FRANKFURT (dpa-AFX)

"Die Militärausgaben in den USA und Europa werden einer Studie der AXA Investmentgesellschaft zufolge in den kommenden Jahren zum Teil stark steigen. Nach der Ankündigung der US-Regierung, den Militäretat um 15 Prozent anzuheben, sei auch in Europa mit höheren Militärausgaben zu rechnen, schreibt AXA in einer am Mittwoch vorgelegten Studie.

Als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September hat US-Präsident George W. Bush eine Aufstockung des Militäretats um 48 Milliarden US-Dollar auf 379 Milliarden Dollar beantragt. In den kommenden fünf Jahren könnten die US-Militärausgaben um weitere 120 Milliarden auf 451 Milliarden Dollar steigen, heißt es in der Studie.

Dadurch werde der US-Vorsprung im militärischen Bereich im Vergleich zum Rest der Welt immer größer werden, hieß es. Bereits im Jahr 2000 betrugen die amerikanischen Militärausgaben rund 2,9 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP), während die der EU bei 1,4 Prozent lagen. Allein die US-Finanzierung mache zwei Drittel des gesamten NATO-Budgets aus. Dies könnte zu einem enormen Ungleichgewicht in der Machtverteilung zwischen den USA und den restlichen Staaten führen.

Von einem militärischen Wettrüsten wie zu Zeiten des Kalten Krieges könne keine Rede mehr sein: Auch bei einem US-Militäretat von 451 Milliarden Dollar liege dieser nur bei vier Prozent des BSP. Während des Kalten Krieges lagen die Militärausgeben 6 bis 15 Prozent des BSP./ho/mur/hi/"