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Thema: Frage zum Cash Flow

  1. #1
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    Daumen hoch

    Hallo Value-Analyse,

    ich lese gerade die letzten AR von Starbucks und aktualisiere meine Datenbank. Dabei ist mir aufgefallen, daß ihr in eurem Starbucks Datenblatt andere Werte für den Cash Flow benutzt (2001: 342 Mio). Ich war immer der Meinung, der von euch verwendete Cash Flow entspricht dem "Net cash provided by operating activities" (2001 AR: 460 Mio )

    Kann mir jemand weiterhelfen?

    Viele Grüße

    Jens

  2. #2
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    Hallo Jens!

    Volker, ich will Dir nicht vorgreifen, aber ich habe gerade die aktuellen SBUX VL-und MG-Daten vor mir liegen.

    Der CF errechnet sich wie folgt:

    CF = Gewinn
    +Abschreibungen auf das Anlagevermögen
    +Erhöhung bzw.
    -Auflösung von langfristigen Rückstellungen

    Man könnte auch sagen, dass dies der Brutto CF ist. Berücksichtigt man nun noch Veränderungen des Betriebskapitals, erhälst CF aus dem operativen Geschäft.

    Eine hervorragende Erklärung zum CF hat DimStar hier gepostet, am Beispiel von Fossil, sehr sehr lesenswert.

    In der Datenbank wird der "Brutto-CF" angegeben, er beträgt für SBUX aktuell $ 358,3 Mio (2001). Die Abweichung liegt daran, dass Valueline noch nicht upgedated hat und immer noch die geschätzten Zahlen verwendet.

    Ziehe ich nun die Sachinvestitionen von $ 384,2 Mio davon ab, erhalte ich den Netto-CF, der in diesem Fall negativ ist. Darauf hatte ich aber schon in einem anderen Posting hingewiesen.

    Ich hoffe, dass war jetzt soweit verständlich.

    Gruß

    Dieter

  3. #3
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    Hallo Dieter,

    danke erstmal für die Antwort.

    Für das Beispiel Starbucks heißt das:

    181,210 *net earnings
    177,087 *depreciation and amortization
    ---------
    358,297 *Brutto-CF *passt also

    Veränderungen aus Rückstellungen hat es offenbar nicht gegeben. Und da knüpft meine nächste Frage an. Unter welchen Begriffen finde ich "Erhöhung/Auflösung von langfristigen Rückstellungen" in engl. Cashflow statements?
    Es wäre super, wenn das jemand vielleicht in dem Beitrag von DimStar zu Fossil beantworten könnte. Dort *müßte es diesen Posten geben, weil die Summe aus Gewinn und Abschreibungen größer ist als der in der Datenbank angegebene Cash Flow.

    Dieter, *weshalb benutzt ihr eigentlich den Brutto-CF und nicht den operativen CF? * .

    Ich habe bisher bei meinen Analysen immer den letzteren benutzt. Einmal weil ich die Zahl leicht im Geschäftsbericht finde und nicht rechnen muß und zweitens bekomme ich so die Veränderung der "Inventories" mit. *

    Ich freue mich schon auf die Antwort

    Jens

  4. #4
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    Hallo Jens,

    die eben genannte CF-Berechnung ist eine vereinfachte Darstellung in Anlehnung an die von der DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung) und der SG (Schmalenbach Gesellschaft) veröffentlichte Empfehlung zur Ermittlung des CF.

    In dieser Version wird intensiver auf die Rückstellungen eingegangen.

    Bei US-GAAP wird das Wort "Reserves" dafür benutzt und die Handhabung ist sehr komplex. Graham hat diesem Thema das gesamte Kapitel 12 gewidmet. Wenn Du das Buch nicht hast, dann findest Du bestimmt Informationen beim "Financial Accounting Standard Board".

    Wir berechnen den CF ja auch nicht jedesmal selber, sondern verwenden die Daten von Valueline, Market Guide oder der Aktienanalyse.

    Graham hat diesem Thema im Kapitel 15 behandelt.
    Die Berechnung des CF erfolgt normalerweise über die indirekte Methode und bestand anfänglich darin, den Gewinn und die Abschreibungen zu addieren, denn Abschreibungen waren für viele Gesellschaften die einzigen größeren Aufwendungen, die keinen Abfluß flüssiger Mittel zur Folge hatten. Value Line berechnet den CF noch heute auf diese Weise.

    Diesen CF verwendet Volker und ich habe das so übernommen, er wird ja auch so berechnet. Da Volker auf ein sehr langes und erfolgreiches Valueinvestieren zurückblicken kann, muß sich diese Vorgehensweise offensichtlich bewährt haben.

    Um die Vergleichbarkeit gewährleisten zu können, sollte immer die gleiche CF-Berechnung herangezogen werden.

    Mit Andreas D. habe ich das Thema OCF auch schon mal kurz intern andiskutiert, was er jetzt aber genau macht entzieht sich meiner Kenntnis.

    Viele Grüße

    Dieter

  5. #5
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    Dieter,

    nochmal danke für die Hintergründe. Wenn Du von Graham's Buch sprichst, meinst Du dann "Security analysis"?

    Ich habe das Buch noch nicht gelesen, es steht aber auf meinem Wunschzettel. Ich kann mich noch nicht entscheiden, ob ich die deutsche oder englische Version kaufen soll.

    Viele Grüüse

    Jens

  6. #6
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    Hallo Jens,

    jupp, genau das Buch meine ich.

    Als Ingenieur hatte ich so meine Probleme mit den kaufmännischen Begriffen und hatte mir deshalb die deutsche Version zugelegt, die es aber noch in sich hat.

    Die Übersetzung finde ich gut gelungen und auch die amerikanischen Fachausdrücke wurden im Anhang ausreichend erläutert.

    Interessant wäre natürlich eine Erstausgabe, die vermutlich nicht mehr bezahlbar ist, falls sich überhaupt jemand davon trennen würde.

    Gruß

    Dieter

  7. #7
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    Hallo Dieter,

    aha, Du bist also auch Ingenieur. Dann geht es uns ja ähnlich mit den Fachausdrücken.

    Zum Glück ist es ja nicht mehr so kompliziert, wenn man einmal verstanden hat, was dahintersteckt. Das ist wie mit allem im Leben, die Experten (hier Betriebswirte) versuchen es immer komplizierter zu machen als es ist, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Siehe Steuerrecht, was spricht gegen ein transparentes Steuerrecht mit z.B drei Steuersätzen und max. 10 Regeln für Abschreibungen. Die Herren, die soetwas einführen könnten, wären danach allerdings arbeitslos, deshalb wird es wohl ein Traum bleiben. Oder wir müssen mit einem neuen Staat anfangen (siehe Kroatien, da klappt es ja auch).

    Deshalb gefällt mir übrigens Buffett so gut. Er hat eine wunderbare Art, Dinge an einfachen Beispielen zu erklären.

    Nochmal zurück zum CF. Ich hatte schon unten gesagt, daß ich bisher den NCF verwendet habe, um die Inventories abzudecken. Ein anderes einfaches Tool ist auch das Fool Ratio (siehe www.fool.com). Damit hätte man z.B. im Fall Cisco letztes Jahr ein klares Verkaufssignal über den Anstieg der Inventories erhalten. Leider bin ich Anfang 2001 ins Ausland gezogen und habe mein Portfolio 1 Jahr ruhen lassen. Pech daß es ausgerechnet dieses Jahr war.

    Also dann, viele Grüße

    Jens

  8. #8
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    Hallo Jens,

    wenn ich mit einem unserer Kaufleute unterhalte, dann benutzen wir oft das gleiche Wort, aber in unterschiedlicher Bedeutung, aber jeder meint recht zu haben. Es ist nicht immer einfach.

    Buffett sagt ja auch immer, dass sein Investmentstil so einfach ist, dass es ihn wundert wie wenige damit Erfolg haben oder so ähnlich.

    Die Geldflußzahl (Flowie) sowie einige andere Ratios/Kennzahlen der Fools verwende ich zusätzlich auch und sind fester Bestandteil meiner Berechnungen.

    Ich war zwar nicht im Ausland, habe aber den Niedergang der Technos in vollendeter Schönheit miterfahren, weil ich erst Ende 2000 über Volker zum Valueinvestor geworden bin und eh ich alles so richtig verstanden hatte, war es für einige meiner Unternehmen leider schon zu spät und es ist zu befürchten, dass sich das eine oder andere, wenn überhaupt, nicht so schnell davon erholen wird.

    Macht nichts, da der Anteil gering ist und sozusagen als Mahnmal im Depot seine Berechtigung hat, das mir immer sagt: "Guck doch noch mal hin du Dölmer!"

    Wie heißt es bei uns so schön: "Machen, lernen, besser machen!"

    Gruß

    Dieter

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