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Thema: kursabsicherung

  1. #31
    Erfahrener Valueist
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    Hallo lekcin,

    Zwack Unicum ist noch einer der wenigen Werte, bei dem ich enie DCf-Prognose wagen würde. Das Wachstum, die Investitionen, die Preismacht und Nachhaltigkeit des Wettbewerbsvorteils sind noch recht überschaubar. Ich hatte den Wert schon länger beobachtet. Damals stagnierten die Gewinne noch und für mich war nicht recht abzusehen, dass sich das auch ändern wird. Ich ging dann von einer ewigen Rente ohne Wachstum aus. Die Aktie war auf Basis dieser Annahme schon recht attraktiv. Meine Rendite hätte dann in etwa 9% betragen. Da ich die Opportunitätskosten mit 9% ansetze, erschien mir die Aktie zu diesem Zeitpunkt zwar nicht deutlich unterbewertet. Aber man muss aufpassen, bei der Sicherheitsmarge nicht Äpfeln mit Birnen zu vergleichen. Was man hat, ist immer eine Annahme unter Risiko. Wenn ich z.B. eine DCf-Prognose mache für ein Unternehmen, dass keine Wettbewerbsvorteile hat und wenn ich mutige Wachstumsnnahmen treffen muss, ist die Prognose mit einer sehr großen Unsicherheit behaftet. Die Sicherheitsmarge muss entsprechend hoch sein, falls die Aktie überhaupt noch in Frage kommt. Wenn ich aber relativ sicher annehmen kann, dass ich 9% mache, (das war die Dividendenrendite ohne Wachstumsannahme) ist mir das vielleicht lieber als eine sehr unsichere Aussicht auf 15% oder 20%. Die Frage lautet für mich also immer, welche Rendite ich unter welchem Risiko erwarte. Bei Zwack musste ich keine Wachstumsannahmen treffen und ich ging davon aus, dass die Dividende nachhaltig ist. Damals hatte ich eine erste Position aufgebaut. Dann hatte sich etwas bei Zwack verändert. Die Marktöffnung Ungarns durch den EU-Beitritt wurde verdaut, die Kosten sanken, der Umsatz mit Premiumprodukten zog etwas an, und ich ging davon aus, dass das Unternehmen künftig moderat wachsen kann. Ich ging dann dazu über, das Wertpapier mehr wie eine Aktie denn eine Anleihe zu bewerten. Ich nahm an, dass der Preis, den ich zahlte, gut war. Ich wusste nur nicht wie gut, denn das hing v.a. vom Wachstum ab. Ich stockte meinen Anteil aber auf, da ich folgende einfache Überlegung machte. Die Gewinne würden im mittleren einstelligen Bereich wachsen und die Aktie war günstig. Demnach wäre es realistisch, dass der Kurs im mittleren bis hohen einstelligen Bereich wächst. Und hinzu kommt noch eine Dividendenrendite im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Demnach müsste die erzielbare Rendite im deutlich zweistelligen Bereich liegen, was eien deutliche Sicherheitsmarge ggü. meinen gefordetren 9% entsprricht.

    Wie das obige Beispiel zeigt, habe ich im Grunde keine einheitliche Vorgehensweise. Es könnte auch sein, dass ich einen ganz anderen Weg wähle. Ich habe mir aber dennoch einen Weg überlegt, auf den ich das ganze vereinfache, und so gehe ich heute i.d.R. vor. Es ist der Weg über das KGV bzw. die Gewinnrendite. Diese Kennzahl habe ich für mich wiederentdeckt, sie ist für mich die vielleicht wichigste Kennzahl überhaupt. Man darf nur nicht den Fehler machen, das KGV isoliert zu betrachten. Isoliert betrachtet sagt diese Kennzahl kaum etwas aus, aber im richtigen Zusammenhang sehr viel. Ich bin darauf bei w ausführlicher eingeangen. Du findest es unter folgendem Link, in Posting Nr. 704 (21.04.06, 22:05 Uhr): w

    Grüße
    PoP
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  2. #32
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    Hallo Pop,

    Danke, den thread kannte ich noch nicht, hab ihn gleich zu meinen Favouriten hinzugefügt ...

    Gehe ich richtig in der Annnahme, dass Du dich zunehmend in Deiner Strategie auf Dividenden konzentrierst bzw. sie als wichtiges Kriterium betrachtest ?

    Ich verfolge zumindest einen solchen Ansatz, weil gerade Dividenden bei Investmententscheidungen und für den gesamten Zeitraum der Investition einen für den Investor absehbaren, mit höherer Wahrscheinlichkeit kalkulierbaren Wert darstellen und auch unter psychologischen Gesichtspunkten unterstützend wirken.

    Danke und Gruß

    lekcin

  3. #33
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    Hallo lekcin,

    Fakt ist, dass Dividenden in der Tat einen wesentlichen Anteil an der langfristigen erzielten Rendite am Mapitalmarkt haben. von den ca. 9% stammen glaube ich 3% aus Dividenden und 6% von Kurssteigerungen.

    Allerdings bevorzuge ich eine Aktie mit Dividende per se keineswegs ggü. einer Aktie ohne Dividende. Die Frage ist dann welche Rendite auf die Gewinne erzielt wird, die nicht ausgeschüttet werden. Nehmen wir eine Aktie zu 10 Eur mit einem Gewinn je AKtie von 1 Eur. Die Gewinnrendite beträgt nun 10%. Nehmen wir nun zwei Extrembeispiele. Im Fall a) wird der komplette Gewinn ausgeschüttet und im Fall b) wird der komplett einbehalten. Ist die Aktie jetzt im Fall a) besser als im Fall b)? Das kommt ganz darauf. Im Fall a) beträgt die Rendite 10%, das versteht sich von selbst. Doch was im Fall b)? Welchen Grund gibt es überhaupt für eine Aktiengesellschaft, den Gewinn nicht auszuschütten? Wieso sollte man als Aktionär auf eine Dividende verzichten? Das kann eigentlich nur einen rationalen Grund haben. Das Management kann auf den einbehaltenen Gewinn eine Rendite machen, die höher ist als die Rendite, die Du mit der Dividende machen kannst. Dann wird es einen Teil des Gewinns reinvestieren. Dadurch steigt der Gewinn und die daraus abgeleitete Dividende in Zukunft, wenn es keine adäquaten Investitionsmöglichkeiten mehr gibt. Nehmen wir jetzt an, der einbehaltene Gewinn im Fall b) verzinst sich intern mit 10%. Dann steigt der Gewinn im Folgejahr um genau 10%: 1 Eur * 1,1 = 1,10 Eur (+10%). Welchen Barwert hat dieser Gewinn für Dich nun? Das hängt von Deinem Zinssatz ab. Wenn Du eine rendite von 10% forderst, hat dieser Gewinn in einem Jahr für Dich den Barwert von 1 Eur: (1*1,1)/1,1. Dieses Szenario impliziert, dass der Gewinn dann in einem Jahr vollständig ausgeschüttet wird. Und wenn dies erst in n Jahren passiert, dann bleibt der Barwert der gleiche: (1*1,1^n)/1,1^n. Das ist der gleiche Barwert, als wenn der Gewinn gleich ausgeschüttet wäre. Und zwar, weil der Gewinn genau stark wächst wie Deine Renditeforderung bzw. Dein Abzinsungsfaktor ist. In diesem Szenario macht es theoretisch keinen Unterschied, ob Vollöausschüttung oder Einbehaltung. In der Praxis sollte es aber wohl noch einen Unterschied machen, denn bei b) triffst Du Wachstumsannahmen für n Jahre. Diese Annahme ist mit einem Risiko verbunden. Bei Fall a) hast Du das aber nicht. Du hättest also die gleiche Rendite unter geringerem Risiko. Außerdem kannst Du die Dividenden ja auch noch mal anlegen, so dass sich diese auch verzinsen. Also sollten sich die einbehaltenen Gewinne möglichst stark verzinsen, um Dich dafür zu entschädigen. Unternehmen mit multiplizierbaren Geschäftsmodellen und hohen RoIs erfüllen z.B. diese Bedingungen, siehe Bijkou Brigitte, Esprit, Starbucks, Monsoon etc. Ein anderes Beispiel wäre Berkshire Hathaway, wo Buffet und Munger dafür gesorgt haben, dass sich das nicht ausgeschüttete Cash gut verzinst. Unternehmen, die das Geld in schlechte Investitionen stecken, das geld auf dem Konto horten und/oder es für teure Übernahmen ausgeben, erfüllen dies nicht. Dann wäre eine Ausschüttung immer besser. Und da die Welt nicht immer so herrlich rational ist, beobachtet man genau das. Die Renditen werden so verwässert, wohingegen die Dividende eine gewisse Renditesicherheit ins Spiel bringt und die Dummheit des Managements blockiert.

    Grüße
    PoP
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  4. #34
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    Beitrag von tt: "...Und ich bin überzeugt davon, daß der Markt irgendwann in ferner Zukunft sich meiner Überzeugung anschließen wird, und ein Dräger-GS nicht mehr nur das doppelte einer Dräger-Aktie kosten wird sondern mehr als das 5fache einer Drägeraktie kosten wird, so wie er es in der Vergangenheit bereits getan hat. Jedes niedrigere Verhältnis als das 5-fache halte ich für hochgradig ineffizient.""

    Hallo tt,

    welche Annahmen liegen Deiner Wert-Einschätzung zugrunde?

    Grüße
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  5. #35
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    Hallo Pop,

    Die Annahmen solltest du eigentlich in einem meiner Postings in diesem Thread zu Draeger finden.

    Gruß tt

  6. #36
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    Habe ich bereits gelesen. Kannst Du mir bitte noch die Brücke schlagen, warum es gerade "das Fünffache" ist.

    Grüße
    PoP
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  7. #37
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    Der Ausgabekurs der Genüsse lag beim 5fachen der Vorzüge.

    Ich habe nicht geschrieben das der Wert der Genüsse das 5fache der Vorzüge ist, sondern das der Wert der Genüsse mindestens das 5fache ist. Brutto erhält man durch die Genüsse 10mal soviel Cash wie durch die Vorzüge. Da aber bei vielen Anleger die Genusscheinaussüttungen höher besteuert werden, beträgt der Wert der Genüsse für viele Anleger weniger als daß 10fache der Vorzüge. Außerdem herrscht keine 100%ige Rechtssicherheit ob man mit den Genüsse bis in alle Ewigkeit die 10fache Ausschüttung der Vorzüge erhält. Das schmälert den errechneten Wert natürlich nochmals ein wenig. Aber über den 5fachen Wert der Vorzüge dürfte er definitv liegen. Ich gehe also davon aus daß die Genüsse unter ihren Fair Value(im Vergleich zu den Vorzügen) ausgegeben wurden. Zur Zeit notieren die Genüsse aber noch weiter unter ihren Fair Value (im Vergleich zu den Vorzügen) als zum Zeitpunkt der Genusscheinausgabe. Da ich die Vorzüge allerdings für überbewertet halte, ist die absolute Unterbewertung der Genüsse, allerdings deutlich geringer als die relative Unterbewertung im Vergleich zu den Vorzügen.

    Gruß tt

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