Value-Brief anfordern
Seite 4 von 5 ErsteErste ... 2345 LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 43

Thema: Dell Computer, DELL

  1. #31
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    16.06.2006
    Beiträge
    25

    Standard

    Habe mir mal aufgrund dieses Threads mal einige Zahlen von DELL genauer angeschaut.

    Was ich als Amateur-Value-Investor nicht ganz verstehe: DELL hat in den letzten Jahren ja massiv Aktien zurückgekauft und gleichzeitig Optionen an Mitarbeiter ausgegeben.

    Wenn man mal unterstellt, daß DELL für zum Beispiel US$ 2 Mia. pro Jahr Aktien zurückkaufen muß um den Aktienbestand konstant zu halten: müssten diese US$ 2 Mia. nicht eher wirtschaftlich gesehen vom Operating Cashflow abgezogen und bei Sale of Purchase of Stock hinzuaddiert werden (versteckte Kosten getarnt als Aktienrückkauf)?

    Ich habe hier den Verdacht, daß DELL den Operating Cashflow schönt und gleichzeitig (bei Investoren beliebte) Aktienrückkäufe aufbläst, oder liege ich hier völlig falsch?

  2. #32
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    30.05.2001
    Beiträge
    180

    Standard

    Zitat Zitat von [b
    Zitat[/b] (BuilderBob @ 16.06.2006, 00:24)]
    Wenn man mal unterstellt, daß DELL für zum Beispiel US$ 2 Mia. pro Jahr Aktien zurückkaufen muß um den Aktienbestand konstant zu halten: müssten diese US$ 2 Mia. nicht eher wirtschaftlich gesehen vom Operating Cashflow abgezogen und bei Sale of Purchase of Stock hinzuaddiert werden (versteckte Kosten getarnt als Aktienrückkauf)?

    Ganz so schlimm ist es nicht, denn bei Ausübung der Optionen kommt ja auch Geld in Höhe des Ausübungspreises ins Unternehmen rein, aus dem ein Teil der 2 Mrd. $ bestritten werden kann. Aber ansonsten hast Du recht, daß das Geld vom Cash Flow abgezogen werden muß. Vom Gewinn muß es neuerdings nicht mehr abgezogen werden, weil es nunmehr verpflichtend ist, die ausgegebenen Optionen zu bewerten und, über die Vesting-Periode hinweg, als Kosten in die GuV einfließen zu lassen. Leider hat auch hier Dell den Spielraum so weit es geht ausgeschöpft. Wenn die gewährten Optionen mit einer Vestingperiode von 5 Jahren ausgestattet sind, wird im Jahr 2006 - gemäß der aktuellen Regelung - die Summe aus 1/5 des Wertes der 2002er Optionen, 1/5 des Wertes der 2003er Optionen usw. bis zu 1/5 des Wertes der 2006er Optionen als Kosten verbucht. Als diese Regelung bekannt wurde, hat Dell - bevor die Regelung in Kraft trat - einfach das Vesting der alten Optionen beschleunigt, so daß alle Optionen, die vor 2006 ausgegeben wurden, auf einmal gevestet wurden. Dadurch wird im Jahr 2006 nur 1/5 des Wertes der 2006er Optionen verbucht. Erst im Jahr 2010 werden dadurch die vollen Aufwendungen für Aktienoptionen sichtbar.


    Ich habe hier den Verdacht, daß DELL den Operating Cashflow schönt und gleichzeitig (bei Investoren beliebte) Aktienrückkäufe aufbläst, oder liege ich hier völlig falsch?

    Nein, sogar sehr richtig. Allerdings muß man sagen, daß Dell auch dann, wenn man die Schönungen rausrechnet, ein sehr rentables und Cash Flow starkes Unternehmen ist. Die Frage ist nur, ob man hier überhaupt investieren möchte, weil das Management eine eigenartige Auffassung einer fairen Berichterstattung hat. Es gibt ja die Kakerlakentheorie: Wo eine Kakerlake ist, sind viele. Wieviele Stellen gibt es, an denen Dell die Ergebnisse schönt, ohne daß ein Außenstehender das entdecken kann?

  3. #33
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    16.06.2006
    Beiträge
    25

    Standard

    Leider hat auch hier Dell den Spielraum so weit es geht ausgeschöpft. Wenn die gewährten Optionen mit einer Vestingperiode von 5 Jahren ausgestattet sind, wird im Jahr 2006 - gemäß der aktuellen Regelung - die Summe aus 1/5 des Wertes der 2002er Optionen, 1/5 des Wertes der 2003er Optionen usw. bis zu 1/5 des Wertes der 2006er Optionen als Kosten verbucht. Als diese Regelung bekannt wurde, hat Dell - bevor die Regelung in Kraft trat - einfach das Vesting der alten Optionen beschleunigt, so daß alle Optionen, die vor 2006 ausgegeben wurden, auf einmal gevestet wurden. Dadurch wird im Jahr 2006 nur 1/5 des Wertes der 2006er Optionen verbucht. Erst im Jahr 2010 werden dadurch die vollen Aufwendungen für Aktienoptionen sichtbar.

    Vielleicht sind die Optionen für DELL ein neuralgischer Punkt, wenn man zu Gunsten einer hübscheren Buchführung wirtschaftliche Nachteile in Kauf nimmt.

    Hast Du hier noch mehr Beispiele, wie DELL sich schönrechnet oder das in der Vergangenheit getan hat?

    Und wo findet man eine Liste aller ausstehenden Optionen von DELL mit Ausübungspreisen?

    Allerdings muß man sagen, daß Dell auch dann, wenn man die Schönungen rausrechnet, ein sehr rentables und Cash Flow starkes Unternehmen ist. Die Frage ist nur, ob man hier überhaupt investieren möchte, weil das Management eine eigenartige Auffassung einer fairen Berichterstattung hat. Es gibt ja die Kakerlakentheorie: Wo eine Kakerlake ist, sind viele. Wieviele Stellen gibt es, an denen Dell die Ergebnisse schönt, ohne daß ein Außenstehender das entdecken kann?

    Keine Frage, das Business Model von DELL ist genial. Was mich an DELL aber stört ist der Preis. Es gibt günstigere gute Firmen mit Wachstumsoption. Habe die Firma mal auf meiner Liste, mehr als US$ 13,00 pro Aktie würde ich aktuell aber nicht bieten.



    Das Thema Schönrechnen daneben ist zwiespältig: wenn sich eine Firma schönrechnen kann und dadurch günstiger als die Konkurrenz finanziert, so hat sie einen realwirtschaftlichen Vorteil im Wettbewerb. Klingt vielleicht etwas nach Greater-Fool-Theory, aber meiner Erfahrung nach läuft der Hase in vielen Branchen so.

  4. #34
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10.04.2006
    Beiträge
    22

    Daumen hoch



    Danke fuer die vielen Kommentare. Ohne jetzt genauer darauf zu antworten, bin ich von dem Unternehmen nach wie vor ueberzeugt, und habe eben meinen Worten Taten folgen lassen:

    Heute wurde mein Kaufpreis von $23.80 durchbrochen, und entsprechend meiner Analyse und Ueberzeugung habe ich gehandelt ($23.43 Kaufpreis).

    Ein Rueckfrage habe ich: BuilderBob, wie kommst du auf $13,00 ??

    Heute ganz besonders schoene Gruesse nach Ecuador

  5. #35
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10.04.2006
    Beiträge
    22

    Standard

    sorry, falsche Zahl, es war $23.62.

  6. #36
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    16.06.2006
    Beiträge
    25

    Standard

    Hi Xavier,

    Ein Rueckfrage habe ich: BuilderBob, wie kommst du auf $13,00 ?? *

    Der freie Cashflow von DELL dürfte aktuell im Bereich von US$ 3 Mia. liegen (Optionen und Ersatzinvestitionen berücksichtigt, grob geschätzt, es geht hier mehr um die Dimension).

    Wenn man mal annimmt, daß DELL eine sehr gute Firma ist und man bereit ist, den zehnfachen freien Cashflow zu bezahlen, so kann ich eine Market Cap von ca. US$ 30 Mia. rechtfertigen, ergo einen Kaufkurs von um die US$ 13,00.

    So, wie kommt jetzt auf den Faktor 10 auf den freien Cashflow? Weil es von Zeit zu Zeit andere gute Firmen zu solchen und deutlich niedrigeren Bewertungen zu kaufen gibt.

    Ein weiterer Ansatz: was würde ein Private Equity Investor für DELL bezahlen? Da kommt man ebenfalls auf deutlich niedrigere Kaufkurse.

    Daneben: der US-Aktienmarkt ist m.E. nicht teuer, aber eben auch nicht billig. Da kaufe ich lieber in billigen Märkten und warte mal ab bis Mr. Market in den USA Panik schiebt.

    Grüße,

    BuilderBob

  7. #37
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10.04.2006
    Beiträge
    22

    Standard

    Hi BuilderBob,

    kann ich gut nachvollziehen, dein 10FCF Mass. Bruce Berkowitz (Fairholme) arbeitet nach diesem Mass.
    Dell hat allerdings auch net cash von fast 8 Milliarden US$... warum beziehst du die nicht ein?
    Zugegeben, dann waeren wir auch "nur" bei ~$16.50.

  8. #38
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    16.06.2006
    Beiträge
    25

    Standard

    Hallo Xavier,

    Dell hat allerdings auch net cash von fast 8 Milliarden US$... warum beziehst du die nicht ein?

    andreasl33 hat weiter vorne argumentiert, daß der net cash von Dell wahrscheinlich betriebsnotwendiges Kapital ist. Bei einem aktuellen Current Ratio von um die 1 klingt das auch sehr vernünftig. Dell hat wohl auch das Current Ratio in den letzten Jahren gezielt knapp über 1 gehalten.

    Aber daß Dell relativ viel Cash in der Kasse hat und praktisch nicht verschuldet ist auf jeden Fall gesund. Das Price to Cash Ratio von 6 bis 7 sieht neutral aus.

  9. #39
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    30.05.2001
    Beiträge
    180

    Standard

    Zitat Zitat von [b
    Zitat[/b] (BuilderBob @ 19.06.2006, 16:21)]
    Vielleicht sind die Optionen für DELL ein neuralgischer Punkt, wenn man zu Gunsten einer hübscheren Buchführung wirtschaftliche Nachteile in Kauf nimmt.


    Das vermute ich auch. Ein weiterer neualgischer Punkt dürften die Maßnahmen zur Verringerung des Umlaufvermögens sein. Vermutlich könnte Dell sich über einen Bankkredit oder eine Anleihe billiger finanzieren als mit Lieferantenkrediten und Factoring.

    Hast Du hier noch mehr Beispiele, wie DELL sich schönrechnet oder das in der Vergangenheit getan hat?

    Über den Forderungsverkauf hatten wir ja schon gesprochen (aus dem aktuellen 10-K):

    Off-Balance Sheet Arrangements

    Financing Asset Securitization — During fiscal 2006, we continued to sell fixed-term loans and leases and revolving loans to unconsolidated qualifying special purpose entities. The qualifying special purpose entities are bankruptcy remote legal entities with assets and liabilities separate from ours. The sole purpose of the qualifying special purpose entities is to facilitate the funding of finance receivables in the capital markets. The qualifying special purpose entities have entered into financing arrangements with three multi-seller conduits that, in turn, issue asset-backed debt securities in the capital markets. Transfers of financing receivables are recorded in accordance with the provisions of Statement of Financial Accounting Standards (“SFAS”) No. 140, Accounting for Transfers and Servicing of Financial Assets and Extinguishment of Liabilities. We expect to continue to purchase loan and lease receivables in the future and expect that the amount of Dell-funded loan and lease receivables will increase over time. See Note 6, “Financial Services” for further discussion.


    Hier eine ähnliche Konstruktion (die durch eine bilanzierungsregel im jahr 2004 unterbunden wurde), ebenfalls aus dem aktuellen 10-K:

    Consolidation of Leasing Affiliate — We are currently a partner in Dell Financial Services, L.P. (“DFS”), a joint venture with CIT Group Inc. (“CIT”). The joint venture allows us to provide our customers with various financing alternatives. We began consolidating DFS’s financial results at the beginning of the third quarter of fiscal 2004 due to the adoption of Financial Accounting Standards Board (“FASB”) Interpretation No. 46R (“FIN 46R”). See Note 6 of “Notes to Consolidated Financial Statements” included in “Item 8 — Financial Statements and Supplementary Data.”

    Interessant ist, daß man vor 2004 sehr viel intensiveren Gebrauch von DFS gemacht hat als heute, was den Schluß nahelegt, daß DFS tatsächlich hauptsächlich der Bilanzkosmetik diente. Zu "DFS" gibts noch weitere interessante Fundstellen im aktuellen 10-K, die ich hier nicht weiter aufführe.
    Hier haben sie ihre lfr. Schulden in kurzfristige geswappt und damit ihre Zinsbelastung deutlich verringert (und das Finanzergebnis so verbessert):

    Concurrent with the issuance of the Senior Notes and Senior Debentures, we entered into interest rate swap agreements converting our interest rate exposure from a fixed rate to a floating rate basis to better align the associated interest rate characteristics to our cash and investments portfolio. The interest rate swap agreements have an aggregate notional amount of $200 million maturing April 15, 2008 and $300 million maturing April 15, 2028. The floating rates are based on three-month London Interbank Offered Rates plus 0.41% and 0.79% for the Senior Notes and Senior Debentures, respectively. As a result of the interest rate swap agreements, our effective interest rates for the Senior Notes and Senior Debentures were 4.108% and 4.448%, respectively, for fiscal 2006.

    Sie haben nicht nur Optionen an Mitarbeiter gegeben, sondern ihnen auch ermöglicht, Aktien mit 15% Abschlag zum aktuellen Kurs zu kaufen und die 15% natürlich erst in der GuV berücksichtigt, als sie dazu gezwungen wurden:


    Employee Stock Purchase Plan — Dell has an employee stock purchase plan that qualifies under Section 423 of the Internal Revenue Code and permits substantially all employees to purchase shares of Dell’s common stock. Prior to July 1, 2005, participating employees were permitted to purchase common stock through payroll deductions at the end of each six-month participation period at a purchase price equal to 85% of the lower of the fair market value of the common stock at the beginning or the end of the participation period. Effective July 1, 2005, the Dell Employee Stock Purchase Plan was amended. The amended plan allows participating employees to purchase common stock through payroll deductions at the end of each three-month participation period at a purchase price equal to 85% of the fair market value of the common stock at the end of the participation period. Upon adoption of SFAS No. 123®, Dell will expense the 15% discount received by the participating employees. Common stock reserved for future employee purchases under the plan aggregated 16 million shares at February 3, 2006, 21 million shares at January 28, 2005 and 25 million shares at January 30, 2004. Common stock issued under this plan totaled 5 million shares in fiscal 2006, 4 million shares in fiscal 2005, and 4 million shares in fiscal 2004.


    Wenn man den Bericht durchliest habe ich zumindest den Eindruck, daß hier jemand an allen möglichen Stellen händeringend versucht hat, die Ergebnisse und die Bilanz so gut aussehen zu lassen wie nur irgend möglich. Es gibt sicher auch Dinge, die nicht in den Fußnoten erwähnt werden müssen, die aber einen ähnlichen Effekt haben. Diese Tatsache sollte man in der Bewertung berücksichtigen und $1 Gewinn in der Dell Bilanz nicht genauso hoch bewerten wie $1 Gewinn in der Berkshire Bilanz.


    Und wo findet man eine Liste aller ausstehenden Optionen von DELL mit Ausübungspreisen?

    Auch im aktuellen 10-K, suche nach "Options outstanding".


    Das Thema Schönrechnen daneben ist zwiespältig: wenn sich eine Firma schönrechnen kann und dadurch günstiger als die Konkurrenz finanziert, so hat sie einen realwirtschaftlichen Vorteil im Wettbewerb. Klingt vielleicht etwas nach Greater-Fool-Theory, aber meiner Erfahrung nach läuft der Hase in vielen Branchen so.

    Mag sein, aber ich muß das Spiel ja nicht mitmachen. "Günstiger finanziert" heißt ja letztlich, daß die Aktien und Anleihen niedrigere Renditen bringen als die entsprechenden Papiere der konservativeren Konkurrenz. Diese Tricks funktioneren meist nur eine Zeitlang. Wie Buffett mal sagte (ich weiß nicht, ob das Zitat tatsächlich von ihm stammt): "Bei Ebbe merkt man, wer nackt schwimmt." Bei der nächsten Baisse werden daher mit Sicherheit wieder ein paar Seifenblasen zerplatzen, zwar nicht Dell (denn eine Seifenblase ist Dell nicht), aber gerade bei einigen hypererfolgreichen und optisch billigen Serienakquisiteuren im deutschen Nebenwerte-Sektor könnte man schon Bedenken haben...

  10. #40
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    16.06.2006
    Beiträge
    25

    Standard

    Hi andreasl33,

    Ein weiterer neualgischer Punkt dürften die Maßnahmen zur Verringerung des Umlaufvermögens sein. Vermutlich könnte Dell sich über einen Bankkredit oder eine Anleihe billiger finanzieren als mit Lieferantenkrediten und Factoring.

    Bin mir hier nicht ganz sicher, welcher Weg hier besser ist. Lieferantenkredite zeigen oft die Marktmacht eines Unternehmens auf. Und bei vielen Lieferanten gilt: Liquidität geht vor Rentabilität, so daß man sich hier teilweise interessant finanzieren kann. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß man mit genügend Marktmacht immer Lieferanten finden kann, die F&E-Kosten vorstrecken, einem den Laden finanzieren und Produkte auf langlaufende Rechnung verkaufen, ohne Finanzierungskosten zu berechnen.

    Das Factoring sehe ich aber auch kritisch: in der Regel ist das vor allem für kleine Firmen interessant, bei denen die Werthaltigkeit der Forderungen nicht geklärt ist.

    Über den Forderungsverkauf hatten wir ja schon gesprochen (aus dem aktuellen 10-K):
    ...
    Hier eine ähnliche Konstruktion (die durch eine bilanzierungsregel im jahr 2004 unterbunden wurde), ebenfalls aus dem aktuellen 10-K:
    ...
    Interessant ist, daß man vor 2004 sehr viel intensiveren Gebrauch von DFS gemacht hat als heute, was den Schluß nahelegt, daß DFS tatsächlich hauptsächlich der Bilanzkosmetik diente. Zu "DFS" gibts noch weitere interessante Fundstellen im aktuellen 10-K, die ich hier nicht weiter aufführe.
    Hier haben sie ihre lfr. Schulden in kurzfristige geswappt und damit ihre Zinsbelastung deutlich verringert (und das Finanzergebnis so verbessert):
    ...
    Sie haben nicht nur Optionen an Mitarbeiter gegeben, sondern ihnen auch ermöglicht, Aktien mit 15% Abschlag zum aktuellen Kurs zu kaufen und die 15% natürlich erst in der GuV berücksichtigt, als sie dazu gezwungen wurden:
    ...
    Wenn man den Bericht durchliest habe ich zumindest den Eindruck, daß hier jemand an allen möglichen Stellen händeringend versucht hat, die Ergebnisse und die Bilanz so gut aussehen zu lassen wie nur irgend möglich. Es gibt sicher auch Dinge, die nicht in den Fußnoten erwähnt werden müssen, die aber einen ähnlichen Effekt haben. Diese Tatsache sollte man in der Bewertung berücksichtigen und $1 Gewinn in der Dell Bilanz nicht genauso hoch bewerten wie $1 Gewinn in der Berkshire Bilanz.


    Erstmal danke für die ausführlichen Auflistungen! Da lernt man in 15 Minuten ja mehr als an der Uni in einem Semester...

    Also diese Maßnahmen gehen mir eindeutig zu weit. Optionen, Lieferantenkredite und Factoring kann man ja so oder so sehen, aber SPVs und deutliche wirtschaftliche Nachteile zur Aufhübschung der Zahlen (Vesting der Optionen&#33 sind für mich "across the line".

    Dell würde hier sicher besser fahren, wenn man hier "ehrlich" bilanzieren würde. Ich habe allerdings den Eindruck, das Management hat noch die Denkweise der Neunziger Jahre: damals wären alle diese Maßnahmen aufgegangen.

    Vermutlich wird man noch so eine Weile weiter rumeiern wie bisher und irgendwann den CFO wechseln. Der darf dann ein "Big Bath Accounting" vornehmen und Besserung geloben.

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •