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Thema: Wieviel Werte im Depot

  1. #1
    Valueist
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    Salve,

    ich weiß nicht, ob das Thema schon mal hier diskutiert wurde. Ich hab's beim überfliegen der Themen jedenfalls nicht gefunden. Ich weiß auch nicht, ob es unbedingt in die Rubrik Value-Strategie fällt, aber ich habe keine bessere Rubrik gefunden, wo ich es sonst hätte reinstellen sollen.

    Nun zum Thema:
    Ich denke mal, dass man so ab 50.000 Euro Depotvermögen ruhig in Einzelwerte gehen kann. Vorher doch lieber in Fonds.
    Jetzt stellt sich aber die Frage, wie weit diversifizieren. Ich meine mich erinnern zu können, dass bei Buffettology etwas von 10 Werten, die man in seinem Depot haben sollte - mehr nicht - erzählt wurde. Wie seht ihr das? Habt ihr tatsächlich nur 10 Werte im Depot?

    Ciao
    Zecke

  2. #2
    Erfahrener Valueist
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    Hallo,

    Ich habe im wesentlichen nur drei Werte, die zusammen ungefähr 60% des Portfolios ausfüllen, der Rest ist hauptsächlich Cash, ein alter Wert nimmt aufgrund des höheren Depotvolumens nur noch 5% ein. I.d.R. strebe ich so eine Hand voll Werte an. Da ich die Depotanteile an der Sicherheitsmarge ausrichte, handhabe ich das zwangsläufig etwas flexibler, vielleicht sind es am Ende zehn Werte oder nur zwei, aber mehr als zehn kann ich mir nicht vorstellen. Unsere Portfolios samt Strategie besprechen wir, u.a. notnormal und ich, übrigens bei w, im 50er-Forum. Du bist auch eingeladen dort Dein Depot vorzustellen, wenn Du willst. *

    Ich würde prinzipiell folgende Dinge beachten:

    1. Sicherheitsmarge
    2. Erfahrungswerte
    3. Depotvolumen

    Zu 1. Die Sicherheitsmarge ist das vielleicht wichtigste Kriterium, da sie immer ein Chance-Risiko-Verhältnis ausdrückt. Je besser das Chance-Risiko-Verhältnis, desto mehr Depotanteile kann man diesem Investment eingestehen. Momentan ist es bei mir aber so, dass ich kaum so unterbewertete Investments sehe, dass ich überhaupt fünf Wert finde, geschweige denn auch mal 30% in einen Wert investieren würde. Wenn die Sicherheitsmarge nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht, dann kann ich dem höheren Risiko durch einen geringeren Depotanteil gerecht werden.

    Zu 2. Mit Erfahrungswerten meine ich, wie sicher man als Investor im Laufe der Zeit geworden ist. Am Anfang ist es meist noch so, dass man sich einige Finger verbrennen muß und Lehrgeld zahlt bis man sicherer wird. In diesem Fall macht eine stärkere Diversifikation Sinn, da man das Risiko minimieren sollte, indem man es auf mehrere Werte streut. Was jedoch dagegen spricht ist, dass man bei vielleicht 20 Werten kaum noch den Überblick behalten kann. Als Valueinvestor kauft man eine Aktie meist dann, weil man meint eine eklatante Unterbewertung ausfindig gemacht zu haben. In diesem Fall hat man einen Informationsvorsprung ggü. den meisten anderen Anlegern und das erfordert eine Menge Zeit für Recherchen. Aber das kann man kaum bei 20 Werten gleichzeitig machen. Die Folge ist dann die, dass die Aktien meiste nicht so gut ausgewählt sind. Wenn Du dann zwölf Winner hast und acht Looser, dann hast Du Dir das geringere Risiko mit einer schlechten Performance erkauft. Und hier liegt der Knackpunkt, der für eine stärkere Fokussierung spricht. Denn wenn Du es schaffst, vielleicht vier Winner zu haben und einen Looser, wenn Du also gut recherchiert hast und Deine Erfahrungswerte dafür sprechen, dass Du nicht ganz daneben liegst, dann macht es keinen Sinn zu diversifizieren, denn dadurch würdest Du Deine Performance verwässern, indem Du noch mal ein paar Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Investments reinnimmst. Bei einer Fokussierung wäre Deine Rendite dann sehr viel höher. Die Volatilität wäre das zwar auch, aber das Risiko würde ich nicht mit Volatilität gleichsetzen. Im Grunde kann man das auch mit Wahrscheinlichkeiten begründen. Wenn ich 20 Werte mit durchschnittlichen Erfolgswahrscheinlichkeiten habe oder aber unter diesen 20 Werten fünf Werte mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit, dann fahre ich mit dem fokussiertem Portfolio sehr viel besser. Die Erfolgswahrscheinlichkeit messe ich an der Sicherheitsmarge bzw. am Chance-Risiko-Verhältnis. Das Problem ist hierbei, dass sich die Erfolgswahrscheinlichkeit nicht objektiv ermitteln läßt, sonst wäre es ja ein Kinderspiel. Nein, sie ist subjektiv und deswegen spreche ich auch von „Erfahrungswerten“, die man beachten sollte. Letztendlich ist Diversifikation womöglich Schutz vor Unwissenheit. Und wenn man nicht das Wissen und die Erfahrungswerte hat auch mal 20% in einen Wert investieren zu wollen, dann sollte man das weißgott auch gar nicht.

    Zu 3) Es macht denke ich schon einen Unterschied, ob man 10 Tsd Eur investiert oder 100 Tsd Eur oder 1 Mio Eur. Je höher das Depotvolumen ist, desto höher kann man diversifizieren. Aber das würde ich auch nur eingeschränkt so sehen. Ich muß zwar nicht unbedingt 1 Mio Eur auf eine Karte setzen, hescweige denn 10 Tsd Eur auf 20 Karten, aber wenn ich bei 1 Mio Eur 20 oder 30 oder sogar 40 Werte brauche um ruhig zu schlafen, dann sollte ich gleich lieber einen Fond kaufen und gar Nichts machen. Vielmehr ist es so, dass ich bei höheren Depotvolumen und höheren Anteilen noch genauer hinsehen muß und noch besser recherchieren will, um kein Geld zu verlieren, und daher vielleicht auch besser liege. Ich würde meinen Rechercheaufwand erheblich erhöhen, wenn ich 200 Tsd Eur bei 1 Mio Volumen investieren wollte anstatt 2 Tsd Eur bei 10 Tsd Eur. Und das hat dann wieder Auswirkungen auf die Qualität Deiner Investitionsentscheidungen. ;-)

    Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  3. #3
    Valueist
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    Vielen Dank Pop für dein Statement,

    nur 3 Werte im Depot finde ich sehr mutig, aber erhöht natürlich die Performance, wenn es die richtigen 3 Werte sind.
    Unter Punkt 2 schreibst du von Erfahrungswerte, da erstaunt es mich umso mehr, dass du nur auf 3 Werte setzt, denn, wenn deine Altersangabe stimmt, bist du erst 24.
    Das 50er Forum werde ich mir mal näher anschauen. Nur allein um zu erfahren, was das für 3 Werte sind, auf die du baust * .
    Und noch mal erstaunen. Mit 24 schon im 50er-Forum.

    Gruß
    Zecke

  4. #4
    Erfahrener Valueist
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    Nicht dafür,

    naja, im Grunde gibt es nur einen Wert, in den ich derzeit mehr als 20% investiert habe und das ist Zwack Unicum, der andere Wert, CeWe-Color ist erst durch die gute Performance so groß geworden, wobei ich sicher auch einen gewissen Anlagenotstand habe und deshalb vielleicht ein etwas grörßeres Risiko eingehe, der dritte Wert, aber auch nicht ganz so groß ist jetzt Monsoon und ich habe ja noch viel Cash.

    Stimmt, ich bin erst 24 Jahre alt, habe auch klein angefangen und einige Fehler gemacht, aber ich lerne recht schnell und denke, dass ich jetzt weiß, worauf es ankommt.

    Übrigens ist das 50er-Forum kein Seniorenforum, wie immer wieder fälschlich angenommen. Ist schon lustig, in regelmäßigen Abständen kommen da Leute und sagen "ich bin zwar noch gar nicht 50, aber sage jetzt trotzdem mal was..". Nein, das Thema des 50er Forums ist die finanzialle Unabhängigkeit mit 50 ;-)

    Grüße
    PoP
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    (Warren Buffett)

  5. #5
    Valueist
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    @PoP

    Doch dafür! Ich finde es erstaunlich, dass jemand mit 24 sich schon so klare Ziele setzt.
    Danke, dass du das 50er-Forum erwähnt hast. Ich hatte da mal vor Jahren mal reingeschaut. Ich wußte also, um was es da geht. Hat sich viel getan dort. Ich werde mir das bei Gelegenheit mal intensiver anschauen. Hab's nur mal überflogen. Ich mußte ja deinen Thread erst mal finden.
    Danach müßtest du aber 4 Werte in deinem Depot haben.


    Gruß
    Zecke

  6. #6
    mike_N
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    Ich habe 7 Titel im Depot.
    Dazu 2 ValueFonds (="Ur-Altlasten" welche ich sozusagen als eine Art Cashvorrat halte, und bei entsprechenden Kaufgelegenheiten von Einzeltiteln jeweils Schritt für Schritt reduziere)

    Ich bin für mich der Meinung, dass ich mit meinem eher bescheidenen KnowHow/Zeitaufwand/ etc nicht mehr als 10 Titel halten möchte, schon nur damit ich den Ueberblick nicht verliere. Ebenso ist meine Investitionssumme zu bescheiden, um in vernünftigem Masse in 20 Werte zu investieren.

  7. #7
    Erfahrener Valueist
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    @Zecke

    Das mit den 50ern hatte ich dann wohl missverstanden.

    @Ich finde es erstaunlich, dass jemand mit 24 sich schon so klare Ziele setzt.

    Das ist ja noch gar nichts, ich glaube der User JanHendrik ist erst 14. Nee, stimmt schon..man kann gar nicht früh genug anfangen. Wobei ich gar nicht so weit in die Zukunft schaue, wieso auch. Ich habe also keineswegs die 50 als Ziel oder 40, und auch nicht mal konkret die FU. Bei mir gilt eher: der Weg ist das Ziel. Ich spare eifrig so 300-400 Euro im Monat, lege es an und hoffe möglichst weit zu kommen.

    Grüße
    PoP
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    (Warren Buffett)

  8. #8
    Valueist
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    Hallo miteinander,
    inzwischen bin ich zwar schon 71 lese aber im Einzelwerte-Thread der 50er mit. Wie ich feststellte, tummeln sich dort eine Reihe Valueisten, voran Learner6. Vor allem holte ich mir schon eine Reihe Anregungen.
    Grüße vom
    boersenjaeger

  9. #9
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    Nun zum Thema des Threads:

    ich habe 10 Positionen im Depot, davon 7 Einzelwerte, 2 Rohstoffzertifikate (Laufzeit bis 2010, Risikopuffer bis zu 42 %) und einen Goldfonds. Die Investitionssumme pro Titel staffele ich nach der Risikoeinschätzung.
    Den Cashanteil parke ich weitestgehend in Geldmarktfonds.
    Grüße vom
    boersenjaeger

  10. #10
    Erfahrener Valueist
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    @ PoP:

    Ich bin 16 Jahre alt und begeistere mich seit meinem 12. Lebensjahr mit der Börse.
    Angefangen hat alles mit diesem Börsenbrief meines Vaters (Stuttgarter Aktienclub) und auch heute beobachte ich viele der dort erwähnten Aktien.
    Mittlerweile unterhalte ich eine "poollist", in welcher ich hervorragende Unternehmen beobachte und die IMO günstigsten Werte kaufe.

    Mein Geld ist auf sieben Werte verteilt, wobei mein Depot ungefähr ca. 80% meines Nettovermögens ausmacht.
    Ich akzeptiere auf Grund meines Alters eine hohe Volatilität; wurde aber eben auch in den letzten Jahren mit hoher Performance belohnt.

    @ Zecke:

    "Ich denke mal, dass man so ab 50.000 Euro Depotvermögen ruhig in Einzelwerte gehen kann. Vorher doch lieber in Fonds."

    - M.E. kann man die Grenze schon bei ca. 10000 € ziehen. Bei meinem Broker in den USA kann man ab 2,50$ pro Trade handeln. Die Kosten falllen da nicht ins Gewicht und Managementgebühren spare ich mir auch.

    Gruß,

    Jan-Hendrik

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