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Thema: Anlage GmbH

  1. #1
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    Zur Diskussion

    Der Verkauf von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften durch Kapitalgesellschaften ist grundsätzlich steuerfrei und soll es ja auch bleiben.

    Was spricht dagegen selbst eine GmbH zu gründen und Aktiengeschäfte zu tätigen?

    Ich denke gerade zum Zwecke der Altersvorsorge (oder langfristiger Anlagen) sehr interessant, da die Steuerlast (persönliche Einkommensteuer) zusätzlich in die Zukunft verschoben wird und nureinmal bei Veräußerung der GmbH-Anteile zum vollen tragen kommt.

    Die Frage ist nur ob und wie Gewerbe- und Körperschaftssteuer berechnet werden muß, da ja die Verkaufserlöse ja eigentlich nicht besteuert werden sollten?

    Für Aufklärung bin ich sehr dankbar.

    MfG

    Jens O.

  2. #2
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    Hallo zusammen

    Gut wenn das Hirn noch ab und zu funktioniert.

    Im April war in der FAZ ein Artikel zu genau diesem Thema. Ist übrigens eine sehr interessante Reihe dieses Herrn Loomann. Kommt jeden Samstag.

    Gruß Mitch

    Finanzmärkte und Geldanlage Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2002, Nr. 92, S. 24

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    Verschiebung des Privatvermögens in GmbH ist ein Steuersparmodell
    Vermögensverwaltung in einer Kapitalgesellschaft reduziert laufende Abgaben und senkt Erbschaftsteuer / Von Peter Küffner und Volker Looman

    REUTLINGEN, 19. April. Der Fiskus ist für Unternehmer, die ihren Betrieb veräußert haben, ein Gespenst mit vielen Gesichtern. Besonders groß ist der Schreck zu Anfang. Wenn das Unternehmen verkauft worden ist, bleibt von den Erlösen in vielen Fällen bestenfalls die Hälfte übrig. In den folgenden Jahren sind auf die jährlichen Erträge, welche die andere Hälfte abwirft, weiterhin Abgaben fällig. Am Ende des Lebens, wenn das Vermögen auf die nächste Generation übertragen wird, lauert das Finanzamt in Gestalt der Erbschaftsteuer.

    Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, daß Unternehmer jede Möglichkeit prüfen, um die Abgaben zu senken, doch die Aussichten, die Steuern auf vernünftige Art und Weise zu senken, sind düster. Die Steuersparmodelle, die den Anlegern angeboten werden, um die Belastungen beim Verkauf des Unternehmens zu senken, halten in den meisten Fällen nicht, was sie versprechen. Genauso sieht es bei der Besteuerung der laufenden Erträge aus. Geldanlagen zur Senkung der Abgaben sind in der Regel der Anfang vom Ende, so daß es darauf ankommt, Abgaben auf die Erträge zu vermeiden. Hier gibt es seit Jahresbeginn mit der Vermögensverwaltung in Form der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ein Steuervermeidungsmodell. Die Vorteile kommen in folgendem Beispiel zum Vorschein.

    Ein Unternehmer ist 67 Jahre alt und mit einer Frau verheiratet, die 15 Jahre jünger ist. Das Ehepaar hat keine Kinder, und der Betrieb ist schon vor drei Jahren verkauft worden. Die Anleger genießen ihr Leben in vollen Zügen und sind viel auf Reisen. Die wochenlangen Touren haben dazu geführt, daß die Verwaltung des Vermögens viele Wünsche offenläßt. Die 23 Millionen Euro sind auf insgesamt 57 Geldanlagen verteilt, und in der Küche des Ehepaars kochen 11 Verwalter. Allein sieben Verwalter sind mit der Verwaltung der Aktien und Wertpapiere beschäftigt, doch von Zusammenarbeit kann keine Rede sein. Jeder Verwalter kocht sein eigenes Süppchen, und es gibt keinen Chefkoch, der festlegt, was heute auf den Tisch kommt.

    Im Augenblick besteht das "Menü" bei den Wertpapieren aus Aktien und Pfandbriefen im Wert von jeweils fünf Millionen Euro, wie ein Blick in die Tabelle zeigt. Die Dividenden der Aktien liegen bei 250 000 Euro pro Jahr. Davon ist in der Steuerrechnung die Hälfte anzusetzen. Die zusätzlichen Kursgewinne der Aktien bleiben außer acht. Die Zinsen der Wertpapiere betragen ebenfalls 250 000 Euro und sind in voller Höhe zu berücksichtigen. Die Dividenden und die Zinsen führen in steuerlicher Hinsicht zu Jahreseinnahmen von 375 000 Euro. Darauf sind Steuern von 47 Prozent fällig, so daß 176 250 Euro an die Staatskasse abfließen.

    Viel günstiger ist der Ansatz, für die Verwaltung der Aktien und der Wertpapiere eine Kapitalgesellschaft zu gründen. Das kann zum Beispiel eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung sein. Die 10 Millionen Euro werden in die Gesellschaft eingebracht und stellen das Betriebsvermögen dar. An der Art und der Zusammensetzung der Geldanlagen muß nichts verändert werden.

    Wichtig ist allein der Mantel. In dem neuen Kleid werden die Dividenden der Aktien nicht mehr als Einnahmen betrachtet. Warum das so ist, bleibt das Geheimnis der Bundesregierung, doch die Politiker haben vor zwei Jahren bei der Reform der Unternehmensbesteuerung entschieden, daß Körperschaften fremde Dividenden nicht mehr als Einnahmen verbuchen müssen. In der Folge brauchen auch Privatanleger, die ihr Vermögen in eine Kapitalgesellschaft einbringen, die Dividenden anderer Unternehmen nicht mehr zu versteuern.

    Bei den Zinsen ist alles beim alten geblieben. Die 250 000 Euro sind normale Einnahmen, so daß die GmbH im vorliegenden Fall jährliche Gewinne von 250 000 Euro erzielt. Einkommensteuern fallen bei Kapitalgesellschaften nicht an. Dafür sind Gewerbe- und Körperschaftsteuer zu zahlen. Die Höhe der Gewerbesteuer hängt vom Sitz der Gesellschaft ab, weil die Gemeinden und Städte den Hebesatz in eigener Verantwortung bestimmen. Der Durchschnitt liegt in Deutschland bei 400 Prozent, so daß die Rechnung lautet: Gewinn mal Meßbetrag mal Hebesatz. Zunächst wird der Gewinn von 250 000 Euro mit der Meßzahl von 5 Prozent multipliziert, dann wird das Produkt von 12 500 Euro mit dem Hebesatz vervielfältigt, so daß unter dem Strich genau 50 000 Euro zu zahlen sind.

    Hinzu kommt die Körperschaftsteuer, die seit dem 1. Januar 2002 noch 25 Prozent beträgt und aus dem Saldo von Gewinn und Gewerbesteuer berechnet wird. Sie beträgt in diesem Beispiel ebenfalls 50 000 Euro, so daß die GmbH mit Steuern von 100 000 Euro davonkommt. Das sind im Vergleich zum Privatmann rund 76 000 Euro weniger, so daß sich die Frage aufdrängt, warum vermögende Privatleute nicht in großem Stil zu dieser Lösung greifen. Dafür sind drei Gründe verantwortlich.

    Ein Großteil der Anleger kennt die Lösung nur in Umrissen und lebt in dem Glauben, daß die Reform nur "klassische" Unternehmen betrifft. Das ist aber nicht richtig, denn Kapitalgesellschaft ist Kapitalgesellschaft, und was die Unternehmen im Einzelfall machen, interessiert den Fiskus überhaupt nicht. Der zweite Grund ist der Aufwand. Die Anleger haben keine Lust, für die Gründung der GmbH das Haftungskapital von 25 000 Euro aufzubringen und Gründungskosten von 5000 bis 10 000 Euro zu bezahlen. Genauso scheuen sie den Aufwand und die Kosten, die mit den jährlichen Abschlußarbeiten verbunden sind. Die Argumente sind auf den ersten Blick nicht von der Hand zu weisen, doch bei nüchterner Betrachtung der Dinge gibt es nur wenig Alternativen, auf so elegante Weise jährlich 76 000 Euro zu sparen. Auf zehn Jahre betrachtet, beträgt der Vorteil bei einem Abzinsungssatz von 6 Prozent rund 561 000 Euro, so daß die Kosten im Vergleich zu den Vorteilen gering sind.

    Der entscheidende Grund dürfte die Tatsache sein, daß die Anleger ihre jährlichen Dividenden und Zinsen in der GmbH ansammeln müssen, um in den Genuß der Steuervorteile zu kommen. Wenn die jährlichen Erträge ausgeschüttet würden, müßten die Anleger wiederum die Hälfte versteuern, so daß der Vorteil stark abnimmt. Selbst dieses Argument löst sich aber in vielen Fällen in Luft auf, weil die Anleger gar nicht in der Lage sind, die Dividenden und Zinsen auszugeben. Bei Vermögen von mehr als 10 Millionen Euro suchen die meisten Anleger jedes Jahr "händeringend" nach Möglichkeiten, wie das Kapital rentabel und sicher angelegt werden soll, so daß die GmbH bei hohen Vermögen zur Zeit eines der besten Steuervermeidungsmodelle sein dürfte.

    Der Nutzen der GmbH ist um so höher, je größer der Dividendenanteil aus Aktiengeschäften ist. Wenn die Anleger viel Geld in Aktien, die im Kurs steigen, und in Wertpapieren angelegt haben, ist der Nutzen gering, weil die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer bei Einkünften, die in voller Höhe steuerpflichtig sind, rund 40 Prozent der Erträge aufzehren, so daß der Abstand zur Einkommensteuer von 47 Prozent sehr klein wird. Bei allen Depots jedoch, die mindestens zur Hälfte aus Aktien bestehen, ist die GmbH eine lukrative Lösung. Hinzu kommt, daß die Firma auch im Erbschaftsfall handfeste Vorteile bietet. Vor diesem Hintergrund ist die "Privatholding" mit mehreren Kapitalgesellschaften, in die das Vermögen eingebracht wird, vor allem bei Anlegern, die älter als 65 Jahre sind, fast schon eine Pflicht.

    Im vorliegenden Fall ist der Anleger 67 Jahre alt. Die Ehefrau ist 52 Jahre, so daß die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß die Anlegerin eines Tages viel Geld erben wird. Die Folgen für die Wertpapiere kommen in der zweiten Tabelle zum Vorschein. Wenn das Depot beim Tod des Mannes zehn Millionen Euro wert ist, kann die Erbin außer einem Freibetrag von 307 000 Euro nichts mehr geltend machen. Damit gilt für die Erbschaftsteuer eine Bemessungsgrundlage von 9 693 000 Euro. Das Finanzamt bittet die Frau mit 19 Prozent zur Kasse, so daß aus dem Depot insgesamt 1 841 670 Euro fällig werden.

    Mit Hilfe der GmbH müßte die Erbin rund 789 000 Euro weniger zahlen, weil hier eine Reihe von Vergünstigungen gelten. Der Wert des Depots wird zunächst durch einen "allgemeinen" Freibetrag auf 9 744 000 Euro gesenkt. Der Betrag wird um weitere 3 897 600 Euro gekürzt, weil der Wert von Kapitalgesellschaften bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer nur zu 60 Prozent angesetzt wird. Zum Schluß kommt der persönliche Freibetrag von 307 000 Euro hinzu, so daß die Bemessungsgrundlage wirklich die eigene Dummheit ist, wie böse Zungen behaupten. Der einzige Wermutstropfen der GmbH ist der Umstand, daß die Erbin an dem Betriebsvermögen fünf Jahre nicht rütteln darf. Die Witwe kann das Kapital nicht ins Privatvermögen übertragen und dort verjubeln, doch bei einem Gesamtvermögen von 23 Millionen Euro sollte genügend "Kleingeld" vorhanden sein, um auch in Zukunft ein standesgemäßes Leben führen zu können.

    Dr. Peter Küffner ist Wirtschaftsprüfer in Landshut, Volker Looman ist Finanzanalytiker in Reutlingen.



    Vermögensverwaltung und Steuerbelastung

    Positionen Privat¹ GmbH¹
    1. Aktien
    Depot: 5 000 000
    Dividende: 5 %
    Halbeinkünfteverfahren: Ja 125 000 0

    2. Wertpapiere
    Depot: 5 000 000
    Zinsen: 5 %
    Halbeinkünfteverfahren: Nein 250 000 250 000

    3. Gewinn 375 000 250 000

    4. Einkommensteuer
    Bemessungsgrundlage: 375 000
    Spitzensteuersatz: 47%´ 176 250 0

    5. Gewerbesteuer
    Bemessungsgrundlage: 250 000
    Gewerbesteuermeßbetrag:5 %
    Hebesatz: 400 % 0 50 000

    6. Körperschaftssteuer
    Bemessungsgrundlage: 200 000
    Steuersatz: 25 % 0 50 000

    7. Summe der Steuern 176 250 100 000

    8. Vorteil der GmbH 76 250

    ¹) Alle Angaben in Euro

    Nutzen der GmbH im Erbschaftsfall

    Positionen Privat¹ GmbH¹
    1. Depotwerte
    Aktien: 5 000 000
    Wertpapiere: 5 000 000 10 000 000 10 000 000

    2. Freibetrag
    (§ 13a Abs. 1 Nr. 1ErbStG) 0 256 000

    3. Bewertungsabschlag
    Höhe: 40 %
    (§ 13a Abs. 2 ErbStG) 0 3 897 600

    4. Freibetrag (§ 16 Abs. 1
    Nr. 2 ErbStG) 307 000 307 000

    5. Bemessungsgrundlage 9 693 000 5 539 400

    6. Erbschaftssteuer
    Klasse: I
    Erbschaftssteuer: 19 % 1 841 670 1 052 486

    7. Vorteil der GmbH im Erbschaftsfall 789 184

    ¹) Alle Angaben in Euro


    Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main



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  3. #3
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    Danke MITCH. Habe ich mir gleich mal ausgedruckt. Ein sehr interessantes Beispiel.

    So etwa habe ich mir das schon vorgestellt. Das ganze müßte eigentlich auch schon mit weniger als den 10 Mio funktionieren. Ich denke mal das Hauptproblem für den Normalanleger ist, daß sich das Modell erst rechnet, wenn man keine laufenden Entnahmen vornimmt. Je eher man damit anfängt desto mehr erhöhte Einnahmen durch den Zinseszinseffekt hat man auch, besonders infolge der doch gewaltigen jährlichen Steuereinsparungen - gegenüber dem Normalanleger.

    Hat jemand praktische Erfahrungen mit diesem Modell der Anlage? Gibt es irgendwelche "Pferdefüße"?

    Grüße

    Jens O.

  4. #4
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    Hallo Jens

    Ich weiß nicht, ob Du Dich wirklich beeilen musst. Solange Du nichts verkaufst ist es ja erst mal egal.

    Gründen kannst Du so eine "Lösung" ja einfach mit 25.000 Euro. Das ist das Stammkapital für eine GmbH. Dieses Geld muss nicht bar fließen, sondern kann auch in Form von Grundstücken usw. (und auch bestimmt Aktien) eingezahlt werden.
    Da die Besteuerung ja erst beim Verkauf anfällt, kannst Du ja Deine Aktien nun behalten und auch erst in 10 Jahren Deine Jens O.-Mein-Eigenes-Geld-Verwaltungs-Ich-Bin-Reich-GmbH gründen.

    Gruß Mitch

  5. #5
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    @Jens

    Also, mit 10 Millionen kann sich das sicher rechnen. Aber darunter?

    Ich habe 2 Kinder, Haus und neues Auto (eine nicht beruflich arbeitende Frau auch noch), da bleiben nicht viele Möglichkeiten, großartig Geld anzuhäufen. Ich liege daher deutlich unter den Freibeträgen und habe nach den derzeitigen Steuergesetzen alles aus dem Anlagebereich brutto für netto.

    Gründe ich nun eine solche GmbH, besteht mein einziger Vorteil in der Steuerfreiheit der Kursgewinne. Dagegen stehen fixe Kosten, die eine Kapitalgesellschaft mit sich bringt, z.B. Steuerberater, Handelsregister, Substanzsteuern und sicher noch vieles mehr. Und bis ich das durch die Ersparnisse aus der Steuerfreiheit von Dividenden wieder raushabe, muß ich schon einiges kassieren.

    Und wenn Du im Alter etwas von Deinen Geschäften haben willst, mußt Du es dann doch versteuern. Dann kannst Du Deine Aktien gleich selbst so laange halten.

    Noch ein interessanter Aspekt: Die Jahresabschlüsse und GmbH-Verträge werden im Handelsregister hinterlegt. Das ist ein öffentliches Register, das jedermann ohne Angabe von Gründen einsehen kann. Ist bestimmt für die Nachbarn sehr interessant...

    Die Anlage-GmbH hört sich im ersten Moment sicher gut an. Aber wenn alles so toll wäre, müßte das doch jeder machen, oder?

    Gruß,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  6. #6
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    DU hast Recht, aber ich will ja bestimmt auch mal die eine oder andere Aktie verkaufen und das Geld dann wiederum in andere Aktien stecken. Solange das Geld in der GmbH verbleibt ist meines erachtens auch keine Steuer fällig. Oder doch?

    Meine GmbH soll ja auch laufende Gewinne aus Aktienverkäufe erzielen.

    Zur Besteuerung einer GmbH

    Körperschaftssteuer: bemisst sich im Wesentlichen nach dem gewerblichen Ergebnis (etwa der Bilanzgewinn nach Handelsbilanz).

    Gewerbesteuer: bemisst sich im Wesentlichen aus dem Gewinn aus Gewerbebetrieb (auch etwa Bilanzgewinn nach Handelsbilanz).

    Da ja die Veräußerung von Anteilen an Aktiengesellschaften meiner GmbH steuerfrei sein sollen, müßte der Gewinn nach der Handelsbilanz durch bilanzsteuerliche Korrekturen zur Anpassung an die steuerlichen Vorschriften praktisch auf null heruntergerechnet werden.

    Das heißt, das Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer von fast null berchnet werden müßte. Da es noch die Freibreträge gibt, sollte die Steuerlast zu 0 tendieren. Einkommensteuer fällt auch keine an, da ich persönlichja keine Einnahmen habe, sondern nur die GmbH.

    Soweit das Tagesgeschäft...

    nach 100 Jahren, wenn ich das Geld aus der GmbH nehmen will um meinen Ruhestand zu genießen, nehme ich alles auf einmal raus und muß dann natürlich meine Einkommensteuer zahlen. Dies natürlich zum Spitzensteuersatz, wegen des riesigen ermögens (;-). (Bis 5 Mio Euro der halbe Steuersatz, wenn ich den ganzen Betrieb als solches verkaufe)

    Alles in allem wird praktisch nur ein mal zum Ende die Steuer fällig, welche insgesamt wesentlich geringer ausfällt.

    Da ich kein Steuerexperte bin, frage ich mich ob meine Schlußfolgerungen so stimmen?

    Bitte um Meinungen.

    Danke

    Jens O.

  7. #7
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    Hallo zusammen

    Damit auch ohne GmbH erst in 100 Jahren Steuern fällig werden, verkauf doch Deine Aktien einfach nicht. Ist doch ganz einfach (-:

    Wenn Du hier ernsthaft mit dem Gedanken spielen solltest, eine GmbH zu gründen, denk dran, dass sich auch hier die Besteuerungsgrundsätze ändern könnnen.
    Warum sollen nicht auch in einer Gesellschaft die Verkäufe besteuert werden?! Bringt doch mal wieder etwas Geld für den Staat.

    Also selbst wenn Du eine gute Lösung gefunden hast, muss sie in 100 Jahren nicht auch noch gut sein.
    Das Beste ist also: Kaufen und vererben... oder muss man da auch wieder zahlen?! (-;

    Gruß Mitch

    PS: Nur in der Theorie werden Bilanzen beim Handelsregister hinterlegt. Diese Pflicht wird normalerweise gar nicht durchgesetzt. Nur wenn ein berechtigtes Interesse eines z.B. Gläubigers besteht wird beim Unternehmen nachgefragt und (mt Bußgeld) angemahnt.... das ist zumindest in Stuttgart so...

  8. #8
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    Jaja das mit den Steuern zahlen ist schon so eine Last...

    Auf die Idee mit der GmbH bin ich gekommen, weil bei uns in der Zeitung bei den Handelsregistereintragungen zur Zeit viele GmbHs drinstehen, welche als Unternehmensgegenstand die Verwaltung des eigenen Vermögens haben.

    Kurioserweise, in der letzten Ausgabe, 20 GmbHs mit verschiedenen Namen (Bsp. Helga GmbH, Kerstin GmbH, Rolf GmbH). Alle haben die gleiche Geschäftsanschrift und den gleichen Geschäftsführer.

    Ich vermute mal es handelt sich um ein Vermögensberatung und Verwaltung für verschiedener Personen (Helga, Rolf usw.), die von einem hoffentlch fähigen Mann, dem Geschäftsführer durchgezogen wird.

    Mal schaun ob ich mal Kontakt zu den Geschäftsführer bekomme. Es scheint sich ja zumindest für ihn zu rentieren..

    Grüße

    Jens O.

  9. #9
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    Hallo Jens

    Wäre nett, wenn Du dann mal davon berichten könntest. Hört sich auf jeden Fall interessant an.

    Gruß Mitch

  10. #10
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    Nach meiner Kenntnis wird hälufig eine GmbH zur Vermögensverwaltung seit einigen Jahren in einschlägigen (begüterten) Kreisen gegründet. Bei mir in der Heimatzeitung (Württemberg - viele reiche Leute) sind in den Handelsregisterveröffentlichungen jedes mal solche GmbHs aufgeführt.
    Habe auch schon mal mit dem Gedanken gespielt... Das muss sich schon bei weniger als 10 Mio. lohnen. Nur hatte ich bisher keine Zeit, mich dazu kundig zu machen.

    Wenn man die Handelregister-Auszüge ansieht, fällt einem auch eine teilweise starke Verschachtelung der Gesellschaften auf, aber für mich ist das alles zu kompliziert.

    Wenn aber jetzt die Besteuerung der Aktiengewinne kommt (außer es geht nicht durch den Bundesrat - das lässt ja noch hoffen), werde ich mich vielleicht mal mit befassen - ich bin alleinstehend und zahle "saumäßig" viel Steuer, also nur mit 15 % wäre ich nicht dabei.
    Das Geld, das ich in Aktien anlegen kann, habe ich ja schon mal hoch versteuert - deshalb fände ich es schon sehr ärgerlich, wenngleich einige Kommentatoren dies ja nur als gerecht bezeichnen.

    Gruß
    Su

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