Value-Brief anfordern
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 12

Thema: Warren Buffett und die 20-Ideen-Lochkarte

  1. #1
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.09.2001
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    792

    Standard

    Hallo, zusammen,

    bei den Motley Fools habe ich einen ganz tollen Artikel über das Thema Disziplin beim Anlegen gelesen. Da gerade das ein Thema ist, mit dem ich mich nach wie vor schwer tue, habe ich diesen Artikel für mich und natürlich auch für Euch übersetzt und hoffe, daß er Euch ebenso auf den rechten Weg bringen wird, wie er das hoffentlich mit mir tun wird...


    "Warren Buffett und seine 20 Treffer

    Von Bill Mann, 5. Mai 2004


    Während alle Welt nach der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway die öffentlichen Äußerungen von Warren Buffett analysiert und sich in Kaffeesatzleserei übt, habe ich intensiv über eine der provokantesten Ideen, die Buffett jemals angeboten hat, nachgedacht: die 20-Ideen-Lochkarte.

    Ausgangspunkt war Berkshires Vize, Charlie Munger, der den Glauben, ein liquider Aktienmarkt sei irgendwie ein großer Beitrag zum Kapitalismus gewesen, als „Kokolores“ bezeichnete. Diese Aussage stammt von jemandem, der in seiner Karriere geduldig investierte, und dann, als er etwas von entsprechendem Interesse fand, viel einsetzte. Wie sich zeigte, agierte er in seiner Investmentkarriere einigermaßen besser als der Durchschnitt. Und obwohl Munger wie auch Buffett hyperintelligent und gut ausgebildet sind, sagen beide, daß das Geheimnis ihres Erfolges auf eine entscheidende Eigenschaft zurückzuführen ist: Disziplin. Wenn Du nicht vor Gier zitterst, wirst Du die Gelegenheit nicht verpassen.

    Deshalb also die 20-Transaktionen-Lochkarte. Das ist ganz einfach: Immer, wenn Du ein neues Unternehmen kaufst, wird Deine Karte gelocht. Nach 20 Löchern ist das Thema erledigt. Keine Aktien mehr, niemals.

    Natürlich wäre es unredlich, nicht zur Kenntnis zu nehmen, daß Buffett selbst in seinem Leben viel, viel mehr als 20 Geschäfte gemacht hat. Darum geht es auch nicht wirklich. Es ist keine „Das solltest Du machen“-Übung - es ist eher „Handele so, als ob es so wäre“. Okay, wirf einen Blick auf Dein Portfolio. Wenn Du in Deinem Leben nur 20 Entscheidungen treffen könntest, wie viele Deiner aktuellen Positionen würden den Anforderungen gerecht werden? Und wenn Du derzeit mehr als 20 besitzt, von welchen Unternehmen würdest Du Dich trennen?

    Die Genialität der Lochkarte
    Wenn Du jemals Zeit in einem Aktienforum verbracht hast, kennst Du diese Situation: Jemand wandert in einem Ordner umher, behauptet, er sei Aktionär, und stellt dann eine Frage, die nahelegt, daß der Bursche keine Ahnung hat, was die Gesellschaft macht. Denk mal darüber nach: Wenn Du für 5.000 Dollar in Urlaub fährst, würdest Du Dich höchstwahrscheinlich sehr intensiv informieren, um einen maximalen Ertrag zu erzielen. Wenn Du den neuesten Riesenfernseher mit Flachbildschirm von Sony ins Auge gefaßt hast, wirst Du Dir die Zeit nehmen um festzustellen, was Du bekommst, bevor Du Dein Geld raushaust.

    Das trifft auf fast jede beliebige größere Geldausgabe zu. Und dennoch zeigen die Leute eine außerordentliche Bereitschaft, ihr Geld in Unternehmen zu stecken, über die sie nichts wissen. Mir kommt das wie eine grundlegende mentale Blockade vor, wenn es ums Geld geht. Warum bekommen Menschen bei einer Autorechnung von 1.000 Dollar eine Krise, während 1.000 Dollar im Wertpapierdepot „Spielgeld“ sind? Ich denke, es ist das Gleiche wie bei Pokerchips - man betrachtet sie nicht mehr als Ersatz für echte Geld. Wenn man bei dieser Runde oder diesem Geschäft verliert, was soll’s? Ich habe immer noch genug Chips übrig.

    Offensichtlich hat eine solche Einstellung verdammt vielen Leuten geholfen, ihre finanzielle Zukunft zu versauen, entweder durch laufend schlechte Geschäfte oder in Zeiten heftiger Kursverluste alles auf einmal. Aber was passiert, wenn Du diszipliniert bist und jede Transaktion als etwas extrem kostbares und von der Anzahl her begrenztes ansiehst? Ändert das die Sichtweise jedes einzelnen Deals?

    Dieses Konzept ist dann nützlich, weil es ein viel größeres Bewußtsein für die Art von Transaktionskosten schafft, die viele Investoren außer Acht lassen: Opportunitätskosten. Wann immer Du eine Aktie kaufst, stellst Du im wesentlichen die folgende Behauptung auf: „Zu diesem Zeitpunkt sehe ich auf der ganzen Welt keinen besseren Platz für mein Geld als diesen.“ Beim Verkauf ist es das exakte Gegenteil: „Ich habe alle meine weltlichen Besitztümer untersucht, und es gibt nichts, was für mich entbehrlicher ist, als dieser bestimmte Besitz“. Das ist es, was Aktien sind: Besitztümer. Sie sind Ansprüche auf zukünftige Gewinne der zugrunde liegenden Gesellschaft.

    Wenn Du nur 20 Entscheidung überhaupt treffen dürftest, würde das dazu führen, daß Du jede einzelne viel mehr als sonst abwägen würdest, oder? Viele Investoren verfahren immer noch nach dem „Feuern, fertig, zielen“-Ansatz, um ihr Vermögen aufzuteilen. Sie kaufen irgend etwas, weil Joe aus dem Studio es empfohlen hat - „Hey, die steigen!“ - und bemühen sich erst später, etwas über das Unternehmen in Erfahrung zu bringen. Wenn überhaupt. Man setzt ein Stop-Loss-Limit für den Fall, daß die Aktie fällt, denn das beschützt einen, nicht?

    Aber gibt es überhaupt irgend etwas, das mehr beschützt als tiefgehende Kenntnisse? Wenn Du Dir die Zeit genommen hast, ein Unternehmen wirklich intensiv kennenzulernen, mußt Du dann jemand anderen fragen, was er davon hält? Brauchst Du die sofortige Bestätigung des Aktienmarktes? Wenn Du Deine Hausaufgaben gemacht hast, denke ich, daß Du das nicht brauchst. Darüber hinaus bist Du nicht in einer Situation, in der Du das tun mußt, was Millionen Privatanleger tun: etwas kaufen, das sie nicht verstehen, die Aktie etwas fallen zu sehen, und dann zum falschen Zeitpunkt und zum falschen Kurs und aus falschen Gründen zu verkaufen. Zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen, wäre nicht so tragisch, wenn sie nicht wahrscheinlich auch schon zum falschen Zeitpunkt gekauft hätten. Wenngleich der gute, alte Joe die besten Absichten gehabt haben mag, als er Dir den Aktientip gab, wußte er auch nicht viel über das Unternehmen; er kaufte die Aktie, nachdem er einen heißen Tip von jemandem bekommen hat, der auf Bubblevision gehört hat, ein Analyst habe sie auf „Strong Buy“ hochgestuft, und diese Burschen wissen schließlich, was sie tun, weil es ihr Beruf ist, nicht?

    Denk mal über die Disziplin nach, die Du zeigen würdest, wenn es einen Erbsenzähler gäbe, der nur darauf wartet, Dir den Hahn für neue Investments zuzudrehen. Das würde Dich zwangsläufig sofort dazu bringen, Deine Entscheidungen ausführlich zu überdenken. Du würdest wahrscheinlich Deine Investments auf Bereiche und Industrien beschränken, in denen Du Dich auskennst. Während es einer Dichterin sicherlich möglich ist, zu einem Experten für die Wettbewerbsvorteile von Cisco oder General Electric zu werden, würde sie wohl kaum einfach Geld irgendwohin werfen und hoffen, daß das gutgeht. Sie wäre sich genau bewußt, wo sie kompetent ist und wo nicht. Und sollte sie das überwältigende Bedürfnis haben, zu diversifizieren, würde sie mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst die Branche und alle ihre Charakteristika studieren. Und selbst danach möchte sie sicher sein, daß ihre neuesten Ideen besser sind als alle ihre bestehenden Ideen. Denn warum sollte sie nach alldem Geld in ein minderwertiges Investment stecken?

    Was ist mit Diversifikation?
    Eine Begrenzung auf 20 Treffer würde eine breite Diversifikation mehr oder weniger unmöglich machen. Im Dezember 2000 schrieb ich, daß jemand mit einem Aktienportfolio aus drei Unternehmen diversifiziert wäre - Church & Dwight, White Mountains Insurance und Yahoo! - weil es ein seltenes wirtschaftliches Ereignis wäre, das einen Einfluß auf Versicherungen, das Internet und Backpulver hätte.

    Ich behaupte, daß derjenige, der in diese drei Gesellschaften investiert hat, weil er sie vorwärts und rückwärts kennt, gelernt hat, daß sich die Manager dieser Unternehmen auf die Dinge konzentrieren, die dem langfristigen Aktionär wichtig sind, und imstande sind, diese Ziele zu erreichen. Er hat einen großen Vorteil gegenüber demjenigen, der die Gesellschaften „einfach so“ besitzt. Zwei Menschen können die gleichen drei Unternehmen besitzen (und was hat dieser buntgemischte Haufen für Vorteile?), aber für den einen ist die Sicherheitsmarge nur durch den Wissenstand weit höher als für den anderen. Der Besitz einer großen Anzahl von Aktien schützt den Anleger vor einem tödlichen Fehler, aber er verhindert auch überdurchschnittliche Renditen aus den besten Ideen.

    Und das ist der springende Punkt der Übung. Es gibt keine Begrenzung für die Anzahl Deiner Trades, aber denke an die Vorsicht, mit der Du jede Entscheidung treffen würdest, wenn es eine gäbe. Eine verschwendete Entscheidung in diesem Fall wäre fast so schlimm wie ein Kapitalverlust, d.h. jede Entscheidung würde mit der größten Vorsicht vorgenommen, nachdem Du Dir die Zeit genommen hast, die Gesellschaft Stück für Stück auseinanderzunehmen, um verstehen zu können, worauf Du Dich einläßt. Das ist das absolute Gegenteil dessen, was die Mehrheit der Anleger tut: Weniger als 30 % aller Anleger lesen jemals einen Geschäftsbericht. Bereits dieser Schritt muß einen Informationsvorsprung gegenüber denjenigen schaffen, deren Wissen über Unternehmen darauf begrenzt ist, ob sie gestiegen oder gefallen sind."

    Wie findet Ihr diese Idee Buffetts?

    Schönen Tag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  2. #2
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    17.06.2007
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    22

    Standard

    Dem kann ich nur zustimmen!

    Und ab 2009 kostet jeder Verkauf ca. 26.4% Steuern!

    Also doch lieber Aktien kaufen die bis zur Rente oder noch länger im Depot bleiben können ...

  3. #3
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    07.07.2007
    Beiträge
    3

    Standard

    @JuliaPapa
    Ich kann mich damit nicht so recht anfreunden. Wieviel Werte haben Sie in den letzten Jahren gefunden, bei denen Sie ein drittel Ihres Geldes investiert hätten?

    Auch Benjamin Graham empfiehlt eine größere Diversifikation. Ich halte es mehr mit Peter Lynch, der zwar auch für kleinere Depots eine Diversifikation von 3-10 Aktienwerten für ausreichend hält, aber auch folgendes in seinem Buch "Der Börse einen Schritt voraus" auf Seite 307 schreibt:
    Zitat: "Auf der Suche nach Tenbaggern ist die Wahrscheinlichkeit, daß Sie einen aufspüren, umso größer je mehr Aktien Sie besitzen. Unter mehreren Wachstumsaktien mit vielversprechenden Merkmalen könnte gerade diejenige, die sich schließlich am besten entwickelt, eine Überraschung sein." Da wäre es schade, wenn man sich für die falsche entschieden hätte.
    Ich selbst halte ungefähr immer so ca. 20-30 Aktien. Was ungefähr auch der Anzahl entspricht, die Burton Malkiel in seinem Buch "Börsenerfolg ist (k)ein Zufall" für eine goldene Zahl hält. Auf Seite 211 heißt es da, Zitat: "Es stellte sich heraus, dass 20 auch für global denkende Investoren eine goldenen Zahl ist."
    Geändert von Stockinvestor (07.07.2007 um 12:51 Uhr)

  4. #4
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    17.06.2007
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    22

    Standard dev2 - Depot

    falscher Thread!
    Geändert von dev2 (07.07.2007 um 16:51 Uhr)

  5. #5
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    07.07.2007
    Beiträge
    3

    Standard Konznetriertes Depot am Beispiel von Egana Goldpfeil

    Jetzt ist mit Egana Goldpfeil genau das eingetreten, warum ich mich bisher nicht für ein konzentriertes Depot durchringen konnte.
    Oder ist bei der Recherche den Investierten einfach nur ein Fehler unterlaufen, indem sie zu sehr auf das Zahlenwerk und nicht auf den Kopf der Firma geachtet haben?
    Gut, es ist noch nicht 100%ig heraus, dass die Bilanz manipuliert wurde, aber angenommen, wenn.
    Wie will man sich davor schützen? Ist es dann nicht besser, doch auf ein Depot mit mehr Werten zu setzen, um solchen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen.
    Immerhin wäre es nicht die erste Bilanzfälschung, siehe Enron.

  6. #6
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    05.04.2009
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    8

    Standard

    Seit dem ich nach dieser Methode vorgehe, habe ich angefangen zu investieren. Vorher war ich nichts als ein Spekulant. Ich habe mir ein Blatt in 20 Zellen unterteilt, damit ich diese einzeln abreißen kann. Mein Portfolio besteht dadurch aus 2 Aktien der selben Branche (ich glaube nur diese zu verstehen). Ich diversifiziere also fast gar nicht, wobei auf eines der beiden Unternehen 2/3 meines investierten Kapitals entfallen. Zu meiner praktisch nicht vorhandenen Diversifikation gehört auch, das ich fast kein Cash mehr habe um Aktien zu kaufen. Mein gesamtes Vermögen stekt in diesen beiden Unternehmen. Wie soll ich auch sonst Geld mit Aktien verdienen? Wer die Hälft seines Geldes an der Börse um 20% vermehrt und den Rest auf dem Tagesgeldkonto bei 4% schmoren lässt, erhält eine Gesamtrendite von 12%. Warum hat Warren wohl 99,9% seines Gesamtvermögens in seinen eigenen Aktien angelegt? Weil eer seinen Fähigkeiten vertraut. Weil seine Fähigkeit ist, sich über das was er kauft zu informieren und wer weiß was er kauft, kennt auch den Preis bzw. den Wert.
    Über den Börsenerfolg meiner beiden Unternehmen kann ich nach einem halben Jahr Investitionszeitraum nicht viel sagen. Nur, dass ich mit einer Aktie 50% im Minus war und sehr cool geblieben bin, denn ich wusste wie gut das Unternehmen in Wirklichkeit ist. Jetzt steht es 20% im Plus und ich weiß wiederum, dass mein Unternehmen noch deutlich mehr Wert ist und in den nächsten Jahren noch weit höher steigen wird. Meinen beiden Unternehmen steht eine gute Zukunft bevor und deshalb habe ich keinen Grund diese zu verkaufen, wenn Sie stark im Minus sind und habe keinen Grund diese zu verkaufen, wenn diese weit im Plus sind.
    Ich habe einen ruhigen Schlaf, weil ich dank dieses Abreiszettels mir einen Wissenvorsprung erarbeiten musste. Es gibt bestimmt viele tolle Investmetmöglichkeiten auf der Welt und mindestens ebenso viel schlechte. Wie also die Spreu vom Weizen trennen? Wie eine Überperformance bekommen? Durch Konzentration auf den eigenen Kompetenbereich und harte Recherchearbeit!

  7. #7
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.09.2001
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    792

    Standard

    Hallo, HeinzHarald,

    erstmal herzlich willkommen im Value-Forum, das leider nicht mehr viel besucht wird.

    Bei der Idee der 20-Loch-Karte geht es ja genau um das, was Du beschreibst: Intensive Recherche, sehr gutes Wissen um die Unternehmen und natürlich auch diszipliniertes Investieren zu guten Preisen.

    Du hast jetzt weder etwas über die Unternehmen noch über die Branche geschrieben, in die Du investiert hast. Bei aller guten Kenntnis und so weiter halte ich allerdings ein Depot mit zwei Werten aus der gleichen Branche für eine sehr schlechte bzw. nicht ausreichende Diversifizierung.

    Es gibt Value-Investoren, die fahren sehr konzentrierte Depots, was konkret bedeutet, daß sie fünf Werte aus unterschiedlichen Branchen halten. Man kann dann weiter aufteilen, und mit 20 Werten ist dann das maximal Sinnvolle zum Thema Diversifizierung erreicht.

    Mein Depot besteht zur Zeit aus 10 unterschiedlichen Werten und einem Fonds.

    Aber bei zwei Werten aus der gleichen Branche kann man nicht wirklich von Diversifizierung sprechen.


    Einen schönen Ostermontag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  8. #8
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    05.04.2009
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    8

    Standard

    Zitat Zitat von JuliaPapa Beitrag anzeigen

    Du hast jetzt weder etwas über die Unternehmen noch über die Branche geschrieben, in die Du investiert hast. Bei aller guten Kenntnis und so weiter halte ich allerdings ein Depot mit zwei Werten aus der gleichen Branche für eine sehr schlechte bzw. nicht ausreichende Diversifizierung.

    Mein Depot besteht zur Zeit aus 10 unterschiedlichen Werten und einem Fonds.

    Aber bei zwei Werten aus der gleichen Branche kann man nicht wirklich von Diversifizierung sprechen.
    Ich konzentriere mein Depot. Was nützen mir 10 oder 20 unterschiedliche Unternehmen aus Unterschiedlichen Branchen, wenn ich diese nicht verstehe? Dann kaufe ich Unternehmen nur um des Kaufens willen. Das ist das Gegenteil der Lochkartenstrategie. Das ist Spekulation!
    Wenn ich andere Banchen nicht verstehe, lasse ich mein Geld auf der Bank, bis ich eine Branche und ein Unternhemen gefunden habe, dass ich verstehe. Gedankenloses kaufen, um zu kaufen, ist genau der Fehler den es zu vermeiden gilt. Dann lieber nichts kaufen. Das spart 1. Zeit, 2. Nerven und 3. mein Geld.

    Ich mein mich im übriegen nur mit Banken auszukennen. Das aber auch nur eingeschränkt. Ich traue mich nich Universalbanken einzuschätzen, deshalb halte ich Aktien von zwei Spezialbanken. Die 1. ist eine reine Privatkundenbank. Die 2. eine reine Investmentbank. Beide Banken haben einen genialen Vorstand, sind auf langfriestiges Wachstum aus und sind auf ihren jeweiligen Gebieten die Effizientesten oder und Besten ihrer Bereiche. Diese Bankhäuser verzetteln sich nicht in Bereiche die sie nicht können, nur um mehr Bereiche haben zu können. Diese beiden Bankhäuser konzentrieren sich auf Ihre Kernkompetenzen und ich konzentriere mich auf meine Kernkompetenzen. Wenn diese beiden Banken bei diesem Verhalten bleiben, werde ich diesen Beiden lange als Eigentümer verbunden bleiben.
    Fazit: Es gilt, alle Eier in einen Korb zu legen und gut auf diesen aufzupassen.
    Geändert von HeinzHarald (30.04.2009 um 10:40 Uhr)

  9. #9
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    08.08.2009
    Beiträge
    6

    Standard

    Hallo,
    das 20 Lochkarten Beispiel ist ein sehr gutes Beispiel. Buffett meint es, so wie ich es verstehe, auch ein bisschen symbolisch. Ein Hauptgrund für das schlechte Abschneiden der meisten Investoren - besonders der Anfänger - ist doch gerade, daß heute in a) investiert wird und übermorgen schon in d) und 3 Wochen später verkauft man a) aus irgendwelchen Gründen nur um sich dann eine f) ins Depot zu legen. Alles geschieht ohne wirklich nachzudenken, ohne sich wirklich einmal die Mühe gemacht zu haben eine fundierte Analyse zu erstellen.

    Und am Ende hat man sehr wenig Rendite erzielt. Hat den Index wohl meistens nicht geschlagen und fühlt sich auch mit seinen Investments nicht wirklich wohl. Die 20 Lochkarten Idee sorgt dafür, daß er Anleger sich viel, viel mehr Gedanken um seine Investments machen soll und muss. Er hat ja schliesslich nur diese 20 Schuss in seinem Leben. So ist es gemeint.

    Und Diversifikation kann man auch schon mit 5 Werten erreichen. Dann jedoch wirklich super solide, alte und grosse Unternehmen und natürlich in verschiedenen Branchen/Märkten.

    bb

  10. #10
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    05.04.2009
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    8

    Standard

    Ich stimme dir bis hier vollkommen zu. Bis auf den folgenden Punkt:

    """Und Diversifikation kann man auch schon mit 5 Werten erreichen. Dann jedoch wirklich super solide, alte und grosse Unternehmen und natürlich in verschiedenen Branchen/Märkten. """

    Ja, Divesifikation ist auch mit 5 Unternehmen möglich.
    Nein, diese müssen weder super solide ,alt noch groß sein.

    Bei der Lochkartenstrategie geht es darum das Unternehmen und seine GEschäfte zu verstehen und darüber informiert zu sein um ruhig zu schlafen. Denn nur dann hat man die richtige Investition vorgenommen. Mit Größe und Alter hat das nichts zu tun.
    Die Börse ist wie ein Verschiebebahnhof, auf dem das Geld von den Ungeduldigen zu den Geduldigen wandert. - Charlie Munger -
    Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld - Franz Kafka -

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •