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Thema: Gerry Weber AG

  1. #1
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo zusammen,

    Gerry Weber ist ein kleines deutsches Textilunternehmen, das mir gefällt. Die Bewertung ist wirklich günstig. Eine Dividendenrendite von ca. 6%, dazu kann man nix sagen.

    Anscheinend sehen das Insider genauso:


    Mitteilung gemäß Paragraph 15a, Absatz 1 Satz 2 Angaben zum Meldepflichtigen Name: Weber Vorname: Ralf Angaben zum veröffentlichungspflichtigen Unternehmen Emittent: Gerry Weber International WKN: 776150 ISIN: DE0007761504 Angaben zum mitteilungspflichtigen Geschäft Bezeichnung des Wertpapiers oder Rechts: Stückaktie ISIN/WKN des Wertpapiers oder Rechts: 776150 Nennbetrag: 1.0 Kauf/Verkauf: Kauf Datum des Kaufs/Verkaufs: 03.03.03 Kurs/Preis: 4.45 Währung: EUR Stückzahl: 119805 Optionale Erläuterung: Ralf Weber, Sohn von Gerhard Weber, des Vorstandsvorsitzenden der GERRY WEBER International AG, Halle/Westfalen, hat am 3. März 2003 119.805 Stückaktien (ISIN: DE0007761504 / WKN: 776150) zu einem Kurs von 4,45 € über die Börse erworben.

    Grüße
    flippi

  2. #2
    Erfahrener Valueist Dieter ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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    Hallo Flippi,

    <Gerry Weber ist ein kleines deutsches Textilunternehmen, das mir gefällt. >

    Mir auch und das schon seit Anfang 2002. Das Geschäftsmodell sagt mir zu.

    <Die Bewertung ist wirklich günstig.>

    Was ist günstig?
    In meinen Unterlagen habe ich vom 01.03.2002 einen Snapshot von Gerry Weber

    Kurs: 10,50 €
    KGV: 9,58
    Dividendenrendite: 4,18%

    Handschriftlich hatte ich vermerkt, dass eine Sonderdividende in Höhe von 10% ausgeschüttet werden sollte.

    War das nicht schon vor einem Jahr günstig bewertet?

    Was ist denn zwischenzeitlich passiert, dass sich der Kurs seitdem mehr als halbiert hat?

    Die Halbjahreszahlen waren doch auch o.k.

    Gruß
    Dieter






    Eine Dividendenrendite von ca. 6%, dazu kann man nix sagen.

  3. #3
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo Dieter,

    ich habe mal schnell eine Analyse von Gerry Weber gemacht. Das Fazit lasse ich mal offen. Aber ich setze mal das bis jetzt Analysierte rein.



    Gerry Weber International AG

    ISIN: DE0007761504 *- WKN: 776150 - *Börse: Frankfurt *- Symbol: GWI.FSE

    Analyse vom 05. März 2003
    Kurs: 4,35 Euro
    52 Wochen-Range: Hoch 11,63 Euro – Tief 4,11 Euro

    Branche: Textil-Einzelhandel
    Marktkapitalisierung: 101,98 Mio Euro
    Anzahl Aktien: 2.700.000
    Dividende pro Aktie 2002(e): 0,35 Euro
    Dividendenrendite 2003: 7,2%

    Anschrift:
    Neulehenstr. 8
    33790 Halle /Westfalen
    Telefon 05201-185199
    Fax 05201-5857
    http://www.gerryweber-ag.de
    Geschäftsjahresende 31.10.
    Aktionärsstruktur:
    Gerhard Weber: 27,37%
    Udo Hardieck: 18,55%
    Rest Streubesitz


    Allgemeine Unternehmensbeschreibung


    Das Unternehmen

    Gerhard Weber (Vorstandsvorsitzender) und sein Partner Udo Hardieck (Vorstand) können in diesem Jahr auf eine 30-jährige, sehr erfolgreiche Firmengeschichte zurückblicken.
    1973 gründeten sie in ihrer ostwestfälischen Heimatstadt Halle die Hatex KG für die Herstellung und den Vertrieb von Damenhosen. Bereits zwei Jahre später wurden auch Damenröcke mit in das Vertriebsprogramm aufgenommen und Anfang der 80er Jahre erfolgte die Konzentration auf die gesamte Bandbreite der Damen-Kombinationsmode.

    Der Markenname Gerry Weber wurde 1986 geschaffen und weltweit geschützt.

    Die Gerry Weber-Holding vereint heute fünf erfolgreiche Modemarken und ist derzeit international bei 6.000 Fachkunden sowie mit 490 Shops in 56 Ländern vertreten. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2000/2001 mit 1.700 Mitarbeitern rund 400 Mio. Euro Umsatz.

    http://www.gerryweber-ag.de/download/u_portrait_d.pdf


    Unternehmensgeschichte

    http://www.gerryweber-ag.de/mainframeset.html

    siehe Firmenchronik


    Die Produktpalette

    Die Marke Gerry Weber ist seit 1986 etabliert und im Bereich der gehobenen Damenoberbekleidung angesiedelt. Sie zählt zu den führenden Kombi-Kollektionen in Deutschland.

    Die junge Taifun-Kollektion spricht vor allem junge und jung gebliebene Käuferinnen an. Die im mittleren Preissegment angesiedelte Marke zeichnet sich besonders durch die Betonung aktueller Trends aus. Taifun gehört zu den Senkrechtstartern in Deutschland.

    Samoon steht für junge, lässige Kombimode für große Größen,

    Court One steht für eine modische sportive Kollektion. Feminine Casual-Wear für Beruf und Freizeit wird citytauglich präsentiert.

    Yomanis repräsentiert die neue Weiblichkeit dieses Jahrtausends und spricht moderne und erfolgreiche Frauen an. Hochwertige Materialien. Die Gerry Weber International AG wird mit dem Auslaufen der Saison Frühjahr/Sommer 2003 die Premiummarke YOMANIS einstellen, da sie vom Markt nicht im erwünschten Maße angenommen wurde. Um Verlusten vorzubeugen, hat sich das Management zu dieser Maßnahme entschlossen.


    Accessoires

    Accessoires wie Brillen, Taschen, Uhren und Schmuck ergänzen das Portfolio.

    Lizenzen

    Cosmopolitan Cosmetics, das zur Wella AG gehörende Kosmetik- und Duftunternehmen, hat mit der GERRY WEBER International AG einen langfristigen Lizenzvertrag zur Vermarktung von Düften und Körperpflegeprodukten geschlossen. Cosmopolitan Cosmetics plant, bereits im Sommer 2004 die erste Damenduftserie auf den Markt zu bringen.


    Die Shops

    Shop-In-Shops sind in Einzelhandelsgeschäften integriert und stellen die Marken kompetent dar. Eigenständige Möbel vom Boden bis zur Beleuchtung, bevorzugte Warenversorgung, konsequente Unterstützung und intensive Betreuung zeichnen einen Shop-In-Shop aus.

    Stores sind eigenständige Läden im Franchise-System mit einer oder mehreren Marken der Gerry Weber Gruppe. Sie haben einen eigenen Eingang und sind in Bestlage wie Fußgängerzonen oder Shopping-Malls zu finden.

    Houses of Gerry Weber sind Textilfachgeschäfte, in denen ausschließlich die Eigenmarken der Gerry Weber AG angeboten werden. Ein breites Sortiment, ganzjährige Bestückung, regelmäßig wechselnde Programme und besonders geschultes Personal schaffen eine moderne Erlebniswelt. Die Houses of Gerry Weber tragen als Imageträger wesentlich zur Markenbildung von Gerry Weber bei.


    Absatzmärkte

    Deutschland, Europa, Vorderer Orient und die Saudische Halbinsel


    Die wirtschaftliche Lage

    Die Auftragseingänge für Frühjahr/Sommer 2003 lassen noch keine Anzeichen für eine Erholung des DOB-Einzelhandels erkennen. Die Orderzahlen sind für alle Gerry-Weber-Marken insgesamt um rund 8 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Tendenz zur vorsichtigen Vororder hat sich beim Einzelhandel noch verstärkt.


    Das Management

    Gerhard Weber, Vorstands-Vorsitzender
    Udo Hardieck, Vorstand


    Der Wettbewerb

    (habe ich jetzt noch nicht gemacht)


    Die Aussichten

    Die konjunkturelle Lage ist schwach und noch ist keine Wende abzusehen.

    Der Textileinzelhandel befindet sich in der Krise. Er hat das schwächste Branchenjahr seit der Nachkriegszeit erlebt.

    Unter diesen Rahmenbedingungen konnte Gerry Weber den Umsatz und Gewinn fast auf Vorjahresniveau halten. Die aktuelle Orderrunde ist jedoch *um 8% rückläufig, wie auch schon die Orderrunde für Frühjahr/Sommer 2003. Der Vorstand rechnet mit einem reduzierten Umsatz in diesem Jahr. Um Verluste vorzubeugen, nimmt das Unternehmen die nicht profitable Marke Yomanis dem Programm. Gerry Weber wird deshalb auch im laufenden Geschäftsjahr mit kurzfristigen "Speed"-Programmen zusätzliche Kaufimpulse setzen und gemeinsam mit den Lieferanten den für die gesamte Branche erwarteten Wechsel zu kürzeren Orderrhythmen und mehreren Kollektionen vollziehen.

    Gerry Weber hat sich bereits in der Vergangenheit darin bewährt, auf Marktsituationen schnell zu reagieren und die Unternehmensstrukturen entsprechend anzupassen.

    Die Expansionsstrategie mit 15 neuen Houses of Gerry Weberund 60 neuen Gerry Weber-Shops im In- und Ausland wird jedoch fortgesetzt. Mittelfristig liegen in den Shop- und Store-Aktivitäten, im Export nach Osteuropa, Kanada und Fernost und im Lizenzgeschäft die Potenziale, die die Gerry Weber-Gruppe in den nächsten Jahren wieder auf Wachstumskurs bringen sollen.


    Die messbaren Kriterien

    1. Jahresumsatz bis 500 Mio Eur

    Jahr....... 2002... 2001... 2000... 1999.... 1998
    Mio Euro.... 395..... 396.... 337.... 298.... 264

    Dieses Kriterium ist erfüllt.


    2. Umsatzwachstum gleich oder größer 25%

    Jahr....... 2002... 2001... 2000... 1999... 1998
    %.......... -0,25.... 17,4.... 13,1.... 12,9..... 21,7

    Das Umsatzwachstum erfüllt das Kriterium nicht. Einbruch 2002


    3. Gewinnwachstum gleich oder größer 25%

    Jahr....... 2002... 2001... 2000... 1999... 1998...
    %......... -5,9.... 3,8.... 23,1.... 44,4.... -10....

    Das Gewinnwachstum erfüllt das Kriterium nicht. Einbruch 2001, der sich 2002 nochmals verschlechtert.


    4. Umsatzrendite gleich oder größer 7%

    Jahr....... 2002... 2001... 2000... 1999... 1998
    %.......... 4,1..... 4,2.... 4,7.... 4,4.... 3,4

    Das Kriterium ist nicht erfüllt.


    5. Cash Flow

    Jahr....... 2002... 2001.... 2000... 1999... 1998
    Mio Eur... 37..... 38...... 33..... 28..... 23

    Der Cash Flow ist positiv und erfüllt das Kriterium. Der Cash Flow steigt tendenziell an.


    6. Handelsvolumen

    Das Kriterium ist erfüllt.


    7. Aktienbesitz der Führungskräfte gleich oder größer 10%

    Die Firmengründer besitzen folgenden Prozentteil an Aktien: Gerhard Weber 27,37% und Udo Hardieck 18,55%. Das Kriterium ist erfüllt.


    8. Aktienpreis mindestens 5 Eur bzw. US$

    Am 05.03.2003 kostet die Aktie 4,35 Eur. Das Kriterium ist nicht erfüllt.


    9. Eigenkapitalrendite mindestens 15%

    Jahr....... 2002... 2001... 2000... 1999... 1998
    %.......... 15,4.... 17,5.... 18,6.... 16,9.... 12,00

    Das Kriterium ist erfüllt.


    10. Eigenkapitalquote mind. 30%

    Jahr....... 2002... 2001... 2000... 1999... 1998
    %.......... 53,3.... 47,3.... 52,4.... 58,8.... 60,0

    Das Kriterium ist mit dieser guten Eigenkapitalquote erfüllt.


    Fazit

    Gerry Weber erfüllt sechs Kriterien. Das Umsatz- und Gewinnwachstum erreicht nicht die geforderten 25%. Im Gegenteil: die Wachstumsraten sind 2002 und das Gewinnwachstum bereits 2001 stark eingebrochen.

    Tja, Umsatz- und Gewinnwachstum sieht schlecht aus. Aber ein wichtiger Faktor. Von außen kommen keine Impulse bei der Konjunkturlage. Und wenn die Verbraucher sparen, werden sie wahrscheinlich bei der Kleidung am ehesten sparen.

    Gut, die Marke Taifun ist im mittleren Preissegment. Die Mode ist wirklich schön, kann überall perfekt getragen werden. Also wird hier auf alle Fälle weiter Umsatz gemacht werden. Die Marke ist bekannt, das Management besitzt genügend Erfahrung.

    Also sobald die Konjunktur anzieht, sehe ich die Geschäfte wieder positiv.

    Grüße
    flippi

  4. #4
    Erfahrener Valueist Dieter ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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    Moin Flippi,

    dein Posting zu GW habe ich gerade erst entdeckt.

    Weshalb ich GW ganz gut finde:

    90% des Umsatzes stammen aus dem Ordergeschäft - das heißt: GW produziert nur auf Bestellung und vermeidet dadurch Überkapazitäten. Damit verschiebt GW das unternehmerische Risiko zum Einzelhandel.

    Ist das immer noch so? Lassen sich die Franchiser immer noch darauf ein?

    Du kennst dich bestimmt auf deren HP gut aus. Gibt es eine übersichtliche Zusammenfassung der Daten?

    Btw, die Zyklik sehe ich wie bei Hennes und Boss bei mittel.

    Kriterium 2 und 3 sind grottenschlecht und die Wachstumsstory klingt für mich nicht wirklich überzeugend, insbesondere die geplanten Auslandsaktivitäten. Warum will GW nicht im Inland stärker wachsen? Von einer GW Shop Schwemme sind wir bis jetzt sehr weit entfernt.

    Warum ist die Umsatzrendite bei Hennes und Boss doppelt so hoch wie bei GW? Es geht also doch. Warum also nicht auch bei GW?

    Das Umlaufvermögen besteht zu 90,6% aus Forderungen und Vorräten. Bei Hennes sind das nur 35,3%.

    Da kann doch etwas mit dem Ordergeschäft nicht mehr stimmen.

    Gruß
    Dieter

  5. #5
    Erfahrener Valueist filippina
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    Gnabend Dieter,

    <Das Umlaufvermögen besteht zu 90,6% aus Forderungen und Vorräten.>

    Ja, das ist ein bisschen viel. Da hast Du Recht.

    <90% des Umsatzes stammen aus dem Ordergeschäft - das heißt: GW produziert nur auf Bestellung und vermeidet dadurch Überkapazitäten.>

    Ja, das ist immer noch so. Wieviel % vom Umsatz kann ich Dir jetzt aber nicht sagen.

    Also, die Zahlen schauen nicht gut aus. Noch vor der Analyse hatte ich einen guten Eindruck, aber jetzt komme ich doch sehr ins Schwanken.

    Grüße
    flippi

  6. #6
    Erfahrener Valueist Dieter ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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    Hallo Flippi,

    <Noch vor der Analyse hatte ich einen guten Eindruck, aber jetzt komme ich doch sehr ins Schwanken.>

    Schon seit längerem betrachte ich die Unternehmen innerhalb ihrer Branche und habe so die Möglichkeit zu vergleichen, zu vergleichen zu vergleichen.

    Oft kristallisiert sich eine "Nummer 1" heraus, z. B. Pfizer beim Pharmavergleich. Diese Unternehmen machen etwas richtig und besser als die anderen und sind deshalb auch teurer (Hennes).
    Der Nachteil: Da darf nichts Unvorgesehenes kommen.
    Die Realität: Erstens, das Unvorhergesehene kommt, zweitens, anders und drittens als man denkt.

    Gruß
    Dieter

  7. #7
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo zusammen,

    nach Boss meldet jetzt auch Gerry Weber einen Anstieg der Auftragsorder und scheint ein zweistelliges Umsatzwachstum zu erwarten. Da scheint sich ja was zu tun. Jedenfalls sieht das nicht schlecht aus. Bei Gerry Weber war ich immer am Schwanken. Die Kollektionen sind jedenfalls sehr schön. Ich habe selbst ein paar Klamotten von Taifun und Gerry Weber. Das Unternehmen stagnierte jedoch lange Zeit und ich warte seitdem auf gute Zahlen. *

    Grüsse
    flippi

    Aus der Pressemeldung des Unternehmens von heute

    15. September 2004

    12-prozentiger Anstieg der Auftragseingänge

    - 12-prozentiger Anstieg der Auftragseingänge für Frühjahr/Sommer 2005
    - Voraussichtlich zweistelliges Umsatzwachstum in 2004/2005

    Die Wachstumsaussichten der GERRY WEBER International AG lassen sich an der Entwicklung der Auftragseingänge für die Frühjahr/Sommer-Kollektionen 2005 ablesen: Die Vororderzahlen für die drei Marken GERRY WEBER, TAIFUN und SAMOON nahmen insgesamt um rund 12 Prozent zu. Die Auftragseingänge von GERRY WEBER stiegen von 91,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 103,6 Mio. Euro. Die Vororder für TAIFUN nahm von 38,6 Mio. Euro auf 43,2 Mio. Euro zu, während die Aufträge für SAMOON mit 13,5 Mio. Euro konstant blieben. Diese positive Entwicklung der Ordereingänge stützt die Prognose, dass die GERRY WEBER-Gruppe mit einem voraussichtlich zweistelligen Umsatzzuwachs im nächsten Geschäftsjahr wieder auf den alten Wachstumspfad zurückkehren wird.

    Wachstumsimpulse werden im nächsten Geschäftsjahr auch von der Expansion im Shop- und Store-Bereich, von den Auslandsmärkten und vom Lizenzgeschäft erwartet. Die bestehenden 70 HOUSES OF GERRY WEBER (HOGW) werden bis Jahresende um 12 weitere eigene Stores in Deutschland ausgebaut, während die Eröffnung von drei neuen Geschäften im benachbarten Ausland bis Ende Februar 2005 vorgesehen ist. Insgesamt soll die Zahl der HOGW im In- und Ausland in den nächsten Jahren auf 300 bis 400 anwachsen

  8. #8
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Guten Tag,

    heute gab es einen sehr interessanten Bericht über die Branche. Und Gerry Weber spielt darin eine Hauptrolle:

    "„Fläche ist das Zauberwort“

    Die Filialisierung im Handel geht in die nächste Runde: Immer mehr Bekleidungshersteller eröffnen eigene Läden.

    Von Lars Ruzic
    Hannover. Wenn Gerhard „Gerry“ Weber durch die Innenstädte schlendert, dann überkommt ihn oft ein Magengrimmen. Vielen Geschäften oder Kaufhäusern sieht er schon an der Gebäudefront an, was ihn im Innern erwartet. „Da fühlt man sich eher an Dunkelkammern als an Verkaufsräume erinnert. Und die Ware liegt durcheinander wie Kraut und Rüben“, erzählt der 64-Jährige. Schon für den normalen Kunden ist das nicht schön, aber den Unternehmer trifft es noch härter: Das, was dort lieblos abgeladen wird, sind oft genug seine eigenen Produkte.
    „Einige Handelskonzerne haben nicht mehr das Niveau oder das Geld, die Ware ansprechend zu präsentieren“, ärgert sich Weber. Für ihn sei es deshalb ein logischer Schluss gewesen, seine Damenmode in eigenen Geschäften zu verkaufen. „Da läuft es von vorn bis hinten nach unseren Vorstellungen.“ Fast 100 „Houses of Gerry Weber“ gibt es schon heute, in drei Jahren sollen es 300 bis 400 sein. Unter Ia-Lage macht es der Frauenausstatter nicht. In Berlin am Café Kranzler, in Hamburg auf dem Jungfernstieg, in London an der Regent Street: Das sind die Adressen, bei denen der Firmengründer aus Halle in Westfalen glänzende Augen bekommt.
    Jeder Bekleidungshersteller werde sich damit auseinander setzen müssen, eine eigene Kette aufzuziehen, sagt er. „Nur wer selbst Handel betreibt, der weiß, was der Kunde wirklich will.“ Diese Erkenntnis ist zweifelsohne nicht neu, und vor Weber hatten sie schon diverse andere Textilkonzerne. Ob Esprit, S.Oliver oder Street One aus Isernhagen – ein Markenshop reiht sich in den Fußgängerzonen der Großstädte an den anderen.
    Jetzt machen sich auch alteingesessene Mittelständler aus der Bekleidungsindustrie mit einer Idee vertraut, mit der sie über Jahrzehnte nichts am Hut hatten. „Fläche ist derzeit das Zauberwort der Branche“, berichtet Stella Ahlers, Chefin des gleichnamigen Herforder Herrenausstatters (Eterna, Otto Kern, Pierre Cardin). „Wer da nicht mitgeht, fällt ins Fass“, ergänzt Wolfgang Drewalowski, Geschäftsführer beim Herforder Nachbarn Brax.
    Die Modehersteller haben in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit so genannten Shop-in-Shop-Systemen gesammelt, mit denen sie kleinere Flächen in einem Kaufhaus selbst gestalten und bewirtschaften. Dafür zahlen sie Konzessionen an die Handelsriesen oder beteiligen sie am Gewinn.
    Längst verkaufen die Hersteller über diesen Weg einen Löwenanteil ihrer Ware direkt. Beim Hosenspezialisten Brax etwa entfallen inzwischen gut 40 Prozent des Umsatzes von 200 Millionen Euro auf eigene Flächen. „Viele Verbraucher haben an den Markenshops Gefallen gefunden“, berichtet Brax-Geschäftsführer Drewalowski.
    Gleichzeitig gehen den Herstellern immer mehr traditionelle Händler verloren – weil die entweder ihr Sortiment bereinigen oder gleich ganz aufgeben müssen. Allein Brax sind dadurch innerhalb von zwei Jahren 500 Verkaufsstellen abhanden gekommen – ein Minus von fast 40 Prozent. „Der Anteil klassischer Handelskunden wird weiter sinken“, prophezeit Weber, „schon weil einige Große den Überlebenskampf nicht überstehen werden.“
    Auf der Handelsseite sieht man das ähnlich, gibt jedoch den Bekleidungsherstellern Mitschuld an der Entwicklung. Schließlich wachse der Bedarf nicht mit der Zahl der Anbieter, die auf den Markt drängten, heißt es. Die Modekonzerne kannibalisierten das eigene Geschäft und schädigten dabei zusätzlich ihre eigentlichen Kunden – nämlich die Händler. So mancher Hersteller betreibe die Filialisierung zudem aus purer Not, weil das angestammte Geschäft nicht mehr funktioniere. Damit sei ebenfalls keiner Seite geholfen. Andere Händler wiederum begrüßen die Entwicklung, weil die Industrie dadurch bei der Preisgestaltung realistischer werde. „So kennen sie wenigstens die Schwierigkeiten am Markt aus eigener Erfahrung.“
    Weil die eigenen Geschäfte vernünftig gefüllt werden wollen, bläht die Filialisierung die Sortimente auf. Hier noch eine Strickkollektion, dort eine neue Golfmodenreihe – die Hersteller dehnen ihr Programm und damit ihre Marke aus. Gerry Weber lässt jetzt sogar eine Herrenkollektion schneidern, obwohl der Firmengründer das jahrelang abgelehnt hatte. Wer in die Bestlagen wolle, müsse mitunter eben auch mal ein zwei- oder dreigeschossiges Haus anmieten und betreiben können, sagt Gerhard Weber. Und weil die 400 Teile einer Damenkollektion dafür nicht ausreichten, „mussten wir halt irgendwas erfinden“.

    Wem gehört Bugatti?

    Es ist fast schon eine Binsenweisheit: Nicht überall, wo eine Marke draufsteht, steckt auch der entsprechende Hersteller dahinter. Es gibt kaum noch eine Konsumbranche, in der nicht Lizenzen vergeben werden, damit sich Markennamen mit Produkt-Know-how verbinden.
    So stellt Europas größter Hemdenproduzent, Seidensticker aus Bielefeld, beispielsweise die Hemden für die Herforder Nachbarn Ahlers (unter der Marke Otto Kern) und Brinkmann (Bugatti) her. Und so lässt Gerry Weber seine Herrenkollektion von Leithäuser in Hamm scheidern. Auch Parfüms und Kosmetik gehören heute für Modefirmen neben Schmuck, Taschen, Uhren und Brillen zu den Produkten, mit denen sie – und andere – so manchen Euro nebenbei verdienen. Markenrechte werden in der Regel für eine Produktgruppe beantragt und vergeben. So hatte der Herforder Bekleidungskonzern Brinkmann 1979 für sein Geschäft die Rechte der Marke Bugatti erworben. Der Glanz der alten – aber seinerzeit quasi untergegangenen – Automarke sollte auf die Kleidung abfärben.
    Dass Volkswagen einmal den Autohersteller kaufen und die Marke wiederbeleben würde, konnte damals noch niemand wissen. Heute verdienen beide an Lizenzen. Brinkmann lässt auch Schirme und Handytaschen herstellen, VW Brillen, Schmuck und Parfüm. „Jede Nachricht über das Auto hilft auch uns“, heißt es bei Brinkmann. lr"

    Schönen Tag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  9. #9
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, zusammen,

    aus Westfalen gibt es gute Nachrichten, und endlich mal etwas Positives und nichts zum Thema Subprime:

    DGAP-News: GERRY WEBER durchbricht die 500 Mio. Euro-Umsatzgrenze
    Die GERRY WEBER International AG konnte mit neuen Rekordwerten in der Unternehmensgeschichte ihre für das Geschäftsjahr 2006/2007 selbst gesetzten Ziele bei Umsatz und Ertrag übertreffen und die Wachstumsdynamik der letzten Jahre eindrucksvoll fortsetzen. Mit rund 505,0 Mio. Euro lagen die Gesamtumsätze nach vorläufigen Zahlen um 14,0 Prozent über dem Vorjahreswert von 442,8 Mio. Euro und außerdem deutlich über den anvisierten 500,0 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg überproportional um 25,9 Prozent auf 51,6 Mio. Euro (Vorjahr: 41,0 Mio. Euro). Die EBIT-Marge verbesserte sich um knapp einen Prozentpunkt von 9,3 Prozent im Vorjahr auf 10,2 Prozent im Geschäftsjahr 2006/2007. ''Mit diesen Rekordergebnissen haben wir ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen'', erklärte der Vorstandsvorsitzende Gerhard Weber. ''Wir haben die magische Grenze einer halben Milliarde Euro Umsatz durchbrochen und erstmals eine zweistellige EBIT-Marge erzielt. Unsere Expansionsstrategie der letzten Jahre ist daher aufgegangen - und wir werden auch weiterhin ganz auf Wachstum setzen!''

    Die deutliche Umsatzsteigerung ist vor allem auf den Zuwachs bei der Kernmarke GERRY WEBER und die sehr gute Entwicklung des Retail-Bereichs zurückzuführen. Das am schnellsten wachsende Segment der GERRY WEBER-Gruppe, das die Erlöse der 66 in Eigenregie betriebenen HOUSES OF GERRY WEBER zusammenfasst, konnte sowohl durch die Neueröffnung von 15 eigenen HOUSES OF GERRY WEBER im Geschäftsjahr 2006/2007 als auch durch das Wachstum auf bereits vorhandenen Flächen zulegen. Aktuell werden insgesamt 177 HOUSES OF GERRY WEBER in Eigenregie oder durch Franchisepartner betrieben.

    Auch die Monomarken-Stores des jüngeren Labels TAIFUN-Collection, der Marke für Anschlussgrößen SAMOON-Collection und des erfolgreichen Sublabels GERRY WEBER EDITION entwickelten sich weiterhin sehr positiv. Die 1.198 Shop-in-Shop-Flächen trugen ebenfalls zum Umsatzwachstum bei.

    Die signifikante Umsatzerhöhung im Geschäftsjahr 2006/2007 ging einher mit einer deutlich überproportionalen Ertragsverbesserung, die vor allem auf die Ausnahmestellung der GERRY WEBER-Gruppe am Markt zurückzuführen ist.. Auch die optimierten Betriebsabläufe und die kosteneffizienten Beschaffungsstrukturen wirkten sich maßgeblich auf die Rendite aus. ''Dass wir sowohl bei den Umsätzen als auch auf der Ertragsseite so stark zulegen konnten, zeigt, dass wir uns strategisch optimal positioniert haben'', so Gerhard Weber weiter. ''Wir haben uns nicht nur zum Lifestyle-Konzern weiterentwickelt, sondern mit unserem Retail-Konzept auch auf das richtige Pferd gesetzt und uns erfolgreich gegen unsere Wettbewerber abgegrenzt. Außerdem zahlen sich die internen Umstrukturierungen der letzten Jahre jetzt nachhaltig für uns aus.''

    Die sehr gute Ertragssituation veranlasst den Vorstand, der Hauptversammlung am 04. Juni 2008 eine Gewinnausschüttung in Höhe von 11,5 Mio. Euro oder 0,50 Euro je Aktie vorzuschlagen. Dies sind 0,10 Euro je Aktie beziehungsweise 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit der höchsten regulären Dividende der Unternehmensgeschichte sollen die Aktionäre angemessen an der hervorragenden Unternehmensentwicklung beteiligt werden.

    Im Geschäftsjahr 2007/2008 will die GERRY WEBER-Gruppe ihr hohes Wachstumstempo fortsetzen. Mit einem Umsatzziel von 575 Mio. Euro strebt das Unternehmen erneut eine zweistellige Steigerung seiner Gesamterlöse an. Der Anstieg der Auftragseingänge für die dritte Kollektion zur Frühjahr-/Sommer-Saison 2008 um 14 Prozent zeigt, dass die GERRY WEBER-Gruppe bestens aufgestellt ist, um dieses Ziel zu erreichen. Zur Forcierung der Retail-Aktivitäten sollen im laufenden Geschäftsjahr weitere 60 HOUSES OF GERRY WEBER eröffnet werden. Außerdem sind für 2007/2008 zahlreiche neue Monomarken-Stores und 250 zusätzliche Shop-in-Shop-Flächen geplant. Auch bei der Rendite will die GERRY WEBER-Gruppe weiter zulegen und ihre EBIT-Marge auf 11,0 Prozent steigern. In den kommenden fünf Jahren sollen sich die Umsätze auf 1 Mrd. Euro verdoppeln. Die EBIT-Marge soll dann bei 15,0 Prozent liegen.

    Quelle:Finanzen.net 07/01/2008 08:59


    Schönen Abend noch,
    JuliaPapa
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