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Erfahrener Valueist
Hallo Filippina,
eine super Sache die ihr da vorhabt, aber warum JNJ? Ich will mich da auch nicht weiter einmischen, aber vor einem Jahr hatte ich doch schon eine Valueanalyse von JNJ hier ins Board gestellt, an der sich seitdem nicht viel geändert hat, sogar der Kurs passt wieder.
Mir persönlich würde es besser gefallen, ihr würdet Euch für ein Unternehmen entscheiden, das hier noch nicht besprochen wurde. Aber egal wie es kommt, meine Hilfe ist Euch gewiß.
Herzliche Grüße
Dieter
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Erfahrener Valueist
hallo dieter,
klasse, das wir deine hilfe "gewiss" haben. die können wir bestimmt brauchen....
vielleicht hast du recht. es wäre doppelt gemoppelt. aber ich warte erstmal die antwort meiner value-projekt-partnerin ab...
es wäre aber trotzdem klasse wenn es möglich wäre eines der fünf unternehmen durchzugehen die ich bereits REAL im depot habe, um hier gleich das informative mit dem nützlichen zu verbinden...
was meinst du welches unternehmen wäre da am besten (evt. eines das noch nicht soo durchleuchtet wurde...):
- colgate
- mc donalds
- microsoft
- wal-mart
ich brenne jedenfalls schon darauf in absehbarer zeit mal loslegen zu können.... 
liebe grüsse
rolf, der gerade mal ein paar tage ins value-leben schnupperte...
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Erfahrener Valueist
Hi Dieter,
bitte misch dich ein. Wir sind darüber froh und freuen uns auf deine Hilfe. Du kennst doch meine Rechen- und Excelprobleme, was sollen wir ohne dich sonst machen.
Natürlich machen wir die Analyse nicht doppelt. Rolf sieht das auch so, wie ich gelesen habe. Ich habe das einfach nicht mehr im Kopf gehabt und gemeint deine Analyse liegt bei IV und wollte dich deswegen schon fragen.
@Rolf
welches deiner Unternehmen möchtest du denn analysieren? Mir ist jedes deiner Unternehmen recht, am besten ein Verbraucher-Unternehmen.
flippi
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Erfahrener Valueist
Hallo Learner6,
- colgate
- mc donalds, geschäftsbedingt hohe Sachinvestitionen, 1. Signal nicht aussagefähig
- microsoft, nicht gerade ein typischer Valuewert
- wal-mart, hier müssen die Einzelhändlerspezifika berücksichtigt werden.
Bingo, bleibt Colgate übrig, da gibt es hier auch noch nichts.
Gruß
Dieter
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Moderator
Hallo Zusammen,
das ist ja klasse was sich hier entwickelt.
Gerne möchte auch ich mithelfen.
Zu Beginn mache ich es mir sehr einfach und kopiere zu der konkreten Anfangsfrage das betreffende Kapitel aus meinem Buch.
Das Thema dieses Threads ist "Value Analyse für Einsteiger"
Es geht immer um Preis auf der einen, und um Wert auf der anderen Seite. Was ist mir welche Qualität wert. Topqualität zu einem günstigen Preis... preiswert nicht billig.
Dazu müsste sich ein Einsteiger zunächst über die Qualität Gedanken machen. Über die subjektive, allgemeine Qualität und über konkret messbare Qualitätskriterien.
Zum Diskontmodell empfehle ich das Buch von Vick.
Diskontmodell
Das Konzept, einen zukünftigen Geldfluss (Cash-Flow) abzuzinsen um zu einen Gegenwartswert zu kommen, ist ein Standartwerkzeug der Finanz- und Wirtschaftsanalyse. Sie finden diese Methode in der Literatur auch vielfach unter dem Begriff DCF – Methode (Discounted Cash Flow Methode).
Untersuchungen bestätigen, dass zwischen den zukünftigen Marktwerten von Unternehmen und den nach den DCF - Methode berechneten Unternehmenswerten ein sehr hoher Zusammenhang besteht, dass diese Methode also recht zuverlässig ist. Der wesentliche Gedanke besteht darin, Geld, welches ich in der Zukunft erhalte, heute weniger nicht so viel wert ist wie Geld, welches ich heute in der Hand halte (denn ich hätte mein Geld heute ja auch verzinslich anlegen können und dann in der Zukunft mehr Geld).
Als Teilhaber eines Unternehmens interessieren Sie sich vor allem dafür, was Ihr Unternehmen zukünftig erwirtschaftet, also welchen Cash - Flow Ihr Unternehmen erzeugt. Dabei stellen Sie sich zwei Fragen: 1 Was wirft das Geschäft zukünftig ab? 2., Was ist das mir heute wert?
Sehr plastisch beschreibt Timothy P. Vick in seinem Buch: "Geld verdienen mit Warren Buffett" den Sachverhalt an einen hypothetischen Haushalt. Sinngemäß sagt er:
Würde eine Haushalt über 50 Jahre jedes Jahr 10.000 Dollar Gewinn erwirtschaften, so hätte ein Aktionär letztlich einen Teilanspruch auf einen Gesamtgewinn von 500.000 Dollar. Allein durch die Inflation, welche den Wert künftiger Gewinne aufzehren kommt der innere Wert des Haushaltes nicht annähernd an die 500.000 Dollar heran. Die Berücksichtigung der Inflationsrate alleine reicht aber noch nicht aus. Sie müssen auch noch berücksichtigen, was Sie bei einer risikolosen Anlage Ihre Geldes anderweitig hätten erwirtschaften können.
In den Erläuterungen zu den Qualitätskriterien haben wir bereits das „Netto-Cash-Flow“ definiert. Um das Problem hoher Investitionen zu berücksichtigen, werden von dem Cash Flow die Sachinvestitionen abgezogen, und wir erhalten einen „Netto-Cash-Flow.“
Nun versuchen wir, den zukünftigen Netto-Cash-Flow des Unternehmens zu schätzen. Da es sich bei unseren Top-Unternehmen um sehr beständige Unternehmen handelt, verwenden wir den Vorjahres Netto-Cash-Flow und versehen diesen mit der durchschnittlichen Wachstumsrate der letzten Jahre.
Ein Unternehmen erzielte im letzten Jahr beispielsweise ein Netto-Cash-Flow von 1000,- US-Dollar. In den letzten Jahren gelang es dieser Gesellschaft das Netto-Cash-Flow jährlich um durchschnittlich zehn Prozent zu steigern. Wir würden in diesem Fall, für das erste zu prognostizieren Jahr mit 1100,- Mio. US- Dollar Netto-Cash-Flow rechnen. (1000 plus 10%). Im zweiten Jahr mit 1210,- US-Dollar (1100 plus 10%) usw.
Nun müssen wir feststellen, was uns der so ermittelte zukünftige Cash-Flow heute wert ist. Dazu DISKONTIEREN wir den Cash Flow.
Nehmen wir an, sie hätten heute 1000 €. Wenn der Zinssatz 10% beträgt, könnten Sie diese Geld auf die Bank bringen und hätten nächstes Jahr 1100 € auf der Bank. 1000 € in einem Jahr sind also weniger wert als 1000 € heute. In zwei Jahren wären Ihre 1000 € schon 1210 € wert. Hier wirkt schon der Zinseszinseffekt.
Je höher der Zinssatz ist, desto schneller wächst Ihr Geld. Geld das Sie jetzt haben, ist also bei einem hohen Zinssatz mehr wert als bei einem niedrigeren Zinssatz. Und Geld, das Sie in der Zukunft bekommen ist bei einem hohen Zinssatz relativ gesehen weniger wert als bei einem niedrigen Zinssatz.
Da Sie bei der Discounted-Cash-Flow-Methode immer mit den zukünftigen Cash-Flows der Unternehmen rechnen, hängt der Wert des Unternehmens sehr stark von der Wahl des Diskontierungssatzes ab. Eine hohe Diskontierungsrate bringt einen niedrigeren Unternehmenswert hervor und umgekehrt.
In unserem Modell haben wir als Diskontierungsrate die Rendite der US-Staatsanleihe mit 30jähriger Laufzeit gewählt. Dies ist der jährliche Zinssatz den Sie erhalten, wenn Sie Ihr Geld für 30 Jahre risikolos anlegen. Sinken die Anleiherenditen steigt der Untermnehmenswert, steigen die Staatsanleihen sinken die Unternehmenswerte.
Dies ist eine vergleichsweise niedrige Diskontrate (die zu einem vergleichsweise hohen Unternehmenswert führt). In der Literatur ist das umstritten, Viele Analysten sind der Auffassung, dass man zu diesem Diskontierungssatz noch einen sogenannten Risikozuschlag für das Unternehmensrisiko hinzuschlagen sollte. Aber wir lieben einfache Kriterien – den Zinssatz der 30jährigen US-Staatsanleihe können wir feststellen, über einen Risikozuschlag müsste man lange diskutieren. Wir sind der Auffassung, das wir diesen Risikozuschlag nicht benötigen, weil wir nur in die sichersten Unternehmen der Welt investieren.
Wir machen es damit übrigens genauso wie Warren Buffett. Dazu HAGSTROM:
„Viele Leute werden überrascht sein, zu erfahren, dass Buffett einfach den Zinssatz der langfristigen US-Staatsanleihen und nichts anderes anwendet. Akademiker argumentieren, dass ein adäquaterer Diskontsatz die risikofreie Renditesatz wäre, plus einer Kapital-Risikoprämie, die aufgrund der Ungewissheit des künftigen UnternehmensCashflow hinzugefügt wird.
Obwohl Buffett zugibt, dass er bei der Anwendung des langfristigen Satzes schon vorsichtiger ist, wenn die Zinssätze fallen, fügt er seiner Formel keine Risikoprämie hinzu, aus dem einfachen Grund, weil er Risiko von vorneherein weitestgehend vermeidet. Erstens eliminiert Buffett das finanzielle Risiko, welches mit Schuldfinanzierung verbunden ist, indem er Firmen mit hoher Verschuldung vom Kauf ausschließt. Zweitens wird das Geschäftsrisiko reduziert, wenn nicht sogar eliminiert, indem er sich auf Firmen mit beständigen und vorhersehbaren Gewinnen konzentriert.“
Das Ergebnis dieser Berechnung ist ein innerer Unternehmenswert. Beträgt der innere Wert des Unternehmen deutlich mehr als der Marktwert, handelt es sich um ein wichtiges Kaufsignal. Viele Investoren sprechen hierbei von einer „Sicherheitsmarge“.
Wir gehen bei der Ermittlung der Sicherheitsmargen davon aus, dass die Börse ein Unternehmen langfristig fair bewertet, der Marktwert sich also langfristig dem wahren, inneren Unternehmenswert nähert. Als zu prognostizierenden Zeithorizont wählen wir, wie viele Investoren einen Zeitraum von zehn Jahren.
Dabei kommt es bei der Sicherheitsmarge gemäss diskontiertem Cash-Flow darauf an, wie sich diese Marge bei dem einzelnen Unternehmen verändert. Bei Wachstumsunternehmen sollte die Marge möglichst hoch sein, weil hier hohe Erwartungen für die Zukunft mit hineinspielen, die nicht immer erfüllt werden.
Eine Sicherheitsmarge von 32% wäre normalerweise durchaus gut. Bei dem Netzwerkunternehmen CISCO, welches im Jahr 2000 diese Marge aufwies, sollte man aber schon einmal überlegen. Cisco hatte in der Vergangenheit oft Margen von 100%, 200% und mehr.
Sie diskontieren, indem sie den Netto-Cash-Flow eines jeden Jahres durch den Diskontfaktor dividieren. In unserem Fall würden Sie also im ersten Jahr die 1000 Mio. Dollar durch 1,06 dividieren und ein diskontiertes Netto-Cash-Flow von 943 Mio. Dollar erhalten. Im zweiten Jahr berücksichtigen Sie eine Wachstumsrate von 12%, und somit ein Netto-Cash-Flow von 1.120 Mio. Dollar erhalten.
Da sie im zweiten Jahr das Netto-Cash-Flow zweimal mit dem Faktor 1,06 diskontieren müssen dividieren Sie nun die 1.120 Mio. Dollar durch 1,06 zum Quadrat (1,062), im dritten Jahr durch 1,063 usw. In unserem Beispiel beträgt die Summe 12.238 Mio. Dollar.
Für alle nachfolgenden Zahlungsperioden werden gleichbleibende Netto-Cash-Flows angesetzt. Man nennt die auch eine „ewige Rente“. Je weiter eine Zahlung in der Zukunft liegt, desto mehr näher sich der gegenwärtige Wert einer solchen Zahlung dem Wert Null. Für die ewige Rente gibt es eine einfache Berechungsformel. In diesem Fall würde der “Restwert” 27.100,- Mio. Dollar betragen.
Der innere Wert des Unternehmens beträgt in unserem Beispiel 39.336 Mio. Dollar. Bei 600 Mio. ausstehenden Aktien würde dies einem fairen Kurs Pro Aktie von 65,56 Dollar entsprechen. In unserem Beispiel sind wir davon ausgegangen, dass die Aktie derzeit aber zu 50,-Dollar an der Börse notiert wird. Das Unternehmen wäre also unterbewertet. Unsere rechnerische Sicherheitmarge beträgt 15,56 Dollar. In Prozenten ausgedrückt entspricht dies 31,12 % (15,56 / 50 x 100).
....
herzliche Grüsse
Volker
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Moderator
Dieters Wahl "colgate" ist sehr gut.
Wieviel muss ein Mensch verdienen, damit er sich Gedanken über seine Zahnpflege macht?....Wann sind x Mrd. Menschen in Drittländern in dieser Situation?
Diese Frage zeigt die Perspektive des Wertes.
Volker
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Erfahrener Valueist
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Erfahrener Valueist
@Rolf
Ja, prima. Wir nehmen Colgate.
@Volker und Dieter
herzlichen Dank für Eure Unterstützung, die benötigen wir.
flippi
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Erfahrener Valueist
Oki, doki,
hat jeder das VL-Datenblatt? Wenn nicht, mail schicken.
Dieter
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Erfahrener Valueist
@Dieter,
danke für dein Angebot. Ich habe das VL-Datenblatt und hab's Rolf inzwischen geschickt.
Wir machen dann die Analyse bei Unternehmen unter Colgate, ja? Und fangen wir am besten der Reihe nach an, d.h. mit den subjektiven Qualitätskriterien, oder?
flippi
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