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Thema: Esprit Holdings

  1. #21
    Valueist thomtrader
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    Standard

    "Die Marke bleibt"
    Heinz Krogner will das Textilunternehmen Esprit in die Luxusklasse heben
    von Carsten Dierig;Hagen Seidel

    DIE WELT: Herr Krogner, mit dem Textilgeschäft haben Sie sich ja so ziemlich die schwierigste Sparte im Handel ausgesucht...

    Heinz Krogner (lacht): Es ist einfacher als Sie denken. Sie müssen nur den Zeitgeist treffen. Es ist doch so: Die Leute wollen immer schön und neu angezogen sein. Der Bedarf ist also da. Jetzt brauchen Sie nur noch den richtigen Designer, Stoffe in ansprechender Qualität und dazu den richtigen Preis.

    DIE WELT: Das klingt in der Theorie einfach. Fakt ist aber, daß es in der Textilbranche kriselt und sowohl die Hersteller als auch die Modehändler über schlechte Zahlen klagen...

    Krogner: Ich kann das Klagen nicht mehr hören. Es muß nur jeder seine Hausaufgaben machen. Das war bei uns ja auch nicht anders. Als ich vor zehn Jahren zu Esprit gekommen bin, war das Unternehmen massiv heruntergewirtschaftet und es drohte der Fall ins Bodenlose. Heute verdienen wir mit einer Nettogewinnmarge von 16 Prozent so gut wie kein anderes Unternehmen im Modegeschäft. Aber dazu mußten wir vorher einiges verändern.

    DIE WELT: Was genau haben Sie verändert?

    Krogner: Ich habe aus einem Walfisch viele schnelle Barrakudas gemacht. Je größer ein Konzern ist, desto größer ist auch die Trägheit. Also habe ich damals die Unternehmensstrukturen komplett umgekrempelt und die Verantwortlichkeiten neu geordnet. Was wir hatten, waren starre Strukturen und sechs Manager, die sich nur im Weg gestanden und gegenseitig die Schuld an Mißerfolgen in die Schuhe geschoben haben. Also habe ich alle entlassen.

    DIE WELT: Nicht sehr freundlich ...

    Krogner: Eine harte Reparatur, aber notwendig. Jetzt sind junge Leute in der Pflicht, die damals in der zweiten Reihe standen. Jeder unserer elf Produktbereiche wie etwa Schuhe, Women Casual oder Kinder hat jetzt seinen eigenen Chef. Überschneidungen bei den Verantwortlichkeiten gibt es nicht. Seither kann sich niemand mehr auf Kosten des anderen herausreden.

    DIE WELT: Und das hat schon gereicht?

    Krogner: Darüber hinaus gab es Veränderungen auf der Modeseite. Die Kollektionen mußten komplett überarbeitet werden. Da haben sich damals viel zu viele Designer schlichtweg ausgetobt. Wir müssen aber ergebnisorientiert denken. Der Designer muß so entwerfen, daß sein Chef Geld verdient. Inzwischen gibt es zwölf Kollektionen im Jahr mit insgesamt 140 Mio. Teilen.

    DIE WELT: Wie hat sich die neue Struktur in den Zahlen niedergeschlagen?

    Krogner: Wir wachsen jedes Jahr im deutlich zweistelligen Bereich. Vor zehn Jahren haben wir 300 Mio. Euro Umsatz gemacht, heute sind es mehr als zwei Mrd. Und wir sind noch längst nicht am Ende. Die Marke Esprit hat in meinen Augen ein Umsatzpotential von fünf bis sieben Mrd. Euro. Wir sind auf der Überholspur und wollen so schnell wie möglich noch weiter zu den globalen Marktführern aufschließen. Benetton haben wir mittlerweile hinter uns gelassen. Damit sind wir weltweit die Nummer vier hinter GAP, H&M und Zara. Aber in zehn Jahren haben wir auch die überholt.

    DIE WELT: Was macht Sie so sicher?

    Krogner: Die Tatsache, daß wir der einzige wirkliche Global Player in unserer Branche sind. Wir sind in Europa zu Hause, wir sind in Asien zu Hause, wir sind in Australien zu Hause und wir sind in Amerika zu Hause. Das macht uns unanfällig gegen regionale Krisen. Gap hat vielleicht deutlich mehr Läden als wir. Aber 85 Prozent dieser Läden sind in den USA.

    DIE WELT: Und Esprit verdient 85 Prozent seines Umsatzes in Europa...

    Krogner: Das ist richtig. Wir arbeiten daran, das Geschäft auf breitere Beine zu stellen. Vor allem das US-Geschäft klappt noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Wir haben in Amerika einfach zu wenig Kunden in unseren Läden. Aber es ist ja auch nicht so, daß die Amerikaner nur auf uns gewartet haben. Klamottenhändler gibt es dort wie Sand am Meer. Da sind wir anfangs - und wir stehen dort noch am Anfang - nur einer unter vielen.

    DIE WELT: Bis wann wollen sie es dort geschafft haben?

    Krogner: Ich denke, daß es noch fünf bis sieben Jahre dauert, bis sich Esprit in den USA als Marke etabliert hat. Dann werden wir dort auch Geld verdienen. Aber diesen langen Atem haben wir. Esprit zieht sich aus keinem Land zurück, in das wir gehen. In England und Frankreich hat es auch seine Zeit gedauert. Und inzwischen sind wir dort die am schnellsten wachsende Marke.

    DIE WELT: Warum tut sich Esprit in Amerika so schwer? Immerhin wurde das Unternehmen dort gegründet...

    Krogner: Das schon. Aber mit dem Gründungsunternehmen hat Esprit Amerika heute nicht mehr viel gemeinsam. Die Gründer haben sich damals mit dem US-Geschäft schon früh vom Konzern abgespalten. Nach der Wiedervereinigung vor drei Jahren waren wir quasi zu einem Neustart gezwungen. Und am Anfang macht man Fehler. Sehen Sie, der US-Markt ist völlig anders als der europäische. Das mußten wir erst lernen.

    DIE WELT: Was ist da anders?

    Krogner: Die Mode ist dort wesentlich dekorativer als in Europa. Normalerweise entwickeln wir im Stammhaus in Ratingen unsere Mode, die wir dann weltweit weitgehend einheitlich verkaufen. In Amerika wird das Angebot jetzt modifiziert und stärker auf den dortigen Markt zugeschnitten. Dazu haben wir in Marktforschungen herausgefunden, was die Durchschnittsamerikanerin trägt. Denn sie ist dort unsere vorrangige Zielperson.

    DIE WELT: Esprit investiert zur Zeit viel Geld in den Aufbau eines weltweiten Laden-Netzes. Wollen Sie raus aus den Warenhäusern?

    Krogner: Wir müssen da sein, wo unsere Kunden sind. Dafür sind die Läden unverzichtbar. Außerdem sehen Sie an der Ladenkasse schnell, was läuft und was nicht. Die Läden sind für uns also eine Art Testlabor. Das bedeutet aber nicht automatisch, daß die Warenhäuser uninteressant geworden sind. Wir wollen gerne weiter mit ihnen zusammenarbeiten. Aber dazu muß sich dort grundlegend etwas ändern. Es kann nicht sein, daß wir mit jeweils 30 Quadratmetern an sieben verschiedenen Stellen im Haus verteilt sind.

    DIE WELT: Warum nicht?

    Das entspricht nicht dem Stellenwert unserer Marke. Die Warenhäuser müssen eindeutige Kompetenzzentren schaffen. Sollen sie auch gerne drumherum ihre Eigenmarken plazieren. Aber sie können nicht gleichzeitig Experte sein für Mode, Weiße Ware und Schmuck. Es muß in den Warenhäusern eine Sortimentsbereinigung geben.

    DIE WELT: Esprit ist ein Repräsentant jener unkomfortablen Marktmitte, die gewaltig unter Druck steht - genau zwischen Luxusanbietern und Discountern. Wie will sich Esprit da bewähren?

    Krogner: Durch das stimmige Preis-Leistungsverhältnis. Andere sind vielleicht zehn Prozent besser, aber dann auch gleich 30 Prozent teurer. Wieder andere sind zehn Prozent billiger, aber dann 30 Prozent schlechter in der Qualität. Aber so geht es heute nicht mehr. Der Kunde hat das Bedürfnis nach Qualität zu einem bezahlbaren Preis. Er will einen Gegenwert für sein Geld. Der Billigwahn ist in meinen Augen vorbei. Und wer kauft noch von oben bis unten Luxusmarken? Heute haben wir den Smart Shopper, der alles mixt. Und das ist mit Esprit besser möglich als mit jeder anderen Marke. Ich zum Beispiel bin ein Sakko-Fan. Dieses hier (zeigt auf sein Jackett) ist von Brioni. Dazu trage ich ein Esprit-Hemd und eine Esprit-Hose. Und das fällt gar nicht auf, denn es gibt kaum einen Unterschied gegenüber den Luxusteilen.

    DIE WELT: Esprit soll zu Jahresbeginn dennoch an einer Übernahme der Luxusmarke Jil Sander interessiert gewesen sein...

    Krogner: Wir gucken zur Zeit in alle Richtungen. Und wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, dann wird es auch Akquisitionen geben. Die Diskussion um Jil Sander war da gar nicht so falsch. Denn ich kann mir durchaus vorstellen, in den Luxusbereich reinzugehen. In Frage kommt aber nur eine Marke, die bereits sehr bekannt ist. Damit würden wir unser Angebot verbreitern. Und darauf kommt es mir an.

    DIE WELT: Um Geld geht es nicht?

    Krogner: Neuen Umsatz muß ich nicht dazu kaufen. Wir wachsen ja schon von alleine ohne große Anstrengungen. Es macht in meinen Augen auch keinen Sinn, Konkurrenten aus dem gleichen Marktsegment zu kaufen. Deshalb verstehe ich den Adidas-Reebok-Deal auch nicht. Da werden einfach zwei Marken übereinandergelegt. Das führt letztlich nur zu einer gegenseitigen Kannibalisierung.

    DIE WELT: Wenn Sie Ihren Luxusanbieter gefunden und gekauft haben: Bleibt diese Marke dann erhalten oder wird er in das Esprit-Sortiment eingegliedert?

    Krogner: Die Marke bleibt erhalten. Das müssen wir trennen. Sehen Sie, Esprit hat mittlerweile seine Position im Markt gefunden. In meinen Augen ist ein Label wie Esprit ein Versprechen an den Kunden: Wer zu uns kommt, kauft qualitativ hochwertige Mode zu fairen Preisen. Der Kunde soll wissen, was ihn bei uns im Laden erwartet. Ich will gar nicht der Fashion-Führer sein. Denn wer heute in ist, ist morgen schon wieder out.

    DIE WELT: Wie dürfen wir das verstehen?

    Nehmen sie H&M oder Zara. Die sind absolut angesagt bei den Kids zwischen zwölf und 18 Jahren. Und dann? Soll ich etwa alle sechs Jahre meine Zielgruppe zu 100 Prozent austauschen? Esprit begleitet einen Kunden 25 Jahre und länger. Wir machen Mode nicht nur für junge Leute, sondern auch für junggebliebene Leute.

    Das Gespräch führten Carsten Dierig und Hagen Seidel.


    Artikel erschienen am Sa, 26. November 2005
    http://www.welt.de/data/2005/11/26/808871.html

  2. #22
    Valueist Forticus
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    Versuche gerade mir ein Bild von den heute veröffentlichen Zahlen zu machen. Wenn ich die Pressemitteilung richtig lese, bezieht sich der net profit von 1,9 Mrd HKD auf das abgelaufene halbe Jahr, die Dividende von 0,50 HKD jedoch "nur" auf das letzte Quartal. Wenn ich das aufs volle Jahr hochrechne, werden demnach rund 60% des Gewinns ausgeschüttet.
    Das deckt sich in etwa mit den 30%, die ich mir aus dem Jahresbericht des am 30.06.05 beendeten GJ rausgezogen habe.
    Früher waren die einbehaltenen Gewinne um 60-70%.

    Aus meiner Tabelle ergibt sich für mich eine Halteposition, wenn da nicht die Sache mit den einbehaltenen Gewinnen wäre. Signal 3 zieht mir das ganze runter.

    Könnte jemand von euch die einbehaltenen Gewinne der letzten 4 Jahre mal nachprüfen?

    Gruß
    Martin

  3. #23
    Valueist notnormal
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    @ Forticus

    Die Jahren beziehen sich auf das 1. HJ 2005/2006.

    Das GJ ist bei in HK ansässigen Firmen i.d.R. verschoben, d.h. bei Esprit dauert das GJ von Juli 2005 bis Ende Juni 2006.

    Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom 1.7.05 bis 31.12.05.

    Die Ausschüttung einer Dividende erfolgt bei ESH zweimal jährlich, d.h. die Ausschüttungsquote muss auf das HJ bezogen werden.

    Gruß, n.n.

    P.S.: Zahlen zeigen solides Wachstum. Im Rahmen der Erwartungen. +13.1% Umsatzwachstum, +15.7% Gewinnwachstum. Margen wie immer gut.
    Humor ist wenn man trotzdem lacht

  4. #24
    Erfahrener Valueist prince of persia
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    Hallo Forticus,

    Zum Signal 3: Ich würde noch die erwarteten Dividenden zu Deiner Kursprojektion hinzuzählen, sonst wäre eine Aktie bei Vollausschüttung vermutlich wertlos ;-)

    Grüße
    PoP
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    (Warren Buffett)

  5. #25
    Valueist notnormal
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    Also:

    Die Zahlen sind nicht überragend, sondern eher solide. Dies scheint aber – wie fast immer – keinem mehr zu reichen, der bei Esprit investiert ist, denn ein Teil der übertriebenen Erwartungen ist sicher schon im Kurs enthalten. Entsprechend der vergangenen Ergebnisse und Vorschusslorbeeren war hier wohl mit deutlich mehr gerechnet worden.

    Entsprechend der Erwartungshaltung hat es Downgrades gehagelt und die Aktie ist - ja, man muss es so deutlich sagen – abgestürzt. In HK heute -9%, was nicht gerade alltäglich ist bei soliden Unternehmen…dies zeigt m.E. aber mal wieder wie übertrieben die Erwartungshaltung inzwischen geworden ist und wie kurzfristig am Kapitalmarkt gedacht wird.

    ESH ist nicht mehr billig, wie vor ein, zwei Jahren. Trotzdem halte ich die Finanzlage, die Aussichten und das Wachstum für sehr solide und den Kurs für angemessen. Kurssprünge habe ich sicherlich nicht erwartet, aber fast 10% runter halte ich für übertrieben.

    Dennoch: auch nach den Downgrades liegen die Kursziele für ESHh immer noch im Bereich von 65-66 HK$. Dies entspricht in etwa dem Stand vor dem 10%igen Absturz.

    Langfristig zeigt der Pfad bei ESH eindeutig nach oben und ich ändere zunächst nichts an meiner Gewichtung, auch wenn ich gestern kurz drüber nachgedacht hatte, einen ersten Teilverkauf vorzunehmen – habe vorausgesehen, wie man heute auf die Zahlen reagiert und bei einer Gewichtung von fast 25% im Depot denkt man dann doch kurz drüber nach. Sehe aber den langfristigen Trend ungebrochen.

    Wichtig ist auch zu sehen, dass in lokaler Währung der Umsatz immerhin um 18% angezogen hat und sich die „Schwäche“ zum Teil mit Währungsverlusten erklären lässt.

    Vorteil dieser Zahlen: man ist auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt und die Erwartungen nähern sich wieder mehr der Realität an.

    Mich erinnert die Geschichte stark an PUMA im letzten Jahr, als angekündigt wurde, das die Aussichten zwar weiterhin gut sind, amn aber die Steigerungsraten der Vergangenheit nicht mehr zu halten vermag – und schon ging es auf Talfahrt.

    Man beachte: wo steht die Aktie jetzt?

    Wie seht Ihr die Zahlen? Andere Meinungen?

    Gruß, n.n.


    Hier noch ein kurzer Ausschnitt der Lage:

    Esprit Hld. bricht nach Zahlen ein, "downgrading" JPM und ML
    Thursday, 23. Feb 2006, 07:19
    Unternehmen: ESPRIT

    Hongkong 23.02.06 (www.emfis.com)

    Gestern veröffentlichte die Esprit Hld. seine Zahlen für das 1. Halbjahr und wies einen Nettogewinnanstieg von 15,7 % auf 1,87 Mrd. HKD, wir berichteten.

    JPMorgen teilte heute mit, dass der Nettogewinn um 5 % unter der Schätzung lag. Auch die Aussicht wird zurückhaltend betrachtet und die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr um 5 % auf 3,864 Mrd. HKD reduziert und für das Jahr 2007 um 6 % auf 4,655 Mrd. HKD. Die Aktie wird von bisher "outperform" auf "neutral" zurückgestuft und der Richtpreis bei 66 HKD angesetzt.

    Auch Merrill Lynch war nicht von den Zahlen begeistert und stufte die Aktie von "buy" auf "neutral" zurück.

    Bis zur Mittagspause brach die Aktie von Esprit um 7,4 % auf 59,80 HKD ein.
    Humor ist wenn man trotzdem lacht

  6. #26
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    Hallo n.n.

    @ESH ist nicht mehr billig, wie vor ein, zwei Jahren. Trotzdem halte ich die Finanzlage, die Aussichten und das Wachstum für sehr solide und den Kurs für angemessen. Kurssprünge habe ich sicherlich nicht erwartet, aber fast 10% runter halte ich für übertrieben.

    Wie kannst Du den Kurssturz einerseits für übertrieben halten, andererseits aber den Kurs für angemessen halten?

    Nach dem Kursanstieg der letzten Monate wurde die Aktie in der Spitze mit einem KGV von 23 gehandelt. Ich denke da ist es ganz normal, wie der Markt reagiert hat. Ein KGV von 23 ist nur soweit zu halten, wie auch die Wachstumsraten in diesem Bereich liegen.

    Ich habe die Zahlen positiv aufgenommen. Für mich hat es den Anschein, als wären in der Tat die Währungsverluste für den Rückgang der Bruttomarge veranwortlich, das waren ja immerhin rund 500 Mio HK$. Aber das ist ja nichts, was für irgendwelche Probleme spricht. Die Währungsverluste würde ich daher nicht überbewerten. Langfristig dürften die Margen wieder steigen. Im Wholesalebereich liegen die Auftragseingänge um 18% über dem Vorjahr und im Retailbereich steigt die Fläche in diesem GJ um 19%. Der Trend stimmt und ein KGV von 19 kann man dafür auf jeden Fall zahlen, zumal die Wachstumsstory eine langfristige ist.


    Grüße
    PoP
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  7. #27
    Valueist Forticus
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    danke notnormal und PoP für eure antworten.

    Ich habe mich gestern Nachmittag dann doch entschieden, Esprit erstmal rauszuwerfen. Bekam noch 6,95 dafür, mit +51% in 13 Monaten. Und nochmal ca 2% für 1 Monat, für jeweils 5% meines Depots.

    Genau weil mir das gestern durch den Kopf ging:
    "nicht überragend, sondern eher solide. Dies scheint aber – wie fast immer – keinem mehr zu reichen, der bei Esprit investiert ist"
    Und sowas habe ich in den letzten Jahren immer wieder erlebt und dabei verloren bzw mein Depot ausgebremst (2004 Harley mit 20% Depotanteil).

    Meine Signale sagen mir, daß man unter 65HKD kaufen kann,
    aber wenn ich nun lese:
    - "Kursziele für ESHh immer noch im Bereich von 65-66 HK$. Dies entspricht in etwa dem Stand vor dem 10%igen Absturz."
    und
    - "der Trend stimmt und ein KGV von 19 kann man dafür auf jeden Fall zahlen, zumal die Wachstumsstory eine langfristige ist."

    dann denke ich, die Aktie ist jetzt nach dem Absturz von 10% "fair" bewertet, aber nicht deutlich unterbewertet, wie ich das von einer "Value-Aktie" erwarte. Vielleicht knallt es morgen bis Montag (nachdem die "Werktätigen" am Wochenende die downgrades gelesen haben) nochmal 10% runter. Dann könnte auch ich mir wieder vorstellen, auf Jahressicht ein Kursziel von 65 HKD aufs Korn zu nehmen.

    Gruß
    Forticus

  8. #28
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    @Mich erinnert die Geschichte stark an PUMA im letzten Jahr, als angekündigt wurde, das die Aussichten zwar weiterhin gut sind, amn aber die Steigerungsraten der Vergangenheit nicht mehr zu halten vermag – und schon ging es auf Talfahrt.
    Man beachte: wo steht die Aktie jetzt?

    Ich glaube ein Vergleich ist hier nur begrenzt möglich. Puma wurde mit einem KGV von 11 gehandelt, obwohl es dynamisch wächst, ein Markenbusiness betreibt, keine Schulden hat und fast der komplette Gewinn ausgeschüttet werden kann. Der Grund für diesen Bewertungsabschlag lag auf der Hand. Puma ist eine Lifestylemarke geworden und hat sich v.a. die junge Klientel geangelt. Was eine Marke aber erst richtig stark macht ist die Kundenloyalität. Diese ist bei Lifystylemarken und speziell bei dieser Kundengruppe nicht gerade ausgeprägt. Ich glaube jedoch, dass viele Lifestylemarken, die mit der Zeit untergetaucht sind, Fehler im Marketing gemacht haben, indem sie z.B. ihre Kundengruppen aus den Augen verloren haben oder eine schlechte Distributionsstrategie gefahren sind. Tommy Hilfiger z.B. war eine sehr starke Marke. Es wurde vorwiegend von gut betuchten Studenten aus den USA nachgefragt. Dann trugen Snoop Doggy Dog und Notorius BIG und wie sie alle heißen die Teile, MTV lässt grüßen. Das Management hatte sich auf die neue Zielgruppe eingeschossen. Dass es da Konflikte mit der alten Zielgruppe gab, war vorprogrammiert. Als die Rapper die Teile nicht mehr tragen wollten, hatte man die ursprüngliche Klientel vergreult, die sich herzlich wenig damit identifizieren konnte. Und dann hat man noch den Fehler gemacht, die Klamotten bei Walmart zu Schnäppchenpreisen zu verschleudern. Die Marke wurde verramscht und das Unternehmen ist in eine schwere Krise gestürzt. Die Finanzinvestoren haben das erkannt und korrigieren jetzt diese Fehler. Und Jochen Zeitz weiß ganz genau um diese Sachen. Neben der Produktentwicklung konzentriert sich Puma ohnehin nur auf das Marketing und das haben die drauf. Ich glaube, dass sie Puma mit dieser Strategie nachhaltig positionieren können. Ein höheres Risiko als bei anderen Marken wie z.B. eine Polo Ralph Lauren wird wohl aber immer bestehen. Naja, wie es scheint hat die Aktie disen Bewertungsabschlag jetzt abgebaut.

    Grüße
    PoP
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  9. #29
    Valueist notnormal
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    @ Forticus

    Schade, das Du raus bist. Kann nachvollziehen, dass Du Deine Gewinne lieber absichern willst, zumal Du nicht gerade überzeugt klingst von dem Unternehmen und seinen Aussichten.

    Das kurzfritsige "Rein und Raus"-Spiel habe ich mir eigentlich komplett abgewöhnt - es kostet meist mehr, als es bringt. Vor allem Zeit und die ist mir heilig


    @PoP

    Ok. War nicht ganz so klar ausgedrückt.

    Ich halte einen Wert von 64-66 HK$ für angemessen bei Esprit im Moment, d.h. ich fand sie vor dem „Absturz“ angemessen bewertet und halte die 10% Kursverlust für übertrieben...wobei mich der Kursrutsch nicht wirklich beunruhigen kann. Dafür ist mein Vertrauen in das Unternehmen und dessen Wachstumspotential sowie das Management zu groß.

    Natürlich sind viele enttäuscht, die wieder ein Wachstum von 20% oder gar mehr erwartet haben – aber wie realistisch ist dies auf Dauer? Zumal letztes Jahr einfach alle Rahmenbedingungen gestimmt haben. Das Super-Jahr 04/05 (bzw. das 1.HJ) um 15.7% im Gewinn zu toppen bei schlechteren Wechselkursverhältnissen ist für mich ein gutes Ergebnis (auch im Hinblick auf das Umsatzwachstum in lokaler Währung von 18%).

    Schaue ich mir Wettbewerber wie H&M oder Inditex an, so halte ich Esprit bei unter 60 HK$ für moderat bewertet.

    Wäre ich nicht schon mit über 20% meines Depots investiert, würde ich auf dem aktuellen Niveau eher weitere Positionen aufbauen, als zu verkaufen...ich erwarte von ESH stabiles Wachstum auf recht hohem Niveau für die nächste Zeit.

    Über die Währungseinflüsse zu spekulieren halte ich hingegen für Zeitverschwendung.

    Der Kölner an sich würde jetz wohl sagen "et kütt wie et kütt".

    In diesem Sinne schönes WE,

    n.n.
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  10. #30
    Erfahrener Valueist prince of persia
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    Moin,

    ich frage mich langsam, ob Esprit nicht wieder interessant wird. Ein KGVe von 15-16 für ein wachstumsstarkes Unternehmen vom Schlage Esprit erscheint mir nicht schlecht. Ist die Frage "wie" wachstumsstark es denn in Zukunft ist. Beim Blick auf die Aktien-Analyse fällt mir auf, dass 85% der Umsätze aus Europa stammen. Die Kernfrage scheint mir daher zu sein, ob das Geschäftsmodell ähnlich erfolgreich auf die anderen Märkte übertragen werden kann!?

    Grüße
    PoP
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