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Thema: Hilfe statt Böller!!

  1. #1
    Administrator Avatar von Andreas Droege
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    Daumen hoch

    "Bundesaußenminister Joschka Fischer hat die Deutschen aufgerufen, für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien zu spenden. Die Bürger sollten sich überlegen, ob sie statt Böller an Silvester nicht lieber den entsprechenden Gegenwert auf die verschiedenen Spendenkonten der Hilfsorganisationen überweisen könnten, sagte Fischer."

    Dem kann ich mich nur anschließen. Wir sollten statt Geld für unsinne Böller auzugeben, doch lieber versuchen den Menschen bei dieser unfassbaren Katastrophe zu helfen.

    Mehrere Hunderttausend Menschen in Sri Lanka, Thailand und Indien werden mit dem Lebennotwendigsten, wie Wasser, Lebensmittel und Medikamenten
    versorgt.

    Hierzu ist Aktion Deutschland Hilft dringend auf Spenden angewiesen:

    Konto: 10 20 30
    Bank für Sozialwirtschaft
    BLZ: 370 20 500

    Stichwort: "Seebeben Südasien"

    Aktion Deutschland Hilft

    Gruß und guten Rutsch ins Neue Jahr!
    Andreas
    Viele Grüße
    Andreas Dröge

    www.value-analyse.de

  2. #2
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    Andreas möchte ich voll zustimmen. Dass wir Spenden werden, ist für uns keine Frage.

    Einen schaalen Beigeschmack hat die im Fernsehen angebotene Spendenaktion. Warum wird dort vielfach nur ein Spendentelefon für 18ct pro Minute angeboten und nicht eine Kontoverbindung genannt? Offensichtlich will sich jemand auf Kosten der Opfer bereichern.

    Wenn jemand hier eine Organisation kennt, bei der die gespendeten Gelder zum größten Teil auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden und nicht irgendwo in der Verwaltung einer Organisation versickern, so sind wir für Hinweise dankbar.

    Unsere derzeitigen Alternativen:

    - "Ärzte ohne Grenzen"
    - direkter Zustellversuch an einen persönlichen Kontakt im betroffenen Gebiet in Sri Lanka (sofern der Einheimische noch lebt)

  3. #3
    Administrator Avatar von Andreas Droege
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    Die von mir angegebene Spendenadresse scheint Seriös, es ist ein Zusammenschluss verschiedener Hilfsorganisationen, sie alle besitzen das einzig echte Qualitätssiegel für Spendenorganisationen, das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Das DZI überprüft, ob die Organisationen mit ihren Honoraren in einem vernünftigen Rahmen bleiben, ob die Bilanzen stimmen, die Werbung sachlich bleibt. So können wir auf die Seriosität der Anbieter vertrauen, und unser Geld ist in guten Händen.
    Mehr Infos hier:

    Webseite DZI
    Viele Grüße
    Andreas Dröge

    www.value-analyse.de

  4. #4
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    Hallo!

    Schrecklich das ganze. Habe gestern auch schon gespendet:

    ---------------------------------------------------
    Konto: 10 20 30
    Bank für Sozialwirtschaft
    BLZ: 370 20 500

    Stichwort: "Seebeben Südasien"
    ---------------------------------------------------

    Ich finde da kann man gar nicht anders.
    Ich bin ganz Deiner Meinung Andreas. Anstatt Geld für sinnlose Böller auszugeben, sollte man lieber spenden. Dies tut hier in Deutschland niemanden weh. Uns geht es nämlich vergleichsweise immer noch sehr gut.


    Also, einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Grüße
    kostro

  5. #5
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    Ja, ich werde auch spenden. Aber ein Vorschlag von mir. Es wird immer auf den Böllern rumgehackt. Ich kaufe keine Böller, deshalb schlage ich vor, jeder sollte auf seine nächste Urlaubsreise verzichten und das Geld spenden. Das würde dann eine ganz andere Spendengrößenordnung geben. Es ist doch unverkennbar, dass Urlaubsreisen einen großen Anteil an der Zahl der Todesopfer haben, außerdem ist das Reisen sehr umweltfeindlich.
    Gruß
    Sigip

  6. #6
    Administrator Avatar von Andreas Droege
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    Hallo Sigip,

    da muss ich Dir aber widersprechen, Reisen ist umweltfeindlich? Was hast Du denn bisher für Reisen unternommen? Fang nun aber nicht von Fluglärm, Kerosinverbrauch usw. an, dass wäre unrealistisch, denn dann wäre auch unser Investieren, das Benutzen modern Kommunikationsmittel usw, umweltfeindlich.
    Mal ganz abgesehen davon, das Reisen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor, auch oder gerade für viele arme Länder, darstellt! Ich finde sogar, der nächste Urlaub sollte dann lieber in eines der betroffenen Länder gehen. Denn bleiben nun die Urlauber aus, so wird der Schaden dort nur noch größer!

    Zudem ist es ein wohl unrealistischer Gedanke auf seinen Urlaub zu verzichten, auf Böller schon eher, denn die sind wohl ohne Zweifel total nutzlos.

    Wer viel arbeitet braucht auch mal Urlaub um neue Kräfte zu tanken, sollte man auch nicht vergessen!

    Gruß
    Andreas
    Viele Grüße
    Andreas Dröge

    www.value-analyse.de

  7. #7
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    Hallo Andreas,

    ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt Etwas zu spenden und nachdem ich nun von der serösen Sammelstelle bei der Bank für Sozialwirtschaft erfahren habe, tue ich das jetzt auch. *Ist für meine Kasse zwar nicht gerade sehr viel, aber wenn z.B. jeder 2. in Deutschland so viel spenden würde kommt wirklich Einiges zusammen. Böller kaufe ich lange nicht mehr, aber man kann Etwas Anderes finden, bei mir ist es das Weihnachtsgeldes und bei Sigip das Urlaubsgeld. Ich denke auch, dass der Tourismus für Thailand nicht unwichtig ist, was bei mir aber auf völliges Unverständnis gestoßen ist, ist dass Urlauber zwei Tage nach dem Desaster ihren Strandurlaub in aller Ruhe fortgesetzt haben und in einem Interview einfach nicht verstehen konnten, warum denn fast Niemand am Strand war. Vielleicht grillen sie ja auch auf Friedhöfen.

    Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  8. #8
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    Hallo, zusammen!

    Ich würde vorschlagen, den Ball ein bisschen flacher zu halten, da wir uns meiner Meinung nach auf äußerst dünnes Eis begeben, wenn wir anderen vorschlagen wollen, wofür er/sie spenden und worauf er/sie dafür verzichten sollte.
    Ich denke, das sollte doch jeder und jede für sich entscheiden.

    Wir (meine Frau und ich) werden beispielsweise nicht für die Flutopfer spenden, da wir erst vor ein paar Tagen ca. 5% unseres mit Aktienanlagen erzielten Jahresgewinns an zwei Organisationen gespendet haben, die seit vielen Jahren über Bildungs-, Gesundheits- und/oder Sozialarbeit in Afghanistan und Nepal Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Wir haben uns diese Organisationen nach längeren Überlegungen ausgesucht, weil wir einen Bezug zu beiden Ländern haben, hinter der Arbeit stehen, die die Organisationen in den betroffenen Ländern leisten und weil wir relativ sicher sind, dass ein Großteil unseres Geldes wirklich dort landet, wo er den benachteiligten Menschen auch hilft.

    Damit will ich weder sagen, dass die Menschen in Asien keine Hilfe benötigen, noch dass unser Geld dort nicht ankommen würde. Wir denken lediglich, dass viele Menschen unsere Hilfe benötigen würden, wir nicht allen helfen können und uns eben für Projekte in den o.g. Ländern entschieden haben.

    Die 5% des Jahresgewinns haben wir übrigens auch schon im letzten Jahr gespendet und wir wollen dies auch in Zukunft machen (und wenn wir keinen/zu wenig Gewinn machen sollten, werden wir wahrscheinlich trotzdem einen bestimmten Betrag spenden).

    Wir verzichten für unsere Spenden auf nichts in unserem Leben (wobei wir allerdings auch kein Geld für Böller ausgeben), denn glücklicherweise sind wir in der Lage, ohne Verzicht etwas von unserem Wohlstand abgeben zu können. Allerdings habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich unbedingt auf etwas verzichten müsste, damit unsere Spende hilft.

    Aber wie gesagt: Ich denke, dass muss jede/r für sich selbst entscheiden. Es bringt (außer schlechter Stimmung und persönlicher Angegriffenheit) wahrscheinlich wenig, darüber intensiver zu diskutieren und andere zu etwas auffordern zu wollen, wozu sie nicht von sich aus bereit sind.

    Übrigens sind auch Buffett und Munger bei diesem Thema meines Wissens nach durchaus unterschiedlicher Meinung ...

    Ein guten Rutsch wünscht (trotz des Themas dieses Threads)

    Torsten

  9. #9
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    Hallo,

    ich habe ein ähnliches Interview wie der Prince gesehen: >>was bei mir aber auf völliges Unverständnis gestoßen ist, ist dass Urlauber zwei Tage nach dem Desaster ihren Strandurlaub in aller Ruhe fortgesetzt haben und in einem Interview einfach nicht verstehen konnten, warum denn fast Niemand am Strand war.<<

    Die Leute in diesem Interview beschwerten sich sogar darüber, daß keiner die Strände saubermacht. So nach dem Motto: "Nun bleiben wir schon hier und tun etwas gutes, aber keiner dankt einem." Da fällt mir echt nichts zu ein.

    Ich gebe ehrlich zu, daß ich mich mit Spenden für die Region sehr schwer tue. Vor allem liegt das daran, daß ich nicht weiß, was mit dem Geld passiert. Im Fernsehen habe ich vor einiger Zeit einen Bericht über die iranische Stadt Bam gesehen. Diese Stadt wurde vor einem Jahr von einem Erdbeben zerstört, und auch das hat eine große Welle der Spendenbereitschaft ausgelöst. Laut diesem Fernsehbericht stehen dort heute einige Container für Obdachlose - und das war's. Wo sind die ganzen Spenden geblieben?

    Und warum eigentlich soll man für Indien spenden? Immerhin hat das Land Atomwaffen, ein Weltraumprogramm und leistet sich seit langem ein Wettrüsten mit Pakistan.

    All das soll das Leid der Menschen nicht kleinreden oder abtun. Aber wenn ich spende (und ich mache das auch), dann unterstütze ich lieber Projekte für Kinder hier in Deutschland, wo ich mich vor Ort umsehen und von der Seriosität der Organisationen überzeugen kann.

    Und was Böller angeht - die kaufe ich schon seit Jahren nicht mehr. Nicht aus irgendwelchen ehrenvollen Gründen - mir ist einfach mein Geld für so etwas zu schade. Seit zwei, drei Jahren gibt es ein paar Knaller für die Kinder, aber das war's dann.

    Bis bald im nächsten Jahr,

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  10. #10
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    Hallo Andreas,
    ein Artikel aus der Zeit.
    Gruß
    Sigip

    Die Jahrhundertkatastrophe

    Wir haben versagt!

    Die reichen Touristen des Westens reisen ins Paradies und pfeifen auf jede Verantwortung. Eine Selbstanklage

    Von Frank Schätzing

    Doch, Urlaub in Sri Lanka ist was Feines. Abhängen an Phukets Stränden. Tauchen auf den Malediven. Die letzten Paradiese, bewohnt von einfachen, anspruchslosen Menschen, die immer gut drauf sind. Schon arm, aber doch irgendwie glücklicher als wir. Gastfreundlich vor allem! Teilen das letzte bisschen, das sie haben, sind sich für nix zu schade, geborene Dienstleister. Und was das Beste ist – man zahlt kaum was dafür!

    Die Tourismusbranche rechtfertigt das so: Was für uns wenig Geld ist, ist für die da unten viel. Schön gesagt und nach den Regeln der Verhältnisrechnung richtig. Darum, so lernen wir, geht es den meisten Menschen im südasiatischen Raum auch nicht wirklich schlecht, sondern nur verhältnismäßig beschissen. Also immer noch gut genug für ein Lächeln, wenn der Drink am Pool serviert wird. Nur dass »die da unten« sich von den paar Kröten, die der Dumping-Tourismus übrig lässt, beispielsweise kein Tsunami Warning System leisten können, wie es im pazifischen Raum schon Tausende von Menschenleben gerettet hat.

    Die jüngste Katastrophe in Südasien ist weniger Folge einer instabilen Erdkruste als vielmehr der Instabilität unserer viel besungenen Weltgemeinschaft. Das touristische Interesse an exotischen Regionen scheint der Wertschätzung der dort lebenden Menschen diametral entgegengesetzt zu sein. Kaum ein Bild zeugt von so viel latenter Verachtung wie das vom ewig lächelnden asiatischen Serviceroboter. Es ist symptomatisch für unseren Umgang mit einem Teil der Welt, den wir bis heute vornehmlich als Operettenkulisse wahrgenommen haben, bevölkert von servilen Statisten.

    Jetzt sind die Kulissen in sich zusammengestürzt, und wir reiben uns die Augen, sprachlos angesichts unvorstellbarer Opferzahlen, und fragen uns, was schief gelaufen ist.

    Ganz einfach: Schief gelaufen ist, dass wir alljährlich zu Millionen in Länder reisen, die wir vor lauter Begeisterung komplett ignorieren. Dass wir glauben, man könne dort alles haben, ohne zu bezahlen. Dass wir nicht unterscheiden zwischen Menschen, die vom Tourismus leben, und solchen, die kümmerlich dahinleben. Und dass die Tourismusbranche einigen der ärmsten Länder der Welt in bester Kolonialistenmanier die Preispistole auf die Brust drückt – was zwar die Besucherzahlen in die Höhe schnellen lässt, die Gewinnspanne jedoch schmälert.

    Schief gelaufen ist, dass der Westen Milliarden investiert in die Sicherheit seiner Bürger, explizit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, bis hin zu einem Unsummen verschlingenden, konsequent sinnfreien Irak-Krieg, und andererseits Regionen wie den südasiatischen Raum ungeschützt lässt. Dass die Nationen, deren Bürger so gern ins freundliche, preiswerte Asien reisen, bislang nicht auf die Idee gekommen sind, den freundlichen Asiaten ein Tsunami Warning System zu spendieren, obwohl die dortige tektonische Dynamik hinreichend bekannt ist. Zwar sei ein derart verheerendes Beben im Indischen Ozean nur alle 700 Jahre zu erwarten, lässt uns die Statistik wissen, führt sich jedoch im gleichen Atemzug ad absurdum – das letzte vergleichbare Desaster ist bei weitem keine 700 Jahre her.

    Schief gelaufen ist sicher auch, dass sich die Regierungen der lokalen Anrainerstaaten auf keine gemeinsame Gangart einigen konnten. Dass sie unfähig oder nicht willens waren, ihre Kräfte zu bündeln. Dass sie die Gefahr herunterredeten und schlicht unterschätzten.

    Dennoch: Das Versagen ist auf unserer Seite. Angesichts der schrecklichen Bilder muss uns die Frage quälen, wann wir – die industrialisierten, wohlhabenden und politisch stabilen Nationen – endlich beginnen, Verantwortung zu übernehmen für die Welt »da unten« oder »dahinten«. Gut genug, um ihre Strände zu okkupieren, ist sie uns. Aber dann, bitte schön, sollte sie uns auch das Engagement wert sein, ihre Sicherheit zu fördern. Die Sicherheit der Einheimischen, wohlgemerkt, nicht nur die der Touristen! Zynisch wird es, wenn, wie jüngst gehört, offen über die Finanzierung eines Tsunami Warning System nachgedacht wird, um Besucher der Ferienparadiese künftig besser schützen zu können; wenn hervorgehoben wird, dass unter den zigtausend Toten auch Europäer, schlimmer noch, Deutsche sind. Bei aller Trauer um die Opfer: Wie viel unterschwelliger Rassismus ist im Spiel, wenn sich Betroffenheit so richtig erst einstellt in Anbetracht eigener Verluste? Wie viele tote Europäer sind vonnöten, um den verwüsteten Nationen endlich ihr Warnsystem zu stiften, und wie viele tote Asiaten tolerieren wir, ohne dass es geschieht?

    Auf dem Gipfel des Zynismus begegnen wir dann einer größeren deutschen Boulevardzeitung, die sich gruselt, ob es die gute alte Erde demnächst gar zerreißen werde. Da prangt sie auf der Titelseite, überzogen von einem Craquelé tektonischer Grenzen, dass man sie beim nächsten seismischen Schluckauf förmlich auseinander fliegen sieht. Spätestens hier wird das Desaster zum profitablen Spiel mit der Angst, mutiert die Meldung zur Falschmeldung.

    Nein, liebes Boulevardblatt, zerreißen würde nur eine Erde, die nicht bebt. Die Erdkruste muss in ständiger Bewegung sein. Seit Jahrmillionen formen und verändern die tektonischen Platten das Bild der Erde, da an den Spreizungsachsen der Mittelozeanischen Rücken ständig neuer Meeresboden entsteht und alter dafür eingeschmolzen wird. Er schiebt sich unter die kontinentale Platte, taucht ab in den heißen Erdmantel. Im Allgemeinen geht das reibungslos vonstatten, mitunter stockt das große Förderband jedoch, wenn sich unterseeische Berge im Plattenrand verhaken. Unter dem Druck der nachdrängenden Massen reißen sie sich schließlich los, und es kommt zu massiven Erschütterungen. Bei allem Grauen: Das Seebeben in Südasien war erdgeologischer Alltag.

    Weit davon entfernt, schuld zu sein, folgt die Natur also ihren Gesetzen. Weltweit fordert sie Opfer. Weltweit könnten es weniger sein. Es wird Zeit, unser Entsetzen auf die richtigen Adressaten zu lenken. Auf die Untätigen.

    Unser Autor, Jahrgang 1957, ist Verfasser des Bestsellers »Der Schwarm«. Der ökologische Science-Fiction-Roman war im Jahr 2004 eines der meistverkauften Bücher in Deutschland. Es beschreibt, wie das durch den Menschen misshandelte Meer zurückschlägt

    © DIE ZEIT 31.12.2004 Nr.1
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