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Thema: Warum Dosen-Recycling abgeschafft werden sollte

  1. #1
    Erfahrener Valueist
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    Während die Deutschen noch über die Einführung des Dosenpfandes streitet, sind die Dänen schon einen Schritt weiter. Nach Ansicht von
    Experten sollte man die Dosen einfach verbrennen, statt sie wiederzuverwerten.

    Kopenhagen - "Die Studie ergab überraschend, dass beim Recycling der Dosen durch die Umschmelzung nicht viel weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt, als bei einer bloßen Verbrennung", sagt Dorte Vigsø.
    Sie ist Studienleiterin des renommierten dänischen Instituts für Umweltforschung (IMV), das die ökologischen Wirkungen des Dosen-Recyclings untersucht hat.

    Die Ergebnisse der Studie sind keineswegs erfreulich für die Verfechter des Dosen-Recyclings. Zum Umschmelzen der Dosen in neue Dosen werden laut IMV in Dänemark hauptsächlich Maschinen benutzt, die von Wärmekraftwerken Energie beziehen. Dabei werde letztlich fast genau so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre abgesondert, wie bei einer bloßen Verbrennung des Abfalls. In die Studie sei auch der Energieverbrauch für die Neugewinnung von Aluminium berücksichtigt wurden. Zudem sei Aluminium auch kein knapper oder giftiger Stoff, so dass auch diese Argumente für eine Wiederverwertung wegfielen.

    "Leider läuft das Pfandsystem schon"

    Hintergrund der Untersuchung ist eine seit zwei Jahren andauernde Diskussion über die Frage nach dem Umgang
    mit Dosen. In Dänemark waren Weißblechdosen als Verpackungsmaterial verboten, bis das Europäische Wettbewerbsrecht dem Land die Dose
    aufzwang. Die dänische Regierung reagierte schnell und führte ein Pfandsystem im Herbst des vergangenen Jahres ein, bereits zwei Monate vor dem Inkrafttreten der rot-grünen Gesetzesvorlage in Deutschland.

    Institutsleiter Björn Lomborg meint: "Es ist traurig, dass heutzutage immer häufiger Umweltschutzmaßnahmen ergriffen werden, nur weil
    sie gut klingen und ohne dass ein gutes ökologisch und ökonomisch durchdachtes Konzept dahinter steckt." Das Pfandsystem kostet
    Dänemark sechs Millionen Euro mehr, als die Dosen einfach verbrennen zu lassen. Geld, das man effektiver für andere umweltpolitische
    Maßnahmen einsetzten könnte. Beispielsweise sei es möglich, alle Busse in Kopenhagen mit Partikelfiltern auszustatten. "Leider ist das
    Pfandsystem in Dänemark bereits am laufen und unsere Studie kam deshalb bei den Entscheidungsträgern in der Regierung auch nicht
    besonders gut an", sagt Lomborg.

    Projektleiterin Vigsø rät den Deutschen zu einer gründlichen Überprüfung der vermeintlichen Recyclingvorteilen von Aluminiumdosen für
    die Umwelt. "Bevor man ein für alle Beteiligten sehr aufwändiges und teueres Recyclingsystem einführt, sollten die zuständigen
    Behörden genau analysieren, wie groß der Nutzen eigentlich wirklich ist, um den guten Willen der Endkonsumenten nicht unnötig zu
    strapazieren." In Ländern mit Energie gewinnenden Verbrennungsanlagen und hoch entwickelten Luftfiltern könne in bestimmten Fällen das
    Verbrennen die bessere und einfachere Alternative sein.

    Besser nicht sortieren

    Dorte Vigsø bekommt auch Rückendeckung von anderen skandinavischen Kollegen. Zwei Studien des dänischen Umweltamtes "Miljøstyrelsen"
    ergaben im Februar, dass Kompostieren und die Wiederverwertung von Plastikprodukten ebenso ineffektiv sind, wie die
    Dosenwiederverwertung. Auch im Nachbarland Schweden ist eine heftige Debatte entbrannt, nachdem der ehemalige Chef der dortigen
    Naturschutzbehörde und vier weitere hochkarätige Umweltschutzexperten sich im Februar in einem gemeinsamen, in der größten
    schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter" veröffentlichten Dossier massiv dafür aussprachen, nicht nur Dosen sondern auch
    Einwegverpackungen, Glas, Plastik und Essenreste einfach zu verbrennen. "Es ist besser für die Umwelt den Müll nicht zu sortieren",
    heißt es im Dossier.

    Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,251522,00.html

  2. #2
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    Hier noch ein Link zum Thema Müllsortierung:

    http://www.brandeins.de/magazin....l5.html

  3. #3
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    Müllentsorgung - Müllvermeidung ist die bessere Alternative.

    Gäbe es keine Einwegdosen und Plastik/geschirr/flaschen, würde sich das Problem gar nicht erst stellen.

    Kein Mensch braucht so etwas wirklich.

    Dieter

  4. #4
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    Hallo, Andreas,

    wir haben ja schon im Plambeck-Thread ein wenig über Atomenergie philosophiert.

    Also, ich bin beileibe kein Grüner oder Ökö-Fetischist. Ich schmeiße schon mal eine Dose in den Hausmüll oder ähnliches.

    Trotzdem fällt es mir schwer, "einfach so" zu glauben, daß es Atomenergie ohne Abfälle geben soll und Verbrennen besser als Wiederverwerten sein soll.

    Das richtet sich weder gegen Dich noch gegen die Studien - ich glaube es einfach nicht. Das ist so wie wenn die Chemiefabrik im Nachbarort explodiert. Dort besteht grundsätzlich nie Gefahr für die Anwohner. Auch das glaube ich nicht.

    Laß Dir trotzdem den Rest Deines Wochenendes nicht versauen.

    Gruß,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  5. #5
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    Hallo JuliaPapa,

    beim Thema Recycling kenne ich mich nicht aus (bei Kernenergie denke ich allerdings schon). Allerdings lese ich gerne Artikel, die die gängige Meinung in Frage stellen, weil sie zum Nachdenken anregen. Jeder Fortschritt begann damit, daß jemand die vorherrschende Meinung in Frage stellte. Eine Webseite, auf der sich die Teilnehmer gegenseitig auf die Schultern klopfen und in ihren Meinungen bestätigen, dient niemandem. Auch ich habe bei diesem Thema keine Zeit, mir ein objektives Bild zu schaffen. Die Thread Überschrift entspricht nicht meiner Meinung, sondern ist die Meinung des Spiegel-Artikels, den ich verlinkt habe.

    Konträre Meinungen haben mich schon öfters, vor allem beim Investieren vor Schaden bewahrt, oder zumindest mein Verständnis für eine Sache verbessert. Und zwar auch (oder sogar vor allem) dann, wenn meine Ablehnung im ersten Moment am größten war.

    Das Urteil, ob man Müll verbrennen oder wiederverwerten sollte, darf man nicht durch "Glauben" fällen, sondern es muß eine Ökobilanz erstellt werden. Gerade deshalb, weil es intuitiv richtig erscheint, Müll wiederzuverwerten bzw. von Menschenhand zu sortieren, ist unsere Meinung hier evtl. fehlgeleitet (oder auch nicht, das wird sich zeigen). Und im Spiegel-Artikel wird ja behauptet, daß es der Umwelt wenig bringt und man mit dem Geld an anderer Stelle mehr bewirken könnte. Gerade bei knappen Kassen sollte man sich also fragen, ist es richtig, daß mit unserem Geld ausgerechnet Müllsortierung betrieben wird, Diesel-PKW aber nach wie vor ohne Rußfilter herumfahren? Oder sollte das vielleicht genau anders herum sein.

    Im brandeins Artikel wurde übrigens argumentiert, daß eine Mülltrennung, die vom Menschen durchgeführt wird, zwangsläufig unvollkommen ist, und deshalb ohnehin maschinell nachsortiert werden muß (Maschinen schaffen bessere Sortierquoten). Wenn der Müll aber ohnehin nachsortiert werden muß, warum betreibt man dann den ganzen Aufwand mit der Vorsortierung und der nach Abfallsorten getrennten Logistik? Der Gedankengang ist zumindest auf den ersten Blick einleuchtend (für jemanden, der die Details nicht kennt) und vielleicht kann ja ein Diskussionsteilnehmer hier noch etwas Erhellendes beitragen.

    Andreas

  6. #6
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    Hi
    Vielleicht wird in diesen Studien die falsche Frage gestellt. Die eigentliche Frage ist: Wieviel Energie kostet das Recycling im Vergleich zur Neuproduktion ? Ich kenne die Antwort nicht aber denke, daß es höchstens 10 % sind. Oder anders gesagt: Neben dem Verbrennen kommt der Aufwand für Neuproduktion hinzu. Außerdem werden mit einem Recyclingsystem -egal für welche Verpackung- die Menschen angehalten, Verpackungen nicht wild in die Landschaft zu schmeißen. Wenn 10 % aller Verpackungen in die Landschaft geschmissen oder liegengelassen werden ist der menschliche Arbeitsaufwand, sie zu finden, aufzusammeln und diese Arbeit zu bezahlen höher als der Mehraufwand, der entsteht, wenn jeder verschiedene Mülltonnen benutzt, ganz zu Schweigen von der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Das führt zu mehr Eigenverantwortung zugunsten des Gemeinwohls. Ich träume eigentlich von essbaren Verpackungen, die man auch zu Versandverpackungen recyceln könnte, wenn die Leute die nicht essen wollen. Allerdings sind 10 verschiedene Mülltonnen auch ineffizient. Es kommt dann darauf an, für welche Stoffe ein Recycling wirtschaftlich und umweltpolitisch Sinn macht. Der Dosenpfand sollte sich an den Kosten des Müllaufsammelns und -sortierens orientieren. Wie wir sehen, reichen aber schon 25 Cent, um den Dosenmarkt in Luft aufzulösen. Langfristig wird von daher die Verpackung kommen, die am kostengünstigsten im Recycling oder in der Herstellung ist.

  7. #7
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    >Vielleicht wird in diesen Studien die falsche Frage gestellt. Die eigentliche
    Frage ist: Wieviel Energie kostet das Recycling im Vergleich zur
    Neuproduktion ?<

    Genau diese Frage wird im Spiegel Artikel angesprochen:

    ---- "Die Studie ergab überraschend, dass beim Recycling der Dosen
    durch die Umschmelzung nicht viel weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre
    gelangt, als bei einer bloßen Verbrennung", sagt Dorte Vigsø. Sie ist
    Studienleiterin des renommierten dänischen Instituts für Umweltforschung
    (IMV), das die ökologischen Wirkungen des Dosen-Recyclings untersucht hat.

    Die Ergebnisse der Studie sind keineswegs erfreulich für die Verfechter des
    Dosen-Recyclings. Zum Umschmelzen der Dosen in neue Dosen werden laut IMV in
    Dänemark hauptsächlich Maschinen benutzt, die von Wärmekraftwerken Energie
    beziehen. Dabei werde letztlich fast genau so viel Kohlendioxid in die
    Atmosphäre abgesondert, wie bei einer bloßen Verbrennung des Abfalls. In die
    Studie sei auch der Energieverbrauch für die Neugewinnung von Aluminium
    berücksichtigt wurden. Zudem sei Aluminium auch kein knapper oder giftiger
    Stoff, so dass auch diese Argumente für eine Wiederverwertung wegfielen. ----|

    Daß statt auf Energieverbrauch auf CO2 Ausstoß abgestellt ist, ist kein
    Unterschied, denn Energie wird fast ausschließlich aus Fossilen Brennstoffen
    erzeugt. Das Problem ist wohl eher, daß zu häufig Entscheidungen getroffen
    werden, ohne eine zuverlässige Grundlage zu haben, bzw. daß die Entscheidung
    längst gefallen ist und man nur noch nach einer fragwürdigen Studie sucht, die
    sie bestätigt, wie das z. B. beim Bau des Transrapid der Fall ist.


    > Wenn 10 % aller Verpackungen in die Landschaft geschmissen oder
    liegengelassen werden ist der menschliche Arbeitsaufwand, sie zu finden,
    aufzusammeln und diese Arbeit zu bezahlen höher als der
    Mehraufwand, der entsteht, wenn jeder verschiedene Mülltonnen benutzt, ganz
    zu Schweigen von der Beeinträchtigung des
    Landschaftsbildes. <

    Du vermischt hier zwei getrennte Themen: Mülltrennung hat nichts damit zu tun,
    daß Leute ihren Müll in der Landschaft entsorgen. Daß 10% des Mülls wild
    entsorgt wird, kann ich mir nicht vorstellen, dann würden wir wirklich im Müll
    versinken. Es dürften eher in der Größenordnung von 0,01% sein. Oder hast Du
    einen Beleg für Deine 10% These?

    Das Problem mit dem Müll in der Landschaft kann man nicht durch ein
    Dosenpfand lösen, es sei denn, Du erhebst 5 EUR Pfand pro Dose. Aber selbst
    dann liegen halt stattdessen PET Flaschen in der Landschaft rum. Davon
    abgesehen, gibt es noch soviele Dinge, auf die kein Pfand erhoben wird, so daß
    immer Müll herumliegen wird. Man kommt also nicht umhin, gelegentlich zu
    säubern, geauso, wie man gelegentlich an den Straßenrändern die Bäume und
    Büsche zurechtschneiden muß, Gras mähen muß, usw. Die These, daß die dafür
    benötigte Arbeitskraft teurer ist, als die volswirtschaftlichen Kosten durch
    Mülltrennung vergleicht wieder zwei völlig unzusammenhängende Dinge (außerdem
    gehe ich jede Wette ein, daß die Kosten des Dosenpfands um ein Vielfaches
    höher liegen als das Geld, das dadurch (und nur dadurch!) bei der
    Landschaftsreinigung gespart wird).

    >Der Dosenpfand sollte sich an den Kosten des Müllaufsammelns und -sortierens
    orientieren.<

    Das tut es aber nicht. Man hat eine beliebige "Mehrwegquote" festgelegt, also
    eine Quote an Mehrweggetränkeverpackungen an der Gesamtzahl an
    Getränkeverpackungen, die - wenn sie unterschritten wird - automatisch zu
    einer Einführung eines Pfandes auf Einwegverpackungen führt. Eine
    Kostenrechnung hat hier nie stattgefunden. Das Argument, daß zuviel Müll in
    der Landschaft rumliegt, war nicht der Grund für die Einführung des
    Dosenpfands. Es hat höchstens eine Nebenrolle gespielt (und zurecht, da das
    Problem dadurch nicht gelöst wird). Grund war der Glaube, daß Mehrwegpackungen
    umweltfreundlicher sind als Einwegverpackungen. Das kann sein, oder auch
    nicht. Man beachte nur, daß Glasflaschen viel schwerer sind als
    Kunststoffflaschen oder Dosen und dadurch beim Transport mehr Energie
    verbraucht wird. Beim Recycling gibts natürlich noch viel mehr
    Transportvorgänge (Rücktransport zum Supermarkt, dann zum Abfüller, dort
    Auswaschen). Erwiesen ist z. B. daß Tetrapacks umweltfreundlicher sind als
    Glasflaschen. Das liegt z. T. schon daran, daß Tetrapacks quaderförmig sind
    und sie daher erheblich weniger Volumen (etwa Faktor 3) beim Transport
    benötigen als Glasflaschen. Daher kann mit einem LKW die gleiche Menge
    Tetrapacks transportiert werden wie mit 3 LKW voll Glasflaschen (der
    Rücktransport noch nichtmal eingerechnet). Dabei sind auch Tetrapacks (von
    denen unser Umweltminister immer verharmlosend als "Getränkekarton" spricht),
    nicht aus Pappe, sondern aus einem Verbundstoff aus Pappe, Alu und Kunststoff
    - und trotzdem ist der Tetrapack umweltfreundlicher. Was richtig und was
    falsch ist, läuft also häufig gegen unsere Intuition.

    Andreas

  8. #8
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    Im Artikel wird der Eindruck erweckt, daß das Verbrennen
    umweltschonender als das Recyclen ist. Es gibt diese Alternative
    aber nicht, weil nach dem Verbrennen neue Dosen hergestellt werden. Jemand anders könnte auch behaupten, daß Recycling umweltschonender ist, weil kein Schiff mehr das Bauxit zur Aluverarbeitung herantransportieren muß oder ein anderer behauptet, daß das Verbrennen umweltschonender ist, weil kein Wasser zum Auswaschen mehr verbraucht wird. Man muß die realen Alternativen komplett sehen. Es wird behauptet, daß auch der Energieverbrauch für die Neugewinnung von Aluminium berücksichtigt wurde. Das kann ich mir nicht vorstellen - es sei denn es ist denen bekannt, welche Energie für die gesamte Bauxitabbauindustrie und die Rekultivierung im Regenwald vonnöten ist. Hinzukommt nicht nur die Energie für die Neugewinnung des Rohstoffs sondern auch die Energie zur Weiterverarbeitung, Transport und Herstellung unter Anwendung von Elektrolyse, die sehr energieintensiv ist, dann wären gleiche Alternativen gegeben um die Frage zu beantworten was mehr Energie kostet. Was umweltschonender ist, ist die 2. Frage. Zum Abbau von Bodenschätzen werden Landschaftsgebiete gerodet und entstellt. Bei der Verbrennung sind warscheinlich noch superteure Giftfilter erforderlich. Zudem ist nicht nur eine umweltbelastende Produktionsfabrik erforderlich sondern außerdem eine umweltbelastende Verbrennungsfabrik mit gleicher Kapazität, während es beim Recycling nur eine Fabrik gibt. Für die Herstellung wird ein Vielfaches der Masse des dann verfügbaren Aluminiums der Erde entzogen, das in irgendwelchen Seen abgelagert wird. Nach dem Trinken und dem Verbrennen wird das verwertbare Material zu Ruß. Da sollten wir doch irgendwie zu intelligenteren Lösungen fähig sein. Ich bin gar kein Experte auf dem Gebiet und schon gar nicht, wenn es um die finanzielle Frage geht, die sicherlich entscheidend ist.

    "Das Problem ist wohl eher, daß zu häufig Entscheidungen getroffen
    werden, ohne eine zuverlässige Grundlage zu haben, bzw. daß die
    Entscheidung längst gefallen ist und man nur noch nach einer
    fragwürdigen Studie sucht, die sie bestätigt, wie das z. B. beim
    Bau des Transrapid der Fall ist."
    Genau das gilt doch wohl für die im Spiegel genannte Studie, weil
    warscheinlich viele Prozesse der Neuherstellung einfach mal
    weggelassen wurden. Das ist fragwürdig. Ich kann ja mal nach einer
    Studie suchen, die dir zeigen wird, daß Neuproduktion im Vgl zu
    Recycling mindestens ein Dutzend mal mehr an Energie verbraucht
    und dann kannst du darstellen was daran fragwürdig ist.

    10 % der Dosen werden wohl nicht weggeworfen, ok, ich hatte das
    mal so hingeschrieben, aber lass es meinetwegen 1 % sein. Sehr
    viele Dosen werden m.E. auf Festen im Freien leergemacht. Auf manchen Veranstaltungen schätze ich die Wegwerfquote auf locker 50 %. Da müssen hunderte städtischer Bediensteter ran und die sind auch gut beschäftigt, wenn es keine besonderen Feste in einem speziellen Stadtteil gibt.

    Ich finde schon, daß solch eine Frage politisch und nicht vom Markt gelöst werden sollte, weil es ohne Pfand niemandem schadet, etwas wegzuwerfen oder draußen zu vergessen, aber sich die Mehrheit ziemlich darüber aufregt, sowas im Garten zu finden und keine Lust darauf hat, höhere Steuern dadurch zu zahlen, daß der Staat Menschen mit dem Aufsammeln beschäftigt. Warum die Politiker das eingeführt haben ist mir egal. Die Antwort kann nicht lauten, daß sowieso Dreck weggemacht wird sondern daß solcher Aufwand soweit wie möglich minimiert wird. Gut möglich, daß weiter PET-Flaschen weggeworfen werden, aber niemand wird Bier aus PET-Flaschen trinken. Stattdessen wird sich vielleicht mehr auf Flaschen verlagern, für die wir bereits ein funktionierendes Recycle- und Pfandsystem haben. Die Frage ist, ob man mehr oder weniger Müll will und gleichzeitig ob man günstigere oder teurere Verpackungen will. Das Problem mit dem Müll in der Landschaft wird absolut durch Pfand gelöst ! Und das nicht bei 5 Euro Pfand sondern schon bei 25 Cent Pfand wie es derzeit zu sehen ist. Vor einem Jahr wäre es gar kein Problem gewesen, irgendwo auf einem Marktplatz oder entlang einer Straße in der Innenstadt 10 Dosen einzusammeln. Heute wird dir das nicht gelingen. Bei einem Fest mit Glaspfand bleibt kaum ein Glas danach irgendwo stehen. Bei einem Fest ohne Pfand bleibt danach ein Marktplatz in Scherben. Das habe ich selbst erlebt. Es macht aber nur Sinn, ein Pfandsystem einzuführen, wenn auch die praktische Wiederverwertbarkeit zu wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist, bei Papier geht das z.b. praktisch kaum. Die Dosenwiederverwertung ist aber wieder und wieder und wieder ohne Qualitätsverlust, zu sehr warscheinlich geringeren Kosten, unter Schonung von Ressourcen und mit niedrigerem Energieaufwand als in der Neuproduktion möglich.

  9. #9
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    Hallo zusammen,
    also für mich ist verbrennen keine Alternative. Die Rohstoffe der Welt sind nicht unerschöpflich.
    Wenn es sinnvoll ist, etwas zu verwerten, sollte es auch getan werden. Hierzu zähle ich auch Altmetalle.

    Ob es sinnvoll ist, Plastik zu verwerten, halte ich für zweifelhaft. Wenn der Müll in der Verbrennungsanlage wandert und statt Plastik zusätzliches Öl oder Gas eingesetzt werden muß, ist m.E. eine andere Verwertung als Verbrennen nicht das gelbe vom Ei.

    Wenn ich Bier oder Wasser in speziell vom Hersteller gestylten Pfandflaschen überall kaufen kann, stelle ich mir auch die Frage, ob es sinnvoll ist, leere Flaschen durch die Republik zu karren, als das Zeug in Dosen oder andere Behälter abzufüllen, die dann verwertet werden.

    M.E. wird in Deutschland vieles mit der ideologischen Brille gesehen und sinnvolle / vernünftige Möglichkeiten ausge- schlossen.

    klaus

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