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Thema: Allianz AG

  1. #1
    Valueist
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    hallo zusammen,

    hat sich schon mal jemand die allianz genauer angesehen?

    lohnt sich eine nähere betrachtung?

    schönen gruß von hans.i

  2. #2
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    Hallo Hans,

    Versicherungen und Banken lassen sich mit der Value-Analyse, wie wir sie hier anwenden, nicht bewerten.

    Im Branchenvergleich (17 Unternehmen) liegt die Allianz in der Bewertung im oberen Bereich (KGV 19) und hat dabei nur ein einstelliges Wachstum aufzuweisen (4,7%), Div.Ren. 0,74%.

    Meine ganz persönlicher Favorit wäre Aegon, KGV 13, Wachstum 16%, Div.Ren. 3,7 %.

    Ich weiß allerdings nicht, ob jetzt schon ein günstiger Einstiegszeitpunkt erreicht ist, ich glaube aber eher noch nicht.

    Gruß

    Dieter

  3. #3
    Valueist
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    hallo dieter,

    besten dank für die info.

    was unterscheidet banken und versicherungen von den anderen unternehmen?

    hans.i

  4. #4
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    Hallo,

    bei Banken fällt mir erstmal ein, daß sie mit sehr viel Fremdkapital arbeiten. Eine EK-Quote von 5 % ist die Regel. Nun macht es andererseits keinen Sinn, eine Bank ohne Fremdkapital arbeiten zu lassen. Daher muß man dieses "Manko" in Kauf nehmen.

    Buffett sagt dazu, daß man bei einer Bank noch stärker als sonst auf das Management achten muß. Außerdem sollte man sich angucken, wer die Schuldner des Unternehmens sind. Natürlich weiß man das nicht genau im Detail, aber die örtliche Volksbank hat vermutlich einen anderen Schuldnerkreis als zum Beispiel die IKB.

    Neben dem normalen Geschäftsrisiko, das jedes Unternehmen hat, kommt bei Banken noch die hohe Verschuldung hinzu. Und gerade in diesem Jahr hat man gesehen, daß Banken (im Gegensatz zu früher) doch pleite gehen können. Und mit der SchmidtBank hat es ein renommiertes Privatbankhaus getroffen.

    Bei Versicherungen ist es so, daß sie meistens nicht so übermäßig gute Renditen erzielen. So müssen sie ja z.B. in Deutschland bestimmte Anlageformen einhalten. Meines Wissens nach dürfen sie nicht einfach 100 % ihrer Mittel in Aktien anlegen. Und Renten bringen halt nicht diese Rendite. Außerdem gehörtn Versicherungen ja nicht alles, was in ihrer Bilanz steht, denn bei Lebensversicherungen haben die Versicherten ja nach Ablauf der Versicherung einen Anspruch auf Auszahlung.

    Und außerdem machen es die enormen Vermögen der großen Versicherer natürlich schwer, jedes Jahr ansprechende Renditen im zweistelligen Bereich zu erzielen.

    Weiterhin ist es relativ schwer, verläßliche Aussagen zu zukünftigen Zahlen zu treffen. Wer kann schon Ereignisse wie den 11.September oder Erdbeben vorhersagen?

    Wer weiß noch mehr Unterschiede?

    Gruß,

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  5. #5
    Valueist
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    Allianz - heute mit Gewinnwarnung. Kam eigentlich nicht überraschend.
    Das Jahrestief lag bei 128 €. Offensichtlich liegen in dieser Region Kauflimits en masse, wie die doch schnelle Kurserholung der letzten Tage zeigte.

    Per März 2002 wies die Allianz ein Eigenkapital in Höhe von 32.9 Mrd.€ aus. Das wären pro Aktie ungefähr 135.--€.

    Ein ähnliches Bild zeigt die Aegon. Nach der Gewinnwarnung stoppte der Kurs bei 10 Euro, ziemlich exakt auf der Höhe des rechnerischen Eigenkapitalwertes.

    Wenn man bedenkt, dass die Versicherungen die letzten Jahre mit einem Mehrfachen ihres Eigenkapitals bewertet wurden, so könnte man jetzt beim Kurswert = Eigenkapitalwert doch über einen Kauf nachdenken.

    Die Aktienquote liegt bei den Kapitalananlagen der Allianz bei 24% und wurde nicht nur bei der Allianz, sondern auch bei anderern Versicherungen bereits im letzten Jahr zurückgefahren.

    Das Problem bei den Festverzinslichen liegt nicht bei der Menge der gefährdeten Anleihen, da der Depotanteil mit hohen und höchsten Ratings ebenfalls am höchsten ist.
    So hat die Allianz etwa gleich viel Staatsanleihen wie Industrieanleihen im Portfeuille.
    Ein Problem ergibt sich nur dann, wenn, wie bei WCOM, das Rating von A in sehr kurzer Zeit auf C heruntergefahren wird.
    So lästig das im Einzelfall zwar ist, die große Masse dürfte dieses Schicksal nicht erleiden.

    Auch ist der Jahresüberschuss bisher nicht von schlechten Eltern - 1.6 Mrd. für das 1. Halbjahr, inklusive der Bankverluste, Insolvenzen usw.

    Schwer zu quantifizieren, wenn überhaupt für einen Außenstehenden, sind die stillen Reserven in den Büchern.

    Nach dem Kursabsturz sollten aber die schlechten Nachrichten auch schon weitgehend eingepreist sein.

    Axia

  6. #6
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    @JuliaPapa

    "Weiterhin ist es relativ schwer, verläßliche Aussagen zu zukünftigen Zahlen zu treffen. Wer kann schon Ereignisse wie den 11.September oder Erdbeben vorhersagen?"

    Das ist in erster Linie ein Problem der Rückversicherer. Und zumindest mit Erdbeben leben die schon ne ganze Weile und verdienen prächtig dabei.

    Megarisiken a la 11.09. werden wohl in Zukunft vom allergrößten Versicherer, dem Staat getragen werden (müssen).

    Aber sollte man jetzt oder muß man jedes Jahr mit einem Schlag wie im letzten Jahr rechnen? Das provoziert die Gegenfrage: Wie gut sind denn Terrorgruppen in der Lage
    solche Anschläge auszuführen? Dazu braucht es ein subversives Netzwerk, Sprachkenntnisse, technisches Knowhow, Geld - das wäre das wenigste, offensichtlich - und die nötigen Selbstmordkandidaten.
    Und das Ganze in einem hochgradig sensibilisierten Umfeld...
    Ganz so einfach scheint mir das nicht zu sein.
    Meiner Meinung nach werden die Möglichkeiten überschätzt.


    Axia

  7. #7
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    Hallo, Axia,

    für mich ist der Kurssturz der Allianz AG nicht nachvollziehbar. Okay, der Kapitalmarkt läuft nicht, die Riester-Rente läuft noch viel weniger, und auch sonst klappt das eine oder andere nicht.

    Trotzdem hat sich die Aktie von ihren Höchstständen halbiert. Ich halte das für übertrieben, und ich bin mir sicher, daß sich ein Einstieg auf dem jetzigen Niveau langfristig auszahlt.

    Ich selber habe nach der Gewinnwarnung eine Kauf-Order reingelegt mit einem Limit von € 130,--, aber die wird wohl nicht zum Zuge kommen. Hierbei handelt es sich allerdings nur um eine Spekulation, nämlich auf eine Gegenbewegung des Marktes, wie wir es in der letzten Woche am Donnerstag/Freitag gesehen haben. 15 % waren da innerhalb eines Tages drin, und auf so etwas ähnliches habe ich auch gesetzt - wird aber wohl nicht klappen.

    >>Megarisiken a la 11.09. werden wohl in Zukunft vom allergrößten Versicherer, dem Staat getragen werden (müssen).<<

    Wahrscheinlich hast Du Recht, aber immerhin ist der Staat ziemlich pleite (oder tut zumindest immer so). Wo sollen da Milliarden Euro herkommen für irgendwelche Geschichten?

    Und was die "Kampfkraft" der Terroristen angeht, so würde ich die nicht unterschätzen. Geld, Selbstmordattentäter und ähnliches dürfte überhaupt kein Problem darstellen. Eventuell könnte die Logistik Schwierigkeiten machen. Aber grundsätzlich ist diese Gefahr immer da. Allerdings sehe ich eher die USA als Europa gefährdet, insbesondere wenn Bush gegen den Irak in den Krieg ziehen sollte.


    Gruß,
    JuliaPapa
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  8. #8
    Valueist
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    Hallo JuliaPapa 01.08.02

    Wenn Du ein Handelsblatt von heute hast, so guck mal auf die Seite 20. Dort steht ein recht interessanter Artikel betreffend die Terror-Versicherungen.

    Die Rating-Agentur Fitch bleibt für den Sektor Lebensversicherungen langfristig optimistisch, steht ebenfalls heute im HB.
    Gefährdet von dem möglichen Downgrade sind lediglich LVen mit einer hohen Aktienquote, etwa die britischen mit Quoten von um die 50%.

    Ansonsten teile ich Deine Ansicht zu Allianz vollständig.

    Der Allianz-Kurssturz ist mir nur insofern erklärlich, als die Aktie früher mit einem exorbitant hohen KGV gehandelt wurde.
    Aber dieses Thema hat sich nun auch mittlerweile schon fast erledigt. In ein paar Wochen wird man sowieso nur mehr davon reden, welche Gewinne in 2003 zu erwarten sind.
    Kann mir gut vorstellen, dass man die Methode Schrempp anwendet und alles Negative in den 2002er Jahresabschluß packt.

    Die Kardinalfrage wird sein, inwieweit und vor allem wie schnell es den Allianz-Leuten gelingt, die Verluste bei der Dresdner
    zu eliminieren.

    Gruß
    Axia

  9. #9
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    hallo axia,

    MORGEN gibt es ja neue zahlen...
    HEUTE aber schon eine reutersmeldung...:

    VORSCHAU - Allianz wegen Bankgeschäft mit Quartalsverlust
    Reuters, 13.08.02 14:42


    München, 13. Aug (Reuters) - Die schlechte Nachricht der Quartalszahlen des Allianz-Konzerns ist schon heraus: Wegen des schwachen Bankgeschäfts hat der größte europäische Finanzkonzern im zweiten Quartal 2002 einen Verlust nach Steuern von 350 Millionen Euro verbucht und seine Prognose für das Gesamtjahr zurückgenommen. Doch Analysten erwarten von den Details zu den Halbjahreszahlen weitere Stimmungsdämpfer.

    "Wir rechnen kurzfristig mit einem sinkenden Aktienkurs, wenn das volle Ausmaß der jüngsten Gewinnwarnung mit den Zahlen klar wird", erläutert Karlos van Endert, Finanzanalyst bei BNP Paribas. Es gebe keine positiven Signale für das Bankgeschäft im zweiten Halbjahr, das den Allianz-Gewinn schon in den ersten sechs Monaten belastet hat. Andererseits rechnen die Experten mit einer guten Entwicklung im Versicherungsgeschäft, für das sie einen Anstieg der verdienten Nettobeiträge von 6,5 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro im zweiten Quartal erwarten. Die Allianz will ihren Zwischenbericht am Mittwoch veröffentlichen.

    Vor zwei Wochen hatte die Allianz mit einer Gewinnwarnung kurz vor Börsenschluss die Finanzmärkte geschockt. Wegen der anhaltend schwachen Kapitalmärkte werde der Konzern sein Ziel, im laufenden Jahr einen Gewinn von mindestens drei (2001: 1,62) Milliarden Euro zu erzielen, nicht erreichen, hatte es geheißen. Eine neue Prognose hat die Allianz bisher nicht gewagt.

    BANKGESCHÄFT SCHREIBT TIEFROTE ZAHLEN

    Die Allianz hatte im vergangenen Jahr die Dresdner Bank übernommen und ihr Kerngeschäft Versicherungen ausgerechnet in einer Zeit anhaltend fallender Aktienkurse um das Bankgeschäft erweitert. Nun erwartet der Finanzkonzern bei der Dresdner Bank ein "deutlich negatives" Ergebnis und hat den Abbau weiterer 3000 Stellen angekündigt. Allein in der Sparte Firmenkunden und Investmentbanking (Corporates & Markets) hat die Bank nach den Angaben von Finanzkreisen im zweiten Quartal einen Verlust von mehr als 400 Millionen Euro verbucht. Deshalb halten sich auch die Gerüchte hartnäckig, dass die Allianz die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) verkaufen will, obwohl Dresdner-Chef Bernd Fahrholz explizit gesagt hat, es stünden keine Geschäftszweige in ihrer Gesamtheit zur Disposition.

    Durch die neuen Sparmaßnahmen bei der Dresdner Bank sollen zusammen mit dem bisherigen Programm knapp zwei Milliarden Euro eingespart werden. "Wir glauben, dass die Dresdner Bank bei der Allianz mindestens für die nächsten zwei Jahre Wert vernichten wird", hieß es in einem Kommentar von Analysten der Investmentbank J.P. Morgan.

    VERSICHERUNGSGESCHÄFT ENTWICKELT SICH ERFREULICH

    Im Gegensatz zur neuen Bankensparte habe sich das Versicherungsgeschäft im zweiten Quartal erfreulich entwickelt, hatte es in einer ersten Allianz-Schätzung geheißen. Sowohl in der Lebens- und Krankenversicherung als auch in der Schaden- und Unfallversicherung habe das Umsatzwachstum die Erwartungen übertroffen. Die Schaden/Kosten-Quote (Verhältnis des Aufwandes für Schäden und Verwaltung zu den erzielten Einnahmen) sei auf rund 102 Prozent gesenkt worden. Bis 2005 will die Allianz die in der Branche wichtige Quote unter 100 Prozent drücken - das heißt, bis dahin sollen die Beitragseinnahmen die Schäden und Verwaltungskosten übersteigen.

    Analysten gestehen den Allianz-Aktien deshalb auch trotz des schlechten Bankgeschäfts mittelfristig ein Aufwärtspotenzial zu. So empfiehlt die Commerzbank die Aktien des Finanzkonzerns mit einem Kursziel von 212 Euro zum Kauf: "Wenn die Allianz nur die Hälfte ihrer Ziele erfüllt (Einsparungen von zwei Milliarden Euro, 100 Prozent Schaden/Kosten-Quote), ist das Aufwärtspotenzial unserer Ansicht nach beachtlich."

    Am Dienstagnachmittag notierten die Allianz-Aktien 1,7 Prozent im Minus bei 125,88 Euro. Seit Jahresanfang haben die Titel fast die Hälfte ihres Wertes verloren und weisen damit im Stoxx-Index der europäischen Versicherer eine der schlechtesten Entwicklungen auf.

    bub/ked

    liebe grüsse

    rolf, allianzaktionär aus value"vorzeiten"...

  10. #10
    Erfahrener Valueist
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    guten morgen liebe allianz-aktionäre,

    als "altlast" (vor meinem einstieg in die valuematerie) habe ich die gute, alte allianz (im schnitt zu 169 € gekauft) noch im depot.

    der sintflutartige kursabfall des dax-schwergewichtes in den letzten monaten machte mir einen ausstieg unmöglich.

    da ich hier keinerlei valueambitionen habe, ich mir aber nicht vorstellen kann, das allianz lange bei diesem kursniveau bleibt, habe ich per ultimo september ein nachkauflimit zu 110 € gesetzt. schau mer mal...

    wie reagiert ihr, die allianzaktionäre denn momentan so ?

    es ist einfach irre, wieviel börsenkapital beim grössten deutschen versicherer in den letzten monaten verbraten wurde...

    liebe grüsse

    rolf
    p.s. hier noch eine aktuelle meldung von heute morgen

    Allianz AG: stärkt Reserven in den USA
    13.09.2002 (07:29)

    Wie bereits im Frühjahr angekündigt, wird die Allianz AG bei ihrer Gruppengesellschaft Fireman´s Fund die Reserven für Asbest- und Umweltrisiken in den USA aufstocken. Tillinghast Towers-Perrin und Milliman USA waren beauftragt worden, den betroffenen Versicherungsbestand der amerikanischen Gruppengesellschaft Fireman´s Fund einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Auf Basis dieser Untersuchung werden die Rückstellungen für Asbest- und Umweltrisiken in den USA um 750 Millionen US-Dollar erhöht. Zur Finanzierung der Reserveerhöhung stellt die Allianz dem Fireman´s Fund Eigenmittel zur Verfügung. Die Transaktion unterstreicht die Verankerung des Fireman´s Fund in der Allianz Gruppe.

    © 1996-2002 financial.de, Datum: 13.09.2002 Uhr: 07:29

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