Gore-Tex u.ä. Stoffen, nur das es sich hier um die Sohle handelt und nicht um den eigentlichen Stoff der Schuhe.

    Meines Erachtens eine geniale Erfindung, die dem Gründer Mario Moretti Polegto bei einer Wanderung in den USA gekommen sein soll. Um seinen Füßen etwas Luft zu gönnen, hat er die Sohlen einfach durchlöchert – der Nachteil dieser Methode liegt jedoch klar auf der Hand…die Idee jedoch war geboren und nachdem es mit dem Verkauf der Rechte bzw. Patente zunächst nicht geklappt hat, wurde halt ein eigene Firma gegründet (solche Typen liebe ich!).

    Der Erfolg gibt ihm Recht, denn in Italien ist GEOX bereits eine große Nummer. Die logische Konsequenz ist die Expansion ins Ausland – sowohl Europa, als auch USA stehen an.

    Die Wachstumsraten waren in der Vergangenheit enorm und auch in Zukunft werden Wachstumsraten von 25-30% p.a. beim Umsatz erwartet. Der Gewinn sollte mindestens in ähnlichen Raten anziehen.

    Zusätzlich ist GEOX in den Bereich der wetterfesten Kleidung eingestiegen. Bedeutend ist derzeit jedoch der Schuhsektor, die Kleidungssparte ist derzeit eher ein Nebengeschäft. *

    Zum aktuellen Kurs ist die Aktie sicherlich kein Schnäppchen mehr, aber ich finde die Erfindung genauso einfach wie genial und vor allem vielversprechend.

    Sofern ich mich nicht täusche, handelt es sich hier um ein klassisches Langfristinvestment, was in Zukunft viel Spaß bereiten wird.

    Hier noch ein paar Zahlen für die ersten 9 Monate 2005. Da die GJ 2005 Zahlen erst Ende Februar kommen sollen, nur ganz knapp:

    Sales growth: +32% (421.4 Mio. €)
    Net income: +45%, Margin 19% (80.5 Mio. €)
    Order backlog: +32% for Spring / Summer 2006 collection

    Eure Meinungen würden mich wie immer interessieren.

    Ich habe mir eine erste Tranche ins Depot gelegt, bin aber angesichts der recht hohen Bewertung noch etwas vorsichtig. Ich halte die hohe Bewertung für durchaus gerechtfertigt und denke, die Wachstumsraten der nächsten Jahre werden dies bestätigen, aber die Gefahr von Rückschlägen steigt natürlich, wenn mal ein Quartal nicht ganz den hohen Erwartungen entspricht.

    Depotanteil zunächst knapp unter 6%.

    Nachstehend habe ich noch eine Analystenmeinung vom Juni letzten Jahres angehängt, aus der man auch Einiges entnehmen kann.

    Gruß, n.n.

    Geox kaufen
    22.04.05 15:05
    kaufen, Analyst: Bank Hofmann

    Die Analysten der Bank Hofmann empfehlen die Aktie von Geox (/ WKN A0DNCF) zu kaufen. Die italienische Geox sei ein junger und schnell wachsender Produzent von klassischen sowie Freizeit- und Sportschuhen, die im mittleren Preissegment angesiedelt seien. Geox-Schuhe seien jedoch nicht einfach „Schuhe“: Sie würden über eine spezielle Membrane verfügen, die der Sohle atmungsaktive Eigenschaften verleihe, d. h., sie sondere Schweiß nach außen ab, sei aber gleichzeitig wasserdicht. Diese Technologie sei durch mehr als 30 Patente geschützt. Geox habe die kommerziellen Aktivitäten 1998 auf dem italienischen Markt gestartet und in jüngerer Zeit mit der Expansion in andere kontinentaleuropäische Länder begonnen. Begleitet von einem systematischen Marketing seien die „Schuhe, die atmen“, sehr gut aufgenommen worden. Zwischen 2001 und 2004 seien Umsatz und Nettogewinn mit einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 32,1% bzw. 91,3% gestiegen. 2004 habe Geox einen Umsatz von 340,1 Mio. EUR (+33,8%) und einen Reingewinn von 52,6 Mio. EUR (+71,3%) erzielt. Bereits seien 45% der Erlöse außerhalb Italiens erwirtschaftet worden, wobei sich die Umsatzzahlen in den einzelnen Auslandmärkten noch auf tiefem Niveau bewegen würden. Der Konzernumsatz sollte in den kommenden fünf Jahren in der Größenordnung von 30% p.a. ansteigen. Während das Wachstum in Italien, wo Geox in seinem Segment bereits über einen Marktanteil von 15% verfüge, klar unter der 30%-Marke liegen werde, dürfte es in den anderen kontinentaleuropäischen Ländern zu einer eindrucksvollen Expansion kommen. In diesen Märkten habe Geox ein umfassendes Vertriebsnetz geschaffen und kürzlich eine Marketingkampagne lanciert. In den USA, wo das Unternehmen noch am Anfang des Geschäftsaufbaus stehe, sollte in etwa zwei bis drei Jahren ein deutliches Umsatzwachstum einsetzen. Der Erfolg von Geox basiere nicht nur auf der bestechenden Idee, „atmungsaktive“ Produkte (Schuhe und neuerdings auch Bekleidung) herzustellen und dem Schweißproblem endlich zu Leibe zu rücken, sondern auch auf einem äußerst professionellen Management. Für 2005 und 2006 erwarte man einen Anstieg des Gewinns pro Aktie von rund 40% resp. 30%. Auf Grund des außergewöhnlichen Ergebnispotenzials in den nächsten Jahren und des limitierten Risikos in Bezug auf die Expansionspläne (Geox habe sich in Italien in nur wenigen Jahren fest etabliert) erachte man die Bewertung mit einem KGV (06) von 17,6 als sehr günstig. Die Analysten der Bank Hofmann empfehlen deshalb die Aktie von Geox zum Kauf. Ende November 2004 seien 30% der Geox-Aktien an die Börse gebracht worden, die übrigen 70% würden dem Gründer und seiner Familie gehören. Die Marktkapitalisierung betrage 1,7 Mrd. EUR. Auf Grund der teilweise geringen Liquidität sollte man limitierte Aufträge erteilen.
    Humor ist wenn man trotzdem lacht

  2. #2
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    Hallo n.n.

    GEOX ist mich eine Frage des Blickwinkels.

    Aus dem Blickwinkel der Valuestrategie überzeugt mich Geox nicht, jedenfalls nicht zu diesem Preis. Meine Meinung erklärt sich folgendermaßen. Vom freiem Cashflow mal abgesehen kann man doch eigentlich jedes Investment vereinfacht betrachtet auf die Rechnung der Gewinnrendite zurückführen, also das Reziproke des KGVs. Bei einem KGV von 27 kriege ich für jeden investierten Eur 3,7 Cent im 1. Jahr bzw. mache eine Gewinnrendite von 3,7%. Wie Du weißt soll es bei mir nicht nur 9% bringen, sondern deutlich mehr -> Sicherheitsmarge. Wie viel und wie lange muss Geox wachsen, um diesen Anspruch zu erfüllen? Ja, sehr stark und sehr lange. Je weiter man in den Wachstumsbereich vortritt, desto unsicherer wird das Ganze. Wie man es auch dreht und wendet, von einer Sicherheitsmarge kann man hier wohl nicht ausgehen bzw. sollte es lieber nicht. Für eine eBay würde ich ein KGV von 27 vielleicht zahlen, vielleicht wohlgemerkt. Was eine eBay u.a. so stark macht, ist dass sie aufgrund ihrer starken Wettbewerbsposition viele Märkte quasi für sich alleine beanspruchen. Und das wird auch so bleiben. Doch wie ist es mit Geox? Die Margen und Wachstumsraten sind natürlich der Hammer; Geox beansprucht den Markt derzeit offenbar für sich alleine. Doch wie lange noch? Stell Dir vor wie viele Schuhhersteller es gibt. Die haben nicht viele Möglichkeiten zu wachsen, also forcieren sie die Produktinnovation. Der Erfolg von Geox geht ja an keinem vorbei. Also heuern sie ihre Ingeneure an und sagen macht mal etwas Entsprechendes. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die technologische Hürde eines Geoxschuhs so groß sein kann. Da wird einem der eigene Erfolg schnell zum Verhängnis, wenn keine hohen Eintrittsbarrieren bestehen. Ich glaube es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Konkurrenz mit einem funktional gleichen Produkt auf den Markt kommt. Dann ist es aus mit den Margen.

    Ein anderer Blickwinkel ist die der Growthstrategie. Aus diesem Blickwinkel ist Geox natürlich sehr interessant. Nehmen wir mal ein PEG von 1 als Maßstab, kann das Unternehmen zumindest solange mit einem KGV von 27 gehandelt werden, wie es auch mit 27% p.a. wächst. Solange hält sich das KGV und man kann die Gewinnsteigerungen mitnehmen, was Wachstumsaktien ja so lukrativ macht. Schließlich kann man bis ins unermessliche fortführen, Google und Co. lassen grüßen. Meiner Meinung kann es hier aber nur funktionieren, wenn man seine Positionienen konsequent absichert. Ein Wachstum von 27% p.a. klingt zunächst mal viel, scheint mir aber zunächst realisierbar. Denn wie es scheint sind die Geoxschuhe der echte Renner. Die Wachstumsraten im Ausland hauen einen förmlich um, das Umsatzniveau im Ausland ist aber immer noch ein Bruchteil von dem in Italien und selbst im Heimat wachsen die Umsätze noch mit 15%.

    Mein Fazit, kurz und knapp: Mit Vorsicht genießen!

    Grüße
    Pop
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    (Warren Buffett)

  3. #3
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    Hallo PoP

    ich kann Dir eigentlich in allem nur zustimmen.

    Ich sehe GEOX in diesem Fall tatsächlich als Wachstumwert. Ich erwarte in den nächsten drei bis vier Jahren hohe Wachstumsraten, die das derzeitige KGV m.E. rechtfertigen.

    Kann sein, dass GEOX-Schuhe irgendwann "kopiert werden", aber bis dahin vergeht (1) Zeit und (2) hat GEOX zunächst den Nimbus des Pioniers.

    Warum gelingt es Unternehmen wie H&M oder Esprit jahrelang herausragendes Wachstum zu generieren? Auch diese Sachen sind wenn Du so willst kopierbar...aber man hat sich in der Zwischenzeit eine Marktmacht und einen Ruf aufgebaut, der auf Jahre das Geschäft sichert.

    Auch bei Esprit war ich beim Einstieg zunächst zögerlich, weil sie mir nicht so billig erschienen, wie es in einer Vergangenheitsbetrachtung nun aussieht. Ich war nur überzeugt davon, dass ESH den Pfad zu deutlichem Umsatz- und Gewinnwachstum eingeschlagen hat und sich somit das KGV von alleine verringert.

    Ähnlich sehe ich es bei GEOX. Man arbeitet hoch profitabel, hat eine Nische gefunden und besetzt und baut in dieser Nische seine Marktmacht aus. Für mich soweit überzeugend.

    Vorsicht ist allerdings angebracht bei solchen Bewertungen, da gebe ich Dir recht. Ich halte die Aktien mit hoher Bewertung sehr genau im Auge...
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  4. #4
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    Artikel aus der heutigen FTD:


    Ein Schweißkiller als Börsenrenner
    von Stefan Riedel
    Der italienische Schuhhersteller Geox hat ein neues Kultlabel etabliert. Heiß gelaufen ist die Aktie aber noch nicht, obwohl sich seit dem Börsendebüt Ende 2005 der Aktienkurs mehr als verdoppelt hat.

    Hinter Geox steht eine patentierte Technologie auf SchuhsohlenEs ist angerichtet und das Ambiente bietet einen angemessenen Rahmen. Unter klassischen Deckenfresken und umgeben von Retro-Interieur wird Geox-Gründer Mario Moretti Polegato am 28. Feburar im firmeneigenen Showroom in der Mailänder Luxusmeile Via Montenapoleone die Geschäftszahlen für 2005 präsentieren. Für gute Stimmung dürfte dann nicht nur der hauseigene Prosecco sorgen, der Journalisten und Analysten kredenzt wird. Denn der ehemalige Edelwinzer Polegato wird auf ein weiteres Jahr mit rasantem Wachstum zurückblicken können.


    Intraday 3 Monate Informieren Sie mich per E-Mail über aktuelle News zu diesem Unternehmen
    In harten Zahlen ausgedrückt, bedeutet das ein Umsatzplus von 34 Prozent auf knapp 450 Mio. Euro. Der Konzerngewinn wird aller Voraussicht nach um rund 40 Prozent auf etwa 76 Mio. Euro zugelegt haben. In 10.000 Verkaufsstellen weltweit, darunter 400 Geox-Monoshops werden Sneakers, Damenstiefel und Kinderschuhe verkauft. Der Auftragseingang für die Frühjahrs- und Sommerkollektion lässt vor allem für Europa ein starkes erstes Halbjahr 2006 erwarten.

    Gute Voraussetzungen also, dass die Geox-Aktie ihren Höhenflug fortsetzt. Die Marktkapitalisierung liegt mit 2,57 Mrd. Euro deutlich über der anderer Italo-Labels wie Benetton (1,85 Mrd. Euro) oder Tod's (1,85 Mrd. Euro), einem Schuhhersteller für die obere Preisklasse.


    Patentierte Technologie auf Schuhsohlen

    Hinter Geox steht eine patentierte Technologie auf Schuhsohlen mit feinporigen Membranen, die den Fußschweiß rauslassen, gleichzeitig aber wasserdicht bleiben. Mittlerweile gibt es auch Sportjacken und Prototypen für Anzüge, bei denen die Membran in den Schulternähten liegt. Das Geschäftsmodell ist so simpel wie effizient. Entwicklung und Design verbleiben am Firmensitz in Montebelluna eine Autostunden nördlich von Venedig. Die Produktion erfolgt zu 80 Prozent durch Drittfirmen in Asien, der Rest verteilt sich auf zwei Tochterunternehmen in der Slowakei und in Rumänien. Das Resultat sind operative Margen bis zu 37 Prozent - Spitzenwerte in der Branche.

    Buchstäblich im Laufschritt ist Geox zum weltweit viertgrößten Hersteller von Freizeitschuhen aufgestiegen und nebenbei zum profitabelsten italienischen Modekonzern geworden. 2004 lag die Nettorendite bei 15,5 Prozent. Mithalten konnten nur noch der Luxuskonzern Bulgari (13,1 Prozent) und das Jeans-Label Diesel (11,2 Prozent).

    Dabei geht für Polegato, der über eine Holding rund 71 Prozent der Geox-Anteile hält, die eigentliche Expansion erst richtig los. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll Geox zur weltweiten Nummer eins unter den Produzenten von Freizeitschuhen aufsteigen.


    Erfolgsstory geht weiter

    In Italien stehen die Kulttreter mit den Löchersohlen bereits auf der Pole-Position. Die größten Wachstumsimpulse werden auf Sicht der nächsten zwei Jahre aus Europa kommen. Mit knapp 14 Prozent der Gesamterlöse ist Deutschland der zweitgrößte Markt. Hier ist ein Ende des Booms noch nicht in Sicht, wie das Umsatzplus von zuletzt 49 Prozent untermauert. In den USA und in Asien befindet sich Geox im Stadium der Markterschließung. Auf dem US-Markt gilt es, etablierte Marken wie Timberland oder Clarks Marktanteile abzujagen. Sollte Geox, wie bereits mehrfach angedeutet, künftig auch Sportschuhe anbieten, heißen die direkten Konkurrenten Adidas, Puma und Nike.

    Gelingt es Geox, sich als globales Label zu etablieren, dürfte einer Fortsetzung der Erfolgsstory nichts im Wege stehen. Für Investoren bietet die Aktie einen im Branchenvergleich hohen Chance-Risiko-Hebel. Das für 2006 erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26 entspricht dem von Luxuskonzernen. Die weiterhin intakte Wachstumsdynamik mit hohen Margen liefert jedoch weiterhin das wichtigste Kaufargument.

    Stefan Riedel ist Redakteur des Anlegermagazin "Börse online".
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  5. #5
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    Hallo n.n.

    ich wollte noch auf Dein Argument mit Esprit und Co. eingehen.

    @Warum gelingt es Unternehmen wie H&M oder Esprit jahrelang herausragendes Wachstum zu generieren? Auch diese Sachen sind wenn Du so willst kopierbar...aber man hat sich in der Zwischenzeit eine Marktmacht und einen Ruf aufgebaut, der auf Jahre das Geschäft sichert.

    Was H&M, Esprit, Monsoon, Bijou Brigitte usw. gemeinsam haben, ist dass sie ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell haben, das sich am Markt etabliert hat, dass dieses Geschäftsmodell multiplizierbar ist und vor allem ,und das ist der Knackpunkt, dass es diffierenziert ist. Die Produktentwicklung liegt bei den diesen Unternehmen in den eigenen Händen. Und deswegen werden sie immer differenziert bleiben. Gut, jemand kann auf die Idee kommen etwas ähnliches zu machen, aber es wird a) nie das Gleiche. Und b) können die Unternehmen anscheinend ganz gut nebeneinander bestehen, schließlich hat sich Esprit im Gegensatz zu H&M nicht umsonst in der Mitte positioniert und Monsoon im mittleren bis hochpreisigen Segment...eine direkte Konfrontation wollte anscheinend Niemand. Ich glaube bezüglich der Wettbewerbsvorteile spielen diese Unternehmen in einer anderen Liga als Geox.

    Grüße
    PoP
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  6. #6
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    Hallo PoP

    @ Was H&M, Esprit, Monsoon, Bijou Brigitte usw. gemeinsam haben, ist dass sie ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell haben, das sich am Markt etabliert hat, dass dieses Geschäftsmodell multiplizierbar ist und vor allem ,und das ist der Knackpunkt, dass es differenziert ist.


    Frage: Was verstehst Du in diesem Zusammenhang unter differenziert?

    Gruß, n.n.
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  7. #7
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    Hallo n.n.

    @Frage: Was verstehst Du in diesm Zusammenhang unter differenziert?

    Einzigartig. Anders.

    Letztendlich kann man es natürlich irgendwo kopieren, aber es wird wohl nie ganz das Gleiche sein, es ist schwieriger zu kopieren und es ist mit höheren finanziellen Risiken verbunden.

    Bei einem Geoxschuh ist das weniger der Fall, vorausgesetzt man hat die Technologie. Eine Differenzierung gegenüber den Wettbewerbsprodukten wird Geox dann kaum noch haben. Ich glaube auch nicht, dass die Marke da Abhilfe leisten wird, weil ich denke, dass die Marke eher rational besetzt ist. D.H. ich kaufe mir nicht einen Geoxschuh, weil ich mich damit idenfiziere und meine eigene Persönlichkeit zum Ausdruck bringen will (ideeller, emotinaler Nutzen), sondern weil die Schuhe einen rationalen Mehrwert bieten. Heute haben wir bereits eine weitgehende Homogenisierung des rationalen Nutzens. Laut einer Studie von Stiftung Warentest beurteilen mehr als 80% der Befragten alle Produkte mit der Leistung "gut". Geox bietet aber etwas, was die anderen (noch) nicht so gut machen. Sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, kann sich Geox kaum noch differenzieren. Gut, das bedeutet sicher nicht das Aus für Geox, aber ich bin mir sicher, dass sie dann keine 19% Gewinnmarge mehr haben werden oder 45% Umsatzwachstum.

    Grüße
    PoP
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  8. #8
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    Hallo PoP

    ok, ich denke, ich weiß jetzt, worauf Du hinaus willst. Das Schlagwort heißt „emotionale Bindung“ an eine Marke und den hierdurch entstehenden Wettbewerbsvorteil.

    (1) Ich gebe Dir Recht, dass es für eine Modemarke leichter ist, dieses Ziel zu erreichen, als für eine Schuhmarke, da sie sich fast ausschließlich darüber definiert. Dennoch, auch in diesem Bereich gibt es Beispiele, dass es hervorragend funktionieren kann – Beispiel: Lloyd Schuhe oder Tod’s.

    Ansonsten sehe ich noch nicht, warum Esprit oder H&M einen Wettbewerbsvorteil behaupten können, dies aber GEOX nicht gelingen soll. Derzeit scheint mir die Expansion in geordneten Bahnen zu verlaufen und man setzt bewusst auf die eigene Marke, d.h. es werden zunehmend GEOX-Shops eröffnet, so dass sich der Name in den Hirnen der Käufer festsetzt.

    (2) Anstatt darauf zu spekulieren, dass der technische Vorsprung irgendwann vielleicht nicht mehr gegeben sein wird, konzentriere ich mich eher auf das „Jetzt“ und da sehe ich mittelfristig hervorragende Wachstumsperspektiven. Ich weiß nicht, wie einfach das Prinzip zu kopieren ist, aber es gibt wohl auch nicht umsonst 30 Patente auf die technische Lösung von GEOX.

    (3) Auch eine Schuhmarke lebt sicherlich von emotionaler Bindung – ich denke nicht, dass die Marke keinen solchen Erfolg hätte, wenn GEOX-Schuhe als hässlich und schlecht empfunden würden. Der Stellenwert von Schuhen in der Mode steigt m.E. in den letzten Jahren eher an – auch bei Männern übrigens.

    (4) Wenn ich es auf die Spitze treiben wollte, könnte ich auch argumentieren, dass GEOX im Gegensatz zu H&M oder Esprit wenigstens einen technischen Vorsprung hat. H&M und Esprit leben hingegen vollständig von der emotionalen Bindung bzw. H&M davon, dass sie billiger sind als die anderen Marken. (was ich von Esprit halte, wisst Ihr ja )

    Sollte es GEOX gelingen, den „technischen Vorteil“ mit emotionaler Bindung der Kunden zu verknüpfen, hielte ich dies für ein sehr starkes Argument. Hier denke ich, liegt der Punkt: Schafft man bei GEOX diese Verknüpfung?

    Wieso sind Deines Erachtens Esprit-Klamotten einzigartig, GEOX-Schuhe aber beliebig austauschbar? Dieses Argument erschließt sich mir nicht wirklich, auch wenn ich denke, Deinen Ansatzpunkt zu verstehen…sowohl bei Klamotten, als auch bei Schuhen kaufe ich doch letztlich nur, was mir gefällt, oder?

    Gruß, n.n.

    …und hier noch die 2005er Ergebnisse, druckfrisch von heute:

    Geox FY net rises 43 pct on higher sales, sees improvement in 2006
    MILAN (AFX) - Shoemaker Geox SpA (Nachrichten) said full-year 2005 net profit rose 43 pct to 75.3 mln eur on higher sales, particularly outside Italy, adding that it expects an improvement in 2006.

    Sales rose 34 pct to 455.0 mln eur, EBITDA rose 39 pct to 121.0 mln, and EBIT was up 42 pct to 102.9 mln, it said in a statement.

    The results are substantially in-line with Caboto's forecasts. The broker had expected sales of 454.3 mln eur and a net profit of 74.3 mln.

    'We are confident that 2006 results will improve compared to 2005,' said chairman Mario Moretti Polegato.

    Spring/summer collection orders are so far 32 pct higher than in the previous year, he said.

    Geox is proposing a 0.085 eur per share dividend, against 0.060 eur paid out of 2004's results.

    danilo.masoni@afxnews.com
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  9. #9
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    Hallo n.n.,

    das geht ja munter weiter mit uns.

    @Wieso sind Deines Erachtens Esprit-Klamotten einzigartig, GEOX-Schuhe aber beliebig austauschbar? Dieses Argument erschließt sich mir nicht wirklich, auch wenn ich denke, Deinen Ansatzpunkt zu verstehen…sowohl bei Klamotten, als auch bei Schuhen kaufe ich doch letztlich nur, was mir gefällt, oder?

    Sieh Dir z.B. Esprit und H&M als Konkurrenten an. Sie haben zwar eine unterschiedliche Zielgruppe, aber im Grunde machen sie das Gleiche. Und nehmen wir noch Monsoon hinzu. Worauf ich hinaus wollte ist, dass obwohl alle drei im Grunde das Gleiche machen, sie doch alle drei in Hinsicht auf ihr Produktangebot sehr unterschiedlich sind bzw. differenziert sind, weshalb sie sich das Geschäft nicht so sehr gegenseitig kaputt machen. Ich glaube aber nicht, dass sich ein Geoxschuh von einem funktional gleichwertigen Schuh differenzieren kann.

    @Das Schlagwort … „emotionale Bindung“ an eine Marke und den hierdurch entstehenden Wettbewerbsvorteil … Ich gebe Dir Recht, dass es für eine Modemarke leichter ist, dieses Ziel zu erreichen, als für eine Schuhmarke, da sie sich fast ausschließlich darüber definiert. … Ansonsten sehe ich noch nicht, warum Esprit oder H&M einen Wettbewerbsvorteil behaupten können, dies aber GEOX nicht gelingen soll.

    Den einzigen nennenswerten Wettbewerbsvorteil, den ich bei Geox sehe, ist der technologische Vorsprung.

    @Anstatt darauf zu spekulieren, dass der technische Vorsprung irgendwann vielleicht nicht mehr gegeben sein wird, konzentriere ich mich eher auf das „Jetzt“ und da sehe ich mittelfristig hervorragende Wachstumsperspektiven. Ich weiß nicht, wie einfach das Prinzip zu kopieren ist, aber es gibt wohl auch nicht umsonst 30 Patente auf die technische Lösung von GEOX.

    Die Frage ist vielleicht nicht wie einfach es ist, sondern ob es einfach ist. Besonders schwer müsste es meinem gesunden Menschenverstand nicht sein. Also ist es nur noch eine Frage der Zeit. Wie Du weißt gebe ich besondere Acht auf den inneren Wert. Und dieser erscheint mir bei der nicht gegeben Nachhaltigkeit des Wettbewerbsvorteils nicht signifikant unter dem Marktwert zu liegen. Ich würde also zu viel bezahlen und früher oder später würde ich das auch merken.

    @Auch eine Schuhmarke lebt sicherlich von emotionaler Bindung – ich denke nicht, dass die Marke keinen solchen Erfolg hätte, wenn GEOX-Schuhe als hässlich und schlecht empfunden würden. Derzeit scheint mir die Expansion in geordneten Bahnen zu verlaufen und man setzt bewusst auf die eigene Marke, d.h. es werden zunehmend GEOX-Shops eröffnet, so dass sich der Name in den Hirnen der Käufer festsetzt.

    Wie gesagt denke ich nicht, dass die Marke hier von entscheidender Relevanz ist. Die Geox-Shops halte ich gerade deswegen für einen Fehler. Mann kann zwar die Wahrnehmung der Marke steigern, doch was nützt diese, wenn die Marke nicht von entscheidender Relevanz ist? Ein Beispiel dafür ist EON: Superwerbekampagne, Superbekanntheitsgrad, super-irrelevant für den Endverbraucher.
    Das Einzelhandelskonzept ist mir viel zu einseitig auf die Geoxschuhe ausgerichtet (von den unbedeutenden, neuen Produkten mal abgesehen). D.h. dass Geox nicht nur die Risiken der Herstellers trägt, sondern auch und vor allem die Risiken des Einzelhändlers. Wenn es mit Geox einmal bergab geht, dann werden besonders die Stores darunter leiden. Deswegen frage ich, ob man nicht lieber hätte darauf verzichten sollen. Verkaufen können das doch auch andere. Ich sage das besonders im Hinblick darauf, dass ich Geoxs Wettbewerbsstellung langfristig nicht gesichert sehe.

    @Sollte es GEOX gelingen, den „technischen Vorteil“ mit emotionaler Bindung der Kunden zu verknüpfen, hielte ich dies für ein sehr starkes Argument. Hier denke ich, liegt der Punkt: Schafft man bei GEOX diese Verknüpfung?

    Ich glaube nicht, dass das gelingt. Es gibt viele Produkte, die eine gleiche Leistung bringen, aber einen emotionalen Mehrwert. Der emotionale Mehrwert ist dann der entscheidene Kaufgrund. Der entscheidene Kaufgrund bei Geox ist jedoch der rationale. Das heißt man müsste schon einen neuen entscheidenen Kaufgrund erfinden. Dann ist aber der rationale nicht mehr entscheidend. Wofür steht dann aber Geox?

    Grüße
    PoP
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  10. #10
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    Geox ist auf besten Weg sich als Marke zu etablieren. Die Wachstumsdynamik wird das noch verstärken.

    Hier ein Artikel aus der FTD, der das Ganze sehr gut umschreibt.

    Gruß
    Dieter


    Ein Schweißkiller als Börsenrenner

    Von stefan riedel

    24.02.2006

    Der italienische Schuhhersteller Geox hat ein neues Kultlabel etabliert.


    Es ist angerichtet und das Ambiente bietet einen angemessenen Rahmen.
    Unter
    klassischen Deckenfresken und umgeben von Retro-Interieur wird
    Geox-Gründer
    Mario Moretti Polegato am 28. Feburar im firmeneigenen Showroom in der
    Mailänder Luxusmeile Via Montenapoleone die Geschäftszahlen für 2005
    präsentieren. Für gute Stimmung dürfte dann nicht nur der hauseigene
    Prosecco sorgen, der Journalisten und Analysten kredenzt wird. Denn der
    ehemalige Edelwinzer Polegato wird auf ein weiteres Jahr mit rasantem
    Wachstum zurückblicken können.

    In harten Zahlen ausgedrückt, bedeutet das ein Umsatzplus von 34 Prozent
    auf knapp 450 Mio. Euro. Der Konzerngewinn wird aller Voraussicht nach um rund
    40 Prozent auf etwa 76 Mio. Euro zugelegt haben. In 10 000 Verkaufsstellen
    weltweit, darunter 400 Geox-Monoshops werden Sneakers, Damenstiefel und
    Kinderschuhe verkauft. Der Auftragseingang für die Frühjahrs- und
    Sommerkollektion lässt vor allem für Europa ein starkes erstes Halbjahr
    2006 erwarten.

    Gute Voraussetzungen also, dass die Geox-Aktie ihren Höhenflug fortsetzt.
    Seit dem Börsendebüt Ende 2005 hat sich der Aktienkurs mehr als
    verdoppelt.
    Die Marktkapitalisierung liegt mit 2,57 Mrd. Euro deutlich über der
    anderer
    Italo-Labels wie Benetton (1,85 Mrd. Euro Euro) oder Tod's (1,85 Mrd.
    Euro),
    einem Schuhhersteller für die obere Preisklasse.

    Hinter Geox steht eine patentierte Technologie auf Schuhsohlen mit
    feinporigen Membranen, die den Fußschweiß rauslassen, gleichzeitig aber
    wasserdicht bleiben. Mittlerweile gibt es auch Sportjacken und Prototypen
    für Anzüge, bei denen die Membran in den Schulternähten liegt. Das
    Geschäftsmodell ist so simpel wie effizient. Entwicklung und Design
    verbleiben am Firmensitz in Montebelluna eine Autostunden nördlich von
    Venedig. Die Produktion erfolgt zu 80 Prozent durch Drittfirmen in Asien,
    der Rest verteilt sich auf zwei Tochterunternehmen in der Slowakei und in
    Rumänien. Das Resultat sind operative Margen bis zu 37 Prozent -
    Spitzenwerte in der Branche.

    Buchstäblich im Laufschritt ist Geox zum weltweit viertgrößten Hersteller
    von Freizeitschuhen aufgestiegen und nebenbei zum profitabelsten
    italienischen Modekonzern geworden. 2004 lag die Nettorendite bei 15,5
    Prozent. Mithalten konnten nur noch der Luxuskonzern Bulgari (13,1
    Prozent)
    und das Jeans-Label Diesel (11,2 Prozent).

    Dabei geht für Polegato, der über eine Holding rund 71 Prozent der
    Geox-Anteile hält, die eigentliche Expansion erst richtig los. Innerhalb
    der
    nächsten drei Jahre soll Geox zur weltweiten Nummer eins unter den
    Produzenten von Freizeitschuhen aufsteigen.

    In Italien stehen die Kulttreter mit den Löchersohlen bereits auf der
    Pole-Position. Die größten Wachstumsimpulse werden auf Sicht der nächsten
    zwei Jahre aus Europa kommen. Mit knapp 14 Prozent der Gesamterlöse ist
    Deutschland der zweitgrößte Markt. Hier ist ein Ende des Booms noch nicht
    in
    Sicht, wie das Umsatzplus von zuletzt 49 Prozent untermauert. In den USA
    und
    in Asien befindet sich Geox im Stadium der Markterschließung. Auf dem
    US-Markt gilt es, etablierte Marken wie Timberland oder Clarks
    Marktanteile
    abzujagen. Sollte Geox, wie bereits mehrfach angedeutet, künftig auch
    Sportschuhe anbieten, heißen die direkten Konkurrenten Adidas, Puma und
    Nike.

    Gelingt es Geox, sich als globales Label zu etablieren, dürfte einer
    Fortsetzung der Erfolgsstory nichts im Wege stehen. Für Investoren bietet
    die Aktie einen im Branchenvergleich hohen Chance-Risiko-Hebel. Das für
    2006
    erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26 entspricht dem von
    Luxuskonzernen. Die weiterhin intakte Wachstumsdynamik mit hohen Margen
    liefert jedoch weiterhin das wichtigste Kaufargument.

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