Value-Brief anfordern
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Schwarzbuch

  1. #1
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    25.05.2001
    Ort
    Pfaffenhofen a.d. Ilm
    Beiträge
    1.116

    Standard

    Hallo,

    kennt jemand das erste Buch und könnte dazu etwas sagen.
    Wenn das mit Mattel stimmt, muß ich aber noch mal ganz scharf nachdenken.

    Dieter

    "Neues Schwarzbuch Markenfirmen" erschienen
    Best-of-Böse: Bayer führt vor ExxonMobil und Mattel


    Wien (pte, 30. Aug 2003 08:15) - Der Globalisierungskritiker Klaus Werner hat gemeinsam mit dem Journalisten Hans Weiss das "Neue Schwarzbuch Markenfirmen - Machenschaften der Weltkonzerne" http://www.markenfirmen.com auf den Markt gebracht. Das Buch ist jetzt im Deuticke Verlag http://www.deuticke.at erschienen. Die erste Auflage des Buches wurde über 100.000 Mal verkauft und in vier Sprachen übersetzt. Übersetzungen ins Chinesische und Koreanische sind in Arbeit.

    Das soeben erschienene Buch bietet eine Aktualisierung der Vorwürfe gegen die 50 globalen Player, die das Geschehen auf der Welt wesentlich mitgestalten. Wie schon in der vorhergehenden Ausgabe gehen beide Autoren ohne Ideologie vor. Sie listen Fakten auf, argumentieren mit ihnen und schaffen daher eine gewisse Entpolitisierung. Im Zentrum der Anklage stehen die Machenschaften, die den multinationalen Unternehmen vorwerfbar sind. Coca-Cola etwa, das wegen der Verfolgung von Gewerkschaftern in kolumbianischen Abfüllanlagen ins Visier der Kritik kommt, und die Zerstörung landwirtschaftlicher Lebensgrundlagen in Indien. Auch der Saatgutriese Monsanto, der mit seiner Forderung nach der Zulassung von gentechnisch verändertem Saatgut die USA gegen Europa vor das WTO-Schiedsgericht ziehen ließ, zählt zu den Unternehmen, die auf der schwarzen Liste vermerkt sind.

    Die neue Hitliste "Best-of-Böse" wird vom Pharmagiganten Bayer anngeführt. Die Autoren werfen dem Konzern in allen Geschäftsfeldern - Pharmazie, Chemie, Agrobusiness und Rohstoffgewinnung - enorme Destruktivität und Missachtung ethischer Prinzipien vor. An zweiter Stelle liegt der Ölkonzern ExxonMobil, dem vorgeworfen wird, dass er sich um keine Menschenrechtsstandards bemüht und keine Umweltschutzaktivitäten leistet. An dritter Stelle rangiert der Spielwarenhersteller Mattel, der in chinesischen Werkstätten in 16-Stunden-Arbeitstagen an 364 Tagen im Jahr unter skrupelloser Ausbeutung der Arbeiterinnen fertigen lässt.

    Zahlreiche Unternehmen haben nach der Erstauflage des Buches eine Verantwortung von sich gewiesen und damit argumentiert, dass die Einhaltung von Menschenrechten sowie Sozial- und Umweltstandards die Aufgabe von nationalen Regierungen sei. "Das neue Schwarzbuch Markenfirmen beweist nun, wie die kritisierten Unternehmen sowohl in den Industrie- als auch den Entwicklungsländern mit teilweise korrupten Methoden genau diese Standards hintertreiben. Erstmals wird der Nachweis erbracht, mit welchen Mitteln und mithilfe welcher Lobbyorganisationen bekannte Markenfirmen die Politik nationaler Regierungen und der Welthandelsorganisation WTO zu ihren Gunsten und gegen gesellschaftliche, demokratische und ökologische Interessen beeinflussen", so Autor Klaus Werner, der vom 10. bis 15. September an den Protestveranstaltungen gegen die WTO-Ministerkonferenz im mexikanischen Cancun teilnimmt.

    Das Buch wurde schon in seiner ersten Auflage von zahlreichen Medien für sein soziales Engagement und die ausgezeichnete Recherche gelobt. Schriftsteller und Journalist Günter Wallraff bezeichnet es als "Pflichtlektüre für jeden sozial engagierten Verbraucher". "Was dieses Buch leistet, müsste künftig zumindest für demokratische Gesellschaften zur Routine werden", fordert etwa die Frankfurter Rundschau. Und die FAZ.net meinte "Das Buch gewinnt durch seinen ideologischen Unterton an Glaubwürdigkeit. Willkommen im 21. Jahrhundert."
    (Ende)

  2. #2
    Valueist
    Registriert seit
    14.05.2002
    Beiträge
    61

    Standard

    Ein Buch von linken Spinnern für linke Spinner.

  3. #3
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    25.02.2003
    Beiträge
    150

    Standard

    Ich kenne das Buch nicht, habe mir aber auf den entsprechenden Internetseiten die Vorwürfe gegen die Unternehmen angesehen. Folgendes ist mir aufgefallen:

    Vorwurf gegen Aldi:
    Extremer Preisdruck auf Zulieferer, Ausbeutung von Angestellten, Verletzung von Gewerkschaftsrechten

    Dies steht in krassem Gegensatz zu den Ausführungen des Ex-Aldi Managers Dieter Brandes in "Konsequent einfach". Brandes schreibt, dass ähnliche Vorurteile durch mangelnde Information über die interne Arbeitsweise Aldis durch Presse und Konkurrenz seit vielen Jahren in Umlauf gebracht werden. Da ich für Brandes selber keinen Vorteil erkennen kann, wenn er solche Behauptungen ohne entsprechenden Wahrheitsgehalt aufstellen würde und er dies sehr glaubhaft und nachvollziehbar untermauert, tendiere ich stark dazu ihm zu glauben.

    >>Schriftsteller und Journalist Günter Wallraff bezeichnet es als "Pflichtlektüre für jeden sozial engagierten Verbraucher"<<

    Zu Wallraff und dessen Glaubwürdigkeit habe ich in einem anderen Beitrag schon einmal Stellung bezogen. Zu der Zeit als Wallraff seine Bücher veröffentlicht hat, haben ich und Freunde von mir in den von ihm beschriebenen Unternehmen gejobbt. Die in seinen Büchern veröffentlichten Aussagen sind mit diesem Hintergrundwissen in keiner Weise nachvollziehbar. Die oben gemachte Aussage von Wallraff ist für mich eher ein Grund, diesem neuen Werk wenig Glauben zu schenken.

    >>An dritter Stelle rangiert der Spielwarenhersteller Mattel, der in chinesischen Werkstätten in 16-Stunden-Arbeitstagen an 364 Tagen im Jahr unter skrupelloser Ausbeutung der Arbeiterinnen fertigen lässt.<<

    Zur Wortwahl:
    Zunächst einmal assoziert dieser Satz unterbewusst, dass jeder einzelne Arbeiter dieses Arbeitspensum leistet ohne dies explizit so auszusagen. Der obige Satz könnte genauso auf ein deutsches Unternehmen zutreffen, welches in zwei 8-Stunden-Schichten fertigen lässt. Von einem professionellen Schreiber erwarte ich, dass er sehr genau die Wirkung von Worten kennt. Unter dieser Voraussetzung gehe ich davon aus, dass der Autor bewusst versucht den Leser für seine Zwecke zu manipulieren und negative Emotionen zu schüren. Allein eine solche Vorgehensweise disqualifiziert ein Schriftstück in meinen Augen. Solch eine Vorgehensweise weckt in mir Gedanken an Zeiten, an die die meisten hierzulande nicht gerne erinnert werden.

    Zum Inhalt des Satzes:
    Ich habe vor kurzem eine Reportage der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten über Asien gesehen. Darin wurde eine alte Frau dargestellt, die als "Ein-Frau"-Unternehmen täglich Suppe kocht, um diese auf dem Markt zu verkaufen. Sie arbeitete auch ohne Druck eines Großkonzerns zu exakt denselben Bedingungen. Solche Arbeitsbedingungen scheinen also dort durchaus üblich zu sein. Sicherlich sind das keine besonders erstrebenswerten Zustände. Warum wurde jedoch nur Mattel herausgepickt? Weil Mattel dadurch das personifizierte, übermächtige Böse verkörpert gegen das sich der Hass gezielt richten kann?

    Betrachtet man allgemein Presse und Medien, so fällt schon seit einiger Zeit auf, dass vorzugsweise Negativmeldungen kursieren, emotional besetzt und künstlich aufgebauscht werden. Diese Vorgehensweise fällt natürlich bei der momentan pessimistischen Weltsicht auf fruchbaren Boden, scheint besonders gefragt zu sein und sich auch gut zu verkaufen. Ich halte diesen offensichtlich subjektiven und manipulierenden Journalismus für verantwortungslos und genauso asozial, wie die damit verurteilten Zustände. Wer z.B. einmal eine Nachrichtensendung aus der "Schwarz-Weiß-Fernsehära" mit einer heutigen Nachrichtensendung vergleicht versteht schnell, was ich meine
    und wie unscheinbar, aber gezielt Sachverhalte manipuliert werden. Das vorgestellte Werk geht im Vergleich sehr plump vor.

  4. #4
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    25.02.2003
    Beiträge
    150

    Standard

    PS: Gerade ist mir noch folgendes Ausgefallen

    Vorwurf gegen die Deutsche Bank:
    >>Kreditvergabe für unethische Projekte...<<

    Man überlege einmal, wie dehnbar der Begriff Ethik ist und ob es überhaupt für irgendjemanden möglich ist zu entscheiden, was ethisch ist oder nicht. Wie kann dann eine Bank zum Wächter über Ethik werden? Diesen Vorwurf finde ich im Sinne des Wortes "lächerlich".

  5. #5
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    21.01.2002
    Ort
    Kiel
    Beiträge
    830

    Standard

    Hallo Ben,

    Tolles Posting!

    Mir macht es immer wieder Spaß, Deine Beiträge zu lesen.

    Wünschenswert wäre aus meiner Sicht, dass mehr Menschen nicht so blauäugig wären und ein wenig mehr nachdenken über das, was sie sehen, hören und lesen bzw. über das, was ihnen tagtäglich verkauft werden soll.

    Viele Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  6. #6
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    18.06.2001
    Ort
    schleswig-holstein
    Beiträge
    179

    Standard

    ich kann ben uneingeschränkt beipflichten.

    gerade zu aldi weiß ich von einem bekannten, der dort einkaufsmanager ist, daß

    - wohl beinhart verhandelt wird mit lieferanten
    - wenn man einig wird, eine lieferantenbeziehung als langfristengagement angestrebt wird (vertrauen, planungssicherheit der invests etc.)
    - wenn standards of performance nicht gehalten werden, gibt es einen warnschuß vor den bug (chance zur nachbesserung, wiedererreichen des qualitätslevels)
    - wenn das nicht klappt, wird es bitter kalt für den lieferer

    und zum personal ist zu sagen: wie üblich bei retailern, insbesondere discountern, werden natürlich ebenfalls geringfügige eingesetzt. aber aldi soll den mitarbeitern eine unvergleichbar bessere loyalität (wie immer man das definieren mag) entgegenbringen. es sollen "lichtjahre" zu lidl sein
    lomoeel

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •