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Thema: Beiersdorf AG

  1. #1
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    ... ist der Geschäftsbericht von Beiersdorf überschrieben. Die Hamburger Firma besitzt mit Nivea und tesa zwei der bekanntesten Marken Deutschlands. Dazu kommen noch andere gute Marken.

    Da ich ja zum einen ein Fan von Marken bin (sowohl als Verbraucher als auch als Aktionär) und sich Beiersdorf seit längerem in meinem Depot befindet, habe ich dieser Gesellschaft eine Analyse gewidmet. Und das ist dabei herausgekommen:


    Profil
    Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenartikelunternehmen im Bereich „Consumer Healthcare“. Zum Portfolio des Unternehmens gehören starke und international bekannte Marken wie Nivea (Hautcremes, Shampoos, Duschgels und Gesichtspflege), tesa (selbstklebende Streifen), hansaplast (Pflaster) und ABC-Salbe gegen Muskelschmerzen.


    Allgemeine Unternehmensbeurteilung

    Ist das Unternehmen einfach zu verstehen, hat es eine beständige Firmengeschichte?
    Beiersdorf wurde 1882 in Hamburg gegründet, das Unternehmen ist also 120 Jahre alt. Die Produkte des Unternehmens sind preiswerte Konsumartikel des täglichen Bedarfs, etwa zur Körperpflege oder für den Schreibtisch.
    Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.

    Werden die Produkte dringend benötigt, gibt es keinen direkten Ersatz?
    Hautcremes, Seife oder Duschgels sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Körperpflege. Ein Schreibtisch ohne Tesafilm oder ein verwandtes Produkt ist nicht vorstellbar. Pflaster gehören in jede Hausapotheke. Salben gegen Muskelverspannungen sind einfache und schnell griffbereite Medikamente gegen Schmerzen in Rücken und Gelenken.
    Direkten Ersatz für diese Produkte gibt es nicht - das kann jeder mal an seinem eigenen Haushalt oder Arbeitsplatz durchspielen.
    Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.

    Gibt es wenig Restriktionen, so daß das Unternehmen expandieren kann? Ist die Produktion einfach auszudehnen?
    Meiner Ansicht nach gibt es keine Restriktionen bei der Herstellung der Produkte. Die Gesellschaft hat Produktionsstandorte in mehreren Ländern der Welt.
    Beiersdorf wächst weiterhin durch die Innovation neuer Produkte, durch die Erhöhung der Marktanteile sowie durch die Expansion in neue Märkte.
    Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.

    Sind die Produkte eindeutig von Konkurrenzprodukten zu unterscheiden?
    Beiersdorf besitzt mit Nivea und tesa zwei sehr starke und bekannte Marken. „Tesa“ ist sogar zum Synonym für die ganze Gruppe von Klebebändern geworden (ähnlich wie Tempo bei Taschentüchern). Diese Konzentration aus wenige Marken macht Beiersdorf zwar anfällig bei Krisen (z.B. Verunreinigungen bei Nivea). Andererseits kann sich Beiersdorf voll auf die Entwicklung dieser wenigen starken Marken konzentrieren. Nivea etwa hat sich ja von einer Pflegecreme zu einer Familie von Produkten für Haut-, Haar- und Körperpflege entwickelt. Ähnliches gilt für Tesa, das inzwischen sogar im Bereich der Automobilzulieferer eine Rolle spielt.
    Dieses Kriterium ist für mich ebenfalls erfüllt.

    Verfügt das Unternehmen über eine monopolartige Stellung?
    Nein. Aber das Unternehmen besitzt einige sehr starke Marken, die in Ihrem Marktsegment führend sind.
    Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.

    Hat das Unternehmen noch Wachstumspotential? Wird die Nachfrage noch genügend wachsen?
    Beiersdorf zeigt ein ungebremstes Wachstum. So wird zum Beispiel die Marke Nivea weiterhin ausgebaut und von einer Hautcreme zu einer Universalmarke der Körperpflege entwickelt. Zuletzt wurde Nivea Beauté als Kosmetikmarke eingeführt.
    Durch Werbung und andere Maßnahmen werden Marktanteile gesteigert. So wurde z.B. der Marktanteil der Sonnenmilch Nivea Sun in Frankreich von 1996 bis 2000 von 19,6 % auf 30 % gesteigert.
    Dritter Pfeiler der Wachstumsstrategie ist die Erschließung neuer Märkte, z.B. in Osteuropa.
    Dieses Kriterium ist für mich eindeutig erfüllt.

    Hat das Unternehmen weitgehende Freiheit in der Preisgestaltung?
    Nein.
    Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.



    Meßbare Qualitätskriterien

    Eigenkapitalquote
    Langfristige Verbindlichkeiten existieren so gut wie gar nicht, und die Eigenkapitalquote ist seit 1991 kontinuierlich von 36,3 % bis auf 50,4 % gestiegen.
    Dieses Kriterium ist für mich damit erfüllt.

    Eigenkapitalrendite
    Die Eigenkapitalrendite lag von 1991 bis 1999 immer im Bereich von 13,5 % bis 15 % (Ausnahme 1997). Erst in den letzten beiden Jahren ist dieser Wert auf jetzt 17,4 % gestiegen.
    Dieses Kriterium ist für mich damit nicht erfüllt.

    Gewinnwachstum
    Das Gewinnwachstum der Gruppe verläuft etwas unstetig. In der ersten Hälfte der ‘90er Jahre waren es zwischen 8 und 15 %. 1997 kam der Einbruch um 40 %, gefolgt von einem Anstieg um 131 %. In den letzten beiden Jahren konnte der Gewinn um 29 bzw. 26 % gesteigert werden. Das geometrische Gewinnwachstum lag immer so um 10 % (Ausnahme 1997) und steigt seit 1999 an (zuletzt 14 %)
    Dieses Kriterium ist für mich etwas erfüllt.

    Dividenden und einbehaltene Gewinne
    Von seinen Gewinnen schüttet Beiersdorf immer rund ein Drittel aus (Ausnahme 1997, als die Dividende trotz Gewinneinbruchs gehalten wurde).
    Dieses Kriterium ist für mich damit erfüllt.

    Umsatzrendite
    Die Umsatzrendite liegt deutlich unter den geforderten 10 %. Allerdings ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen, der mit Ausnahmen von kleinen Schwankungen und 1997 stetig erfolgt. 1991 waren es 3,3 %, 2001 6,3 %.
    Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.

    Verzinsung der einbehaltenen Gewinne
    Gewinn pro Aktie 1991: EUR 0,89 - Gewinn pro Aktie 2001: EUR 3,39 - Gesamter Gewinn pro Aktie 1991-2001: EUR 18,02 - Gesamte Dividende pro Aktie 1991-2001: EUR 6,52 ==> Hinzufügung zum Eigenkapital: EUR 11,50
    Differenz Gewinn 2001 zu Gewinn 1991: EUR 2,50
    Daraus ergibt sich eine Verzinsung der einbehaltenen Gewinne von 21,74 %
    Dieses Kriterium ist für mich damit erfüllt.

    Cashflow-Marge
    Die Cashflow-Marge liegt bei Beiersdorf fast immer zwischen 9 und 10 %. Ein Wachstum dieses Wertes ist auch über einen längeren Zeitraum hinweg nicht zu erkennen.
    Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.

    Sachinvestitionen
    Der Anteil der Sachinvestitionen am Cashflow schwankt nicht unerheblich - von 35,9 % bis 87,1 %. Tendenziell ist in den letzten Jahren eher ein Rückgang erkennbar, aber dennoch ist der Richtwert von 40 % nicht haltbar.
    Dieses Kriterium ist für mich nicht erfüllt.



    SIGNAL 1
    Das erste Signal ist schwierig zu berechnen, da der NCF nicht kontinuierlich wächst. In den letzten Jahren ist aber eine deutliche Steigerung gegenüber der ersten Hälfte der 90er Jahre zu erkennen. Ich habe eine Steigerung von 15 % angenommen, das erscheint mir realistisch, dazu 5 % als Umlaufrendite der Bundesbank.
    Für das Unternehmen ergibt sich somit ein NCF in 10 Jahren von EUR 486,4 Mio. Die Summe der NCF aus 10 Jahren beträgt EUR 3,189 Mrd., der Restwert liegt bei EUR 10,828 Mrd. Das macht einen inneren Wert von EUR 14,018 Mrd. Bei 84 Millionen Aktien macht das einen Wert in Höhe von EUR 166,88 je Aktie.
    Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei EUR 127,--. Es errechnet sich somit eine Sicherheitsmarge von 31,4 %, womit das erste Signal erfüllt wäre. Allerdings ist das Ergebnis aufgrund der Schätzung des NCF-Wachstums und des relativ niedrigen Zinssatzes mit Vorsicht zu genießen.

    SIGNAL 2
    Bei einem Kurs von EUR 130,--, einem angenommenen Gewinn-Wachstum von 14 % p.A., einem durchschnittlichen KGV von 27,5 und einem heutigen GPA von EUR 3,39 ergibt sich in zehn Jahren ein Kurs von EUR 577,22. Das entspricht zwar Kurssteigerungen von über 15 % p.A., aber unsere Forderung geht von 20 - 25 % aus.
    Das Signal ist damit nicht erfüllt.

    SIGNAL 3
    Das Eigenkapital je Aktie beträgt EUR 19,48, die EK-Rendite 17,4 %, dazu werden 60 % der Gewinne einbehalten. Daraus errechnet sich in 10 Jahren ein Kurs von EUR 251,26.
    Das Signal ist damit nicht erfüllt.


    So, das war's erstmal. Auf Kommentare, Hinweise und Kritiken bin ich sehr gespannt.

    Ein schönes Wochenende wünscht Euch

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  2. #2
    Erfahrener Valueist Fabule
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    Hallo, JuliaPapa!

    Ich dachte, du beschäftigst dich momentan aufgrund eines Neuwagenkaufes nicht mehr so intensiv mit Unternehmen und ihrer Bewertung * ...

    Spaß beiseite, vielen Dank für deine Analyse über ein Unternehmen, das ich mir bislang aufgrund der hohen Bewertung noch nicht näher angesehen habe. Wie deine Analyse zeigt, ist Beiersdorf aber (zumindest bei einer niedrigeren Bewertung) einen genaueren Blick wert.

    Deinen Ausführungen bezüglich der allgemeinen Unternehmensbeurteilung und der messbaren Qualitätskriterien kann ich (ohne mich damit näher beschäftigt zu haben) nur zustimmen. Was mir allerdings fehlt (und das habe ich auch erst bei meinen letzten Analysen zunehmend als bedeutsam eingeschätzt) ist ein Vergleich mit den Wettbewerbern auf den einzelnen Märkten. Wie heißen sie? Wie groß sind sie? Wie schnell wachsen sie? Wie lauten ihre Unternehmenskennzahlen?

    Bei der Berechnung der Signale fehlt mir der Vergleich mit der Vergangenheit. Ich denke, dass ein bloßes Berechnen der aktuellen Zahlen hinsichtlich der Grenzwerte wenig aussagekräftig ist, da allein die Änderung des durchschnittlichen KGV, der EKR oder der angenommen Wachstumsraten für den NCF oder den GpA auf diese Werte große Auswirkungen hat.

    Volker (korrigiere mich bitte, wenn das nicht stimmt&#33 nimmt dafür z.B. meistens die Zahlen der Vergangenheit, ich hingegen bin oftmals etwas vorsichtiger und versuche mir ein eigenes Bild zu machen. So liege ich mit beispielsweise meinen Werten bei Outback Steakhouse weit unter denen von Volker. Da wir aber beide den Vergleich mit den Vergangenheitswerten gezogen haben, kommen wir trotzdem zu einem ähnlichen Ergebnis!

    Viele Grüße

    Fabule

  3. #3
    Erfahrener Valueist Dieter ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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    Hallo JuliaPapa,

    der Autokauf ging ja ganz flott oder mußt Du mit Beiersdorf erst noch das Geld verdienen , ginge mit LUX eventuell schneller.

    Ich habe Deine Analyse als Anlass genommen, um meine eigene zu aktualisieren. Wie sollte es auch anders sein, das Zahlenwerk ist beinahe identisch.

    Das Signal 1 liegt im historischen Vergleich mit 30% Sicherheitsmarge eher im unteren Bereich. Spitzenwerte mit über 100% hatten wir '95 und '98. Du hast es ja schon erwähnt, dass der NCF keine Kontinuität aufweist. Das liegt an sehr stark schwankenden Sachinvestitionen, denn der CF hat sich ab '92 konstant nach oben entwickelt.

    Das Signal 2 liegt bei mir zwischen 7% (KGV tiefst) und 9% (KGV mittel) und bleibt damit historisch gesehen im Rahmen.

    Das Signal 3 liegt bei mageren 5,3% und liegt damit historisch am unteren Ende.

    Die relative Stärke (geo 5) von 24% wurde weder von Signal 2 noch 3 jemals widergespiegelt. Das muß ich mir noch mal genauer anschauen.

    Beiersdorf ist für mich jetzt eine Halteposition.

    Viele Grüße

    Dieter

  4. #4
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo, Dieter und Fabule,

    der Neuwagenkauf ist noch nicht erledigt. Morgen gibt's nochmal eine Probefahrt, dann fahren wir in den Urlaub, und Ende Mai geht's dann an. Ich habe schon einige Verkaufsorders reingegeben , und wenn die Kurse nun ordentlich steigen, steht dem neuen Auto nichts im Wege.

    Beiersdorf habe ich schon länger im Depot, und da die Analyse doch recht ordentlich ausgefallen ist, bleibt der Wert auch weiterhin bei mir im Bestand. Ich bin von der Markenpolitik der Firma überzeugt, ebenso von der Qualität der Produkte. Und die Pflaster mit Harry Potter-Motiven sind der Renner bei meiner Tochter...

    >>Deinen Ausführungen bezüglich der allgemeinen Unternehmensbeurteilung und der messbaren Qualitätskriterien kann ich (ohne mich damit näher beschäftigt zu haben) nur zustimmen. Was mir allerdings fehlt (und das habe ich auch erst bei meinen letzten Analysen zunehmend als bedeutsam eingeschätzt) ist ein Vergleich mit den Wettbewerbern auf den einzelnen Märkten. Wie heißen sie? Wie groß sind sie? Wie schnell wachsen sie? Wie lauten ihre Unternehmenskennzahlen?<<

    Über diesen Aspekt habe ich mir bislang noch keine Gedanken gemacht - ich bin froh, daß ich die eigentliche Analyse einigermaßen hinbekomme. Ich stimme Dir zwar zu, daß diese Betrachtung wichtig ist. Wenn ich allerdings von sehr starken Marken ausgehe (und Nivea ist für mich so eine), dann spielt die Betrachtung der Mitbewerber keine so große Rolle. Ich denke, daß Niveas Marktposition nahezu unangreifbar ist, ähnlich wie Coca-Cola. Bis heute hat es niemand geschafft, diese Marken zu verdrängen. Das wird auch später nicht passieren (zumindest bin ich davon fest überzeugt), deswegen kann man die Wettbewerber in solchen Märkten außen vor lassen.

    Und dann gibt es noch ein ganz praktisches Problem: Ich habe schon drei Wochen für die Analyse gebraucht. Wenn ich dann noch anfage, Märkte und andere Unternehmen zu analysieren - dann geht bald nichts mehr. Mir macht die Beschäftigung mit Unternehmen und so weiter zwar viel Spaß. Aber dennoch bleibt es ein Hobby, für das dann doch nur begrenzt Zeit zur Verfügung steht.

    Aber wenn ich - in 35 Jahren- erst mal in Rente gehe, dann geht's richtig los. Oder ich knacke nächste Woche den Jackpot...

    Gruß,

    JuliaPapa
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  5. #5
    Erfahrener Valueist Dieter ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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    Beiersdorf mit Gewinnrückgang im 1. Quartal - Erwartungen getroffen

    HAMBURG (dpa-AFX) - Der Kosmetik- und Pflegekonzern Beiersdorf hat im ersten Quartal 2002 weniger verdient als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, mit seinem Gewinn die Erwartungen des Marktes aber getroffen. Der Nettogewinn sei von 100 Millionen Euro im Vorjahr auf 79 Millionen Euro zurückgegangen, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Analysten hatten mit einem Gewinn zwischen 76,4 und 86,8 Millionen Euro gerechnet. Die Umsätze legten um 3,6 Prozent auf 1,190 Milliarden Euro zu und lagen damit über den Prognosen des Unternehmens. Die Umsatzzahlen für das erste Quartal hatte Beiersdorf bereits im April während einer Analystenkonferenz bekannt gegeben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging den Angaben zufolge um fast 20 Prozent auf 132 Millionen Euro zurück. Es lag damit ebenfalls im Rahmen der Analystenerwartungen von 127 bis 138 Millionen Euro. Allerdings sind die EBIT-Zahlen nur schwer mit den Vorjahreswerten zu vergleichen, da diese noch das Geschäft mit der speziellen Wundversorgung enthalten. Die Sparte wurde am 31. März 2001 an die britische Smith & Nephew verkauft. Für das Gesamtjahr 2002 rechnet Beiersdorf nach eigenen Angaben mit einer EBIT-Umsatzrendite von mehr als 10 Prozent. Der Umsatz soll bis Jahresende um mehr als fünf Prozent zulegen./is/jkr/aa

    Quelle: DPA-AFX

  6. #6
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Hallo,

    ich habe gestern die HV der Beiersdorf AG besucht, und habe da eine sehr interessante Sache gehört, die ich hier mal reinstellen möchte. Das gleiche mache ich auch im Thread Strategien / Große Marken, weil es dort ebenfalls reingehört.


    Beiersdorf hat ja die Marke Nivea konsequent von einer Gesichtscreme hin zu einer kompletten Pflegeserie für Haut, Haare und Körper ausgebaut. In letzter Zeit sind noch Kosmetika und Baby-Pflege hinzugekommen - alles unter der Dachmarke Nivea.

    Für Beiersdorf ergibt sich daraus ein wichtiger Einspareffekt bei der Werbung. Es wird mal für Sonnenmilch, mal für Shampoo geworben - aber immer unter der Dachmarke Nivea. Das bedeutet, daß die Marke „Nivea“ immer präsent ist, auch wenn nicht für ein bestimmtes Produkt geworben wird. Das führt in der Praxis dazu, daß auch Nivea-Produkte im Verkauf zulegen konnten, die gar nicht beworben wurden.

    Beiersdorf kann somit vergleichsweise billiger werben als Konkurrenten wie Procter & Gamble, Unilever oder L’Oreal, die für jedes Produkt eine eigene Marke haben und diese entsprechend bewerben müssen.

    Das freut den Beiersdorf-Aktionär doch...


    Gruß,

    JuliaPapa
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  7. #7
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Guten Morgen,

    nachdem ich mich gleichermaßen über den 15 %-Gewinn bei Beiersdorf gewundert und gefreut habe, gab es folgende sehr interessante Nachricht:

    "In die Zukunft der Hamburger Kosmetik- und Konsumgütergruppe Beiersdorf AG kommt offenbar Bewegung. Die US-Gruppe Procter & Gamble Co (P&G), Cincinnati, hat laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" der Allianz AG, München, ihr konkretes Interesse an deren Beiersdorf-Anteil mitgeteilt. In den nächsten Tagen solle ein Kaufangebot für das 43,6-Prozent-Paket (Börsenwert aktuell rund 3,1 Mrd EUR) erfolgen, zitiert die Zeitung Branchenkreise. Der zweite große Beiersdorf-Aktionär Tchibo Holding AG bereite bereits eine Antwort auf die Offerte von P&G vor. Tchibo-Vorstandsvorsitzender Reinhard Pöllath will sich nach FTD-Informationen noch in dieser Woche mit Michael Herz treffen, einem Vertreter der Tchibo-Eigentümerfamilie Herz. Ein Allianz-Sprecher wollte die Vorgänge nicht kommentieren. P&G und Tchibo waren am Sonntag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen."

    Da bin ich gespannt, was sich daraus entwickelt.


    Schönen Tag noch,
    JuliaPapa
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  8. #8
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Jetzt geht's los, jetzt geht's los...

    "Im Mittelpunkt des Handels werden Händlern zufolge die Aktien von Allianz und Beiersdorf stehen. Es gebe am Markt Spekulationen, dass der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble am Freitag ein vorläufiges Übernahmeangebot für den Allianz-Anteil an Beiersdorf vorlegen wird, hieß es. "Heute wird vielleicht schon die Höhe des Übernahmeangebotes bekannt gegeben", sagte ein Aktienhändler. Bereits seit Anfang der Woche gibt es an der Börse Vermutungen, dass Procter & Gamble Interesse an dem 43,6-prozentigen Beiersdorf-Anteil der Allianz hat. "Der Preis wird irgendwo zwischen 115 und 135 Euro liegen", ergänzte der Händler. Am Donnerstag hatten die Beiersdorf-Titel bei 106 Euro geschlossen."

    Dann sehe ich ja bald meinen Einstiegskurs wieder. Und wenn es erstmal eine Übernahmeschlacht zwischen Tchibo und P&G gibt...


    Ein schönes Wochenende für alle!

    JuliaPapa
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  9. #9
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Guten Morgen,

    nachdem nun erstmal Ruhe an der Übernahmefront war, kam heute die folgende Meldung über den Ticker:

    "Frankfurt (Reuters) - Der US-Konsumgüterhersteller Procter&Gamble hat einem Magazinbericht zufolge insgesamt 5,5 Milliarden Euro für den 43,6-prozentigen Anteil des Finanzkonzerns Allianz an Beiersdorf geboten.

    Das Wirtschaftsmagazin "Focus Money" berichtete vorab unter Berufung auf Verhandlungskreise, Procter&Gamble habe bis zu 150 Euro je Beiersdorf-Aktie der Allianz geboten. Dies wäre ein Aufschlag von rund 60 Prozent gemessen am Dienstag-Schlusskurs von 95,99 Euro.

    Weiter berichtete die Zeitschrift, der Hamburger Kaffee-Röster Tchibo, der sich ebenso für die Allianz-Anteile am Hamburger Konsumgüterhersteller interessiert, wolle maximal nur 120 Euro pro Aktie zahlen. Die Preisvorstellung der Allianz liege jedoch zwischen 160 und 190 Euro. Neben Allianz ist Tchibo weiterer Großaktionär von Beiersdorf mit einem Anteil von 30,1 Prozent und hat bereits sein Interesse an einer Aufstockung der Beteiligung bekundet. Daneben verfügen die Nachfahren der Gründerfamilie Claussen nach früheren Angaben noch über knapp zehn Prozent, der Rest befindet sich in Streubesitz.

    Wegen des sehr großen Unterschieds zwischen den Preisvorstellungen der Allianz und den vorliegenden Geboten würden die Verhandlungen derzeit auf Eis liegen, zitierte das Magazin einen Insider. Bei den Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme erhältlich, die Beteiligten hatten bislang zudem jeden öffentlichen Kommentar abgelehnt. In Branchenkreisen wird vorerst nicht mit einer Entscheidung in dieser Sache gerechnet.

    Procter&Gamble will nach früheren Angaben aus Branchenkreisen im Falle eines Einstiegs bei Beiersdorf keinen Minderheitsaktionär akzeptieren, der über eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent der Anteile verfügt. Deshalb sei Procter&Gamble zumindest auch an einer Teilübernahme der Tchibo-Anteile interessiert, hatte es geheißen. Seit längerem wird in der Branche auch über ein Interesse des französischen Kosmetikkonzerns L'Oreal an Beiersdorf spekuliert."

    Hierzu paßt auch die folgende Mitteilung, die vor einigen Tagen über den Ticker lief:

    "München, 10. Dez (Reuters) - Die Allianz AG prüft nach Informationen aus Finanzkreisen eine Reihe von Möglichkeiten, um die Rückzahlung einer Anfang 2003 fällig werdenden Wandelanleihe zu finanzieren. Auch ein Verkauf von Aktien der Deutschen Bank wird für möglich gehalten. Die Allianz wollte sich nicht äußern.

    Zwar kann der 1998 begebene und im Februar fällige Schuldtitel eigentlich in Aktien der Deutschen Bank gewandelt werden, doch liegt der aktuelle Kurs der Deutschen Bank mit 46,30 Euro klar unter dem damals vereinbarten Bezugspreis von 71,85 Euro. Dass sich die Anleihegläubiger auf einen Tausch einlassen, scheint deshalb wenig wahrscheinlich. Aufgrund dessen muss die Allianz Kapital und Zinsen in bar zurück zahlen - und sich den Kreisen zufolge über ein Finanzierungsvolumen von einer Milliarde Euro Gedanken machen.

    Eine Möglichkeit wäre es, eine neue Wandelanleihe zu begeben oder Aktien der Deutschen Bank direkt zu verkaufen, hieß es in Bankenkreisen. Die Allianz, der größte institutionelle Investor Europas, hält rund 4,5 Prozent an der größten deutschen Geschäftsbank. Die Allianz müsste drei Viertel davon verkaufen, um bei derzeitigen Marktpreisen eine Milliarde Euro zu erlösen.

    Ein Fondsmanager in London sagte, die Allianz wolle Geld am Markt aufnehmen, werde aber alles tun, um den Eindruck zu vermeiden, sie müsse das tun. "Eine Deutsche-Platzierung würden sie wohl gerne machen, aber es steht nichts unmittelbar bevor", sagte er.

    In Allianz-nahen Kreisen hieß es, der Finanzkonzern habe eine Reihe von Optionen. Die jüngsten Kapitalmarkt-Transaktionen hätten dabei einigen finanziellen Druck von der Allianz genommen. Die Allianz, die durch Verluste der Tochter Dresdner Bank und Abschreibungen auf Aktien in die roten Zahlen geraten ist, hat zuletzt 3,5 Milliarden Euro am Bondmarkt aufgenommen und könnte weitere 700 Millionen Euro durch die Umwandlung von Genussscheinen in Aktien erlösen.

    Nach Einschätzung von Branchenexperten hat die Allianz noch nicht entschieden, wie sie die Rückzahlung der Anleihe finanzieren will. Zu den Beteiligungen, die sie verkaufen könnte, gehören auch zehn Prozent an Credit Lyonnais (Paris: 18420.PA - Nachrichten) - ein Paket, das durch den Übernahmekampf um die französische Großbank zuletzt wieder an Wert gewonnen haben dürfte."


    Natürlich haben beide Meldungen irgendwo spekulativen Charakter, aber es scheint doch alles darauf hinaus zu laufen, daß es zu einer Übernahme von Beiersdorf kommen wird. Wann es nun genau passieren wird, ist natürlich noch offen, aber für die Aktie sind das doch keine sclechten Aussichten.


    Gruß,
    JuliaPapa
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  10. #10
    Erfahrener Valueist filippina
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    Hallo Papa von Julia,

    <aber es scheint doch alles darauf hinaus zu laufen, daß es zu einer Übernahme von Beiersdorf kommen wird.>

    scheint mir auch so. Das ist gar keine schlechte Spekulation. Mir persönlich wäre eine Übernahme durch L'Oreal aber lieber. Schade, dass ich nicht gefragt werde.

    Grüße
    flippi

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