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Thema: Verbrauchermonopole

  1. #1
    Valueist
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    Ich weiß nicht, wie es euch ergangen ist, aber als ich das Buch Buffettology gelesen habe, habe ich mich an dem Begriff Verbrauchermonopol gestört. Ich habe da meine Zweifel, ob es das wirklich gibt. Als Beispiel wurden ja Coca-Cola und Mc Donald's genannt. Aber gleich hier vielen mir Pepsi und Burger King als Gegenpart ein.
    Also ich würde da lieber von Verbraucheroligopole sprechen.

  2. #2
    Erfahrener Valueist
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    Guten Morgen,

    Ich denke, daß es in jedem Fall Verbrauchermonopole gibt. Im Thread über Puma war dieser Begriff vor kurzem auch Thema.

    Monopol bedeutet dabei nicht, daß es wirklich nur einen Anbieter am Markt gibt. So etwas gibt es heute nicht mehr. Vielmehr umschreibt der Begriff "Verbrauchermonopol" eine extrem starke Marktstellung und Position beim Verbraucher, die dazu führt, daß der Verbraucher trotz höherer Preise immer wieder zu dem Produkt greift. Qualität und/oder Markenname führen also dazu, daß der Anbieter höhere Gewinne einstreichen kann als die Konkurrenz.

    Dafür ist Coca-Cola immer noch ein Beispiel. Ich bin ein großer Freund von Coke und würde nur unter Todesandrohung Pepsi trinken. Leider gelingt es dem Unternehmen seit ein paar Jahren nicht mehr, diesen Vorteil auch in Zahlen umzusetzen.

    Bei McDonald's sehe ich diesen Vorteil nicht so ausgeprägt, was wohl auch mit der nachlassenden Qualität der Produkte in den letzten Jahren zu tun hat. Zudem gibt es in den USA eine ganze Reihe Burger-Ketten, die MCD Konkurrenz machen. Vom Thema "Gesundes Essen" ganz zu schweigen.

    Irgendwo stellt jede gut eingeführte Marke ein Verbrauchermonopol dar. Für uns Analysten ist dann die Frage, wie groß der Vorteil der Marke ist (der berühmte Burggraben) und ob es dem Anbieter gelingt, diesen Vorteil dann auch in gute Zahlen im Jahresabschluß umzusetzen.

    Und dann muß noch geprüft werden, ob die Aktie billig ist. Zur Zeit sind sie das meistens nicht...

    Schönen Tag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  3. #3
    Erfahrener Valueist
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    Als bessere/andere Beispiele für Quasi-Monopole würde ich derzeit folgende Unternehmen ansehen: Wrigley, Intel/Applied Materials, Microsoft, Arm. Allen ist gemeinsam, dass sie eine mit Abstand dominierende Stellung haben und allenfalls in schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situationen auf die kleineren Mitbewerber unmittelbar reagieren müssen. Bei Coca Cola und McDonalds besteht akut die Gefahr, dass ihr Vorsprung erheblich schmilzt. Das könnte an der Art des Geschäftsmodells liegen. Allen gemein ist die gegenüber den Mitbewerben wesentlich höhere Effizienz und die erheblich besseren Reserven. Alle könnten die Mitbewerber aushungern, wenn sie wollten und der Staat/das Gesetz nicht eingreifen würde. Intel hat mit AMD in der jüngeren Vergangenheit gezeigt, wie das aussehen könnte. Microsoft lässt gar nicht erst zu, dass ein Mitbewerber groß genug wird, um auch nur ansatzweise eine Gefahr darzustellen.

  4. #4
    Valueist
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    Letzen Endes ist es eine Begriffsdefinition. Wenn Valueisten damit klarkommen soll mir das recht sein. Für mich wären es Firmen mit großer Marktakzeptanz. Ein echtes Verbrauchermonopol wäre für mich z.B. der einizige Warenladen in einem eingeschneiten Bergdorf.
    Ein Verbrauchermonopol (zumindest für einen kurzen Zeitraum) gibt es, wenn ein Pharmakonzern ein neues patentgeschütztes Mittel auf den Markt bringt. (Vielleicht wäre das ein Ansatz, um Valuewerte zu finden. Pharmakonzerne setzen aber eine kostenintensive Forschung voraus, was für Buffett wiederum ein Ausschlußkriterium wäre).
    Über kurz oder lang läuft es aber auf Oligopole hinaus. Ist auch klar. Wenn die Margen hoch sind, wollen andere auch vom Kuchen was abhaben.
    Jetzt ist nur noch die Frage, ob der Markt groß genug ist, daß diese wenige Firmen mit hoher Marktakzeptanz wachsen können ohne das sie sich einen ruinösen Preiskampf liefern müssen.

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