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Thema: Depotbesprechung

  1. #31
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, Valueisten,

    nach einiger Zeit möchte ich auch mal wieder mein Depot mit Anteilen vorstellen. Dramatische Änderungen gab es dabei nicht:

    Ch. Lindt & Sprüngli AG PS 8,23%
    Gerry Weber International AG 7,92%
    Hugo Boss AG Stammaktien 6,90%
    Centrotec Sustainable AG Akt. 7,08%
    Fielmann AG Aktien 7,88%
    Rhön-Klinikum AG Aktien 12,70%
    Stratec Biomedical Systems AG 8,01%
    Klöckner & Co. AG Aktien 8,70%
    Discount-Zert. Österreich. Post 5,98%
    eganaGoldpfeil Holdings Ltd. 11,67%
    DWS Invest BRIC Anteile C 0,07%
    Berkshire Hathaway Inc. Cl. B 8,01%

    Der geringe Anteil des BRIC-Fonds liegt daran, daß ich gerade einen Fonds-Sparplan gestartet habe. In diesen Regionen sehe ich in jedem Fall sehr viel Wachstumspotential, das ich über einen Fonds nutzen möchte, da sich Direktanlagen dort schwierig gestalten.

    Rund 7 % halte ich zur Zeit in Cash, was für mich sehr viel ist.

    Ich habe schon seit ca. sechs Wochen Cash für eine weitere Position, die ich einfach nicht finde. Tolle Unternehmen finde ich zuhauf (Givaudan, General Electric, 3M und so weiter und so weiter), nur sind diese Werte alle viel zu teuer. Auf dem deutschen Markt sieht es ähnlich aus.
    Zusätzlich ist am Freitag Fielmann noch zum Teil über 46 Euro geklettert. Ich bin dort gerne Aktionär und freue mich auch über diese Entwicklung natürlich, keine Frage. Allerdings ist dort jetzt ein Niveau erreicht, das auch die hervorragenden Qualitäten des Unternehmens nicht mehr rechtfertigen.

    Diese beiden Entwicklungen zusammen haben mich zu dem Entschluß kommen lassen, mein Depot weitgehend aufzulösen und das Geld dazu zu nutzen, meinen Kredit für unser Haus in einer Summe komplett abzulösen. Ich habe seit Anfang 2003 (seitdem messe ich konsequent und regelmäßig meine Performance) runde 70 % gemacht, und ich sehe im Moment nicht, daß sich diese Entwicklung in dieser Form fortsetzt.
    Die Mehrwertsteuererhöhung wird bestimmt Spuren hinterlassen, und dem Konjunkturaufschwung traue ich ob der schlechten Qualität unserer Regierung einfach nicht. Viel wichtiger ist aber für mich die ausgesprochen positive Marktstimmung. Niemand sieht Grenzen für den Aktienmarkt, die erfolgreiche Neuemission von Xing/OpenBC (MK runde 100 Mio. Euro bei 5 Mio. Euro Umsatz) erinnert an die besten Zeiten vom Neuen Markt.

    Die ganze Liquidation wird sicher ein paar Monate dauern, da mehrere erfolgreiche Positionen noch in der Spekulationsfrist sind, von daher glaube ich schon, noch ein paar Wochen von der Jahresendrallye profitieren zu können. Ob der Zeitpunkt richtig gewesen ist, wird man wie immer erst hinterher wissen. Aber egal, was passiert – meine 70 % kann mir keiner mehr nehmen und ich bin schuldenfrei. Das hat schon was.

    Ich fange dann wieder nahe bei Null an, allerdings mit ein paar Jahren Value-Erfahrung; immerhin kann ich dann meine ersparten monatlichen Raten investieren. Einen Neuanfang sehe ich auch nicht unbedingt negativ – ich werde dadurch offen für Neues, und alte Aktien, in die ich mich vielleicht auch verliebt habe, werden über Bord geschmissen.

    Und mein Ziel, die Anzahl meiner Positionen zu reduzieren, erreiche ich dadurch auch.


    So, das war viel zu lesen, und jetzt wünsche ich Euch noch einen schönen Sonntag.

    Viele Grüße,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  2. #32
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, liebe Value-Freunde,

    kurz vor Ende des Jahres möchte ich Bilanz ziehen.

    Für mich war es - trotz einiger teurer Fehler, die ich gemacht habe - ein höchst erfolgreiches Jahr.

    Am Ende steht eine Gesamtperformance von 19,11 %. Damit habe ich mein persönliches Ziel, 10 % p.a. zu erzielen, erneut deutlich übertroffen.

    Meine Ankündigung aus dem letzten Posting habe ich wahr gemacht und bis auf Berkshire und eganaGoldpfeil alles verkauft.

    Mein Depot zum Jahresende sieht daher wie folgt aus:

    eganaGoldpfeil 12 %
    Berkshire Hathaway 8 %
    Cash 80 %

    Im Januar, wenn meine Spekulationsfrist abläuft, werde ich auch noch egana verkaufen und das Geld dann abziehen.

    Und danach geht es mit frischem Mut wieder neu ans Werk. Ob das der Performance gut tut? In einem Jahr werden wir es wissen.

    Ich wünsche Euch und Euren Familien alles Gute für 2007.

    Viele Grüße,
    JuliaPapa
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  3. #33
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    Hallo JuliaPapa,

    herzlichen Glückwunsch zu deiner Performance. Aufgrund meiner Depotstruktur - weniger als die Hälfte ist in Aktien oder Aktienfonds angelegt, bin ich auf 10,8% gekommen. Dafür lief mit über 40% 2005 wie geschmiert - allerdings war der Aktienanteil deutlich höher. Die Bringer waren BRIC, Rohstoffe und Emerging European Markets und mein kleines MOM-Depot. Ich habe zwar viel dazugelernt, aber dennoch jedes Jahr einen satten Flop gelandet. Das bringt einen dann wieder auf den Boden zurück.

    Historisch bedingt beginnt mein Börsenjahr am 01.10. eines Jahres und mit der nachfolgenden Depotstruktur bin ich gestartet:

    Aktien 22,49%
    Aktienfonds 26,23%
    Anleihen 19,38%
    Zertifikate 20,96%
    Hedgeprodukte 6,17%
    Cash 4,77%

    Dank Jahresendrallye habe ich damit in 3 Monaten 10,45% erzielt, wobei der Cashanteil jetzt bei > 10% liegt. Ich schichte die Anleihen wegen der Steuer um.


    Respekt, du hast es wahr gemacht. Ich verstehe es nur nicht ganz. Im Sommer standen wir auch vor der Wahl, entweder die Hypothek auf einen Sitz zurückzuzahlen oder die günstigen Zinsen in Anspruch zu nehmen. Wir haben uns für die günstigen Zinsen entschieden. Ich gehe davon aus, dass ich auf Sicht von 10 Jahren auch mit relativ sicheren Anlageformen mehr als 4% p.a. erwirtschafte. Wir werden sehen. Auf dein neues Depot bin ich gespannt

    Bis dahin allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Börsenjahr 2007.

    Dieter

  4. #34
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    Liebe Mitstreiter,

    Meine Depotperformance in 2006 belief sich auf 8,3%. Auf Wallstreet-Online hatte ich dazu das folgende Posting verfasst:

    -------------------------------------------------------

    Dabei verzeichneten mit Ausnahme von zwei Unternehmen alle in 2006 gehaltenen Aktien eine positive Kursentwicklung. Aus diesem Grund erscheint es mir sinnvoll, mich an dieser Stelle mit den beiden Verlierern näher auseinanderzusetzen.

    Philip Morris CR

    Die tschechische Philip Morris kam im vergangenen Jahr auf einen Kursverlust von 37% (in Euro). Der Grund dafür war eine rückläufige Umsatz- und Gewinnentwicklung, die von den in Tschechien durchgeführten Tabaksteuererhöhungen verursacht wurde. Darüber hinaus führten diese zu einem Absinken des Marktanteils von einst 75% auf zuletzt 62 bis 63%. Auf diesem Niveau scheint sich nach Aussage des Unternehmens der Marktanteil im 2. Halbjahr 2006 zu stabilisieren.
    Zwischenzeitlich zeichnet sich auch eine Aufteilung der noch ausstehenden Tabaksteuererhöhungen auf zwei Stufen ab. Demnach wird per 1. März 2007 die Steuer für 1.000 Zigaretten auf 60 Euro und im Januar 2008 auf 64 Euro (das von der EU als Minimum geforderte Niveau) angehoben. Nach derzeitigem Informationsstand sind die Anpassungen durch Tschechiens EU-Beitritt damit abgeschlossen.
    Nach meinen Beobachtungen von vergangenen Tabaksteuererhöhungen in anderen Ländern (Deutschland, Frankreich und Italien) werden die Belastungen von Philip Morris noch mindestens zwei Jahre andauern, nachdem die Anhebungen zu ihrem Ende kamen. Insofern erwarte ich bei der tschechischen Philip Morris keine rasche Verbesserung der Ergebnisse, werde aber investiert bleiben.

    Johnston Press

    Die britische Johnston Press kämpfte in 2006 weiterhin mit rückläufigen Werbeeinnahmen. Diese gingen im 1. Halbjahr um 8,8% zurück, während die Umsätze aus dem Zeitungsverkauf um 1,9% zulegten. Mitte Dezember gab die Johnston Press bekannt, dass sich die Werbeeinnahmen auch in der 2. Jahreshälfte um 8% (per Ende November) rückläufig entwickelten. Zudem sieht das Management derzeit keine Anzeichen für ein verbessertes Marktumfeld.
    Die Gewinnschätzungen für 2006 belaufen sich auf 36 Pence je Aktie, was einem KGV von 11 entspricht. Dabei wird die Umsatzrendite bei rund 17% liegen. Sobald sich das Branchenumfeld verbessert, verspreche ich mir von der Johnston Press eine positive Renditeentwicklung. Im vergangenen Jahr büßte der Aktienkurs in Euro rund 16% ein.

    Dagegen entwickelten sich die Aktien von Stanley Gibbons und ScS Upholstery in 2006 am besten. Die Performance der restlichen Unternehmen lag in etwa im Bereich ihrer langfristig von mir erwarteten Geschäftsentwicklung.

    Aktuell bin ich in folgende Unternehmen investiert:

    Aegon, Ahlers, Altria Group, Johnston Press, Pfizer, Philip Morris CR, ScS Upholstery, Stanley Gibbons und Zwack Unicum

    Das Depot weist mit über 4% weiterhin eine überproportional hohe Dividendenrendite auf. Dabei liegt der Anteil der von den Unternehmen einbehaltenen Gewinnen bei schätzungsweise 44%. Auf Basis der für 2007 erwarteten Unternehmensgewinne liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis des Depots bei unter 12 und die Einstandrendite bei rund 11%.

    -------------------------------------------------------

    Im vergangenen 4-Jahreszeitraum, innerhalb dem ich über eine detaillierte Datenerhebung verfüge, sieht meine Performance im Vergleich zur Benchmark - dem S&P 500 - wie folgt aus:

    Jahr | Depot | S&P 500 | Relativ
    2003 | 21,0% | 26,4% | -5,4%
    2004 | 9,3% | 9,0% | +0,3%
    2005 | 38,4% | 3,0% | +35,4%
    2006 | 8,3% | 13,6% | -5,3%


    Durchschnittsgewinn p.a.

    Depot: 18,7%
    S&P 500: 12,7%
    Relativ: +6,0%


    Gesamtgewinn 2003 -2006

    Depot: 98,3%
    S&P 500: 61,2%


    Im 10-Jahreszeitraum beläuft sich die Performance unter Inkaufnahme statistischer Unschärfen auf:

    Durchschnittsgewinn p.a.

    Depot: 6,2%
    S&P 500: 6,1%
    Relativ: +0,1%

    Gesamtgewinn 1997 -2006

    Depot: 93,3%
    S&P 500: 91,5%


    Eine für mich wichtige Erkenntnis ist, dass der Aktienmarkt - trotz dem Bezahlen von Lehrgeld - langfristig eine im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen höhere Rendite liefert.

    In diesem Sinne wünsche ich allen Valueanlegern ein erfolgreiches Börsenjahr 2007!

    Viele Grüße
    Borsheim´s

  5. #35
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    Hallo, Dieter,

    >>Respekt, du hast es wahr gemacht. Ich verstehe es nur nicht ganz. Im Sommer standen wir auch vor der Wahl, entweder die Hypothek auf einen Sitz zurückzuzahlen oder die günstigen Zinsen in Anspruch zu nehmen. Wir haben uns für die günstigen Zinsen entschieden. Ich gehe davon aus, dass ich auf Sicht von 10 Jahren auch mit relativ sicheren Anlageformen mehr als 4% p.a. erwirtschafte. Wir werden sehen. Auf dein neues Depot bin ich gespannt.<<

    Auf mein neues Depot bin ich auch gespannt.

    Warum habe ich mich so entschieden? Ausschlaggebend war in erster Linie der hohe Kurs bei Fielmann und die "Folgen", die sich für mich ergeben. Die Aktie ist klasse gelaufen, und ich habe davon seit 2002 profitiert, aber mittlerweile ist das Teil, so denke ich, überteuert. Also heißt es verkaufen.

    Und dann?

    Ich habe bestimmt um die 20 Aktien angesehen. Alles tolle Unternehmen, aber die Aktien allesamt sehr hoch bewertet. Da ist kein Schnapper dabei.

    Das führte mich weiterhin dazu, über den Markt nachzudenken. Der Dax hat seit seinem Tief 2003 (oder war's 2002?) rund 200 % zugelegt. Das ist eine tolle Entwicklung, die auch durchaus berechtigt war. Aber ich glaube nicht, daß sich dieser Trend in diesem Ausmaß fortsetzen wird. Von der Entwicklung der Nebenwerte (man schaue sich nur die Entwicklung des MDax an) ganz zu schweigen.

    Irgendwie sagt mir mein Bauch, daß wir in eine Blase laufen. Natürlich gibt es keinen Vergleich mit dem Internet-Hype, aber ich habe derzeit kein gutes Gefühl. Ich habe versucht, günstige Aktien zu finden, aber selbst Empfehlungen in Value-Newslettern (auch in dem von mir sehr geschätzten Value Investor Insight) kommen kaum noch mit KGVs unter 20 daher.

    Und genau hier finde ich die Parallele zur Internetblase. Damals waren alle Maßstäbe außer Kraft gesetzt. KGVs und Marktkapitalisierung spielten keine Rolle mehr, weil das neue Medium Internet alles verändern würde. Heute hat ebenfalls niemand Angst. Alle sind überzeugt, daß der Markt weiterläuft, weil die Konjunktur rundläuft. Und weil die Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht haben, sind auch die hohen Kurse gerechtfertigt. Tolle Wachstumsaussichten billigen selbst klassischen Industrien KGVs von über 20 zu.

    Keiner hat Angst, alle rechnen mit weiteren Kurssteigerungen - das ist der Stoff, aus dem Crashs gemacht werden.

    Ich will damit nicht sagen, daß wir einen Crash vergleichbar mit 2000/2 sehen werden. Ich weiß auch nicht, ob der Zeitpunkt Mitte Dezember zum Komplettausstieg der richtige war - vielleicht sehen wir ja noch 7.000 oder 7.500 DAX-Punkte.

    Heute stehe ich vor der Frage, was ich mit meinem Cash mache. Zu 3 % vor Steuern und Inflation bei Consors anlegen? Dauerhaft ist das für mich keine Lösung. Und da der Erlös meiner Verkäufe in etwa der Restschuld zzgl. der nicht sehr hohen Vorfälligkeitsentschädigung entspricht, habe ich mich für diese Lösung entschieden.

    Und egal, was der Markt noch macht: Ich habe meine rund 70 % Gewinn mitgenommen (die kann mir keiner mehr nehmen) und ich bin schuldenfrei. Und das ist mir mehr wert, als über zwei Prozent Outperformance oder so nachzudenken.

    Gruß,
    JuliaPapa
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  6. #36
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    Hallo Value Freunde,

    frohes neues Jahr vorweg!

    @JuliaPapa,
    Herzlichen Glückwunsch zu dieser sehr konsequenten Entscheidung! In 7 Jahren werde ich vor der gleichen Entscheidung stehen, da läuft dann meine Zinsbindung aus und ich kann Tilgen / Zwischentilgen. So wie es heute aussieht, würde ich mein Haus komplett abzahlen können. Mal schauen :-)


    Kurz zu meinem Depot:

    MPC – 16%
    Deutz – 15%
    Allianz – 11%
    Elring Klinger 10%
    GE – 8 %
    Schaltbau – 5%
    MTU – 5%
    Jack White – 5%
    Horus – 4%
    Jim Rogers Rohstoffe - 5%
    CECE – 15%
    First natural Food 2%

    Cash 3%

    Performance dieses Jahr: 28,4%.

    Ich gehe nicht davon aus, dass ich diesen großartigen Erfolg in die Zukunft multiplizieren kann. Deutz ist sehr gut gelaufen und ist meiner Meinung nach zu teuer. Ich denke über einen kompletten Verkauf nach. Allianz habe ich mit Stopp Loss versehen.

    Langfristig möchte ich 7-9% Rendite schaffen. Ein ehrgeiziges Ziel – mal sehen was die Zukunft bringt. Ich werde Anfang des Jahres mein Depot etwas umbauen. HCI würde ich gerne Aufnehmen – denke dafür wird Deutz Platz machen. Auch würde ich gerne die Position Horus ausbauen. Bei beiden Unternehmen rechne ich mit Dividenrenditen um die 8%. Ein Teil der CECE Position wird umgewandelt in BRIC.

    Grundsätzlich stelle ich mir allerdings auch die Frage, ob ich nicht den Großteil meines Depots in Cash umwandel. Ich bin hin und her gerissen. Ja ich finde mich in Juliapapas Argumentation teilweise wieder - teilweise glaube ich aber auch an steigende Kurse bei einigen meiner Werte. Die Haltepositionen sind im Kopf Wackelkandidaten... Da werde ich noch mal mit mir ins Gebet gehen müssen!


    Gruß Thomas

  7. #37
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    Hallo Valuisten,

    auch ich wünsche allen ein gutes, erfolgreiches Jahr, aber auch ein erfolgreiches Börsenjahr.
    Ziel von mir und unseres Börsenclubs ist es, den Dax mit 10% zu schlagen. Das Musterdepot hat das mit 51% Plus deutlich geschafft, wir selbst haben das Ziel mit 27,85% Plus verfehlt. Im letzten Jahr war uns das noch deutlich gelungen. Wir hatten in diesem Jahr mehrere Aktien, die nicht laufen wollten. BB Biotech machte nur 11,97%, BHP Billiton war sogar mit
    4,18% im Minus, Isra blieb bei 6,91% Plus hängen, Leoni brachte es auch nur auf 14,82%.
    Verkauft habe ich im Frühjahr Bechtle, Depfa, Deutsche Bank, Fuchs, Samsung, Shinavatra, Amgen, weil sie alle schwach liefen. Bei Fuchs war das ein Fehler, wie es sich herausstellte.
    Eingestiegen bin ich im Sommer und Herbst bei D+S europe, 70,19% Plus, Egana, 16,67% Plus, Euromicron, 20,56% Plus, H+R Wasag, 176,40% Plus, Klöckner vor 5 Wochen, 23,59% Plus.
    Von den alten noch nicht erwähnten Werten machte Provesta 28,59% Plus, Baring German Growth 23,40%, Esprit 38,06%, Sartorius 119,12%.
    Leider ist der Anteil der sehr gut gelaufenen Werte prozentual nicht sehr hoch, so dass sie nicht so stark auf die Gesamtperformance durchschlagen konnten.
    Ziel von uns ist es, nicht nur Einzelanalysen zu machen, sondern auch Marktanalysen. Ich halte es für einen großen Fehler, hierauf zu verzichten. Wir vom www.aktienclub-leer.de halten uns mehrere Börsenbriefe und Publikationen, die den Markt analysieren. Weil wir seit Jahren absolut negativ amerikanische Aktien beurteilen, haben ich mich auch im Frühjahr von Amgen getrennt. Wie sind weiterhin zu dem amerikanischen Markt sehr negativ eingestellt.

    @Julia Papa "Ich habe bestimmt um die 20 Aktien angesehen. Alles tolle Unternehmen, aber die Aktien allesamt sehr hoch bewertet. Da ist kein Schnapper dabei."

    Das verstehe ich nicht, Der Dax ist im Augenblick mit einem KGV von 13 bewertet, das Gewinnwachstum wird auch in diesem Jahr auf ca. 10% geschätzt. Es gibt massenweise Aktien mit einem KGV von 10-15.

    @Julia Papa "Irgendwie sagt mir mein Bauch, daß wir in eine Blase laufen. Natürlich gibt es keinen Vergleich mit dem Internet-Hype, aber ich habe derzeit kein gutes Gefühl. Ich habe versucht, günstige Aktien zu finden, aber selbst Empfehlungen in Value-Newslettern (auch in dem von mir sehr geschätzten Value Investor Insight) kommen kaum noch mit KGVs unter 20 daher.
    Und genau hier finde ich die Parallele zur Internetblase. Damals waren alle Maßstäbe außer Kraft gesetzt. KGVs und Marktkapitalisierung spielten keine Rolle mehr, weil das neue Medium Internet alles verändern würde. Heute hat ebenfalls niemand Angst. Alle sind überzeugt, daß der Markt weiterläuft, weil die Konjunktur rundläuft. Und weil die Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht haben, sind auch die hohen Kurse gerechtfertigt. Tolle Wachstumsaussichten billigen selbst klassischen Industrien KGVs von über 20 zu.
    Keiner hat Angst, alle rechnen mit weiteren Kurssteigerungen - das ist der Stoff, aus dem Crashs gemacht werden."

    2000 hatten wir beim Dax ein KGV von 32, aktuell 13. Vergleichbare Anlagealternativen, wie Rentenpapiere, haben ein KGV von 25-30. Wenn wir eine Blase haben, dann hier. Auch im Immobiliensektor haben wir zweifellos eine Blase, die jetzt etwas abgebaut wird. Wir haben beim Dax zweifellos noch eine Unterbewertung von ca. 15%, hinzu kommen noch 10% Gewinnwachstum in diesem Jahr.
    Auch ist bei den deutschen Anlegern nichts von einer Euphorie zu spüren, im Gegenteil, noch nie hatten so wenige Deutsche Aktien, wie jetzt. Bonus-Absicherungs- Discountzertifikate und wer was noch was für Zertifikate machen nur die Banken reich und die Anleger arm. Hedge-Fonds haben im Schnitt 3% gemacht und nur wenige Aktienfonds schlagen den Dax. Natürlich ist der Markt lange hochgelaufen und irgendwann wird eine Konsolidierung kommen und das ist gesund. Wir gehen noch von einem guten Markt bis zum Frühjahr aus. Auch können natürlich externe Dinge den Markt gefährden, man wird sehr genau den amerikanischen Markt beobachten müssen. Vor einem Terroranschlag und seinen Auswirkungen auf den Aktienmarkt kann man sich nicht schützen, erfahrungsgemäß erholt der Markt sich aber schnell wieder.
    Aufmerksam wird man den Markt beobachten müssen, ein verhaltener Optimismus bis zum Frühjahr ist angebracht. Dann wird man weitersehen.
    Unabhängig davon gehen wir davon aus, dass es auch 2007 Kursverdoppeler gibt. Wir hoffen, genau wie 2006, einige davon rechtzeitig zu finden.
    Unsere Musterdepots sind einsehbar unter:
    http://www.wallstreet-online.de/portfolio/
    Name: aktienclubleer
    Passwort: depot

    Ich wünsche allen ein erfolgreiches Börsenjahr.

    Gruß
    Sigip

  8. #38
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    Hallo zusammen,

    @Julia Papa: Ich habe bestimmt um die 20 Aktien angesehen. Alles tolle Unternehmen, aber die Aktien allesamt sehr hoch bewertet. Da ist kein Schnapper dabei.

    Das sehe ich so wie Sigip. Allein in der Aktien-Analyse sind 50 Unternehmen aus dem Euroraum mit einem KGV zwischen 7 und 12, dazu kommen 20 US-Aktien und 20 aus der Schweiz mit KGV's zwischen 9,8 und 16,1.

    Eine generelle Überbewertung sehe ich auch nicht.

    @JuliaPapa: Und das ist mir mehr wert, als über zwei Prozent Outperformance oder so nachzudenken.


    Ich habe darüber nachgedacht und bin zu dem Entschluß gekommen, dass es sich lohnt. Bei 100.000 Euro machen 2% in 10 Jahren bei 6% Verzinsung gegenüber 4% Hypothekendarlehen immerhin 39.084 Euro aus. Die 4% sind 10 Jahre fest, ich muß also nur zusehen, dass ich darüber liege. Allerdings habe ich dafür bisher Aktienanlagen vermieden und werde dabei bleiben. Sollte nix mehr gehen, habe ich immer noch die Option der vorzeitigen Tilgung.


    Mich interessiert, was ihr macht, wenn es zu einem Abschwung/Crash oder ähnliches an der Börse kommt. Auf sowas wie 2000/2001 habe ich einfach keinen Bock mehr und tendiere zu einem Totalverkauf der nicht Kapitalgesicherten Anlagen. JuliaPapa hat es vorgemacht und die 70% sind in trockenen Tüchern.

    Mir gibt zu denken, dass in meinem Arbeitsumfeld die konservativen Sparbuchfetischisten vermehrt nach Aktienanlagen fragen. Warten wir es ab.

    Gruß
    Dieter

  9. #39
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    Hallo,

    also ich kann mich Juliapapa nur anschließen,
    auch ich bin zunehmend der Meinung das zu sehr die heile
    Börsenwelt gespielt wird und beim screenen nach interessanten Aktien werde ich in dieser Ansicht bestärkt.

    Und einfach zu sagen der Dax ist im Moment mit 13 bewertet, ist für mich kein Argument - die Zahl ist relativ, vielmehr ist doch die Frage warum sollten die Unternehmensgewinne weiter so wie bisher steigen?

    Mitte Dezember lief im Nachrichtenlaufband auf Bloomberg eine Meldung, wonach europäische Aktien zunehmend als "teuer" einzustufen sind. Wer diese Aussage getroffen hatte, weiß ich nicht mehr. Aber in der Masse hört man seit Monaten aller Orten Aktien sind nach wie vor billig und da ja angeblich von den Deutschen in den letzten 4 Jahren niemand dabei war, ist es doch jetzt höchste Zeit Rücksetzer zu nutzen um zukaufen.

    natürlich findet man Aktien mit einstelligen KGVs, aber sind sie deshalb ein Kauf - denke über die Antwort sind wir uns einig.

    Im Moment halte ich 90% Cash, die restlichen 10% stecken in Zwack. - auch auf die Gefahr hin den Januareffekt zu verpassen.

    Grüße

  10. #40
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    Hallo, zusammen,

    ich tue mich mit diesen Bewertungen "Der DAX hat ein KGV von 13 und damit billig" immer schwer. Auch Peer-Group-Vergleiche mag ich ungern, denn damit impliziere ich, daß der DAX irgendmann mal fair bewertet war, oder daß die Bewertungen der Peers korrekt sind.

    Nur, weil der DAX mal ein KGV von 20 hatte, bedeutet das noch nicht, daß ein KGV von 13 heute automatisch billig ist.

    Ohne jetzt detailliert researcht zu haben: Selbst wenn Automobil-Hersteller KGVs von unter 10 haben, bleibt das für mich eine höchst unattraktive Branche. Mir fallen aus dem Stand auch keine DAX-Unternehmen ein, die eine tolle Story haben und für mich interessant wären.

    Dagegen sind alle Unternehmen, die mich reizen, zu teuer. Ich nenne hier einfach mal General Electric und Givaudan. Auch einige meiner ehemaligen Depotwerte wie Lindt oder Fielmann haben mächtig an Bewertung zugelegt.

    Und ich halte es an dieser Stelle mit Warren Buffett, der mal sagte, daß er lieber tolle Unternehmen zu angemessenen Preisen als mittelmäßige Unternehmen zu billigen Preisen kaufen würde.

    Ein KGV unter 10 garantiert noch lange kein gutes Value-Schnäppchen.

    Ich glaube, daß die Zeit der riesigen Kursgewinne vorbei ist. Hinzu kommt diese allgemeine Sorglosigkeit und die allgemein verbreitete Ansicht, dieses Mal sei alles anders, weil die Unternehmen ihre Gewinne erhöht haben, der DAX nur bei 13 ist, das Öl so billig ist usw. Und dazu kommen Dieters Arbeitskollegen, die jetzt wieder die Aktien entdecken...

    Wie ich schon schrieb: Für mich klingt das wie März 2000. Und deshalb habe ich mich zunächst aus dem Markt verabschiedet. Natürlich kann es auch sein, daß ich falsch liege, dann habe ich halt Pech gehabt (wenn auch auf hohem Niveau).

    Einen schönen Abend wünscht Euch
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

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