Value-Brief anfordern
Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: NCF Marge

  1. #1
    Valueist
    Registriert seit
    02.07.2001
    Ort
    Dortmund
    Beiträge
    34

    Standard

    Hallo Zusammen,
    suche Hilfe beim Nachdenken:

    ist der "Free Cash Flow" in den anglo-amerikanischen Medien identisch mit dem NCF aus Volkers Methode der Value-Analyse ?

    Wenn ich die messbaren Kriterien
    a) CF-Marge > 15-20%
    und
    b) SachInvest/CF < 40%
    zusammenfassen würde zu einem "härteren" Kriterium
    c) NCF-Marge > 15-20%
    würde ich dann irgendwas von a) und b) verpassen/übergehen ?

    Gruß
    Forticus

  2. #2
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    21.01.2002
    Ort
    Kiel
    Beiträge
    830

    Standard

    Hallo Forticus,

    @ist der "Free Cash Flow" in den anglo-amerikanischen Medien identisch mit dem NCF aus Volkers Methode der Value-Analyse ?

    Jab.

    @Wenn ich die messbaren Kriterien
    a) CF-Marge > 15-20%
    und
    b) SachInvest/CF < 40%
    zusammenfassen würde zu einem "härteren" Kriterium
    c) NCF-Marge > 15-20%
    würde ich dann irgendwas von a) und b) verpassen/übergehen ?

    Ja, Du hast die Sachinvestitionen/CF übergangen, wenn Du CF-Marge > 15-20% zu einem Kriterium NCF-Marge > 15-20% überführst. Zusammengefasst müsste es heißen NCF-Marge > (1-0,4) * 15-20% = 9-12%, da NCF = CF - SI.

    Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  3. #3
    Valueist
    Registriert seit
    02.07.2001
    Ort
    Dortmund
    Beiträge
    34

    Standard

    Hallo PoP,

    danke, aber ich ha®ke lieber noch mal nach.

    Zur Erstellung meiner VA Tabellen habe ich bisher für die Sachinvestitionen Zahlen aus den Jahresberichten genommen, die typischerweise in einer Zeile namens
    "Purchase of property, plant and equipment" (PPPE) zu finden sind.
    Diese Zahlen diese Zahlen stimmen typischerweise mit den in der AA angegebenen "Sachinvestitionen" (SI) überein.

    Die Summe unter "Net cash used in investing activities" (NCIA) in Jahresberichten kann dabei deutlich höher ausfallen.

    Gestern habe ich die Zahlen von Telstra (australische Telekom) erfasst
    und dabei festgestellt, daß in deren Jahresberichten der "Free Cash Flow" angegeben wird aus CF - NCIA ("operating CF less investing CF")

    Ist es möglich, daß "Free Cash Flow" in den USA und Australien verschieden definiert sind ?

    -------

    zu:

    NCF-Marge > (1-0,4) * 15-20% = 9-12%

    einverstanden. Aber mit einem "härterem" Kriterium (NCF>15-20%) meinte ich

    CF-Marge > 15-20% / (1-0,4) = 25-33%

    Wenn ich also NCF-Marge>15% fordern und damit rechnen würde,
    und dabei keinen Blick mehr auf die CF-Marge und die SI werfen würde, kann ich mir dann nur bessere Unternehmen oder auch was Übles einhandeln ? Vielleicht ein Unternehmen, das gar nicht investiert ?


    Gruß
    Forticus

    P.S.: zu Telstra (DivRend 10%, Sicherheitsmarge 50% bei Diskont mit 12%) schreibe ich vielleicht unter T noch was in den nächsten Tagen.

  4. #4
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    21.01.2002
    Ort
    Kiel
    Beiträge
    830

    Standard

    Hallo Forticus,

    für Kennzahlen gibt es leider keine einheitlichen Definitionen, an die sich alle richten. Beispiel Eigenkapitalrendite: Nimmst Du das Eigenkapital mit oder ohne Fremdanteile? Nimmst Du das Eigenkapital am Jahresende oder als Durchschnitt von Jahresende und Jahresanfang? Nimmst Du den Gewinn mit oder ohne Fremdtanteile? I.d.R. ist es Willkür. Beim Free Cashflow wird es nicht anders sein. Manche rechnen hier z.B. mit unterschiedlichen Cashflows. Und ebenso können die Investitionen unterschiedliche Anteile enthalten. Die Telekoms zählen zu den Capex beispielsweise häufig noch die Investitionen in immaterielle Güter hinzu, z.B. für Lizenzen, was durchaus Sinn macht. Die Frage ist ja, wieviel nach Abzug der Investitionen übrig bleibt. Bei Telstra wird es wohl so sein, dass die Sachinvestitionen und die Investitionen in Immaterielles den Großteil des gesamten investiven Cashflows ausmachen, oder? Dann macht es auch keinen großen Unterschied mehr.

    Wenn Du Dir den Cashflow und die SI nicht anschaust gehen Dir schon wichtige Informationen verloren. Der Cashflow unterliegt hohen Schwankungen, weil er nur den Zahlungseingang eines Jahres widergibt. Beispielsweise werden Verbindlichkeiten aus LuL beglichen, die vor Jahren als Aufwand in der GuV verbucht wurden. Oder ein Abnehmer begleicht seine Verbindlichkeiten bzw. Deine Forderungen, die einem früheren Geschäftsjahr zugeordnet wurden. Die GuV erhebt ja den Anspruch die Aufwendungen und Erträge dem betreffenden Berichtsjahr zuzuorden (Abgrenzung der Sache und Zeit nach) unabhängig davon, ob sie auch zu einer Ein- oder Auszahlung geführt haben. Und so ist es auch mit Sachinvestitionen. Die werden mit ihren Anschaffungskosten auf ihre vorraussichtliche Nutzungsdauer verteilt und so per Abschreibung als Aufwand in der GuV verbucht. I.d.R. sollten die Sachinvestitionen also mindestens so hoch sein wie die Abschreibungen um den Werteverzehr zu ersetzen. Aber was ist, wenn ein Unternehmen seinen ganzen Cashflow in Wachstum investiert und keinen FCF hat...ist es dann ein schlechtes Unternehmen?

    Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •