Value-Brief anfordern
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 36

Thema: Allianz AG

  1. #11
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    @ rolf:

    Die aktuelle Börsenkapitalisierung liegt nun schon ca. 30% unter dem ausgewiesenen Eigenkapital zum Quartalsende I/02.

    Dennoch: Die Beiträge im Versicherungsgeschäft stiegen im Hj.01/02 um 12%, im Bereich Leben/Kranken sogar um über 20%.

    Der Knackpunkt ist der: Wann kriegen sie die Kosten bei der Dresdner unter Kontrolle?
    Lt. Unternehmensaussagen rechnet man damit, dass die Bank im nächsten Jahr wieder Gewinne macht.

    Und dann wird der Kurs auch wieder anders aussehen

    Gruß
    Axia

  2. #12
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    04.07.2001
    Ort
    Nordrhein Westfalen
    Beiträge
    224

    Standard

    hallo axia

    ich habe heute massiv nachgekauft (zu 102 €), obwohl allianz für mich KEIN valuewert ist !

    ich kann mir, genau wie du NICHT vorstellen, das allianz (bei der niedrigen historischen bewertung) auf mittelfristiger sicht noch lange auf 100-er kursniveau bleiben wird...


    liebe grüsse

    rolf

  3. #13
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    21.03.2002
    Beiträge
    8

    Idee

    Hallo zusammen,

    es ist schon atemberaubend, wenn man auf den Kursverlauf der Versicherungsaktien und im besonderen auf den der Allianz schaut. Da Axia die Dresdner Bank angesprochen hat und wir uns derzeit zweifelsfrei in einer sch... Zeit für Börsianer befinden gebe ich mal eine Aussage von Kostolany zum Besten:

    "Man spricht so oft von Bankkrisen. Dabei muß ich an meinen jüngsten Venedigaufenthalt denken, der in einer Saison stattfand, in der der Marktplatz jeden Abend überschwemmt war und in der am Morgen keine Spuren mehr vom nächtlichen Wasserstand zu stehen waren. Es gibt Banken, deren Zahlen zeitweise 'unter Wasser' stehen, die sich jedoch schon nach einiger Zeit wieder erholen und sogar höhere Dividenden zahlen. Kein Mensch spricht dann mehr über Bankkrisen, und alles ist längst vergessen. Dieses Phänomen habe ich in den vergangenen fünfzig Jahren einige Male miterlebt."

    Die Großbanken haben m.E. in der hinter uns liegenden Boomphase durch Eigenhandel, Neuemissionen, Unternehmensfusionen, Platzierung von Anleihen, Kapitalerhöhungen, Transaktionskosten im Brokergeschäft und einer ausufernden Vergabe von Krediten prächtig verdient. Das alles ist vorerst weggefallen. Nun werden Managementfehler der Vergangenheit sichtbar und man schaut auch auf die großen Kostenblöcke der Banken. Das muß alles erstmal abgearbeitet werden. Wie lange das dauert, kann ich nicht sagen. Geduld ist hier gefragt.

    Neben den allgemeinen Problemen der Versicherungen hat die Allianz durch Übernahme der Dresdner Bank die beschriebenen Probleme der Großbanken zusätzlich ins eigene Unternehmen geholt. Ich habe mal nachgesehen, wie stark die großen Versicherer seit Jahresanfang 2001 (da ging der Verfall bereits los) nachgegeben haben.

    Allianz -74%
    American International Group -44% (auf EURO-Basis)
    Schweizer Rück -44%
    Aegon -74%
    AXA -67%
    Generali -60%
    Münchner Rück -57%

    Wohlgemerkt haben die anderen Versicherer keine Bank übernommen. Versicherer leben davon ihre Beitragseinnahmen am Kapitalmarkt zu investieren, bis Schadensfälle oder die vereinbarte Auszahlung von Leistungen in der Zukunft zum Abfluß von Kapital führen. Das Versicherungsgeschäft läuft damit umso besser, je höher die Verzinsung am Kapitalmarkt ausfällt und je weniger Schadensfälle zu regulieren und Leistungen zu erbringen sind.

    Gründe für den allgemeinen Verlust an Marktwert der Versicherungen sind somit der allgemeine Börsenverlauf, eingetretene Großschäden (11. September und Flutkatastrophe), Unternehmenspleiten (somit Ausfall von Anleihezinsen), der Vertrauensverlust in Unternehmensbilanzen, Terror- und Kriegsangst.

    Was mich interessiert ist die eigentliche Auswirkung der genannten Faktoren auf den Wert z.B. der Allianz. Da der Kurs z.Zt. sicher nicht von Vernunft getrieben ist, ist er wahrscheinlich zu niedrig. Wieviel zu niedrig? Wer hat sich mit der Bewertung von Versichrungen intensiver beschäftigt? Mein Vorschlag: Sollen wir nicht zusammen versuchen den Inneren Wert der Allianz zu bestimmen? Wäre sicher interessant und recht lehrreich.

    Grüße
    Starke Hand

  4. #14
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    An alle Allianz-Interessierten:
    Eine Bankmeinung hierzu:
    Die WGZ-Bank hat die Einstufung der Allianz-Aktien trotz erhöhter Asbestrückstellungen in den USA mit "Kaufen" beibehalten. Allianz hat bei US-Tochter Fireman's Fund die Reserven für Asbest- und Umweltrisiken in den USA um 750 Millionen Dollar auf 1,51 Milliarden Dollar erhöht. Dies liege über den bankinternen Schätzungen von 650 Millionen Dollar, heißt es in der WGZ-Analyse vom Freitag. Konsensusschätzungen lagen im Bereich von 600 Millionen Dollar. Die Analysten der WGZ-Bank sehen keine nachhaltige negative Auswirkung auf die operative Situation der Allianz, verweisen aber auf die kurzfristig möglichen Belastungen für das Marktsegment. Das derzeitige Kursniveau des Versicherers sei eine negative Übertreibung, die Anlegern ein gutes Einstiegsniveau biete.


    @starke Hand: Teile Deine Einschätzung vollends, Deine Ausführungen haben mir gut gefallen. Na dann an die Arbeit!
    Bin gerne dabei.

    @Rolf: Wieso sollte Allianz eigentlich kein "Value"-Wert sein?
    Kann Deinen Einwand nicht ganz nachvollziehen.

    Vielleicht tröstet es Dich: Warren Buffett hat vor einiger Zeit General Re gekauft, zum 3-fachen der Prämieneinnahmen.
    Heute werden Spitzenrückversicherer mit AAA-Ratings zum 1-fachen gehandelt. Bin überzeugt, dass W.B. General Re wohl nicht als "Altlast" bezeichnet.

    Grüsse

    Axia

  5. #15
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    04.07.2001
    Ort
    Nordrhein Westfalen
    Beiträge
    224

    Standard

    hallo allianzianer

    @starke hand: klasse posting
    alle versicherer haben deutlich federn lassen müssen. die meisten versicherer treten jetzt wohl verstärkt auf die kostenbremse, um ihre verluste die sie aus kapitalgeschäften gemacht haben z.t. kompensieren zu können.

    @axia
    schau dir mal die quantitativen value-kriterien an. da haben es finanzwerte schwer nach valuemasstäben gemessen zu werden...

    liebe grüsse

    rolf, der jetzt mit einem einstand von ca. 120 € optimistisch in die allianzzukunft blickt (jedenfalls kursmässig...)

  6. #16
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    Allianz-liquide Mittel:

    Da nur der QB I/02 zur Verfügung steht, eine interessante Position daraus:
    Barreserve und liquide Mittel ultimo 03/2002: 18.419 Mrd.€
    Eigenkapital: 32.9 Mrd. €

    ausgehend von der durchschnittlichen Aktienanzahl
    von 242 Mio. errechnen sich folgende Werte pro Aktie:

    liquide Mittel pro Aktie:70.85€
    Eigenkapitalanteil/Aktie: 136€/Aktie

    Das ist doch ganz nett

    Axia

  7. #17
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    Nachtrag liquide Mittel:
    Per ultimo Juni 2002 wies die Allianz Barbestände in Höhe von 16.984 Mio.€ aus, also pro Aktie 70.18€.

    Axia

  8. #18
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    21.03.2002
    Beiträge
    8

    Standard

    Das Dilemma ist ja, daß bei Versicherungen die Value-Methode über den freien Cash-Flow zwar vom Grundsatz her funktioniert, wir ihn aber nicht bestimmen können. Ich hab mal bei Hagstrom nachgelesen, wie er Geico bewertet hat.

    Allgemein empfiehlt er dem Anleger die Rentabilität von Versicherungsgesellschaften anhand der Gewinne vor Steuern zu vergleichen. Dann setzt er die Firmenausgaben von Geico ins Verhältnis zu den Versicherungsprämien und kommt auf einen Wert von 15% (nach Hagstrom halb soviel wie der Branchendurchschnitt). Das Gesamtverhältnis von Firmenausgaben und Versicherungsleistungen setzt er bei Geico im Durchschnitt mit 97% an, (nach Hagstrom mehr als 10% besser als der Brachendurchschnitt). Den Wert von Geico bestimmt er letzten Endes über den Jahresüberschuß und nicht wie bei den sonstigen Beispielrechnungen über die Gewinne der Eigner.

    Also hab ich das mal alles mit unserer Allianz nachvollzogen und mir folgende Daten herausgeschrieben:

    Gesamte Beitragseinnahmen (Mrd EUR)
    2001 75,1
    2000 68,7
    1999 60,6

    Versicherungsleistungen an Kunden (Mrd EUR)
    2001 50,2
    2000 51,7
    1999 48,3

    Abschluß- und Verwaltungskosten (Mrd EUR)
    2001 19,3
    2000 13,7
    1999 10,8

    Verhältnis Abschluß-/Verwaltungskosten zu Beitragseinnahmen
    2001 25,7%
    2000 19,9%
    1999 17,8%

    Verhältnis Abschluß-/Verwaltungskosten + Versicherungsleistungen zu Beitragseinnahmen
    2001 92,5%
    2000 95,2%
    1999 97,5%

    Ergebnis vor Steuern (Mio EUR)
    2001 1.827
    2000 4.913
    1999 4.804

    Jahresüberschuß (Mio EUR)
    2001 1.623
    2000 3.460
    1999 2.317

    Ergebnis je Aktie (EUR)
    2001 6,66
    2000 14,10
    1999 9,46

    Das Verhältnis von Firmenausgaben und Versicherungsprämien und der Firmenausgaben zuzüglich Versicherungsleitungen zu den verdienten Prämien sieht demnach ganz ordentlich aus.

    Wie sieht es mit dem Unternehmenswert über die diskontierten Erträge nach der Value-Methode aus? Rechengröße ist der Jahresüberschuß. Da dieser in 2000 aufgrund von Steuereffekten sehr hoch und in 2001 aufgrund der Schadensregulierung des 11. September niedriger als erwartet ausfiel, habe ich den Dreijahresdurchschnitt von 2,5 Mrd. EUR genommen. Diskontzins 8% (wir sind ja vorsichtig), Wachstumsrate 10%. Ergebnis bei 245 Mio ausstehenden Aktien ist ein Unternehmenswert von rund 65 Mrd. EUR oder 266 EUR je Aktie.

    Diese Zahl sei hier einfach mal in den Raum gestellt. Die Dresdner Bank blieb völlig unberücksichtigt. Ich gehe aber davon aus, daß sie einen Wert >0 haben sollte. In der Bilanz der Allianz schlummern sicher noch eine ganze Reihe anderer Werte, die ebenfalls nicht berücksichtigt sind.

    Meines e.E. ist die Allianz z.Zt. Value pur. Das Problem ist lediglich die Bestimmung des Unternehmenswertes oder zumindest einer realistischen Spanne hierfür.

    Grüße
    Starke Hand

  9. #19
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    Vielen Dank, starke Hand, für die Zahlen.

    Zum Jahresende rechnete die Allianz für 2002 mit einem Prämienwachstum von 4%. Tatsächlich aber waren es 12% bis Ende Q2.
    Zudem verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis in den allermeisten Ländern im Bereich Unfall/Schaden.

    Aber genau umgekehrt schaut es im Bankgeschäft aus:
    Da sind im Q2/2002 allein 932 Mio. Miese angefallen.

    Die avisierten 3 Mrd. Jahresüberschuss sind damit in weiter Ferne. Wenn man grob 1.5 Mrd. für 2002 für die Dresdner ansetzt und nochmal 750 Mio. für den Fireman`s Fund....
    Nehmen wir nur einen JÜ in 2002 von 1 Mrd.an, dann ergibt das aber immer noch eine Nettorendite auf die Börsenkapitalisierung von 4.15%, man vergleiche das nun mit der deutschen Umlaufrendite von aktuell 4.20% - und das brutto.

    Kehrt die Allianz im nächsten Jahr auch nur annähernd wieder auf den Gewinnpfad zurück, so kann man vorsichtig einen JÜ von 2.5 Mrd. ansetzen. Die Nettorendite kommt dann in die Zone von >10%. All das zeigt die Unterbewertung.

    Also - gehen wir einsammeln

    Axia

  10. #20
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    Eine Meldung von heute,
    auf die Spekulation Übernahmeangebot sollte man sich m.E. nicht verlassen, da ein Übernehmer naturgemäß größer sein sollte, als es die Allianz ist. Größer ist nur AIG in USA.
    Zudem haben alle Versicherer und Banken genügend andere Sorgen, als sich ausgerechnet jetzt mit einer Übernahme zu befassen.
    Der Grundtenor der Analystenmeinung ist aber dennoch stimmig.

    WestLB Panmure hat die zuletzt arg gebeutelte Allianz-Aktie von "Outperform" auf "Buy" heraufgestuft. Zugleich berechneten die Analysten ein Kursziel von 244 Euro, wie aus einer am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichten Studie hervorgeht. Die Analysten halten angesichts der aktuell niedrigen Bewertung Marktgerüchte für realistisch, wonach die Allianz Ziel eines Übernahmeangebots sein könnte. Wie es in der Studie weiter heißt, hat der Versicherungskonzern versichert, dass er nicht mehr Kapital benötigt. Zwei weitere Faktoren heben die Experten der WestLB (Düsseldorf: 812090.D - Nachrichten) hervor: Auch die Rückstellungen für die Asbestschäden seien ausreichend. Zudem laufe das US-Lebensversicherungsgeschäft "extrem gut

    Ein Problem dieser Tage: Versicherungen mit hoher Aktienquote und mit niedriger, kapitalschwache und kapitalstarke, kapitalbedürftige und andere - es wird alles in einen Sack geworfen und kräftig draufgehauen.

    Allianz und auch Axa haben ausdrücklich heute bekräftigt, dass an eine Kapitalerhöhung nicht gedacht ist.

    Axia

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •