Value-Brief anfordern
Ergebnis 1 bis 10 von 10

Thema: change management im depot

  1. #1
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    18.06.2001
    Ort
    schleswig-holstein
    Beiträge
    179

    Standard

    hallo valuistengemeinde,

    learner6 beschäftigt sich unter "diverse unternehmen" mit altlasten.

    wie beurteilt ihr den kategorischen ansatz, alles aus dem depot zu eliminieren, was nicht unter valuekriterien ins depot gehört?

    dem aspekt, gegenwärtig bedingt durch kursverfall zu verramschen, läßt sich entgegenhalten, das auch valueunternehmen relativ günstig zu erstehen sind.
    lomoeel
    lomoeel

  2. #2
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    04.07.2001
    Ort
    Nordrhein Westfalen
    Beiträge
    224

    Standard

    hallo lomoeel,

    klasse, das du diesen thread aufgemacht hast.

    bei mir ist es so, das ich NICHT kategorisch nur einzelwerte ins depot lege, die nach valuekriterien bewertet werden, sondern mir auch bewusst den ein oder anderen spekulativen wert ins depot lege, so z.b. qiagen, die aktuell mit einem einstand von 5,4 € bei mir unter der rubrik "sonstige werte" liegen.

    von den sog. altlasten möchte ich mich trotzdem mittelfristig trennen, weil sie nicht zu meiner valuestrategie passen UND ich im spekulativen bereich andere (für mich bessere) möglichkeiten sehe...

    liebe grüsse

    rolf, der heute sogar bei einer ALTLAST nachgekauft hat...

  3. #3
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    05.09.2001
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    792

    Standard

    Hallo, lomoeel,

    zum Glück habe ich keine Altlast im Depot, oder besser: Ich habe mich noch zu einigermaßen erträglichen Kursen davon getrennt.

    Ich denke, wenn Du eine reine Value-Strategie fährst, in der Zocker-Papiere keinen Platz haben, dann wäre eine Depotbereinigung konsequent. Klar tut es weh, eine Mobilcom für 1 Euro rauszuhauen, wo man sie doch bei 150 Euro gekauft hat. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese Kurse auch bei EM.TV, Intershop und so weiter wieder erreicht werden? Bitte komm jetzt nicht mit dem Argument "Warum soll ich zehn MobilCom-Aktien zu je einem Euro verkaufen?" Darauf weiß ich auch keine schlaue Antwort.

    Anders sieht es bei Papieren aus, die nicht ganz so viel Verlust gemacht haben. Wenn die Firma einigermaßen gut dasteht, könnte bei einer Erhohlung der Märkte (mit der ich so etwa ab 2015 rechne ) durchaus mal das eine oder andere Prozent Gewinn drin sein. Aber wenn die Unternehmen Schrott sind, würde ich sie verkaufen.

    Gruß,

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  4. #4
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    11.06.2001
    Beiträge
    414

    Standard

    Hallo, lomoeel!

    Auch wir haben noch einige Altlasten im Depot, die allesamt Marktführer aus der "Tech-Bubble-Zeit" sind und damals auch den Value-Kriterien genügten. Da wir sie aber vor unserer Value-Zeit gekauft haben, waren sie natürlich alle viel zu teuer und sind zwischen 36% und 93% in den Miesen.

    Mir ist vollkommen klar, dass solche Unternehmen wie Sun und EMC wahrscheinlich in den nächsten 20 Jahren nicht wieder ihre alten Kurse sehen werden und trotzdem werden wir sie wohl im Depot behalten. Zum einen ist ihr Anteil inzwischen so gering, dass sie die Gesamtperformance nicht mehr nachhaltig beeinflussen und zum anderen sehe ich sie dann immer als warnendes Beispiel für unkluges Investieren (zu teuer, Unternehmen für mich nicht verständlich, Branchen- und Unternehmenswachstum nicht seriös prognostizierbar). Dieter hat diese Sichtweise einmal so geäußert und ich fand dies so auch ganz passend für mich. Zudem haben wir sie inzwischen so lange im Depot, dass wir mit einem Verkauf nicht einmal mehr die Verluste steuerlich geltend machen können. Wäre dies noch möglich, würde unsere Entscheidung bei EMC und Sun eventuell anders aussehen ...

    Unsere Fonds haben wir allerdings alle im Juni (also während der bisherigen Tiefststände) mit z.T. sehr schmerzhaften Verlusten verkauft, da sie um so viel schlechter als die Value-Werte performten und wir dabei nicht länger zusehen wollten.

    Viele Grüße

    Torsten

  5. #5
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    04.07.2001
    Ort
    Nordrhein Westfalen
    Beiträge
    224

    Standard

    hallo torsten

    du sprichst mir aus der seele. ich beschäftige mich ja erst seit ein paar monaten intensiv mit dem value-ansatz und habe noch einige einzelwerte im depot die ich JETZT nicht mehr kaufen würde...

    liebe grüsse

    rolf

  6. #6
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    Wie wär`s mit folgender "Strategie":

    Alle Unternehmen, die man heute nicht mehr kaufen würde und sie auch niemandem zum Kauf empfehlen würde:
    Verkaufen!

    Und natürlich auch umgekehrt.

    Es macht einfach keinen Sinn, Unternehmen, von denen man keineswegs überzeugt ist und denen man keine guten Zukunftsaussichten einräumt im Depot zu behalten.

    Will man den erlittenen Verlust mit eben diesem Unternehmen aufholen oder gibt es Werte, von denen man mit Fug und Recht annehmen kann, dass sie besser performen??
    Dann gibt es nur eines: Tauschen!

    Axia

  7. #7
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    04.07.2001
    Ort
    Nordrhein Westfalen
    Beiträge
    224

    Standard

    hallo axia

    du hast ja recht....
    alle unternehmen mit denen man sich nicht mehr identifiziert, sollten konsequenterweise auch raus aus dem depot...

    da ich momentan aber keine tauschkandidaten habe (bei amgen und pfizer sind mir noch zu teuer für den einstieg), tue ich mich (zugegebenermassen) damit ziemlich schwer...

    liebe grüsse

    rolf, der heute mal seine mittelfristigen "abschusskandidaten" etwas näher unter die kurslupe genommen hat...

  8. #8
    Valueist
    Registriert seit
    16.06.2002
    Beiträge
    43

    Standard

    Noch ne Strategie-Meinung:

    Wir haben einen dramatischen Kursverfall bis dato gesehen, wenn man so will einen Crash auf Raten.
    Nicht nur die Kleinen, auch die Großen haben geschüttet.

    Dreht sich der Wind wieder - und das wird er, denn die Börse ist keine Einbahnstraße - kehren sie wieder zurück, die Kleinen und die Großen.

    Die Musik machen aber wegen ihres Volumens die Großen.
    Und sie dürften die Standardwerte kaufen und nicht so sehr die Nebenwerte. Ergo ergeben sich bei den Standardwerten die größeren Kurschancen, anders: Der DAX sollte den MDAX schlagen, während es bisher gerade umgekehrt war.

    Axia

  9. #9
    Valueist
    Registriert seit
    07.07.2001
    Ort
    Voerde
    Beiträge
    56

    Standard

    Hallo alle zusammen,

    nachdem schon einige zu ihrem Umgang mit Altlasten etwas gesagt haben, möchte auch ich mich dazu äußern.

    Bei mir war es so, dass ich Anfang 2000 als ich erstmals „aktiv“ in Aktien investiert habe, mein Heil in der Charttechnik gesehen habe. Mit der Charttechnik konnte ich aber nicht so recht glücklich werden, was aber nicht bedeuten muss, dass andere mit ihr nicht erfolgreich sein können. Bis zu dieser Erkenntnis hat es ungefähr ein Jahr gedauert.

    Im Juli letzten Jahres bin ich dann – immer noch auf der suche nach meiner Strategie – auf die Value-Analyse gestoßen.

    In der Zeit danach habe ich dann ziemlich rigoros alles verkauft, was nicht mehr in mein Konzept passte.

    Interessant wäre natürlich eine Betrachtung, wie ich jetzt dastehen würde, wenn ich meine alten Werte behalten hätte, aber bis jetzt habe ich noch nicht das Bedürfnis gehabt, eine derartige Betrachtung anzustellen.

    Gruß
    Heinz

  10. #10
    Erfahrener Valueist
    Registriert seit
    04.07.2001
    Ort
    Nordrhein Westfalen
    Beiträge
    224

    Standard

    hallo liebe valuisten

    ich habe mich mittlerweile konsequent von einzelwerte getrennt mit denen ich mich nicht mehr identifizieren kann, so das ich heute im valuebereich nur drei einzelwerte habe, die ich schon immer zu meinen favoriten gezählt habe:

    - johnson & johnson (hatte ich schon vorher im depot)
    - microsoft (hatte ich schon vorher im depot)
    - paychex (der einzige "richtige" neuzugang seit beginn meiner valuezeit)

    diese werde ich auch weiterhin behalten, weil ich von ihnen überzeugt bin.

    da das leben nicht nur aus value besteht, meine noch beiden nicht im depot befindlichen favoriten (amgen und pfizer) kursmässig noch nicht interessant genug sind, konzentriere ich mich derzeit mehr darum was meine allianz so macht...

    liebe grüsse

    rolf

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •