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Thema: Ahlers AG

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Guten Abend,

    endlich habe ich meine neueste Analyse fertiggestellt. Es geht dabei um einen eher unbekannten Textilhersteller mit umso bekannteren Marken. Aber lest selbst:


    Value-Analyse Ahlers AG

    1.) Profil
    Ahlers ist der zweitgrößte Hersteller von Herrenbekleidung in Europa. Ahlers steht nicht für eine einzelne Marke, sondern für eine Vielzahl von Marken unterschiedlicher Mode- und Bekleidungsbedürfnisse für Männer – Männer-Mode für Millionen. Kernkompetenz sind die Herstellung und der Vertrieb von zeitgemäßen Kollektionen, maßgeschneidert für festumrissene Zielgruppen. Ziel von Ahlers ist es, als führender Hersteller dem gehobenen Fachhandel das beste Portfolio von Männermodemarken anzubieten, mit bestem Potential für starken Abverkauf und hoher Wertschöpfung.


    2.) Allgemeine Unternehmensbeurteilung („Weiche“ Kriterien)

    Ist das Unternehmen einfach zu verstehen, hat es eine beständige Firmengeschichte?
    Die Ahlers AG geht auf die im Jahr 1919 von Adolf Ahlers in Jever, Kreis Friesland, gegründete Tuchgroßhandlung zurück. Im Jahr 1932 wurde ein Produktionsbetrieb in Herford-Elverdissen eröffnet und der Sitz nach Herford-Elverdissen verlegt. 1936 wurde in Herford eine Wäschefabrik errichtet. Die Stammfirma nahm 1948 die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung an. Im Jahr 1950 wurde die Kommanditgesellschaft Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Obergesellschaft mit Adolf Ahlers als persönlich haftendem Gesellschafter. Nach 1962 erfolgte eine Neuordnung der einzelnen Produktbereiche nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen. Für die Produktbereiche wurden Vertriebsgesellschaften in der Rechtsform der GmbH gegründet. Diesen Vertriebsgesellschaften wurden die jeweiligen Produktionsstätten zugeordnet. 1987 ging die Ahlers AG an die Börse.
    Hergestellt wird Männerbekleidung, ein sehr einfaches Produkt.
    Dieses Kriterium ist für mich ganz klar erfüllt.

    Werden die Produkte dringend benötigt, gibt es keinen direkten Ersatz?
    Neben der eigentlichen Funktion, dem Schutz vor Kälte, erfüllt Kleidung noch verschiedene andere Zwecke wie gutes Aussehen, Zeigen von Statussymbolen und vieles mehr.
    Dieses Kriterium ist für mich erfüllt.

    Gibt es wenige Restriktionen, so daß das Unternehmen expandieren kann? Ist die Produktion einfach auszudehnen?
    Die Produktion findet überwiegend in Billiglohnländern statt. Abgesehen davon ist die Textilproduktion weitgehend unschädlich, so daß ich hier keine Restriktionen sehe.
    Dieses Kriterium ist für mich erfüllt.

    Sind die Produkte eindeutig von Konkurrenzprodukten zu unterscheiden?
    Ahlers fährt eine klare Markenstrategie und versucht, sich damit von Wettbewerbern abzusetzen.
    Dieses Kriterium ist für mich damit erfüllt.

    Verfügt das Unternehmen über eine sehr starke Stellung im Wettbewerb („Moats“)?
    Ahlers besitzt ein Portfolio unterschiedlicher Marken. Dabei sind pierre cardin, Otto Kern und die Jeans-Marke Pionier sehr stark. Absolute Top-Marke des Konzerns ist meiner Meinung nach eterna, die führende deutsche Marke für bügelfreie Oberhemden.
    Dieses Kriterium ist für mich ebenfalls erfüllt.

    Hat das Unternehmen noch Wachstumspotential? Wird die Nachfrage noch genügend wachsen?
    Ahlers erzielte im Geschäftsjahr 2003/2004 63,8 % seiner Umsätze in Deutschland und nur 8 % in Osteuropa. Außerhalb Europas ist Ahlers gar nicht vertreten. Daher sieht die Gesellschaft gerade in Osteuropa und Fernost Wachstumsmöglichkeiten. Darüber hinaus sollen E-Commerce-Aktivitäten ausgebaut werden und die Marke Otto Kern zu einer hochwertigen Lifestyle-Marke aufgewertet werden. Schließlich soll eterna auch als Blusenmarke im Damenbereich etabliert werden.
    Auch dieses Kriterium ist für mich erfüllt.

    Ist das Management gut und aktionärsfreundlich?
    Dieses Kriterium ist bei dieser kleinen Gesellschaft schlecht zu beurteilen, da es selbst im Internet keine Informationen über die handelnden Personen gibt. Ein Optionsprogramm existiert nicht. Im Geschäftsjahr 03/04 betrugen die Bezüge je Vorstandsmitglied 600.000 Euro, insgesamt 1,8 Mio. Euro. Das halte ich für angemessen. Die Familie Ahlers ist mit Jan A. Ahlers im Aufsichtsrat und seine Tochter Stella im Vorstand vertreten. Jan Ahlers sind 60 % der Aktien zuzurechnen, somit liegt die Aktienmehrheit in den Händen der Familie, die auch im Management vertreten ist.
    Ich würde daher vorsichtig urteilen, daß auch dieses Kriterium weitgehend erfüllt ist.


    3.) Meßbare Qualitätskriterien („Harte“ Kriterien)

    Eigenkapitalquote und Eigenkapitalrendite
    Bis 2002 lag die Eigenkapitalquote knapp unter 50 %. Im Jahr 2003 erfolgte die komplette Abschreibung des Goodwill gegen das Eigenkapital. Zum 30.11.2004 betrug die EK-Quote 41 %. In den Jahren 1996 bis 2002 ging die Eigenkapitalrendite von 16,3 % auf 10,6 % zurück, was an leicht sinkenden Gewinnen bei wachsendem Eigenkapital lag. Seit der Senkung des EK durch die Abschreibungen liegt die EK-Rendite wieder über 15 %. 2004 betrug sie 19,4 %.
    Diese zwei Kriterien sind bedingt erfüllt.

    Gewinnwachstum
    Das geometrische Gewinnwachstum lag Mitte der 90er Jahre im zweistelligen Bereich. Seitdem stagniert der Gewinn, das geometrische Gewinnwachstum lag 2004 bei 3 %.
    Dieses Kriterium ist ganz klar verfehlt worden.

    „Echte“ Gewinne
    Außerordentliche Erträge oder Aufwendungen gab es 2003/04 nicht. Die sonstigen Aufwendungen sind zum Vorjahr nahezu unverändert.
    Die Gewinne stammen also in der Tat aus dem operativen Geschäft.

    Dividenden und einbehaltene Gewinne
    Ahlers zahlt traditionell eine hohe Dividende. Wurden Ende der 90er Jahre noch rund 75 % der Gewinne ausgeschüttet, so stieg dieser Wert 2002 auf 98 %. 2003/04 waren es 83 % der Gewinne, die an die Aktionäre ausgeschüttet wurden.
    Dieses Kriterium ist damit nicht erfüllt.

    Umsatzentwicklung im Vergleich zum Lager
    Der Umsatz ging in 03/04 um 2,44 % zurück. Die fertigen Erzeugnisse nahmen parallel dazu um 5,38 % ab. Hingegen legte der Gewinn um 20 % zu. Die Gewinnsteigerung konnte durch verringerte Einkaufspreise, Personalkosten, Abschreibungen und Zinsen erwirtschaftet werden.
    Nach meiner Meinung deutet hier nichts auf außerordentliche Faktoren hin, mit denen der Gewinn „geschönt“ worden ist.

    Umsatzrendite
    Die Umsatzrendite liegt seit 1995 konstant zwischen 3,4 % und 5,7 %, und damit wird das Ziel von 10 % klar verfehlt.

    Verzinsung der einbehaltenen Gewinne
    Gewinn pro Aktie 1995: EUR 1,01 - Gewinn pro Aktie 2004: EUR 1,08 - Gesamter Gewinn pro Aktie 1995-2004: EUR 10,07 - Gesamte Dividende pro Aktie 1995-2004: EUR 8,28 ==> Hinzufügung zum Eigenkapital: EUR 1,79
    Differenz Gewinn 2004 zu Gewinn 1995: EUR 0,07
    Daraus ergibt sich eine Verzinsung der einbehaltenen Gewinne von 3,91 %. Damit ist das Ziel von 15 % klar verfehlt worden.

    Cash-Flow-Marge
    Die Cash-Flow-Marge liegt seit 1995 konstant zwischen 6,5 % und 8,3 %, und damit wird das Ziel von 15 % klar verfehlt.

    Sachinvestitionen
    Der Anteil der Sachinvestitionen am Cash-Flow lag 1999 und 2000 über der Grenze von 40 %. Ansonsten war der Wert nie höher als 38 %. 2003/04 waren es 26,4 %. Damit ist dieses Kriterium erfüllt.

    Grad der Anlagendeckung
    Das Eigenkapital von 80 Mio. € liegt deutlich über dem Anlagevermögen von 58 Mio. €. Weiterhin werden sämtliche Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen finanziert. Dieses Kriterium ist klar erfüllt.

    Immaterielle Vermögensgegenstände
    Immaterielle Vermögensgegenstände gibt es mit Schutzrechten in Höhe von 8,5 Mio. €. Goodwill ist nach der schon erwähnten Komplettabschreibung nicht mehr vorhanden. Auch hier kann ein Haken gemacht werden.

    Kurzfristige Liquidität
    Der Zahlungsmittelbestand zzgl. der kurzfristig liquidierbaren Wertpapiere beträgt gut 26 Mio. €. Das liegt deutlich unter dem Wert der Verbindlichkeiten bis einem Jahr von 54,6 Mio. €. Wie viele dieser Forderungen in den nächsten drei Monaten fällig sind, geht aus dem Geschäftsbericht nicht hervor. Rein rechnerisch wären das 13,7 Mio. €. Dieser Wert ist in Ordnung.

    Pensionsrückstellungen
    Die Pensionsrückstellungen betragen 5,2 Mio. € und liegen mit rund 6 % des Eigenkapitals sehr gut im Rennen. Der Zinssatz zur Berechnung der Pensionsrückstellungen wurde nicht verändert.
    Dieses Kriterium ist erfüllt.

    Aktienoptionen
    Aktienoptionen existieren nicht.


    4.) Kriterien nach Benjamin Graham

    • Mindestumsatz für ein Industrieunternehmen 100 Millionen US-Dollar: erfüllt
    • Das Umlaufvermögen sollte mindestens doppelt so groß wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten sein. Außerdem sollten die langfristigen Verbindlichkeiten nicht größer als das Nettoumlaufvermögen sein: beide Bedingungen erfüllt
    • Innerhalb der letzten 10 Jahre sollte kein Verlustabschluß vorgekommen sein: erfüllt
    • Gewinnverbesserung in den letzten 10 Jahren um mindestens 1/3 pro Aktie, wobei zu Beginn und am Ende ein Dreijahresdurchschnitt verwendet werden sollte: nicht erfüllt, der Gewinn ist sogar leicht gesunken.
    • Das KGV sollte nicht über 15 liegen (auf Basis der Durchschnittswerte der letzten drei Jahre): erfüllt, der Wert liegt bei 11,2.
    • Der Börsenkurs sollte nicht mehr als 50 % über dem Buchwert liegen. Allerdings kann der Börsenkurs mehr als 50 % über dem Buchwert liegen bzw. mehr als dem 1,5-fachen des Buchwertes entsprechen, sofern nur das KGV niedriger ist. Wir empfehlen, daß KGV und der Buchwertmultiplikator miteinander multipliziert nicht mehr als 22,5 ergeben sollten: Der Börsenkurs per 30.11.2004 betrug der Kurs das 2,07-fache des Buchwertes. KGV (11,2) * Buchwertmultiplikator (2,07) = 23,2; die Vorgabe von Graham wird damit knapp verfehlt.


    5.) Bilanz-Quicktest nach Peter Kralicek

    1) Eigenkapitalquote
    EK-Quote: (Eigenkapital/Bilanzsumme)*100
    Liegt bei 41 %, damit Note 1 (sehr gut).

    2) Schuldentilgungsdauer in Jahren
    Schuldentilgungsdauer: (Fremdkapital - flüssige Mittel) / Jahres-CF
    Liegt bei rund 2,5 Jahren, damit Note 1 (sehr gut)

    3) Gesamtkapitalrentabilität
    GK-Rentabilität: (Ergebnis d. gew. Gesch.Tät. + FK-Zinsen)/GK * 100
    Liegt bei 15,52 %, auch das gibt die Note 1 (sehr gut)

    4) Cash-Flow-Leistungsrate
    CF-Leistungsrate: (Cash-Flow/Umsatz)*100
    Liegt bei 6,875 %, das reicht zu Note 3 (mittel)


    6.) Bewertung der Aktie

    Signal 2
    Ausgehend vom Schlußkurs zum Jahresende von € 11,20 ergibt sich eine jährliche Kurssteigerung von 10 %. Das Ziel von 15 % wird damit verfehlt.

    Signal 3
    Die Zahlen des Unternehmens ergeben einen Wert von € 12,-- im 11. Jahr. Das liegt nur leicht über dem Wert von € 11,20, allerdings deutlich unter dem derzeitigen Kurs von € 15,80.

    Kurs-Gewinn-Verhältnis
    Das KGV der Aktie betrug in 2004 10,4. Das Gewinnwachstum in 2003 und 2004 lag bei 7 % bzw. 20 %, so daß hier davon ausgegangen werden kann, daß der Gewinnzuwachs über dem KGV liegt.

    Angepaßtes Kurs-Gewinn-Verhältnis
    Das angepaßte KGV einer Aktie kann ermittelt werden, wenn die Gesellschaft über bedeutende Barmittel verfügt. Dabei werden liquide Mittel von der Marktkapitalisierung abgezogen und Verbindlichkeiten gegenüber Banken hinzuaddiert. Hieraus wird dann erneut das KGV ermittelt. Dies sollte dann nicht höher als 12 sein.
    Bei Ahlers ergibt das folgende Rechnung: MK (162 Mio.) - Cash (26 Mio.) + Verb. Banken (54,4 Mio.) = 190,4 Mio. oder € 13,22 je Aktie. Das ergibt ein angepaßtes KGV von 12,24 und damit nur knapp über meiner Forderung.



    Wie fällt nun mein Fazit aus? Die Analyse der Zahlen zeigt mehr als deutlich, daß Ahlers ein substanzstarkes Unternehmen ist, das kein Ertragsriese ist. Die Gewinne stagnieren seit Jahren, erst 2004 gab es wieder einen höheren Gewinn. Dieser Trend soll sich allerdings in 2005 fortsetzen, so daß hier mit verbesserten Werten zu rechnen ist. Durch die stagnierenden Gewinne ergeben sich bei den Signalen 2 und 3, die ja für wachsende Unternehmen gedacht sind, natürlich schlechte Werte.

    Keine Frage - die Ahlers AG ist mit Sicherheit kein typisches Value-Unternehmen, bei dem sich ein Kauf aufdrängt. Das Zahlenwerk ist nicht so, wie wir uns das vorstellen. Dagegen sehen die „weichen“ Qualitätsmerkmale, die „Story“, wie ich das gerne nenne, sehr gut aus. Ahlers besitzt in einem umkämpften Markt erstklassige Marken mit starker Kundenbindung. eterna zum Beispiel ist nach meiner Auffassung die absolute Top-Marke im Oberhemdenbereich, die ich nur kaufe. Eine nicht repräsentative Beobachtung unter meinen Kollegen ergab, daß etwa ein Drittel aller Bankmitarbeiter eterna-Hemden tragen. Gerade auch bei der Plazierung von eterna im Blusenmarkt sehe ich große Chancen.

    Da ich ein großer Freund von guten „Storys“ bin, und ich eher bereit bin, bei den Zahlen Abstriche zu machen, finde ich die Ahlers AG hoch interessant. Mir ist klar, daß jährliche Kurssteigerungen im zwei- und dreistelligen Bereich eher unwahrscheinlich sind. Aber die Dividende holt dort einiges raus: Seit über 10 Jahren werden auf die Stammaktien kontinuierlich € 0,82 gezahlt, und zwar immer (auch in schlechten Jahren) aus dem erwirtschafteten Gewinn. Zuletzt waren es € 0,90. Bei einem aktuellen Kurs von rund € 15,80 sind das immer noch 5,7 % Dividendenrendite. Ich halte das bei einem konservativen Unternehmen gerade im Vergleich zu Bundesanleihen für sehr attraktiv. Und ein paar Prozent Kursgewinn sind immer drin…


    So, jetzt kennt auch Ihr die Ahlers AG. Wie ist Eure Meinung dazu? Eine ineteressante Aktie? Oder sind Dividendenbringer mit begrenzten Aussichten auf Kurssteigerungen nicht Euer Ding? Ich hoffe auf viele Antworten.

    Gruß,
    JuliaPapa
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  2. #2
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    eine umfassende solide untersuchung, juliapapa. danke!

    kritische anmerkungen seien erlaubt (erwünscht?):
    1. wie sieht der traditionelle (von generation übertragene) griff zum eterna- hemd im büroalltag künftig aus? aus international tätigen unternehmen weiß ich, dass die zunehmend auch international reisenden mitarbeiter eben längst nicht so häufig eterna tragen wie "inlandsmitarbeiter". mag zufall sein, dass ich nur solche firmen kenne.

    2. 5,7 % ist eine respektable dividendenrendite. wenn du allerdings respektabel steuern zu zahlen hast, relativiert sich das interesse spürbar. richtig ist, das risiko ist nach unten ein stück abgesichert

    carpe diem
    lomoeel

  3. #3
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    Hallo, lomoeel,

    tja, was soll ich zu Punkt 1 sagen? Ich kenne halt nur unseren Laden, der zwar international ausgerichtet ist, aber kein internationaler Konzern mit Mitarbeitern aus allen Ländern der Welt. Und wie gesagt - meine Beobachtungen sind nicht repräsentativ.

    Ich kann nur auf meine Analyse verweisen, daß die Expansion in den Markt Osteuropa vorangetrieben wird und da sicher einiges an Wachstum möglich sein wird.

    Punkt 2 macht Ahlers ja noch interessanter: Die 5,7 % sind zur Hälfte steuerfrei, während ich bei einer Bundesanleihe die 2,5 % voll versteuern muß...

    Aber Dein Einwand ist schon berechtigt. Ahlers wird wohl kurstechnisch gesehen nie der Bringer werden (obwohl die Vorzüge in den letzten 30 Monaten knapp 100 % gemacht haben). Ich finde sie aber als risikoarme und durch die Div.-Rendite quasi "unfallbare" Aktie als Beimischung gerade für ein risikobegrenztes Value-Depot interessant.

    * *Und wenn Ihr noch mehr meckert, bringe ich heute nachmittag von Shoppen noch ein neues eterna-Hemd mit nach Hause. Das habt Ihr davon !!! * *

    Gruß,
    JuliaPapa
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  4. #4
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    Hallo JuliaPapa,

    ich bin selbst seit rund eineinhalb Jahren in Ahlers investiert. Deine Analyse ist m.E. vollständig. Bei der ein oder anderen Kennziffer komme ich auf geringfügig andere Werte, was aber nicht von Belang ist. Für die quantitative Beurteilung möchte ich noch ergänzen, daß Ahlers in den Jahren 1994, 1997 und 1999 den Gewinn je Anteil über die Ausgabe von Vorzugsaktien erheblich verwässert hat. Diese wurden an die bestehenden Aktionäre allerdings zu sehr günstigen Konditionen abgegeben, so daß die Gesamtrendite, zumindest für diejenigen, die bereits länger dabei sind, positiver ist, als es beispielsweise der Aktienkursverlauf vermuten läßt. Die Wachstumsschwäche relativiert sich zudem, wenn man bedenkt, daß sich die Bekleidungsbranche in Deutschland 13 Jahre in Folge rückläufig entwickelt hat. Ahlers hat damit zumindest eine gewisse Resistenz gegenüber Krisen unter Beweis gestellt.

    Dennoch wäre künftig ein zumindest moderates Wachstum sehr willkommen. Die Osteuropaexpansion, aber auch der Relaunch von Otto Kern, den Du angesprochen hast, lassen schon länger auf sich warten. Bislang erscheint mir Otto Kern als Fehlkauf, war auch zuletzt immer noch nicht in der Gewinnzone. Die Sparte men´s & sportswear befindet sich ebenfalls noch in der Verlustzone, allerdings mit positiver Tendenz. Immerhin beinhalten die defizitären Bereiche ein Potential, das schon einmal Ergebnisverbesserungen erwarten läßt.

    Die eigentliche Phantasie sehe ich aber in der Auslandsexpansion des Premiumsegments, das durch Filialeröffnungen auf Franchise-Basis in den neuen EU-Ländern, sowie in Rußland, Weißrußland und der Ukraine wachsen soll. Nur muß Ahlers damit langsam mal beginnen. Bis auf die Gründung einer neuen Gesellschaft in Warschau, von wo aus die Expansion getrieben werden soll, vermisse ich auch hier konkrete Aktivitäten. Aber vielleicht geht die neue Vorstands-Vorsitzende Stella Ahlers, die seit letztem Sommer im Amt ist, die einzelnen Vorhaben jetzt verstärkt an?

    Ich warte jedenfalls gespannt auf die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr und den weiteren Ausblick.

    Schöne Grüße
    Borsheim´s

  5. #5
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    Hallo, Borsheims,

    vielen Dank für Dein Lob zu meiner Analyse. Freut mich ja, daß ich nicht völlig danebenliege.

    Ja, was die nächste Zeit bringt, muß man abwarten. Ich hoffe, daß der Geschäftsbericht einiges aufzeigt. Ich plane auch, am 8. Juni die Hauptversammlung in Düsseldorf zu besuchen. Dort möchte ich mir einen Eindruck vom Management verschaffen. Und natürlich hoffe ich auf weitere Informationen über die Zukunft der Gesellschaft.

    Gruß,
    JuliaPapa
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  6. #6
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    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  7. #7
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    Moin,

    aus Herford kommen gute Nachrichten: Es gibt mehr Cash in die Täsch!!!

    "Der Mode- und Bekleidungskonzern Ahlers AG (ISIN DE0005009708/ WKN 500970) gab am Mittwoch nach Börsenschluss bekannt, dass man die Dividende erhöhen will.
    Nach Feststellung des Jahresabschlusses zum 30. November 2005 der Ahlers AG und Billigung des Konzernabschlusses zum 30. November 2005 sowie einer positiven Einschätzung der weiteren Unternehmensentwicklung haben Aufsichtsrat und Vorstand der Ahlers AG beschlossen, der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung um 0,05 auf 0,95 Euro (Vorjahr 0,90 Euro) je Stammaktie und 1,00 Euro (Vorjahr 0,95 Euro) je Vorzugsaktie vorzuschlagen.

    Die Aktie des Unternehmens schloss am Mittwoch bei 16,85 Euro."


    So etwas liest man doch gerne.

    Schönen Abend noch,
    JuliaPapa
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  8. #8
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    Hallo, zusammen,

    heute gab es konkrete Zahlen:

    "Der Mode- und Bekleidungskonzern Ahlers AG (ISIN DE0005009708/ WKN 500970) konnte im abgelaufenen Fiskaljahr 2004/05 bei Umsatz und Ergebnis zulegen.
    Wie der Konzern am Dienstag bekannt gab, lag der Konzernumsatz im Gesamtjahr bei 325,29 Mio. Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (319,90 Mio. Euro) einem Anstieg um 1,7 Prozent entspricht. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte im Vorjahresvergleich von 29,5 Mio. Euro auf 32,7 Mio. Euro, während das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 27,8 Mio. Euro auf 30,5 Mio. Euro zulegen konnte. Beim Konzernjahresüberschuss verbuchte Ahlers einen Anstieg von 11,5 Prozent auf 17,36 Mio. Euro, nach 15,58 Mio. Euro im Vorjahr, wobei der Gewinn je Aktie von 1,15 Euro auf 1,25 Euro gesteigert werden konnte.

    Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung, die vom 8. Juni auf den 26. Juli verlegt wurde, eine Dividendenerhöhung um jeweils 5 Cent je Aktie auf 0,95 Euro (Vorjahr 0,90 Euro) je Stammaktie und 1,00 Euro (Vorjahr 0,95 Euro) je Vorzugsaktie vorschlagen.

    Der Start in das neue Fiskaljahr verlief den Angaben zufolge aufgrund der guten Vorverkäufe sehr erfolgreich, wobei sich der Trend allerdings in den kommenden Monaten abschwächen dürfte, da der Handel mit Folgeaufträgen eher zurückhaltend ist. Trotzdem erwartet Ahlers im Gesamtjahr einen moderaten Anstieg bei Umsatz und Ergebnis, wobei die Ausschüttung einer zufrieden stellenden Dividende gesichert erscheint, teilte der Konzern weiter mit.

    Die Vorzugsaktie von Ahlers notiert aktuell mit einem Plus von 3,09 Prozent bei 17,35 Euro."

    Das macht doch Spaß.

    Gruß,
    JuliaPapa
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  9. #9
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, zusammen,

    gestern lief folgende Meldung über den Ticker:

    "Ahlers AG unterzeichnet Kaufvertrag über Veräußerung der eterna Mode AG

    Der Vorstand der Ahlers AG hat am 31. Mai 2006 einen Kaufvertrag über die Veräußerung sämtlicher Aktien an der eterna Mode AG, Passau, an die Investoren der Alpha-Gruppe unterzeichnet. Ausgehend von einem schuldenfreien Unternehmenswert beträgt der Kaufpreis EUR 120 Millionen.

    Der Vollzug des Kaufvertrags steht unter den üblichen Vorbehalten, insbesondere unter der Bedingung kartellbehördlicher Genehmigungen. Ziel einer Veräußerung der eterna Mode AG ist es, den Markenauftritt der Ahlers AG nachhaltig zu stärken und damit die Voraussetzungen für eine weitere Optimierung des Markenportfolios zu schaffen. Gleichzeitig wird die Ahlers AG in die Lage versetzt, Möglichkeiten für den Erwerb neuer internationaler Marken im Männerbekleidungs-Sektor zu nutzen.

    Weitere Informationen über die Veräußerung der eterna Mode AG können einer ebenfalls heute veröffentlichten Pressemitteilung der Ahlers AG unter www.ahlers-ag.com entnommen werden."

    Das sind natürlich keine guten Nachrichten, da gerade die Marke eterna für mich der Hauptgrund für das Investment war. Ich werde mir das nochmal in Ruhe anschauen und dann wohl reagieren - sprich mit einem Verkauf.

    Habt Ihr auch Ahlers-Aktien und wie schätzt Ihr den Verkauf von eterna ein?

    Gruß,
    JuliaPapa
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  10. #10
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    verkauft wurde eterna mit dem argument, sich breiter aufzustellen. hemden sind gemäß stella ahlers zu spezifisch eng, passen nicht zu künftiger expansionsstrategie.

    entsprechende verkaufserlöse wolle man für sehr kostenbewußt weitergehende internationalisierung, intensives retailing in eigenregie zur wachstumssteigerung von umsatz und gewinn verwenden.

    ob das kalkül wohl aufgehen wird?
    lomoeel

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