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Thema: Depot im Ausland

  1. #1
    Erfahrener Valueist
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    Hallo,

    ich habe eine vermutlich etwas exotische Frage.

    Nach mehreren gravierenden (System-?) Fehlern bei der Netbank in den letzten Jahren, die in dieser Zeit unsere (wir sind eine kleine Gruppe von Investoren) Depots und Konten verwaltet hat, ist das Vertrauen in diese Bank nun endgültig nicht mehr vorhanden. Um nur die jüngsten Vorkommnisse zu nennen:

    In den vergangenen Wochen kam mehrfach die Meldung, dass nicht eine Aktie verkauft werden könne, weil kein Bestand vorhanden sei, obwohl viele dieser Aktien schon seit Monaten dort lagern und auch angezeigt werden. Davon sind mehrere unabhängige Depots betroffen und die Mitarbeiter der Netbank schon seit mind. einer Woche darüber informiert. Statt Besserung sind nun weitere unserer Depots betroffen. Bei fallenden Kursen ist das äußerst unangenehm.

    Es gibt zwar etwas ältere Beiträge zum Thema Online-Broker an anderer Stelle, aber wir möchten sicher gehen, nicht wieder in eine ähnliche Situation zu geraten.

    Welche Empfehlung könnt ihr geben für deutsche Online-Broker? Die Depots enthalten Aktienwerte im sechsstelligen Bereich und gehandelt wird pro Jahr ebenfalls im fünf- bis sechstelligen Bereich, EUR natürlich bzw. bisher hauptsächlich US-Werte.

    Hat jemand praktische Erfahrung, ob sich in diesem Fall ein Verrechungskonto in ausländischer Währung lohnt?

    Kann jemand Banken oder Online-Broker im Ausland empfehlen, vorzugsweise Luxemburg oder Schweiz?

    Vielen Dank vorab für eingehende Antworten.

  2. #2
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, Ben,

    ich bin seit Jahren zufriedener ConSors-Kunde. Etwas getrübt wird das Bild in diesem Jahr, da zum Jahresanfang eine neue Software eingeführt worden ist, was im Laufe des Jahres immer mal wieder zu Systemausfällen geführt hat, einer dauerte mal zwei Tage.

    Aber inzwischen ist der letzte Ausfall, soweit ich das mitbekommen habe, mehrere Monate her. Ansonsten bin ich dort zufrieden, alles klappt gut, die Mitarbeiter an der Hotline sind stets höflich und kompetent (insbesondere letzteres ist ja bei Hotlines eher selten). Handel in einigen europäischen Ländern (u.a. Frankreich und Italien) ist zum regulären ConSors-Preis möglich, auch der USA-Handel ist mit 10 Euro Aufpreis problemlos machbar.

    ConSors ist kein Billiganbieter im Markt, aber mir ist eine gute Bank, auf die ich mich verlassen kann, wichtiger als die Ersparnis von 1,50 Euro pro Order.

    Ansonsten könnte ich mir noch ein paar österreichische Broker vorstellen. Zum Teil haben die sich bereits auf deutsche Kunden spezialisiert.

    Gruß,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  3. #3
    Erfahrener Valueist
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    Hallo JuliaPapa,

    danke für deine Antwort. Die von dir genannten Ausfälle bei ConSors, die ähnlich denen der Netbank sind, sind gerade das, was ich gar nicht mehr will. Nach Murphy und aus Erfahrung passieren sie genau dann, wenn sie den größten Schaden anrichten. Der Vorfall gestern hatte uns erstmal mindestens 1.000 EUR gekostet, der in diesem Fall entweder durch das Angebot der Netbank, für den Schaden aufzukommen bzw. heute durch in Frankfurt anziehende Kurse egalisiert würde. Wobei sich die Frage stellt, ob in Frankfurt die vorhandene Menge an Aktien überhaupt kurzfristig vernünftig handelbar ist, ursprünglich war NewYork dafür vorgesehen und wie sich die Kurse dort heute Abend entwickeln ... Ob die Umstände beim nächsten Mal auch so günstig sind? Was wäre, wenn ich bei Anzeichen einer Krise, wie sie Otte in seinem neuesten Buch vorauszusehen glaubt, schnell umschichten wollte, aber nicht könnte? Das würde eine sehr teuere Angelegenheit werden, vor allem weil davon auszugehen ist, dass im Krisenfall die Banken ebenfalls betroffen und sicher nicht mehr so "kulant" sind.

    In Österreich habe ich mich noch nicht umgeschaut. Wäre Österreich ein "krisensicheres" Land?

    Die Webseiten von CortalConsors Luxemburg versprechen Guthabenzinsen in Höhe von 4%.

    Fortis Banque Luxembourg verlangt 0,2% Depotgebühren bzw. mindestens 52 EUR pro Quartal. Darin enthalten scheinen jedoch sämtliche Ordergebühren zu sein und eine Amex Gold gibt's gratis dazu. Bei einem S&P Rating der Bank von AA keine schlechten Aussichten und in der Nähe von Luxemburg halte ich mich gelegentlich auf und wenn es nur mal zum billigen Tanken kurz nach der Grenze ist, wo auch eine der Filialen liegt.

    In Luxemburg gilt zwar auch der Euro, aber dagegen hilft ein (kostenloses) Konto in Auslandswährung. Laut Angaben einer der Banken dort, werden diese Währungen in einer Partnerbank im jeweiligen Währungsland verwaltet, also nicht in Luxemburg selber, schweizer Franken wohl entsprechend in der Schweiz.

    Die großen schweizer Banken schienen mir auf den ersten Blick recht teuer zu sein, habe aber auch noch nicht sooo genau hingesehen. Die Schweiz gilt schon immer als stabil und sicher, auch was deren Währung angeht. Nächste Woche bekomme ich Besuch von jemandem aus dem Bankensektor, der Erfahrung mit den Schweizern hat. Dann kann ich mehr dazu schreiben, falls es jemanden hier interessieren sollte.

    Wenn ich mir die möglichen entgangenen Gewinne bzw. Verluste durch die Probleme mancher Bank ansehe, dann spielen die Preise eine zunehmend geringere Rolle. Natürlich sucht unsereiner auch hier nach einer "Preis-werten" Lösung.

    Gruß
    Ben

  4. #4
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, Ben,

    >>Die von dir genannten Ausfälle bei ConSors, die ähnlich denen der Netbank sind, sind gerade das, was ich gar nicht mehr will.<<

    Klar, so etwas will ich auch nicht. Aber eine solche Garantie kann Dir niemand geben. Jede Bank muß irgendwann mal eine neue EDV einführen, und Ausfälle aufgrund irgendwelcher Geschichten kann es immer geben.

    Immerhin hat ConSors jetzt eine neue EDV. An DER Front ist also erstmal Ruhe...

    >>Was wäre, wenn ich bei Anzeichen einer Krise, wie sie Otte in seinem neuesten Buch vorauszusehen glaubt, schnell umschichten wollte, aber nicht könnte? Das würde eine sehr teuere Angelegenheit werden, vor allem weil davon auszugehen ist, dass im Krisenfall die Banken ebenfalls betroffen und sicher nicht mehr so "kulant" sind.<<

    Wenn die EDV ausfällt, so ist das ein Fehler der Bank, für den sie aufkommen muß, und das hat dann nichts mit Kulanz zu tun. Zumindest nach deutscher Rechtsprechung. Zum Ausland kann ich hier nichts sagen.

    >>In Österreich habe ich mich noch nicht umgeschaut. Wäre Österreich ein "krisensicheres" Land?<<

    Was verstehst Du mit "krisensicher"? Wenn Du nur einen guten Broker suchst, könnte Österreich eine Alternative sein. Dein letztes Posting erweckt aber eher den Eindruck, daß Du mit einer großen Währungs- und Bankenkrise rechnest (oder sie zumindest für möglich hälst). Dagegen kann Dich keine Bank schützen, egal wo sie sitzt. Größere Verwerfungen im Euro-Raum haben mit Sicherheit auch Einfluß auf die Schweiz. Die mag zwar eine "Insel der Seligen" sein, aber so weit weg ist sie nun auch nicht.

    Gruß,
    Julia-Papa
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  5. #5
    Erfahrener Valueist
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    >> Immerhin hat ConSors jetzt eine neue EDV. An DER Front ist also erstmal Ruhe...

    Das habe ich auch im Jahr 2002 gedacht, als die EDV umgestellt wurde...

    Natürlich gibt es keine Garantie, als IT-Fachmann ist mir das klar,
    aber mir ist als solches genauso klar, was machbar und auch bezahlbar ist. Von einer Bank erwarte ich nicht so viele grobe Probleme dieser Art. Schließlich verdienen die nicht wenig und andere Banken haben schon größere Umstellungen ohne diese Schwierigkeiten vollbracht. Überlastung oder kurzzeitige Ausfälle (einige Minuten, vielleicht auch mal zwei Stunden), okay. Aber es darf nicht sein, dass du an deine Bestände regelmäßig lange Zeit nicht mehr ran kommst, dir sogar vermittelt wird, du hättest keine mehr, du keine Kontakt-Rufnummer auf den Webseiten findest und auf eine schriftliche Beschwerde erst am nächsten Tag einige Stunden nach Arbeitsbeginn reagiert wird, obwohl man am Beschwerdetag noch drei Stunden "geöffnet" hatte. Mal kann ich Aktien verkaufen und sofort über den Erlös verfügen, einen Tag später oder mit einer anderen Aktie geht das wieder nicht und ich muss tagelang warten. So kann man doch (an der Börse und auch sonst) keine Geschäfte machen. Ähnliches passiert seit Jahren immer wieder.

    Wenn ich solche Anlaufprobleme, wie du sie von Consors beschreibst (tagelange Ausfälle), sehe, dann habe ich ernsthafte Zweifel an der Qualität der dahinterstehenden Systeme oder Verantwortlichen.

    >> Was verstehst Du mit "krisensicher"?

    Krisensicher ist ein Land, in dem mein Vermögen vielleicht kleiner wird oder für einige Zeit eingefroren ist, jedoch nicht vollständig verloren geht. Die Frage, ob es in naher Zukunft Krisen geben wird, stellt sich für mich gar nicht (auch vor Ottes "Crash-Buch" schon nicht). Es ist nur die Frage wann und in welchem Umfang. Wenn ich jetzt sowieso nach neuen Geschäftspartnern Ausschau halten muss, dann kann ich mich doch auch gleich in diesem Sinn versuchen abzusichern. Nachdem die deutschen Politiker uns mit so vielen guten und schönen Reformen beglücken, wäre doch eine schöne Währungsreform mal was neues, abwechslungsreiches ... natürlich nur zum Wohle der Bürger. Kleiner Nebeneffekt: Man kann sich seiner Staatschulden einfach entledigen, die rapide und ungebremst weiterwachsen. Ich glaube, die Schweiz ist etwas weniger "reformfreudig". Weit weg ist kein Land, heutzutage, und vernetzt sind sie alle.

    "kulant" habe ich eher ironisch gemeint, was durch die Anführungszeichen zum Ausdruck kommen sollte. Wie schon erwähnt, wird sich sicherlich eine Bank, die selber in großen Schwierigkeiten steckt, mit einer Entschädigung sehr schwer tun.
    Und das ist nunmal der "worst case", dem ich möglichst vorbeugen möchte. Ich finde es verdächtig und höchst beunruhigend, wenn die genannten Fehler schon zu guten Zeiten auftreten.

  6. #6
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    Meine Nachforschungen für Deutschland haben nun erstmal ergeben, dass die meisten wohl ganz zufrieden sind mit Cortal Consors. Danke dir für den Tipp, JuliaPapa. Die Auswahl hier ist ohnehin nicht so groß, wenn man einige Anfordeungen hat. Von den Problemen, die ich nicht mehr tolerieren möchte, abgesehen, zählt sicher auch die Netbank zu den besseren Anbietern. Soviel habe ich auch diesesmal wieder gesehen. Übrig geblieben sind jedenfalls nur noch

    * Cortal Consors, auch weil eine sehr starke Bank dahinter steht mit S&P AA Rating und eine Filiale in Luxemburg existiert

    * comdirect, weil sie meinen Anforderungen genügt und zudem sehr schnell, klar und umfassend einige meiner Fragen beantwortet hat. Etwas umständlich finde ich, dass man dort Orders telefonisch aufgeben muss, wenn die Börse nicht gerade in Deutschland oder USA liegt. Die dahinterstehende Commerzbank steht im S&P Rating nicht ganz so gut da, nur ein A-.

    Um eine Bank außerhalb Deutschlands werde ich mich später bemühen, nachdem ich hier umgezogen bin.

    Natürlich lese ich auch gerne weiterhin konstruktive andere Meinungen zu diesem Thema, speziell natürlich, wenn sie von meiner abweichen.

  7. #7
    Erfahrener Valueist
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    Hallo Ben,

    ich kann die guten Erfahrungen bei CortalConsors bestätigen. Vorfälle wie "dass du an deine Bestände regelmäßig lange Zeit nicht mehr ran kommst, dir sogar vermittelt wird, du hättest keine mehr, du keine Kontakt-Rufnummer auf den Webseiten findest ... " sind mir nie untergekommen.

    Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  8. #8
    Erfahrener Valueist
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    Nach den vielen guten Kritiken und der schnellen Antwort von Consors auf meine Fragen, habe ich eben die Anmeldeunterlagen angefordert.

    Bin bei meiner Suche nach einem Depot in Luxemburg auf den Online Broker Internaxx gestoßen, einem Joint Venture der kanadischen Bank TD Waterhouse Group und der Benelux Bank Fortis. (Letztere hat ebenfalls interessante Konditionen). Hat jemand schon von Internaxx gehört oder gar selber Erfahrungen gesammelt? Ein Depot mit Konto zu eröffnen ist dort sogar ohne persönliches Erscheinen möglich.

  9. #9
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    Hallo Ben,

    mag sein, dass diese Frage ein wenig naiv ist ... aber welche zusätzlichen Sicherheiten würde ein Depot im Ausland bringen, sollten wir tatsächlich in eine eine Weltwirtschaftskrise hineinschliddern. Letztlich verbriefen Aktien einen Anteil an einem Unternehmen. Sollte meine depotführende Bank vor die Wand fahren, würde das doch nichts daran ändern, dass ich Teilhaber von Aktiengesellschaften bin. Oder? Anders würde es freilich mit meinen Barbeständen sein. Hier verstehe ich, dass man sich nach sicheren Alternativen und Währungen umschaut. Aber dann macht vielleicht gleich ein Konto in der Schweiz Sinn.

    Übrigens bin ich seit Jahren Kunde von comdirect und bislang sehr zufrieden. Anfragen werden immer sehr schnell beantwortet. Technische Probleme habe ich noch nicht erlebt.

    Artmut

  10. #10
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    Hallo, Ben,

    was ich noch ergänzen wollte: Als es damals zu den Ausfällen bei Consors kam, war es trotzdem möglich, über ein Not-Tool zu handeln. Nicht so komfortabel und so, aber immerhin.

    Ich denke, daß alle gängigen Broker in Deutschland der Einlagensicherung angehören, so daß Deine Einlagen im Falle einer Bankenkrise gesichert wären (außer Du hast sooooo viel, daß es die Grenzen der Einlagensicherung übersteigt ).

    Wenn es aber zu einer echten Währungskrise kommen sollte, dann ist die Schweiz natürlich besser als ein Euro-Land, aber die Auswirkungen einer solchen Krise wird man auch dort spüren.

    Mit der comdirect habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, die kann ich nicht empfehlen.

    Euch allen ein schönes Wochenende,
    JuliaPapa
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