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Thema: Kaufen - Verkaufen oder Kaufen - Halten

  1. #1
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    Hallo zusammen

    Das Thema 'Kaufen' ist für mich theoretisch eigentlich klar. Praktisch kann man natürlich beim Einkauf danebenliegen, aber hier versuchen wir ja den bestmöglichen Einstiegszeitpunkt zu finden, soweit uns das möglich ist.

    Das Thema 'Verkaufen' ist mir aber auch theoretisch nicht klar.

    Nehmen wir einmal an, ich investiere in ein Unternehmen, das Qualität aufweist und langfristig wächst, dann würde ich die Unternehmensanteile sozusagen bis an mein Lebensende halten. Natürlich immer vorausgesetzt, dass das Unternehmen keine negativen Entwicklungen aufweist.

    Warum brauchen wir dann Verkaufssignale?

    Ich bin auf Eure Argumente gespannt.

    Grüsse
    filippina


  2. #2
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    Hallo Filippina,

    denk mal an Buffett's Partnership, die hat er liquidiert als der Markt seiner Meinung nach vollkommen überbewertet war. Jahre später gab es dann wieder wunderware Schnäppchen.

    Denk auch mal an die Technos vom letzten Jahr, da haben sich die Fundamentaldaten doch schwer geändert. Aus heutiger Sicht wäre ich komplett ausgestiegen.

    Gruß

    Dieter


  3. #3
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    @Dieter

    Ja, in den Fällen, in denen eine negative Entwicklung zu erkennen ist, ist es mir klar auszusteigen. Da dürfte sich der Aktienkurs aber nicht einmal bis zum Verkaufssignal entwickeln, sondern er wird wahrscheinlich schon vorher abstürzen, oder?

    Technos würde ich, so wie ich heute denke, als zyklische Aktien betrachten. (Schliessen wir junge Technofirmen, die ja in der Wachstumsphase sind, einmal aus) Hier kann ich ein Verkaufssignal nachvollziehen. Hier scheint es mir sogar extrem wichtig zu sein.

    Aber wie ist es bspw. bei einem Unternehmen, wie MO? Ich habe vor, also immer vorausgesetzt, es kommt zu keiner negativen Entwicklung, MO bis an mein Lebensende zu halten.

    Wenn jetzt aber ein Verkaufssignal kommt, was wäre der Vorteil hier zu verkaufen?

    filippina

  4. #4
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    Hallo,

    ich denke es kann mehrere Gründe geben zu verkaufen.

    Wenn sich meine Unternehmensanteile überproportional gut entwickeln (die wirtschaftliche Gesamtsituation der Märke, die Situation des Unternehmens selbst, etc.) dann werde ich irgendwann feststellen, dass mein Unternehmen immer noch sehr gut aber nicht mehr preiswert ist. In dieser Situation macht es dann für mich durchaus Sinn auszusteigen, um entweder darauf zu setzten später wieder preiswert einsteigen zu können oder auf andere Unternehmen die ebenfalls gut aber zudem noch preiswert sind umzusatteln.

    Ein weiterer Grund zu verkaufen wäre es, dass man das Geld anderweitig benötig. Auch dann ist es hilfreich anhand des Abstandes zum Verkaufsignal den Wert herauspicken zu können der die geringste zukünftige Wertsteigerung verspricht.

    Wenn sich andersherum das Unternehmen wie prognostiziert entwickelt (Kurs und „Unternehmenswert“ legen jährlich um sagen wir mal 15% zu) kann man es theoretisch unendlich lange halten, weil das Verkaufsignal ja nie erreicht wird.

    Gruß
    Heinz

  5. #5
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    Hallo Heinz

    Zum Verkaufen fehlte mir bis jetzt die Phantasie und ich konnte mir nicht vorstellen, wann und warum ich denn verkaufen sollte. Danke für Deine Anregungen.

    <Wenn sich andersherum das Unternehmen wie prognostiziert entwickelt...>

    Das heisst dann, dass das Verkaufssignal sich parallel mit nach oben entwickelt. Ja, so kann das Verkaufssignal tatsächlich nicht erreicht werden. Soweit habe ich das nicht durchdacht. Danke für den Gedankenanstoss.

    Im Umkehrschluss könnte ich doch dann auch daraus folgern: Wenn das Verkaufssignal erreicht wird, scheint etwas mit der Entwicklung des Unternehmens nicht in Ordnung zu sein.


    Grüsse
    filippina

  6. #6
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    Hallo filippina,

    zum 3. Absatz.

    Ich würde es eher von der positiven Seite sehen. Ich habe Anteile eines qualitativ hochwertigen Unternehmens preiswert erstanden. Das Unternemhen hat die Erwartungen kontinuierlich mehr als erfüllt und dadurch ein überproportionales Interesse anderer Investoren geweckt. Folglich steigt der Preis (Angebot und Nachfrage).
    D.h. an der Qualität des Unternehmens hat sich nichts geändert, es ist nur schlicht und einfach teurer geworden, weil auch andere an dieser Qualität teilhaben wollen.

    Irgendwann kommt dann der Punkt *(Verkaufssignal) wo der Kurs den Fundamentaldaten (NCF-Wachstum, Gewinnwachstum, KGV, Signal 1, 2, 3 und wie sie alle heißen) zu weit einteilt ist. Ich gehe dann davon aus, dass entweder die Kurssteigerung eine längere Pause einlegen wird (bis die Fundamentaldaten nachgezogen haben) oder der Kurs einbricht, damit er wieder den aktuellen Fundamentaldaten entspricht.

    Beides mag ich nicht akzeptieren also steige ich aus, bzw. ich beachte charttechnische Signale, um bei einem nachhaltigen Bruch des Aufwätrstrends reagieren zu können.

    Ich hoffe ich sehe das nicht zu plakativ. * *

    Gruß Heinz

  7. #7
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    Hallo,

    mir scheinen die Argumente (für Verkauf) etwas kurzgegriffen. Im Moment ist mir noch nicht ganz klar, inwieweit Volkers Value-Ansatz über Graham hinaus geht (insb. zum Thema Verkaufen), ich würde aber das Thema Rendite unbedingt mit dem Thema Verkaufen verknüpfen.
    Es ist ja bekanntlich sehr schwer (also unmöglich) zum absolut richtige Zeitpunkt zu kaufen und wieder zu verkaufen. Wenn man investiert hat man in der Regel eine bestimmte Rendite vor Augen, die man erzielen oder übertreffen will. Danach sucht man sich seine Investments aus. Es mag zwar gut klingen, wenn man sich für eine Aktie einen Einstiegstzeitpunkt (Kaufsignal) bei sagen wir 10&#36 errechnet und einen Ausstieg (Verkaufssignal) bei 20&#36. Dies würde einer Rendite von 100% entsprechen, aber da wir in der Regel über Renditen pro Jahr sprechen, muss natürlich der Zeitraum des Anstiegs von 10 auf 20 &#36 beachtet werden. Die 100% sind ja nur wirklich 100%, wenn sie innerhalb eines Jahres erreicht wurden. In zwei Jahren kommt man "nur noch" auf eine Rendite von 41.42% und in 3 Jahren auf 25.99%, was ja immer noch sehr beachtlich ist. Nach 5 Jahren liegt sie aber schon bei nur noch 15.87%. Bei Graham war es so, dass er nach ca. 2 oder 3 Jahren die betreffenden Aktien verkauft hat, wenn sie bis dahin eh nicht sein vorberechnetes Verkaufssignal gesendet haben. Genau das hat ja Buffett auch an Grahams Strategie gestört.
    Ich selber symphatisiere daher auch eher mit Buffett als mit Graham. Es macht zwar die Aktienauswahl viel schwerer (man sucht ja nur noch Aktien, die auf lange Sicht eine bestimmt Rendite abwerfen und nicht nur in einem bestimmten Zeitraum), man muss sich aber weniger um das Verkaufen einen Kopf machen (eher um den Einstiegszeitpunkt), solange sich fundamental nichts geändert hat.

    Gruß,
    Jörg.

  8. #8
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    Hallo,

    mich interessiert nur die durchschnittlich zu erwartende Rendite der nächsten Jahre. Kurzfristige Schwankungen, Trends etc. sind nicht vorhersehbar.

    Sinkt die Renditeerwartung um einen bestimmten Prozentsatz ab, ist für mich ein Verkaufssignal erreicht. Letztlich interessiert mich nicht die Jahresrendite, sondern meine durchschnittliche Rendite über viel Jahre. Ich möchte Im Durchschnitt eine möglichst hohe und stabile Rendite erreichen.

    Der Markt neigt zu Über- und Untertreibungen, langfristig wird er aber die fundamentalen Daten berücksichtigen und irgendwann einen fairen Kurs hervorrufen. Wann dieser Zeitpunkt sein wird ist nicht genau vorhersehbar.


    Herzliche Grüße

    Volker



  9. #9
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    Hallo zusammen

    Ich danke Euch, dass Ihr mir mit Euren Gedanken ein wenig auf die Sprünge geholfen habt. So ganz klar ist aber meine Meinung zum Verkaufen und Halten noch nicht. Ich brauche da wohl noch ein bisschen länger bis es bei mir klickt.

    Herzliche Grüsse
    filippina

  10. #10
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    Hallo flippi,

    möchte Dir drei Gründe aufzeigen warum ich mich
    von einem Titel trennen würde ( wie z.B. von MO )
    1. Weil ich glaube einen besseren Titel zu kennen.
    2. Weil ich zu 100% investiert bin und cash brauche.
    3. Weil mich der Titel nicht mehr überzeugt, z.B. er
    fällt durch die Value-Analyse.

    viele grüße franz

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