Value-Brief anfordern
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 57

Thema: Stock Options

  1. #21
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    01.06.2001
    Ort
    Scherzingen/Schweiz
    Beiträge
    1.029

    Standard

    Bemerkungen von Chairman Alan Greenspan an der Financial Markets Conference 2002 der FED in Atlanta, Sea Island, Georgia über Stock Options und deren Zusammenhänge (3.Mai 2002):

    http://www.federalreserve.gov/boardd...2002/20020503/

    filippina

  2. #22
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    01.06.2001
    Ort
    Scherzingen/Schweiz
    Beiträge
    1.029

    Standard

    Gerade habe ich eine deutsche Zusammenfassung der Rede von Chairman Alan Greenspan von heute gefunden:

    http://www.sharper.de/sharper....ex.html

    filippina

  3. #23
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.09.2001
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    792

    Standard

    Guten Abend zusammen,

    da ich mich derzeit ein wenig mit Aktienoptionen beschäftige, ist mir eine Sache aufgefallen, die ich gerne geklärt hatte. Ist vielleicht eine blöde Frage, aber ich stelle sie trotzdem.

    Wenn ich Inhaber einer Kauf-Option bin (und das bin ich ja, wenn ich eine solche Option gewährt bekomme), dann gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten:

    1) Ich bezahle einen Basispreis in bar und erhalte eine Aktie des Unternehmens
    2) Ich übe die Option aus und bekomme den Unterschied zwischen aktuellem Kurs und Basispreis in bar ausgezahlt.

    Daß Möglichkeit 2) für die Gesellschaft einen Aufwand darstellt, ist logisch - sie muß ja an mich zahlen. Ich verstehe aber nicht, warum 1) für die Gesellschaft einen Aufwand darstellt. Das Unternehmen bekommt von mir Geld und im Gegenzug entsteht eine neue Aktie. Da sehe ich die Gewinn- und Verlustrechnung nicht betroffen.

    Natürlich ist klar, daß durch die Ausgabe der neuen Aktien die alten Aktien verwässert werden. Das ist ja auch ein Grund, warum diese Optionen bei Anlegern nicht übermäßig beliebt sind. Aber dennoch bleibt die Frage, wo diese Variante - rein aus Unternehmenssicht - einen Aufwand darstellt.

    Weiß jemand, welche der beiden Möglichkeiten in Deutschland und den USA üblich sind?


    Schönen Abend noch,

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  4. #24
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.10.2001
    Ort
    Frankfurt
    Beiträge
    135

    Standard

    Guten Abend

    Nr. 2 gibt es nicht, weil man bei einer Optionsausübung immer verpflichtet ist, den Basispreis zu zahlen. Wenn die Ausübungsfrist beginnt, also z.b. 5 Jahre nach Einräumung der Option, kann der Mitarbeiter die Option ausüben. Wenn der Börsenkurs über seinem Ausübungspreis liegt, wird er die Option ausüben und z.b. bei einem aktuellen Kurs von 51 $ für 50 $ Aktien bekommen. Liegt der Kurs nur bei 49 $ macht es keinen Sinn sie auszuüben, weil er mit der Optionsausübung mehr für die Aktie bezahlen müsste als an der Börse. Liegt der Kurs bei 51 $ und er übt die Option aus, zahlt er dem Unternehmen 50 $ pro Aktie und erhält dafür die vorgesehene Aktienzahl. Ob er im nächsten Moment an der Börse verkauft oder nicht bleibt ihm überlassen.

    Deine Argumentation ist wie die der Unternehmen, die sagen, daß Aktienoptionen keine Cash-wirksamen Aufwendungen darstellen. In einer G+V geht es aber nicht um Cash-Positionen sondern um die Zahlendarstellung vom Geschäftserfolg. Beispielsweise sind Abschreibungen auch nicht cashwirksam. Wenn Porsche eine Montageschiene kauft, werden sie den Kaufpreis über vielleicht 20 Jahre abschreiben. Das machen sie, weil sie in 20 Jahren aller Voraussicht nach nicht den Kaufpreis für das Teil erstattet bekommen oder einen Verkaufserlös in gleicher Höhe bekommen sondern weil sie es warscheinlich verschrotten können. Das heißt, wenn Porsche mit einer 20 Mio teuren Maschine in jedem der nächsten 20 Jahre 1 Mio Gewinn erzielen, macht es wenig Sinn, jedes Jahr 1 Mio Gewinn auszuweisen, weil man ja weiß, daß die Maschine jedes Jahr 1 Mio an Wert verliert. Deswegen nimmt man Abschreibungen mit in die G+V auf, so daß der Gewinn bei 0 liegt.

    Ebenso korrekt wäre es deshalb, jede Summe, die ein Mitarbeiter unter den gegebenen Konditionen seines Arbeitsvertrages mit seiner Tätigkeit im Unternehmen einnimmt, als Personalkosten auszuweisen (Verkaufskurs-Ausübungskurs*Aktienzahl). Die zusätzlichen Gewinne der Mitarbeiter durch Einräumung von Optionen werden aber nicht nachgeprüft. Stattdessen wird jedes Jahr mittels der Black/Scholes-Formel ermittelt, wieviel die in jenem Jahr gewährten Optionen wert waren, wobei ich der Meinung bin, daß diese Wertermittlung (siehe filippina`s link) nicht korrekt ist, weil damit ein Firmenwert auf Basis historischer Börsenkurse ermittelt wird. Korrekt wäre es, wenn die Mitarbeiter die Erlöse durch Verkauf aus mit Optionen gewonnenen Aktien dem Unternehmen anzeigen würden. Falls aus Optionen gewonnene Aktien noch nicht vom Mitarbeiter verkauft wurden, sollte man der Einfachheit halber den Geschäftsjahresschlußkurs als Basis zur Ermittlung dieser Personalkosten heranziehen. Hinzu kommt selbstverständlich, daß sich die Aktienzahl Jahr für Jahr dadurch erhöht.

  5. #25
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    01.06.2001
    Ort
    Scherzingen/Schweiz
    Beiträge
    1.029

    Standard

    Hallo zusammen,

    Wie die Financial Times heute schreibt, wird morgen Standard & Poors bekanntgeben, zukünftig Stock Options mit bei der Bewertung der Unternehmen zu berücksichtigen.

    ------Ausschnitt

    S&P has decided that for all companies included in its US indices it will deduct stock option expenses from its calculation of operating earnings.

    S&P also plans to detail how its new approach, which will exclude items such as pension gains, and gains and losses from asset sales, would apply to the earnings of such market bellwethers as General Electric and Cisco Systems.

    In an article in Monday's Financial Times, David Blitzer, S&P's chief investment strategist, describes reporting of stock option expenses, on a quarterly as well as an annual basis, as an essential reform in the quest for "clear and transparent earnings reports that honestly portray the company's profits and losses".

    Übersetzung:

    S&P hat beschlossen, in allen Berechnungen sämtlicher Unternehmen im S&P Index die Kosten der Stock Options vom Betriebsgewinn abzuziehen.

    S&P will auch genau aufzeigen, wie diese neue Methode, die Posten wie Pensionsgewinne, Gewinn und Verlust von Vermögensverkäufen ausschließen wird, auf solche Unternehmen wie General Electric und Cisco angewendet werden wird.

    In einem Artikel in der Montagsausgabe der Financial Times beschreibt David Blitzer, S&P Chefanlagestratege, das Anzeigen von Stock Options sowohl auf vierteljährlicher als auch auf jährlicher Basis als eine wesentliche Reform in Fragen der Klarheit und Transparenz in den Geschäftsberichten, die die Gewinne und Verluste eines Unternehmens ehrlich darstellen.

    --------Ende Ausschnitt

    Hier ist der volle Artikel:

    http://news.ft.com/ft....0PYY8CC

    Sollte S&P umstellen, werden bestimmt noch andere Rating-Agenturen dem Beispiel folgen, denke ich.

    Wie wirkt sich das dann auf unsere Berechnungen aus?

    Grüße
    filippina

  6. #26
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    01.06.2001
    Ort
    Scherzingen/Schweiz
    Beiträge
    1.029

    Standard

    Hier noch die Aussagen von David Blitzer:

    http://news.ft.com/ft....FJXBSUC

  7. #27
    Valueist
    Registriert seit
    07.08.2001
    Ort
    Leipzig
    Beiträge
    66

    Standard

    Hallo alle!

    Hier wurde ja schon öfters (u.a. von Andreas) darauf hingewiesen, Stock Options mit dem Black-Scholes-Modell zu bewerten. Im Internet finde ich zwar eine Menge Seiten, die die Formeln präsentieren, aber ich habe noch kein nachvollziehbares Rechen-Beispiel gefunden. Kann mir jemand weiterhelfen? Ansonsten bleibt mir das zu theoretisch.
    So weit ich weiß, ist das Black-Scholes-Modell zu erst dafür gedacht gewesen, Optionen für den Optionshandel zu bewerten, weniger dafür, Mitarbeiter-Optionen im Hinblick auf den Einfluss auf den Gewinn oder Cash-Flow einer Firma zu bewerten. Oder gibt es da keine Unterschiede?

    Viele Grüße,
    Jörg.

  8. #28
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    30.05.2001
    Beiträge
    180

    Standard

    Hallo Joerg,

    BS ist ein finanzmathematisches Modell und m. E. nicht ohne Schwaechen.
    Um einen Optionspreis zu berechnen, musst Du einfach ausrechnen, was die Option am Ende der Laufzeit voraussichtlich wert ist. Um das zu tun musst Du wissen, wo die Aktie voraussichtlich steht.

    Evtl. erstellt Du verschiedene Szenarien und gewichtest Sie nach Wahrscheinlichkeiten. Genau das macht BS. Sie erstellen unendlich viele Szenarien. Sie geben zu jedem moeglichen Kurs k, der am Ende der Laufzweit vorherrschen kann, eine Wahrscheinlichkeit P(k) an und berechnen dann den Erwartungswert fuer den Optionspreis, durch

    E(Optionspreis am Ende der Laufzeit)=I_0^\infty max(k-b,0)*P(k) dk

    wobei I_0^\infty ... dk bedeutet integriere ueber den Ausdruck max(k-b,0)*P(k) nach der Variablen k und zwar ueber dem Wertebereich von 0 bis unendlich. b steht fuer den Basispreis der Option. 0 bis unendlich sind die moeglichen Kurse, die die Aktie annehmen kann, max(k-b,0) ist der Preis der Option wenn die Aktie am Ende der Laufzeit bei k steht und diese Preise werden nach Wahrscheinlichkeiten gewichtet und addiert. Man nimmt deshalb das Maximum von k-b und 0, weil der Optionspreis nicht unter 0 sinken kann, auch wenn die Aktie unter ihrem Basispreis notiert.
    Soweit ist das BS Modell eigentlich noch voellig einsichtig und auch fuer den Valueinvestor konsistent.
    Die Krux bei der Sache ist aber, wie man zu der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion P(k) kommt.

    Hier ermittelt das BS Modell einige Kennzahlen naemlich Alpha, Beta und Sigma. Alpha sagt aus, wie die Aktie in der Vergangenheit unabhaengig vom Markt performt hat, Beta sagt aus, um welchen Faktor die Marktentwicklung ueber oder unterzeichnet wurde und Sigma ist die Standardabweichung, also wie stark schwankte die Aktie um ihren Trend. Diese drei Kennzahlen werden aus der Vergangenheit ermittelt und in die Zukunft extrapoliert. Eine Aktie mit einem Alpha von 2% und einem Beta von 0,8 wuerde in einem Jahr, in dem der Markt um 5% steigt, die Marktbewegung abgeschwaecht um den Faktor 0,8 mitmachen, also um 4% steigen und zusaetzlich um 2% unabhaengig vom Markt. Das wuerde also insgesamt 6% machen.
    Nun wird angenommen, dass der Markt bis zum Ende der Laufzeit jaehrlich um die Kapitalkosten steigt und mit Hilfe von alpha und beta wird ausgerechnet, wo die Aktie voraussichtlich am Ende der Laufzeit steht. Wenn man also vom Markt 8% p. a. erwartet und alpha=2%, beta=0,8 ist, dann wuerde die Aktie um jaehrlich 8,4% steigen. Bei 5 Jahren Laufzeit also etwa um 50%. Wenn der Aktienkurs am Anfang der Laufzeit bei 40$ stand, geht man also davon aus, dass der Erwartungswert am Ende der Laufzeit 60$ betraegt. Mit Hilfe von Sigma berechnet man nun wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kurs vom Erwartungswert einen gewissen Betrag abweicht. Damit bekommt man P(k).
    Somit kann man den Erwartungswert fuer den Optionspreis am Ende der Laufzeit ausrechnen. Nun diskontierst Du diesen Preis mit den Kapitalkosten auf den heutigen Tag zurueck und bekommst den fairen Wert.

    Damit kann man eine europaeische Option bewerten, also eine Option, die man nur am Ende der LZ ausueben kann. Bei amerikansichen Optionen, die man zu einem beliebigen Zeitpunkt ausueben kann, muss man das obige Modell noch etwas modifizieren.

    Ich halte von dem Modell nicht allzuviel, weil sehr viele vergangenheitsbezogene Daten einfliessen, wie gesagt, alpha beta und sigma werden durch lineare Regression aus den vergangenen Kursdaten berechnet.
    Fuer den Valueinvestor vielleicht besser ist es, einfach davon auszugehen, dass die Aktie bis zum Ende der Laufzeit vielleicht um 10% p. a. steigt - wenn sie das nicht tun wuerde, kaeme sie fuer ein Investment ohnehin nicht in Betracht. Wenn sie staerker steigt, ist die Option zwar mehr wert, aber bei dem Kursgewinn den man dann hat, kann man das vielleicht verschmerzen. Damit kann man dann ausrechnen wieviel die Option am Ende der Laufzeit voraussichtlich wert ist, ohne gross die Wahrscheinlichkeiten zu gewichten. Das diskontiert Du dann auf den heutigen Tag zurueck.

    Bsp.
    aktueller Kurs = 40$
    Basispreis 50$
    Laufzeit 5 Jahre
    erwartete jaehrliche Kursentwicklung 10%

    ==> erwarteter Kurs am Ende der LZ 40*1,1^5=64,42
    ==> erwarteter Wert der Option am Ende der LZ = 64,42 - 50 = 14,42
    ==> heutiger Wert der Option = 14,42/1,1^5=9$

    Andreas

  9. #29
    Valueist
    Registriert seit
    07.08.2001
    Ort
    Leipzig
    Beiträge
    66

    Standard

    Hallo Andreas,

    vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. So langsam geht mir - auch mit Hilfe des gesamten Threads - ein Licht auf.

    Um noch einmal auf dein Beispiel zurückzukommen:
    Wann fallen die Kosten für das Unternehmen an? Doch wohl dann, wenn die Option ausgeübt wird (also nach den 5 Jahren), oder schon eher? Je länger die Laufzeit, desto höher die Kosten für das Unternehmen (bei sonst gleichbleibenden Zahlen). Wenn es dann tatsächlich zur Ausübung der Option kommt, wird dann immer die Zahl ausstehender Aktien erhöht? Dimstar hat aber schon angedeutet, dass ein Unternehmen Aktien aus einem Vorrat (Schatz) nehmen könnte. Letzteres würde das Eigenkapital der Firma reduzieren, ersteres die Gewinne verwässern, oder passiert immer beides gleichzeitig? Wahrscheinlich gibt es mehrere Formen, wie Firmen zu den Aktien kommen, die sie dann ihren Mitarbeitern gegebenenfalls geben. Die schlimmste (für die Firma) ist wohl, die Aktie am Tag der Optionsausübung an der Börse zu kaufen. Aber wohl genau so schlimm wäre es wohl, wenn eine Firma eine Aktie ausgibt, die sie mal z.B. für $30 am Markt gekauft hat (z.B. am Tag der Optionsgewährung). Hier würde sie Geld verschenken.
    Letztendlich müsste eine Bewertung von Optionen doch auch berücksichtigen, ob eine Firma noch Geld ausgeben muss, oder nur verschenkt, oder? Bei deiner Beispielrechnung ist mir noch nicht klar, was die $9 bedeuten. Ist das der Preis dafür, dass das Unternehmen Geld gebunden hat und nicht anderweitig investieren kann? Ist es ein Betrag, der vom Gewinn (wirklich) abgezogen wird? Betrifft die $9 nur den Gewinn einer Firma oder beeinflusst er auch den (zukünftigen) Cash-Flow (oder dies nur indirekt, wie jede Gewinnänderung)? Noch eine letzte Frage (oh je, und ich dachte, mir ist schon fast alles klar): Wenn ich im Jahre 2001 bei der Bewertung z.B. 1 neue Option (mit Laufzeit 5 Jahre) berücksichtigt und den Preis vom Gewinn abgezogen habe, muss ich dann im Jahre 2002 die Option mit Laufzeit 4 Jahre erneut berücksichtigen? Oder ist bei 2001 alles abgegolten?

    Jörg.

  10. #30
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.10.2001
    Ort
    Frankfurt
    Beiträge
    135

    Standard

    Jörg,

    fast jedes Vorstandsteam einer Firma verwaltet und führt Buch über Aktienoptionsprogramme. Irgendwann wird ein solches Programm nach Vorschlag des Vorstandes auf einer Aktionärsversammlung beschlossen und Optionen können daraus in den folgenden Jahren gewährt werden. Diese Pläne können auch zwischendurch geändert werden und es können weitere Pläne aufgestellt werden, falls per HV beschlossen. Bei Aufstellung dieser Pläne werden auch die entsprechenden Aktien für die künftige Ausgabe extra reserviert. Z.B. hat eine Firma einen Optionsplan aus 1998 zur Gewährung von 3 Mio Optionen. Davon wurden bislang 2 Mio Optionen ausgegeben (outstanding options) und 1 Mio weitere können noch ausgegeben werden (reserved). Die Angaben zur Aktienzahl eines Unternehmens schwanken oft etwas, weil die `diluted shares` auch die Aktien enthalten, die warscheinlich durch Optionsausübungen später entstehen. Wenn der durchschnittliche Börsenkurs 1999 z.b. über 20 $ lag und von den 2 Mio Optionen z.b. alle mit einem Ausübungspreis von 20 $ versehen sind, hat die Angabe `diluted shares`im Geschäftsbericht 1999 diese 2 Mio voraussichtlich entstehenden Aktien enthalten. Wäre der Kurs darunter gewesen, hätten sie sie nicht hinzugezählt. Z.B. wurden von den 2 Mio Optionen in 1999 0.7 Mio an Mitarbeiter ausgegeben (granted). Die Firma mußte nun in 1999 feststellen, wie hoch die Gehaltsersatzbezahlung auf Basis der Gewährung von 0.7 Mio Optionen war. Die Kosten für die Firma entstehen deshalb bei Gewährung von Mitarbeiteroptionen. Diese Kosten gehen nicht in die G+V ein, sondern müssen nur im Anhang angegeben werden. Sie kennen die Kosten aber nicht, weil diese Optionen irgendwann z.b. ab 2005 zu irgendeinem Kurs ausgeübt werden oder nicht ausgeübt werden, wenn der Kurs nach 2005 unter dem festgelegten Ausübungspreis liegt. Deshalb versucht man mit dem B/S-Modell einen voraussichtlichen Börsenkurs zu bestimmen, subtrahiert davon den Ausübungspreis und erhält den voraussichtlichen Gewinn des Mitarbeiters. Weil der Gewinn noch 6 Jahre auf sich warten lässt, mindert man diese Kosten um 6 Jahre Zinseszinsen. Diese Abdiskontierung hat Andreas ganz unten auch vorgenommen, als er 14.42 um 5 Jahre Zinseszinsen auf 9 $ heruntergerechnet hat. Die Diskussion besteht nur darin, inwiefern die Bestimmung des voraussichtlichen Börsenkurses plausibel oder überhaupt statthaft ist. Die Unternehmen geben im Geschäftsberichtsanhang die Kosten von Optionsgewährungen nach B/S an, aber Andreas sagte ja schon was davon zu halten ist. Wenn man diese Kosten ernsthaft berechnen will, geht man deshalb besser nach einer realistischen eigenen Renditeerwartung, die dann auch auf den Wert der Optionen *schließen lassen (Aktienkursziel abzgl. der Ausübungspreise). Wenn man diese Kosten nicht berechnen will, investiert man besser in Firmen ohne aufgeblähte Optionsprogramme.

    ^Je länger die Laufzeit, desto höher die Kosten für das Unternehmen (bei sonst gleichbleibenden Zahlen).^
    Das kann man nicht sagen.

    ^muss ich dann im Jahre 2002 die Option mit Laufzeit 4 Jahre erneut berücksichtigen^
    Du mußt nur berücksichtigen, wie hoch als Personalkostenersatz der Wert der Optionen war, die in einem Geschäftsjahr ausgegeben (granted) wurden, also nicht doppelt und dreifach.

    Den Rest habe ich hoffentlich oben erklärt.

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •