Value-Brief anfordern
Seite 4 von 4 ErsteErste ... 234
Ergebnis 31 bis 39 von 39

Thema: Depot im Ausland

  1. #31
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    25.02.2003
    Beiträge
    150

    Standard

    Zwischenergebnis:

    Wenn man der Kategorisierung im Internet trauen darf, dann gilt man als Großanleger (Anlagebetrag > 100.000 EUR). Unter dieser Prämisse ist das folgende zu verstehen.

    Was ursprünglich eine Infosammlung zu ausländischen Banken und Brokern werden sollte, ist immer mehr zu einem Wechselbad der Gefühle und Erlebnisse mit deutschen Unternehmen geworden.

    Bisher habe ich keinen Anbieter im vertrauenswürdigen Ausland finden können, der alle gesuchten Leistungen annähernd bieten kann. Angesichts des gebotenen erscheinen die ausländischen Anbieter teuer, es sei denn --- es sei denn, dass man dort Technik und Service erheblich gründlicher und besser im Griff hat als hierzulande. Ob ich das allerdings nach den aktuellen Problemen, die anscheinend nur Problemchen sind, noch zu diesem Zeitpunkt testen möchte, muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen.

    In Deutschland gibt es einige Anbieter, die meine Anforderungen auf dem Papier vollständig oder fast vollständig erfüllen. So wie es bisher aussieht, bin ich schon bei den besten beiden davon gelandet, wenn bisher auch mit spürbarem Reibungsverlust.

    Netbank:
    =======

    So schnell werde ich mich nicht wieder über die Netbank beschweren. Allen Erfahrungen und Informationen zufolge --- persönlichen und welchen aus zweiter Hand --- die bisher gesammelt wurden, verdient diese Bank den ersten Platz. Die eher seltenen Probleme werden schnell gelöst und das fehlende Intradaytrading kann man notfalls verschmerzen, ebenso die fehlenden Währungskonten. Ersteres ist sehr nützlich, weil Erlöse aus Verkäufen sofort für neue Käufe zur Verfügung stehen. Letzteres wünscht man sich manchmal bei stark schwankenden Wechselkursen, vor allem wenn Intradaytrading nicht zur Verfügung steht. Ob die Pauschalgebühren eher günstig oder eher weniger günstig sind, ist individuell verschieden.

    Cortal Consors:
    ===========

    Die Schwierigkeiten mit Cortal Consors relativieren sich schnell, wenn man Erfahrungsberichte von Kunden anderer Unternehmen durchliest und zwischen die Zeilen der Preislisten und AGB sieht bzw. die richtigen Fragen an die Kunden-Center stellt. Falls Cortal die aktuell anscheinend gehäuft auftretenden Probleme schnell in den Griff bekommt, dann ist dieser Broker der Netbank dicht auf den Fersen. Positiv in der Leistungsbilanz fällt Intradaytrading, kostenlose Währungskonten und Real-Time-Kurse bei Orderaufgabe auf. Zudem ist die Verzinsung des Tagesgeldkontos hoch. Vermisst wird die Handelsmöglichkeit an einigen wichtigen ausländischen Börsen, wie z.B. Hongkong und eine einfachere Möglichkeit Aktien länderübergreifend zu handeln. Beides bietet die Netbank ohne zusätzliche Kosten, einfach und kundenfreundlich.

    Geldtransfers zwischen den beiden Banken erfolgte bisher innerhalb von 24 Stunden. Der Transfer von großen Teilen eines Depots innerhalb einer Woche, wobei erhebliche Teile davon in USA/Canada lagerten.

    comdirect:
    ========

    Was mich davon abhält comdirect zu versuchen, ist:

    * einige sehr schlechte Beurteilungen von Kunden, die auf Willkürentscheidungen schließen lassen. Sowas hatte ich mehrfach vor Jahren bei einigen Volks- und Raiffeisenbanken und will das nie wieder erleben

    * versteckte Kosten. Es wird in der Preisliste nicht erwähnt, dass Kosten der Verwahrungsstellen bei einem Aktientransfer an den Kunden weitergegeben werden, ganz im Gegenteil entsteht der Eindruck, als ob ein Transfer gänzlich ohne Kosten abläuft. Dass bei länderübergreifendem Handel eine kostenverursachende Änderung der Verwahrart notwendig wird, ist ebenfalls nirgends erwähnt.

    * Umständlich finde ich, dass Orders an ausländischen Börsen telefonisch übermittelt werden müssen.

    sbroker:
    ======

    Die Bedingungen lesen sich nicht schlecht, einzig ist es mir bisher nicht gelungen per eMail mit diesem Unternehmen in Kontakt zu treten, um meine Fragen beantwortet zu bekommen. Das auf den Webseiten als einzige Möglichkeit zur Verfügung gestellte Formular funktioniert entweder nicht oder man hält es nicht für notwendig, auf meine Fragen einzugehen. Was davon zutrifft ist unmöglich festzustellen, da es keinerlei Rückkopplung gibt, ob die Übermittlung des Textes erfolgreich war oder nicht. Eine fragile Sache, das mit der Kommunikation dort --- in jedem Fall erheblich zu dünn.

    1822direkt:
    ========

    Ebenso wie bei comdirect gibt es einige Erfahrungsberichte, die auf Willkürentscheidungen schließen lassen, was zur Disqualifikation führt. Dass eine Limitänderungsgebühr erhoben wird, ist an sich schon schmerzlich und im IT-Zeitalter überhaupt nicht einzusehen. Dass diese gleich mit 5 EUR zu Buche schlägt, ist ... ist wie ein Schlag ins Gesicht.

    easytrade:
    ========

    Die Kosten angesichts der gebotenen Leistung erscheinen mir im Vergleich erheblich zu hoch. Ansonsten sind wir sehr zufriedene (Firmen-)Kunden der Postbank.

    restliche Anbieter:
    =============

    Haben für unsere Zwecke schon auf dem Papier zu große Lücken im Leistungsangebot oder haben ein zu schlechtes Preis-Leistungsverhältnis. Gelegentlich gibt es zudem Hinweise auf die gefürchteten Willkürentscheidungen oder stark abweichende Definitionen des Begriffes "Kundenfreundlichkeit". Das mögen seltene Ausnahmen sein, aber ich habe kein Bedürfnis danach, zu diesen seltenen Ausnahmen zu gehören. Da sind mir Banken lieber, bei denen es diese seltenen Ausnahmen nicht gibt.

  2. #32
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.09.2001
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    792

    Standard

    Zitat Zitat von [b
    Zitat[/b] (Ben @ 12.10.2006, 14:41)]comdirect:
    ========

    Was mich davon abhält comdirect zu versuchen, ist:

    * einige sehr schlechte Beurteilungen von Kunden, die auf Willkürentscheidungen schließen lassen. Sowas hatte ich mehrfach vor Jahren bei einigen Volks- und Raiffeisenbanken und will das nie wieder erleben

    * versteckte Kosten. Es wird in der Preisliste nicht erwähnt, dass Kosten der Verwahrungsstellen bei einem Aktientransfer an den Kunden weitergegeben werden, ganz im Gegenteil entsteht der Eindruck, als ob ein Transfer gänzlich ohne Kosten abläuft. Dass bei länderübergreifendem Handel eine kostenverursachende Änderung der Verwahrart notwendig wird, ist ebenfalls nirgends erwähnt.

    * Umständlich finde ich, ebenso wie bei Cortal, dass Orders an ausländischen Börsen telefonisch übermittelt werden müssen.
    Ich habe bei meinem ersten Ausflug zu einem Direktbroker, und das war damals Comdirect, ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Es hieß damals in der Werbung "alle Aktien an deutschen Börsen" seien handelbar. Ich habe damals noch viel mit Microcaps gemacht, die zum Teil nicht Girosammelverwahrfähig waren. Diese Papiere waren dann doch nicht handelbar, was ich aus Sicht der Bank durchaus nachvollziehen kann, denn wer will schon effektive Urkunden verwalten?

    Nun, das kam erst bei der Ordererteilung raus, und in der Werbung hieß es, ALLE Aktien seien handelbar. Also eine klare Falschaussage in der Werbung. Meine telefonische Nachfrage, warum das so sei und welche Aussagen in den Hochglanzprospekten denn noch falsch seien, kam jedenfalls nicht so gut an.

    Ich bin dann zu Consors gegangen und da bis heute geblieben. Übrigens verstehe ich nicht, warum ausländische Orders dort nur telefonisch aufgegeben werden können. Den Handel in den USA nutze ich regelmäßig, das geht problemlos per OnlineBanking!?!
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  3. #33
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    25.02.2003
    Beiträge
    150

    Standard

    Ertappt, JuliaPapa.

    Du hast Recht und ich etwas verwechselt. Selbstverständlich kann man bei Cortal an allen aufgeführten Börsen online Aufträge erteilen. Ich korrigiere das sofort unten. Danke für den Hinweis.

  4. #34
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    25.02.2003
    Beiträge
    150

    Standard

    Statusbericht:

    Habe die Antwort auf meine Reklamation bezüglich der offensichtlichen Fehler und Fehlfunktionen bei Cortal Consors bekommen ... nach einer längeren Wartezeit. Es ist deprimierend. Ein Fehler wurde nur sehr indirekt eingeräumt, die restliche Antwort geht vollkommen am Thema vorbei, indem nur aus den Geschäftsbedingungen zitiert wird.

    Vielleicht sollte ich wieder meine "Regeln auf dem Weg zum Erfolg" berücksichtigen:

    Regel 1) Schwierigkeiten sind gut, denn sie deuten darauf hin, dass etwas schief läuft und geändert werden sollte.

    Habe jedenfalls immer weniger Lust, mich Stunden und Tage mit Problemen zu beschäftigen, die gar nicht meine sind.

    PS: Na toll, jetzt funktioniert das Board hier auch nicht. "MySQL ... too many connections ..." Werde mal meine Freunde fragen, ob ich irgendwo Pech an der Backe kleben habe. Wenigsten die Börsengewinne sprudeln gerade eifrig, ein ausreichender Trost

  5. #35
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    25.02.2003
    Beiträge
    150

    Standard

    Statusbericht:

    Bei Cortal Consors nehmen die Unregelmäßigkeiten mit der IT noch kein Ende. Der anfängliche Verdacht, der auf intimen Erfahrungen aus der eigenen IT-Praxis beruht, scheint sich zu bestätigen. Es wird wohl noch längere Zeit dauern, bis bei Cortal Consors wieder alles rund läuft.

    Reklamationen wurden zufriedenstellend (im Vergleich zu vielen anderen deutschen Unternehmen sogar hervorragend&#33 behandelt, was den Ablauf anging, nicht jedoch in jedem Fall im Ergebnis. Erst im zweiten Anlauf wurde vernünftig auf die Fragen eingegangen. Eine Reklamation beruhte auf einer unglücklichen Darstellung und konnte vollständig geklärt werden. Man rechnet also korrekt in Nürnberg. Für die anderen wurden aus dem Nichts Regelungen und Vertragsbedingungen hervorgezaubert, die auch nachträglich weder in den ausgelieferten Geschäftsbedingungen gefunden wurden noch auf den Webseiten des Unternehmens. Und selbst wenn man dieses Bedingungen als gegeben annimmt, stellt sich die Frage, weshalb sich die Sachverhalte im neuen IT-System (das vorige kenne ich nicht) vollkommen konträr darstellen.

    Wenn man also mit diesen (noch) kleinen Unwägbarkeiten leben kann, so lässt sich mit Cortal Consors sehr gut arbeiten. Die Leistungen sind ihren Preis wert.

    Nach den schlechten Erfahrungen in Deutschland wurde vorsichtshalber bei internaxx angefragt, ob dort eine IT-Umstellung kürzlich erfolgte oder geplant sei. Es wurde kürzlich modernisiert, war die Antwort. Bevor man sich nun in dieses neue und zunächst trübe Gewässer begibt, muss man erstmal Nerven pflegen und in einen belastbareren Zustand bringen.

    (Dass letzteres nötig ist, liegt nur zu einem sehr geringen Teil an den hier genannten Unternehmen, sondern ist hauptsächlich T-Online zuzuschreiben, die seit Sommer 2006 mit aller Macht und zwielichtigen Methoden versucht ihren langjährigen (Geschäfts-)Kunden klar zu machen, dass diese nun höchst unwillkommen und strohdumm sind.)

  6. #36
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    04.08.2010
    Beiträge
    3

    Standard

    ich kenne keinen broker bei dem real alle aktien handelbar sind. da muss man bei einigen anrufen, bei einigen sonst was machen.

  7. #37
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.09.2001
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    792

    Standard

    Ich weiß nicht genau, was Du jetzt meinst.

    Ich bin bei Consors, dort kann ich alle Aktien an deutschen und amerikanischen Börsen online handeln. Hinzu kommen noch viele weitere ausländische Börsenplätze.

    Ich kann jetzt nicht für den letzten Freiverkehrswert aus Timbuktu garantieren, aber die gängigen Papiere und Börsen sind kein Problem.
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  8. #38
    Valueist
    Registriert seit
    07.08.2001
    Ort
    Leipzig
    Beiträge
    66

    Standard Afrikanische Aktien?

    Hallo,
    ganz so einfach ist es nicht.
    Ich bin letztens auf eine kleine Studie der Boston Consult Group zum Thema
    "The African Challengers: Global Competitors Emerge from the Overlooked Continent" (zu finden unter http://www.bcg.com/media/pressreleas...d=tcm:12-49363)
    gestoßen. Kurz gesagt, es geht um 40 afrikanische Firmen, die das Zeug zu global agierenden Weltkonzernen haben und damit auch unter Value-Aspekten zumindest für mich interessant sind. Einige der Firmen sind nicht an Börsen notiert. Andere schon, aber ich habe in Deutschland noch keine Online-Bank gefunden, die die erwähnten Aktien handelt (außer die großen wie SABMiller). Und wie ich an afrikanischen Börsen handle, habe ich auch noch nicht untersucht.

    JuliaPapa, wo bzw. wie würdest du die erwähnten Aktien kaufen wollen?

    Viele Grüße, Jörg

  9. #39
    Administrator Avatar von Andreas Droege
    Registriert seit
    22.05.2001
    Ort
    Köln
    Beiträge
    141

    Standard

    Hallo,

    ich denke Afrika ist ein Sonderfall, wie auch noch andere Emerging Markets. Dort über Online-Broker oder Banken zu ordern ist sogut wie unmöglich.

    Hier würde ich wenn, auch eher über Fonds gehen. Wobei für persönlich Afrika keine Rolle spielt. Mir reichen da die Schwellenländer völlig. Wachstum gibt es dort genug...und inzwischen auch genügend Infos (zumindest bei den Großen), um auch eine fundierte Analyse durchzuführen.

    Schaut Euch mal Indonesien an, sehr interessant.

    Was Bluemenei meint, ist, dass man bei vielen Brokern fast alle Weltbörsen handeln kann, nur nicht online. Da gehen nur einige europäische und die USA. Alles andere dann meist aber telefonisch. So kenne ich das beispielsweise von comdirect.

    Ich selbst nutze noch den Saxo-Trader der Saxo Bank, damit kann ich an vielen ausländischen Börsen direkt handeln, So z.B. auch in Singapur.
    Viele Grüße
    Andreas Dröge

    www.value-analyse.de

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •