Hallo Herr Hellner, Aktionäre!
Hallo Valueisten
Grundsätze der Unternehmensanalyse im Allgemeinen und im Besonderen mit UIVund EIV.
Zunächst haben wir uns die Frage zustellen, wodurch entsteht Kurspotenzial?
Kurspotenzial kann aus 2 Gründen entstehen.
1. Die Aktie ist deutlich unterbewertet.
2. Man kann aus berechtigen Gründen von einem deutlichen Wachstum, hier besonders dem Gewinnwachstum, ausgehen.
Beim Gewinnwachstum haben wir auf die Angaben der Firma und die Einschätzungen der Analysten zu verlassen. Hierbei hat die Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit des Management eine zentrale Bedeutung.
Doch wie stellen wir eine Unterbewertung fest?
Hier haben die Analysten verschiedene Ansätze. Der Ansatz der AA, aber auch vieler anderer, ist der nach den 3 Signalen, 1. nach dem Gewinnwachstum, 2. nach dem diskontierte Netto KCV und 3. nach dem Eigenkapital. Im Value-Forum wurde dies früher intensiv diskutiert, auch ich habe damals darin den Königsweg gesehen. Hier wurde damals ein Online-Rechner angeboten, mit dem man mit wenigen Zahleneingaben die Berechnung durchführen konnte. Dabei wurde ich sehr schnell ernüchtert, denn die Ergebnisse waren absurd. Meine Meinung dazu ist heute, die Wertermittlung nach den 3 Signalen ist untauglich.
Uwe Lang, aber auch viele andere benutzen das KUV und das KBV. Dies ist in meinen Augen eine Schmalspur-Analyse, mit der man auf Dauer keine Outperformance erzielen kann.
Die Fixierung dieser beiden Werte lässt die unterschiedliche Eigenkapitalhöhe und Rendite beim KBV-Kriterium und beim KUV die unterschiedliche Umsatzrendite außen vor. Es ist, als würden wir beim Autokauf nur den Preis als Maßstab nehmen und nicht die unterschiedliche Qualität des Autos.
Ich fand alle Bewertungsmodelle unbefriedigend und habe nach einem Modell gesucht, das beim Umsatz sowohl das KUV als auch die Umsatzrendite berücksichtigt und beim Eigenkapital die Eigenkapitalquote, die Eigenkapitalrendite und das KBV.
Ich bin überzeugt davon, dass ich mit diesem Modell die Bewertung eines Unternehmens realistischer hinbekomme und sicherer erkennen kann, ob eine Unterbewertung vorliegt.
Ich will eine Bespielrechnung vornehmen:
Aktie A hat eine Eigenkapitalquote (EQ) ist 60%, die Eigenkapitalrendite (ER) 20 %, Das ergibt eine Indexzahl von 1200. Wenn wir eine Bewertung nach dem Eigenkapital vornehmen, müssen wir die Quote ins Verhältnis zur Rendite stellen. Daher ist es meiner Meinung nach der richtige Weg EQ mit ER zu multiplizieren. Wir erhalten daher einen Indexwert, der nichts über die absolute Höhe der ER aussagt. Ich benutze diesen Indexwert als Vergleichszahl mit anderen Aktien.
Aber auch die Indexzahl (IZ) von 1200 sagt alleine nicht viel aus, ich muss sie ins Verhältnis zum KBV stellen. Ich gehe in meiner Beispielrechnung von einem KBV von 10 aus. Dies ist ein hoher Wert, aber Aktien mit einer hohen EQ und ER haben in der Regel ein hohes KBV. Das KBV von 10 sagt, dass ich den 10fachen Preis des Buchwerts für die Aktie zahlen muss.
Angenommen, die Aktie kostet 10E.und damit erhalte ich einen Buchwert von einem E.. Auf diese 1 E. habe ich eine Rendite von 20%, das sind dann 20 Cent. Ich sehe dann sehr schnell, dass ich für meine 10 E. wenig Rendite bekomme. In der Beispielrechnung muss ich dann die Indexzahl von 1200 durch das KBV (10) dividieren und ich erhalte dann die Zahl 120 und das ist meinen Untersuchungen zufolge ein schlechter Wert.
2. Beispielrechnung
Aktie B hat 30% EK und 10%ER, das ergibt die Indexzahl von 300. Das KBV ist aber nur 2, das ergibt dann ein EIV von 150. Wir sehen, die Bewertung ist schon etwas besser.
Ich habe bei einigen Werten das durchgerechnet
Aktie EIV UIV
Leoni 268,6 7,69
Sartorius 189,3 5,06
Stratec 140,0 3,56
Bijou Brigitte 182,2 4,57
China Mobile 337,4 4,62
BHP Billiton 242,4 8,33
Wir sehen, bei diesem Bewertungsmodell schneiden Leoni und BHP besonders gut ab, China Mobile nur nach dem EIV.
Ich weiß nicht, ob man mit dieser ergänzenden Methode bessere Ergebnisse erzielen kann. Ich werde jedenfalls zahlreiche Untersuchungen vornehmen und die Performance in Musterdepots testen. Vielleicht kann das ja neben unserem Hauptanalysekriterium, das PEG, zu noch besseren Ergebnissen führen.
Wir haben die Auswirkungen eines niedrigen PEG im letzten Jahr in einem Musterdepot getestet. Dabei haben wir 8 Daxwerte nur nach dem niedrigsten PEG ausgewählt und in ein Musterdepot eingegeben. Nach einem Jahr hatten diese 8 Werten den gesamten Dax mit knapp 10% geschlagen und damit unser Performanceziel, 10% Outperformance zum Dax, knapp erreicht.
Herr Hellner, alle Aktionäre, ich würde mich freuen, wenn ihr euch kritisch mit meinen Gedanken auseinandersetzt.
Ich werde den Mut haben, diesen Brief in das Value-Forum zu stellen.
An alle Valueisten, schont mich nicht, nehmt meine Gedanken kritisch auseinander.
Gruß
SP




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