... ist der Geschäftsbericht von Beiersdorf überschrieben. Die Hamburger Firma besitzt mit Nivea und tesa zwei der bekanntesten Marken Deutschlands. Dazu kommen noch andere gute Marken.
Da ich ja zum einen ein Fan von Marken bin (sowohl als Verbraucher als auch als Aktionär) und sich Beiersdorf seit längerem in meinem Depot befindet, habe ich dieser Gesellschaft eine Analyse gewidmet. Und das ist dabei herausgekommen:
Profil
Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenartikelunternehmen im Bereich „Consumer Healthcare“. Zum Portfolio des Unternehmens gehören starke und international bekannte Marken wie Nivea (Hautcremes, Shampoos, Duschgels und Gesichtspflege), tesa (selbstklebende Streifen), hansaplast (Pflaster) und ABC-Salbe gegen Muskelschmerzen.
Allgemeine Unternehmensbeurteilung
Ist das Unternehmen einfach zu verstehen, hat es eine beständige Firmengeschichte?
Beiersdorf wurde 1882 in Hamburg gegründet, das Unternehmen ist also 120 Jahre alt. Die Produkte des Unternehmens sind preiswerte Konsumartikel des täglichen Bedarfs, etwa zur Körperpflege oder für den Schreibtisch.
Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.
Werden die Produkte dringend benötigt, gibt es keinen direkten Ersatz?
Hautcremes, Seife oder Duschgels sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Körperpflege. Ein Schreibtisch ohne Tesafilm oder ein verwandtes Produkt ist nicht vorstellbar. Pflaster gehören in jede Hausapotheke. Salben gegen Muskelverspannungen sind einfache und schnell griffbereite Medikamente gegen Schmerzen in Rücken und Gelenken.
Direkten Ersatz für diese Produkte gibt es nicht - das kann jeder mal an seinem eigenen Haushalt oder Arbeitsplatz durchspielen.
Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.
Gibt es wenig Restriktionen, so daß das Unternehmen expandieren kann? Ist die Produktion einfach auszudehnen?
Meiner Ansicht nach gibt es keine Restriktionen bei der Herstellung der Produkte. Die Gesellschaft hat Produktionsstandorte in mehreren Ländern der Welt.
Beiersdorf wächst weiterhin durch die Innovation neuer Produkte, durch die Erhöhung der Marktanteile sowie durch die Expansion in neue Märkte.
Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.
Sind die Produkte eindeutig von Konkurrenzprodukten zu unterscheiden?
Beiersdorf besitzt mit Nivea und tesa zwei sehr starke und bekannte Marken. „Tesa“ ist sogar zum Synonym für die ganze Gruppe von Klebebändern geworden (ähnlich wie Tempo bei Taschentüchern). Diese Konzentration aus wenige Marken macht Beiersdorf zwar anfällig bei Krisen (z.B. Verunreinigungen bei Nivea). Andererseits kann sich Beiersdorf voll auf die Entwicklung dieser wenigen starken Marken konzentrieren. Nivea etwa hat sich ja von einer Pflegecreme zu einer Familie von Produkten für Haut-, Haar- und Körperpflege entwickelt. Ähnliches gilt für Tesa, das inzwischen sogar im Bereich der Automobilzulieferer eine Rolle spielt.
Dieses Kriterium ist für mich ebenfalls erfüllt.
Verfügt das Unternehmen über eine monopolartige Stellung?
Nein. Aber das Unternehmen besitzt einige sehr starke Marken, die in Ihrem Marktsegment führend sind.
Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.
Hat das Unternehmen noch Wachstumspotential? Wird die Nachfrage noch genügend wachsen?
Beiersdorf zeigt ein ungebremstes Wachstum. So wird zum Beispiel die Marke Nivea weiterhin ausgebaut und von einer Hautcreme zu einer Universalmarke der Körperpflege entwickelt. Zuletzt wurde Nivea Beauté als Kosmetikmarke eingeführt.
Durch Werbung und andere Maßnahmen werden Marktanteile gesteigert. So wurde z.B. der Marktanteil der Sonnenmilch Nivea Sun in Frankreich von 1996 bis 2000 von 19,6 % auf 30 % gesteigert.
Dritter Pfeiler der Wachstumsstrategie ist die Erschließung neuer Märkte, z.B. in Osteuropa.
Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.
Hat das Unternehmen weitgehende Freiheit in der Preisgestaltung?
Nein.
Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.
Meßbare Qualitätskriterien
Eigenkapitalquote
Langfristige Verbindlichkeiten existieren so gut wie gar nicht, und die Eigenkapitalquote ist seit 1991 kontinuierlich von 36,3 % bis auf 50,4 % gestiegen.
Dieses Kriterium ist für mich damit erfüllt.
Eigenkapitalrendite
Die Eigenkapitalrendite lag von 1991 bis 1999 immer im Bereich von 13,5 % bis 15 % (Ausnahme 1997). Erst in den letzten beiden Jahren ist dieser Wert auf jetzt 17,4 % gestiegen.
Dieses Kriterium ist für mich damit nicht erfüllt.
Gewinnwachstum
Das Gewinnwachstum der Gruppe verläuft etwas unstetig. In der ersten Hälfte der ‘90er Jahre waren es zwischen 8 und 15 %. 1997 kam der Einbruch um 40 %, gefolgt von einem Anstieg um 131 %. In den letzten beiden Jahren konnte der Gewinn um 29 bzw. 26 % gesteigert werden. Das geometrische Gewinnwachstum lag immer so um 10 % (Ausnahme 1997) und steigt seit 1999 an (zuletzt 14 %)
Dieses Kriterium ist für mich etwas erfüllt.
Dividenden und einbehaltene Gewinne
Von seinen Gewinnen schüttet Beiersdorf immer rund ein Drittel aus (Ausnahme 1997, als die Dividende trotz Gewinneinbruchs gehalten wurde).
Dieses Kriterium ist für mich damit erfüllt.
Umsatzrendite
Die Umsatzrendite liegt deutlich unter den geforderten 10 %. Allerdings ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen, der mit Ausnahmen von kleinen Schwankungen und 1997 stetig erfolgt. 1991 waren es 3,3 %, 2001 6,3 %.
Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.
Verzinsung der einbehaltenen Gewinne
Gewinn pro Aktie 1991: EUR 0,89 - Gewinn pro Aktie 2001: EUR 3,39 - Gesamter Gewinn pro Aktie 1991-2001: EUR 18,02 - Gesamte Dividende pro Aktie 1991-2001: EUR 6,52 ==> Hinzufügung zum Eigenkapital: EUR 11,50
Differenz Gewinn 2001 zu Gewinn 1991: EUR 2,50
Daraus ergibt sich eine Verzinsung der einbehaltenen Gewinne von 21,74 %
Dieses Kriterium ist für mich damit erfüllt.
Cashflow-Marge
Die Cashflow-Marge liegt bei Beiersdorf fast immer zwischen 9 und 10 %. Ein Wachstum dieses Wertes ist auch über einen längeren Zeitraum hinweg nicht zu erkennen.
Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.
Sachinvestitionen
Der Anteil der Sachinvestitionen am Cashflow schwankt nicht unerheblich - von 35,9 % bis 87,1 %. Tendenziell ist in den letzten Jahren eher ein Rückgang erkennbar, aber dennoch ist der Richtwert von 40 % nicht haltbar.
Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.
SIGNAL 1
Das erste Signal ist schwierig zu berechnen, da der NCF nicht kontinuierlich wächst. In den letzten Jahren ist aber eine deutliche Steigerung gegenüber der ersten Hälfte der 90er Jahre zu erkennen. Ich habe eine Steigerung von 15 % angenommen, das erscheint mir realistisch, dazu 5 % als Umlaufrendite der Bundesbank.
Für das Unternehmen ergibt sich somit ein NCF in 10 Jahren von EUR 486,4 Mio. Die Summe der NCF aus 10 Jahren beträgt EUR 3,189 Mrd., der Restwert liegt bei EUR 10,828 Mrd. Das macht einen inneren Wert von EUR 14,018 Mrd. Bei 84 Millionen Aktien macht das einen Wert in Höhe von EUR 166,88 je Aktie.
Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei EUR 127,--. Es errechnet sich somit eine Sicherheitsmarge von 31,4 %, womit das erste Signal erfüllt wäre. Allerdings ist das Ergebnis aufgrund der Schätzung des NCF-Wachstums und des relativ niedrigen Zinssatzes mit Vorsicht zu genießen.
SIGNAL 2
Bei einem Kurs von EUR 130,--, einem angenommenen Gewinn-Wachstum von 14 % p.A., einem durchschnittlichen KGV von 27,5 und einem heutigen GPA von EUR 3,39 ergibt sich in zehn Jahren ein Kurs von EUR 577,22. Das entspricht zwar Kurssteigerungen von über 15 % p.A., aber unsere Forderung geht von 20 - 25 % aus.
Das Signal ist damit nicht erfüllt.
SIGNAL 3
Das Eigenkapital je Aktie beträgt EUR 19,48, die EK-Rendite 17,4 %, dazu werden 60 % der Gewinne einbehalten. Daraus errechnet sich in 10 Jahren ein Kurs von EUR 251,26.
Das Signal ist damit nicht erfüllt.
So, das war's erstmal. Auf Kommentare, Hinweise und Kritiken bin ich sehr gespannt.
Ein schönes Wochenende wünscht Euch
JuliaPapa




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nimmt dafür z.B. meistens die Zahlen der Vergangenheit, ich hingegen bin oftmals etwas vorsichtiger und versuche mir ein eigenes Bild zu machen. So liege ich mit beispielsweise meinen Werten bei Outback Steakhouse weit unter denen von Volker. Da wir aber beide den Vergleich mit den Vergangenheitswerten gezogen haben, kommen wir trotzdem zu einem ähnlichen Ergebnis!

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