Gewinne geringer auszuweisen als sie tatsächlich sind ist auch eine Variante des Betruges - aber immerhin sympathischer als andersherum.

Dieter

Der US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac hat nach einem Bilanzskandal seine gesamte Führungsspitze ausgewechselt. Der bisher für das operative Geschäft zuständige Präsident David Glenn sei wegen "ernsthafter Zweifel an der Pünktlichkeit und Vollständigkeit seiner Kooperation und Aufrichtigkeit" entlassen worden, teilte Freddie Mac am Montagabend in McLean (US-Bundesstaat Virginia) mit. Auch Firmenchef Leland Brendsel und Finanzchef Vaughn Clarke mussten gehen. Die Aktie brach um 16 Prozent auf 50,26 Dollar ein.
Der Austausch des Top-Managements folgte den bereits bekannt gegebenen Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen der Jahre 2000 bis 2002. Dabei sollen die Gewinne geringer ausgewiesen worden sein, als sie tatsächlich waren, um zukünftige Ergebnisse glätten zu können. Auch die Kapitalreserven sollen in Wirklichkeit höher als berichtet gewesen sein. Die US-Börsenaufsicht SEC wird nach einem Zeitungsbericht prüfen, ob das Unternehmen gegen Börsengesetze verstoßen habe. Die neu aufgestellten Bilanzen dürften wohl erst im dritten Quartal vorgelegt werden, hieß es nun. Freddie Mac und das Schwesterunternehmen Fannie Mae verwalten Hypothekenkredite über 3,3 Billionen Dollar und kontrollieren damit etwa 40 Prozent dieses Marktes in den USA. Wie stark dieser neue Bilanzskandal den Dollarkurs belasten wird, ist noch nicht sicher.