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Thema: Merger Arbitrage

  1. #11
    Erfahrener Valueist
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    Standard

    Guten Abend,

    <Und da habe ich eben meine Zweifel, ob man damit wirklich Geld machen kann. Ich kenne das gar nicht anders, dass wenn ein konkretes Angebot vorliegt, der Kurs schnurstracks auf dieses Angebot marschiert.>

    Man kann aber noch in einer anderen Weise profitieren. Es kommt natürlich darauf an, was man strategisch vorhat.

    Bei den Übernahmen sichern die Professionellen zur Verlustbegrenzung grundsätzlich ab, indem sie die Übernahmegesellschaft shorten. Das kann man als Privatanleger nutzen und geht dabei nicht einmal ein Risiko ein. Natürlich nur, wenn man an der Übernahmegesellschaft interessiert ist:

    Man kauft das Unternehmen mit einem Abschlag. Sollte die Übernahme nicht zustande kommen, ist das auch kein Problem, denn die Short-Positionen müssen dann von den Arbitrageuren wieder aufgelöst werden. So steckt man einen schönen Gewinn ein oder man bleibt in der Aktie investiert und hat schon eine kleine Rendite erzielt.

    Es kommt eigentlich nur darauf an, von welcher Seite man es sieht.


    Hier noch ein Auszug aus der Neuen Züricher Zeitung zu Saurer

    17. Juli 2005, NZZ am Sonntag

    Englischer Hedge-Fund baut Beteiligung an Saurer rasant aus
    Die Übernahmespekulationen um Saurer bekommen Schub. Der Hedge-Fund-Betreiber Laxey Partners hat über Aktien und Optionen eine Beteiligung von 13,1% an Saurer aufgebaut.

    Chanchal Biswas

    «Wir investieren ausschliesslich auf eigene Rechnung und nur für unsere Vehikel.» Roger Bühler, 33-jährig, Schweizer und Investment Director von Laxey Partners, stellt klar, wer der neue Grossaktionär von Saurer ist. Der auf der britischen Isle of Man domizilierte Betreiber mehrerer Hedge-Funds hat am Freitagabend gemeldet, dass er 7,8% der Saurer-Aktien halte. Weiter sei man im Besitz von Call-Optionen, bei deren Ausübung sich die Beteiligung auf 13,1% erhöhen würde. Da die Saurer-GV eine Kapitalherabsetzung durch Vernichtung von 882 000 Aktien beschlossen hat, wird sich dieser Anteil automatisch auf 13,9% erhöhen.

    Der Kurs der Saurer-Aktie ist im Juli um 19% auf Fr. 95.50 gestiegen. In Kombination mit dem Handelsvolumen, das seit Anfang Monat im Schnitt viermal höher liegt als üblich, nährt das Übernahmespekulationen. Vorab Victory, die Beteiligungsfirma von Mirko Kovats und Ronny Pecik, wird ein Interesse am auf Textilmaschinen und Antriebstechnologie ausgerichteten Saurer-Konzern nachgesagt. Die Österreicher haben im Frühling ihr Aktienpaket an Unaxis mit dem gezielten Einsatz von Call-Optionen stetig ausgebaut und jüngst die Kontrolle über den Technologie-Konzern übernommen. Jetzt, da Laxey Partners bei Saurer den gleichen Weg zu beschreiten scheint, wird in Marktkreisen gemunkelt, Laxey handle im Auftrag von Victory.

    «Wir agieren nie als Mittelsmänner», sagt Roger Bühler. Um dies zu unterstreichen, gibt er einen kleinen Einblick in die sonst verschlossene Gesellschaft. Laxey Partners operiert als Hedge-Fund und managt in dieser Eigenschaft mehrere geschlossene Anlagevehikel. Diese Familie von Vehikeln hält das Saurer-Paket. Die Firma, die je hälftig den Briten Colin Kingsnorth und Andrew Pegge gehört, ist auf Vermögenswerte, die mit einem Kursabschlag gehandelt werden, spezialisiert. Laxey Partners investiert traditionell in Beteiligungsgesellschaften mit hohem Discount (in der Schweiz in Absolute Private Equity, Mach Hitech und Private Equity Holding), seit einigen Jahren aber überwiegend in Firmen mit einer operativen Tätigkeit. «Saurer ist uns vor mehreren Wochen aufgefallen», sagt Bühler, «wir haben nicht erst mit Kaufen begonnen, als die Gerüchteküche schon brodelte.»

    In Analysten-Kreisen ist man sich einig, dass Saurer gut gemanagt wird, in beiden Geschäftsbereichen gut positioniert ist, über eine starke Bilanz mit viel Liquidität verfügt und weiterhin viel Cash generiert. Im Urteil von Laxey Partners kommen nichtbetriebsnotwendige, finanzielle und steuerlich bedingte Vermögenswerte hinzu, die in keiner Analyse ausreichend berücksichtigt seien. «Die Saurer-Aktien sind immer noch signifikant von ihrem fairen Wert entfernt», sagt Bühler. Einen genauen Kurs nennt er nicht.

    Beim Einstieg in Unaxis haben Kovats und Pecik laufend ähnliche Statements von sich gegeben. Mit dem Resultat, dass weitere Anleger auf den Zug sprangen, die Aktie stieg und auch der Wert der Optionen von Victory. Dies half den Österreichern, den Ausbau ihrer Beteiligung zu finanzieren.

    Die weiteren Absichten, die Laxey Partners bei Saurer hegt, kommentiert Bühler nicht. Auch in der Saurer-Konzernzentrale, die bereits ein Gespräch mit dem neuen Grossaktionär geführt hat, ist nichts darüber bekannt. In Händlerkreisen kursiert derweil - gleichsam als Antithese zur Victory- Geschichte - das Gerücht, Laxey Partners könnte der weisse Ritter für Saurer sein. Saurer-Verwaltungsratspräsident Giorgio Behr hat vor dem Hintergrund der Übernahmespekulationen betont, dass man zur Not auch aus eigener Kraft eine Übernahme arrangieren könne. Bühler kommentiert dies mit den Worten: «Es gibt keine Verbindung zwischen Behr und mir.»

    *

    Grüsse
    flippi

  2. #12
    Erfahrener Valueist
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    Standard

    Hallo,

    eine ähnliche Situation gab es vor einiger Zeit bei der Übernahme von Wella durch P&G. Damals, am Anfang meiner Investmenttätigkeit, war ich nicht wirklich sicher, ob meine Analyse der Situation korrekt war und ich hatte kein Geld flüssig, um einzusteigen. Auch nach der offiziellen Ankündigung ging der Wella-Kurs steil nach oben. Man hätte etwa 100% Gewinn in wenigen Wochen mitnehmen können, wenn man aufgrund der Gerüchte eingestiegen wäre. Das Risiko war minimal, selbst wenn die Übernahme geplatzt wäre, da die Wella-Aktie nach meiner Ansicht damals ohnehin unterbewertet war. Heute würde ich solch eine Gelegenheit sicher nutzen.

    Wenn du vorab hier oder sonstwo Rat suchst, dann bist du dir deiner Entscheidung nicht sicher. In keiner Weise eine gute Ausgangsbasis für eine Investition.

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