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Thema: Allianz AG

  1. #31
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, Lomoeel,

    >>hilf mir bitte einmal. was macht wb mit berkshire anders als zb münchener rück (, deren kurs so richtig runter ist)?<<

    Wenn ich diese Frage konkret beantworten könnte, dann hätte ich vielleicht einen anderen Job. Ich denke, daß es für Versicherungen entscheidend ist,

    1) wieviel Prämien kommen rein (Bepreisung)
    2) wieviel Erträge aus Kapitalanlagen kommen rein
    3) wieviel Mittel für Schadenzahlungen rausgehen (Risikoportfolio)

    Was genau Buffett hier nun anders macht, weiß ich auch nicht. Sein Aktionärsbrief mag den einen oder anderen Fingerzeig geben. Aber anscheinend ist er (bzw. seine Leute bei General Re) auch hier besser als die Konkurrenz.

    Hinzu kommt, daß "die Deutschen" vielleicht einfach schlechter sind als andere. Andreas hat ja schon das eine oder andere erwähnt. Es gibt in Europa durchaus Banken, die immer noch klotzig verdienen (Royal Bank of Scotland etwa), und auch im Versicherungsbereich schreiben einige Unternehmen durchaus noch kräftige schwarze Zahlen.


    Bis dann,

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  2. #32
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    Hallo Dieter,

    > Mich würde mal deine Einschätzung zu Aegon interessieren?

    Ich kenne Aegon nichtm, und selbst wenn ich sie kennen würde, würde ich niemals kaufen, da das Versicherungsgeschäft zu undurchsichtig ist. Als Lebensversicherung wäre z. B. interessant, ob sie eine Mindestverzinsung garantiert haben. Japanische Lebensversicherer gehen derzeit daran pleite, daß sie in Zeiten, als die Zinsen noch höher standen, 3% garantiert haben.

    > Tja mit der Berechnung des KGV's wird es ohne Ausblick seitens der GF schwierig.<

    Da das KGV bei einer Versicherung ohnehin sinnlos ist, sollte das kein Problem darstellen.

    > Seitens der Rating-Agenturen drohen weitere Abstufungen.<

    Da man bei einer Lebensversicherung sehr lang laufende und sehr große Verträge abschließt, kann das Rating eine Rolle bei der Kundenakquise spielen. Wer möchte schon seine Rentenvorsorge bei einem Versicherer abschließen, von dem er nicht sicher weiß, ob es ihn in 30 Jahren noch gibt. Ich weiß allerdings nicht, ob Kunden für diese Problematik sensibilisiert sind. Bei einer Autoversicherung spielt es dagegen nicht die große Rolle.

    > Ausserdem wird eine Hälfte nur in Aktien ausbezahlt. Für 2003 wird die Dividende dann halbiert und das Management hält sich die Option offen diese Dividende ebenfalls "nur" in Aktien zu bezahlen. <

    Wenn ich so ein Gewäsch von einem Management höre, ist die Aktie automatisch durchgefallen. Ein Aktiensplit (und nichts anderes ist mit obiger Aussage gemeint, falls die Aktien neu ausgegeben werden) kann eine Dividende nicht ersetzen und ist etwas völlig anderes und nicht annähernd vergleichbar. Hier sollen Aktionäre für dumm verkauft werden. Wenn sie zu wenig EK haben, sollen sie die Dividende ausfallen lassen und die Gründe klipp und klar sagen. Das wäre eine ehrenhafte Aktionärsinformation.

    > Bis 2000 war Aegon eine klassiche LURO-Aktie Ist Aegon für die nächsten 10 Jahre eine LORU-Aktie? <

    Was soll das sein?

    > Das Kurs-Buchwertverhältnis liegt aktuell knapp unter 1. Das liegt noch unter dem historischem Tieftsstand in 1990/1991.<

    Dann müßtest Du nur noch wissen, welche künftigen Verbindlichkeiten existieren, die nicht in der Bilanz auftauchen (z. B. Mindestverzinsung) und ob die Aktiva werthaltig sind. Beides ist sehr schwer zu beurteilen und evtl. nichtmal mit hohem Sachverstand zu beurteilen, weil die dazu nötigen Informationen nicht im Geschäftsbericht stehen.

    @Juliapapa:
    > und auch im Versicherungsbereich schreiben einige Unternehmen durchaus noch kräftige schwarze Zahlen.<

    ... oder behaupten das zumindest.

    Andreas

  3. #33
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    Hallo Andreas,

    Vielen Dank für Deine Einschätzung zu Aegon.

    > Als Lebensversicherung wäre z. B. interessant, ob sie eine Mindestverzinsung garantiert haben. Japanische Lebensversicherer gehen derzeit daran pleite, daß sie in Zeiten, als die Zinsen noch höher standen, 3% garantiert haben. <

    In Deutschland MÜSSEN Lebensversicherer per Gesetz eine Mindestverzinsung anbieten. Allerdings ist diese in den letzten Jahren von 4-5% auf aktuell 3,25% gesenkt worden. Die Bundesregierung will in der Zukunft den Satz noch mal auf "nur" 2,75% senken.

    Ich vermute mal das es ähnliche Varianten (nur mit andere Zinssätzen) auch in NL, UK und den USA gibt.

    Ich muss leider immer wieder feststellen, dass ich vom Lebens-Versicherungsgeschäft nicht wirklich viel verstehe.

    Tja, leider verstehe ich eigentlich von den meisten Geschäften / Branchen, die es auf der Welt gibt, relativ wenig.

    Wenn man also die Warren Buffet Regel "Investiere nur in Unternehmen, die Du verstehst" als allerhöchste Maxime
    zu einem KO-Kriterium macht, dann dürften z.B. nur noch aktuelle oder ehemalge Manager oder Geschäftsführer in Aktien ihrer jeweiligen Branche investieren. Aber dann bleiben nicht mehr viele potentielle Investoren auf der Welt über.

    Die andere Variante ist, sein Geld denen anzuvertrauen, die vermeintlich etwas von einer bzw. mehrerer Branchen verstehen und somit auch die richtigen Unternehmen finden.
    Aber diese Personen (Fondmanager, etc....) zu finden ist mindestens genauso schwer.

    Tja das ist schon ein Teufelskreis...

    Ich hoffe persönlich ein gewisses Grundverständnis der Branche ist ausreichend, um in Unternehmen investieren zu dürfen. Aber ob ich das Grundverständnis z.B. bei Aegon besitze, dass stelle ich persönlich immer mehr in Frage.
    Das Versicherungsgeschäft scheint doch wohl sehr komplex zu sein.

    >> Bis 2000 war Aegon eine klassiche LURO-Aktie Ist Aegon für die nächsten 10 Jahre eine LORU-Aktie? <<

    > Was soll das sein? <

    Die Abkürzung LURO habe ich mal irgendwo aufgeschnappt und sie steht für ein langfristiges Chartbild von Links-Unten nach Rechts-Oben

    LORU ist meine eigene Erfindung :-) und bedeuted genau das Gegenteil. Also ein Chart von Links-Oben nach Rechts-Unten.

    Bis denn
    Dieter

  4. #34
    Erfahrener Valueist
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    > In Deutschland MÜSSEN Lebensversicherer per Gesetz eine Mindestverzinsung anbieten. Allerdings ist diese in den letzten Jahren von 4-5% auf aktuell 3,25% gesenkt worden. Die Bundesregierung will in der Zukunft den Satz noch mal auf "nur" 2,75% senken.<

    Das ist mir bekannt. Aber das bezieht sich nur auf neu abgeschlossene Verträge. Wenn jemand vor 10 Jahren einen 20-jährigen Vertrag mit 4% Mindestverzinsung abgeschlossen hat, dann muß die Versicherung noch 10 Jahre 4% liefern.


    > Wenn man also die Warren Buffet Regel "Investiere nur in Unternehmen, die Du verstehst" als allerhöchste Maxime zu einem KO-Kriterium macht, dann dürften z.B. nur noch aktuelle oder ehemalge Manager oder Geschäftsführer in Aktien ihrer jeweiligen Branche investieren. Aber dann bleiben nicht mehr viele potentielle Investoren auf der Welt über. <

    Ich denke schon, daß das "Verstehen" ein KO-Kriterium sein sollte, gleichzeitig denke ich aber, daß man dazu kein Insider sein muß. Allerdings sollte man sich schon eingehend mit der Branche beschäftigen und wissen, wie Geschäfte gemacht werden und von welchen Faktoren Erfolg und Mißerfolg abhängt. Weiterhin sollte man die Bilanzen verstehen. Das ist bei Versicherungen kaum möglich, weil man nicht weiß, ob genügend Schadensrückstellungen gebildet sind.


    > Die andere Variante ist, sein Geld denen anzuvertrauen, die vermeintlich etwas von einer bzw. mehrerer Branchen verstehen und somit auch die richtigen Unternehmen finden.
    Aber diese Personen (Fondmanager, etc....) zu finden ist mindestens genauso schwer. <

    Dem würde ich entschieden widersprechen. Es ist viel weniger Aufwand, einen Fondsmanager zu finden, der eine sinnvolle Strategie verfolgt und sie ordentlich umsetzt als selbst Unternehmen sorgfältig zu analysieren.

    > Ich hoffe persönlich ein gewisses Grundverständnis der Branche ist ausreichend, um in Unternehmen investieren zu dürfen. Aber ob ich das Grundverständnis z.B. bei Aegon besitze, dass stelle ich persönlich immer mehr in Frage. Das Versicherungsgeschäft scheint doch wohl sehr komplex zu sein.<

    Einfache Regel: Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du genügend Verständnis hast, hast Du es nicht. Also ich glaube, daß man, um eine Versicherung zu verstehen, schon irgendwie in der Branche tätig sein sollte. Zumindest sollte man sich jahrelang damit beschäftigt haben, sonst stochert man völlig im Nebel. In der Zeit, in der Du eine Versicherung analysierst, kannst Du 5 andere Unternehmen analysieren. Warum solltest Du Dir also das Leben unnötig schwer machen?

    Mit Charttechnik wird man allgemein in der Aktienanalyse nicht allzuweit kommen. Der Chart sieht kurz vor der Wende nach unten am schönsten aus. Das ist so, als ob ich beim Roullette auf Rot setze, nur weil Rot die letzten 5 mal gewonnen hat. Die Wahrscheinlichkeit, daß beim nächsten Mal schwarz kommt, ist aber nach wie vor 50%.

    Andreas

  5. #35
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    hallo zusammen,

    heute mal ein brief vom allianz-vorstand michael diekmann an die mitarbeiter zu den aktuellen halbjahres-ergebnissen mit kurzen ausführungen dazu, warum aus der sicht des vorstandes der blick auf den aktienkurs erforderlich scheint.

    viel spaß beim lesen und ein schönes wochenende wünscht euch

    hans.i

    --------------------

    Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,


    heute veröffentlichen wir unsere Halbjahresergebnisse und ich danke Ihnen herzlich für Ihre sehr gute Arbeit. Wir haben im zweiten Quartal unsere Profitabilität weiter gesteigert und einen in Höhe und Qualität sehr erfreulichen Halbjahresgewinn von 2,6 Milliarden Euro erzielt. Das zweite Quartal ist vor allem von einem starken Wachstum im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft und im Asset Management geprägt sowie von einer noch weiter verbesserten Schaden/Kosten-Quote von 89,8 Prozent im Sachversicherungsgeschäft. Letzteres ist derzeit besonders wichtig, da auch unsere Wettbewerber nachgezogen haben und ihre Prozesse und Kosten radikal überprüfen - der Druck auf uns ist hier enorm hoch. Sehr erfreulich: Die Dresdner Bank erreichte trotz des schwierigen Marktumfelds weitere Verbesserungen ihres operativen Ergebnisses. Ihr Ergebnis im zweiten Quartal leidet jedoch unter zwei schwachen Monaten im April und Mai bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Im Juni haben sich aber auch hier die Zahlen wieder stabilisiert. Insgesamt liegen wir damit gut im Plan, unsere Jahresziele in allen Segmenten zu erreichen.

    Ich hatte in meinem letzten Mitarbeiterbrief gesagt, dass ich diesmal ausführlich auf unseren Aktienkurs eingehen möchte. Bitte sehen Sie es mir deshalb nach, dass dieser Brief ein wenig länger wird.

    Wir haben in den letzten Wochen einige sehr erfreuliche Entwicklungen gesehen, die unsere harte Arbeit der letzten zwei Jahre besser anerkennen, als dies bislang der Fall war. Negative Nachrichten wie die jüngsten Naturkatastrophen oder die akute Terrorgefahr haben unseren Aktienkurs nicht mehr erschüttert, und Ende Juli haben wir die 100-Euro-Schallmauer durchbrochen. Das zeigt mir, dass unsere Fortschritte – ob im Risikomanagement oder operativen Geschäft – wahrgenommen und jetzt auch als nachhaltig eingestuft werden. Dies haben auch die jüngsten Veröffentlichungen der Ratingagenturen bekräftigt.

    Das ist ein guter, erster Erfolg.

    Ich werde manchmal von Ihnen gefragt, warum ich so sehr auf diesen Aktienkurs schaue. Wenn das Geschäft stimmt und wir operativ Erfolg haben, wieso muss uns dann der Aktienmarkt so kümmern? Manche von Ihnen haben ohnehin den Verdacht, dass auch hier modische Einflüsse durchaus eine Rolle spielen, die wir zudem wenig beeinflussen können.

    Es gibt zwei Antworten darauf. Zum einen die ganz offensichtliche: Wir sind eine Aktiengesellschaft. In uns haben Menschen und Institutionen ihr Geld investiert. Es kann uns nicht egal sein, wenn wir dieses Vertrauen nicht erfüllen und sie aufgrund ihres Zutrauens in die Leistung der Allianz Geld verlieren, statt Geld zu verdienen. Zum zweiten: Natürlich gibt es Entwicklungen am Markt, die auf unseren Aktienkurs einwirken und die wir nicht beeinflussen können. Doch die Urteile von Analysten und das Verhalten von Investoren bieten uns eine sehr gute, nüchterne Einschätzung dazu, wo wir mit unserer Arbeit auch im internationalen Vergleich stehen. Diese Informationen richtig zu nutzen, ist entscheidend, wenn wir im Wettbewerb weiter bestehen und der beste Anbieter von Finanzdienstleistungen sein wollen.

    Wie sieht das derzeit aus? Wir entwickeln uns stetig nach oben. Die meisten Analysten erkennen unseren Fortschritt inzwischen an. Aber es gibt eine Reihe, die trotzdem noch trocken sagt: „Wir sehen keinen klaren Grund, warum man die Allianz Aktie denen anderer großer europäischer Finanzdienstleister vorziehen sollte.“

    Und diese Einschätzung stellt die eigentliche Herausforderung dar.

    Bei all den Stärken, die die Allianz zu bieten hat, muss uns dieses Urteil ärgern. Mir fallen eine ganze Reihe von Gründen ein, warum man die Allianz anderen vorziehen sollte. Ihnen hoffentlich auch - denn für mich ist der Härtetest für die Qualität einer Firma nicht nur das Zahlenwerk am Ende eines jeden Quartals. Sondern eher noch, ob Sie am Kaffeetisch mit Freunden und Verwandten beherzt sagen können, „Das ist ein Klasse-Unternehmen“ - oder ob Sie gleichgültig mit den Schultern zucken oder gar Grund zum Schimpfen haben.

    Schauen wir deshalb an, welche Punkte derzeit noch bei den Investoren für Vorsicht sorgen. Wenn wir uns an den historischen Tiefstand von 40 Euro vor gut zwei Jahren erinnern, haben wir schon sehr viel an Vertrauen gewonnen. Auf eine einfache Formel gebracht, kann man sagen: Dass wir die ersten drei Punkte des „3+Eins“-Programms in den Griff bekommen, haben wir bewiesen. Wir müssen jetzt jedoch zeigen, dass wir auch ein überzeugendes Programm für „+Eins“ haben, also dafür, nachhaltig profitabel zu wachsen und im Wettbewerb vorne zu stehen.

    Hier gibt es folgende Faktoren, die uns von unseren Investoren als kritisch benannt werden:

    Der Erfolg der Allianz Gruppe basiert stark auf der Sachversicherung. Gerade in diesem Segment gibt es jedoch einen starken Verdrängungswettbewerb. Wir müssen also einerseits alles tun, um unsere Schaden-Kosten-Quote niedrig zu halten - durch Kostendisziplin und gutes Risikomanagement. Wir müssen uns aber vor allem dadurch Wettbewerbsvorteile sichern, dass wir diejenigen sind, die die Nase vorn haben und die besten Geschäftsmodelle und -ideen einsetzen.
    Als Wachstumsmärkte der Zukunft gelten Lebensversicherung und Asset Management, vor allem wegen der steigenden Bedürfnisse in den Bereichen Altersvorsorge und Finanzanlage. Dies muss ausgebaut werden. Im Asset Management muss der Aktienfondsbereich künftig ähnliche Exzellenz beweisen wie unser anerkannt starker Rentenfondsbereich.
    Besonders skeptisch wird darauf geschaut, wie profitabel unser Wachstum sein kann. Bei der Allianz liegt ein besonderes Augenmerk auf den Bereichen Lebensversicherung und Bankgeschäft. Wir müssen beweisen, dass wir hier nicht nur kurzfristig positive Ergebnisse erzielen, sondern auch auf lange Sicht für profitables Wachstum sorgen können.

    Ich finde diese Checkliste sehr klar, und sie muss uns nicht erschrecken. Wir sehen unsere Stärken, wir sehen unsere Schwächen, und wir arbeiten an diesen Punkten. Bei all der Expertise, die wir in unserer Gruppe haben, werden wir das nicht nur gut, sondern sehr gut bewältigen.

    Wer jetzt noch skeptisch ist, soll ruhig immer wieder nüchtern unsere Leistung prüfen und sich dann überzeugen lassen.

    Was mich persönlich überzeugt, sind einmal die enormen Fortschritte, die jede einzelne Gruppengesellschaft in den letzten beiden Jahren gemacht hat. Was unser künftiges Wachstum angeht, sind es unsere großen gruppenweiten +Eins-Initiativen, die jetzt Fahrt aufnehmen. Ich bin hierauf bereits in meinen vergangenen Briefen eingegangen, Sie werden inzwischen in Ihren Gesellschaften darüber informiert worden sein oder im Geschäftsbericht beziehungsweise im Allianz Journal darüber gelesen haben. Ich will mich deshalb darauf beschränken, wo wir aktuell mit diesen Initiativen stehen:

    Unsere Best Practice/Nachhaltigkeitsprogramme in Sach und Leben sind auf gutem Weg, Produkt-, Tarif- und Prozessinnovationen in die Allianz Gesellschaften zu bringen. Hier geht es vor allem darum, Dinge besser zu tun als bisher. Aber wir werden auch effizienter und erwirken dadurch einen positiven Effekt auf die Kosten.
    Bei unserem Kundenfokusprogramm sind die Fortschritte noch nicht so sichtbar, weil wir die Ideen erst in Pilotgesellschaften testen. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch hier hart gearbeitet wird. Es ist jedoch etwas leichter und schneller, an den technischen Abläufen Verbesserungen zu erzielen, als das Thema Kundenfokus sichtbar auf den Punkt und auf die Straße zu bringen. Hier bitte ich Sie um etwas Geduld, denn gerade weil dieses Thema so immens wichtig ist, wollen wir uns nicht mit oberflächlichen Verbesserungen begnügen.

    Wie wir in stark umkämpften Märkten vorgehen, um unsere Kunden an uns zu binden und neue zu gewinnen, wird sicher auch immer wieder kontrovers diskutiert werden. Aus der Vertreterschaft habe ich zum Beispiel sehr viele Briefe zu dem Thema Geschäftsplan 2005 und neue Kraftstrategie bekommen. Hier werden im wesentlichen die hohen Stückzahlforderungen, die verminderte Provision sowie der Aufbau einer Internetmarke und der damit verbundene Vertrauensverlust beklagt.

    Ich kann darauf an dieser Stelle nur kurz eingehen. Die Allianz tut alles, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür wird massiv an unserem Angebot, unseren Prozessen und den Kosten gearbeitet und zwar im Innen- wie im Außendienst. Es muss unser aller Interesse sein, die Privatkunden für die Bestände zu erhalten. Hier findet ein harter Wettbewerb statt, in dem wir alles dafür tun müssen, dass die Kunden erreicht werden. Mit unseren neuen Krafttarifen stellen wir uns genau auf die unterschiedlichen Service- und Preisbedürfnisse unserer Kunden ein und geben unseren Vertretern schlagkräftige Verkaufsargumente an die Hand. Zusätzlich sind wir bisher an einige Kundensegmente überhaupt nicht herangekommen und diese – und nur diese – wollen wir über das Internet ansprechen.

    Dass wir den Agenturen Asset Management Produkte und nun auch Bankprodukte mitsamt der erforderlichen fachlichen Betreuung zur Verfügung stellen, ist ein großartiges Angebot in der Aufstellung gegenüber der Konkurrenz aus der Versicherung und den Sparkassen. Wir arbeiten intensiv daran, nicht nur als Allianz wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern auch den Vertretern neue Möglichkeiten zu eröffnen. Man kann und darf konstruktiv über die Wege und Mittel streiten, sollte aber die guten Absichten nicht in Frage stellen.

    Insgesamt sind wir, wie unser Halbjahresergebnis bestätigt, auf gutem Weg. Daran müssen wir weiter arbeiten. Denjenigen von Ihnen, die Ihren verdienten Sommerurlaub noch vor sich haben, wünsche ich gute Erholung.

    Beste Grüße
    Michael Diekmann

  6. #36
    Valueist
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    Standard

    Die Allianz AG ist sehr erfolgreich gestartet. Der Umsatz, die operativen Ergebnisse und der Periodenüberschuss lagen im ersten Quartal über den Ergebnissen des Vergleichsquartals 2011. Die bereits starke Kapitalbasis wurde auch verbessert.

    Im ersten Quartal 2012 erzielte die Allianz Gruppe mit 30,1 Milliarden Euro den zweithöchsten Umsatz in ihrer Geschichte. Im Vorjahresquartal hatte der Umsatz 29,9 Milliarden Euro betragen.

    Mit 2,3 Milliarden Euro lag das operative Geschäft um 40,4 Prozent über dem Vorjahreswert von 1,7 Milliarden Euro.

    Der Quartalsüberschuss stieg um 57,9 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro im Vergleich zu 0,9 Milliarden Euro im ersten Quartal 2012.

    Das Eigenkapital stieg im selben Zeitraum um 7,4 Prozent von 44,915 Milliarden auf 48,245 Milliarden Euro.

    Wenn jemand von euch eine Meinung dazu hat oder eine Idee wie sich das weiter entwickeln wird, bin ich froh wenn er sie mit uns teilt.

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