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Thema: Buffet wird bearish!

  1. #1
    Neuer Benutzer Donn
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    Reden

    Warren Buffett - "Der Aktienmarkt wird viele Anleger enttäuschen"

    Der weltweit erfolgreichste Großinvestor Warren Buffett hat sich am Wochenende pessimistisch zu den weiteren Aussichten des Anti-Terrorkriegs der USA und den Entwicklungen an den Aktienmärkten geäußert.

    Der Selfmade-Milliardär, der auch als "Orakel von Omaha" (Omaha ist der Firmensitz seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway) bekannt ist, schrieb am Samstag in einem Brief an seine Aktionäre, der Krieg gegen den Terror sei nicht zu gewinnen. "Die Angst wird im Laufe der Zeit nachlassen", so Buffett, "die Gefahr wird jedoch nicht verschwinden."

    Weitere Terroranschläge in den USA seien durchaus denkbar und müssten von Versicherern übernommen werden. Die Regierung müsse sich jedoch bereit erklären, diesen im Falle eines Falles den Rücken zu stärken. Ohne die Unterstützung der Regierung müssten die Versicherer Terroranschläge aus ihren Policen ausschließen – ein Trend von dem Versicherungsnehmer vor allem in der Immobilienbranche schon jetzt betroffen sind.

    Geringe Renditechancen:
    Buffett, der im vergangenen Jahr mit dem Gros der Kleinanleger das Schicksal des schwindenden Depotwertes teilte, verlor 2001 rund neun Milliarden Dollar seines privaten Vermögens. Buffetts Enthusiasmus für seine Langfrist-Investments American Express [NYSE: AXP ] und Coca-Cola [NYSE: KO ] sei "durch die entschieden lauwarmen Gefühle in Bezug auf die weiteren Aussichten des Aktienmarktes auf Sicht von zehn Jahren" gebremst.

    "Die heutigen Aktienkurse lassen vermuten, dass die Erträge für Anleger künftig gering sein werden", so Buffett. "Der Aktienmarkt hat sich eine lange Zeit besser entwickelt als die Unternehmen. Diese Phänomen muss ein Ende haben. Ein Markt jedoch, der parallel zur Geschäftsentwicklung verläuft, wird viele Anleger enttäuschen, insbesondere wenn sie erst seit kurzem dabei sind."

    Abschließend kam Buffett auf sein Lieblingsthema – die schäbige Moral vieler Firmenchefs – zu sprechen. Er und sein Geschäftspartner Charlie Munger seien sehr empört, dass in den letzten Jahren Kleinanleger Milliardenverluste hinnehmen mussten, während die Firmenchefs und sonstige Manager, die die Katastrophen zu verantworten hätten, sich mit sehr viel Geld vom Acker machten.

    Obwohl Enron zum Symbol für den Missbrauch der Aktionäre geworden sei, "gibt es woanders nicht weniger unerhörtes Benehmen", so Buffett.

    Quelle: www.stock-world.de

    Diese Aussagen möchte ich nochmals unterstreichen und auch die trüben Aussichten treffen meine Meinung.

    Nun der Grund, weshalb ich diesen Beitrag unter Value-Strategien eingereiht habe (auch, weil ich kein passendes Board gefunden habe): ist die Value-Strategie zum jetzigen Zeitpunkt wirklich die beste Strategie? Vielleicht auch gerade WEGEN den schlechter werdenden Aussichten?

    Was sagt ihr dazu?

    Donn
    (kämpft noch der Value-Strategie)

  2. #2
    Neuer Benutzer feelp
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    Standard

    Hallo Donn und willkommen im Board,

    es mag sein, dass Buffett bei seinen riesigen Bestaenden manchmal in Kategorien bullish und bearish denkt, weil er damit einfach nicht mehr richtig handeln kann, ohne groessere Wellen auszuloesen und sie deshalb einfach halten muss.
    Doch fuer uns als Kleinanleger sieht es da zum "Glueck" etwas besser aus.
    Wir koennen frei nach seinen Grundsaetzen handeln und genau hinschauen, fuer was wir welchen Preis zahlen. Lass den Markt neben Dir einfach machen, was er will. Du kaufst erst dann DEINE UNTERNEHMEN, wenn Deine erwartete Rendite stimmt (ich weiss, das sagt sich so leicht).
    Nur bei diesen Bilanz-Schummeleien brauchen wir etwas Glueck, doch auch dem kann man etwas auf die Spruenge helfen, wenn man sich auch das Management genau anschaut.
    Feines Understatement und klare, auch selbstkritische, Worte in Zusammenhang mit guten Zahlen sollte einem Marktschreier vorgezogen werden.

    Hier ein Link zur schlichten, aber guten Seite von Mario Wolff:
    Mario Wolff´s Homepage
    Es lohnt sich besonders ueber Buffetts Erfolgsprinzipien nachzudenken:
    Zehn Erfolgsprinzipien

    Viel Glueck!

    Gruss vom Thomas

  3. #3
    Neuer Benutzer Donn
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    Daumen runter

    Hallo,

    @Thomas - vielen Dank für die Links, brauche aber eine Zeit bis ich dies alles verarbeitet habe.

    @alle - die aktuelle Einschätzung von Buffet möchte ich mit folgendem Artikel aus der FTD ergänzen:

    Taliban und al-Kaida bereiten Comeback vor:

    Die Gruppen der Taliban und der al-Kaida sind nach Überzeugung der US-Streitkräfte dabei, sich neu zu organisieren. Bis zu 1000 Mitglieder operieren von Pakistan aus.

    "Ich kann Ihnen sagen, dass in diesem Moment Al-Kaida-Mitglieder in Paktia alles versuchen, um sich neu zu gruppieren und zu regenerieren", warnte Generalmajor Frank Hagenbeck am Mittwoch auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram. Er berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse.

    Der General hatte in der Provinz Paktia die gerade abgeschlossene Operation Anaconda geleitet, die eine solche Reorganisation stoppen sollte. Dass dies nicht erfolgreich war, legt auch ein nächtlicher Angriff auf US-Truppen und ihre afghanischen Verbündeten in der Paktia benachbarten Provinz Khost nahe.

    "Letzte Nacht griffen Terroristen mit Maschinengewehren, Granaten und Mörsern Koalitionstruppen in Khost an", sagte Major Bryan Hilferty, Sprecher der US-Truppen, am Mittwoch in Bagram. Ein US-Soldat und eine Reihe afghanischer Soldaten wurden verletzt. Die Angreifer sind laut US-Militär Mitglieder der Taliban und der al-Kaida gewesen. "Wir erwiderten das Feuer und reagieren auch in diesem Moment weiter."

    Nach Angaben aus Taliban-Kreisen verstecken sich bis zu 1000 Mitglieder der Taliban und der al-Kaida in Pakistan und überqueren regelmäßig die Grenze. Sogar der gesuchte Al-Kaida-Anführer Osama Bin Laden soll sich in Ostafghanistan oder auf der pakistanischen Seite der Grenze aufhalten, berichtet die "Washington Times" unter Berufung auf US-Geheimdienste.

    Vertreter der Taliban und al-Kaida in Pakistan erklärten sogar gegenüber der Nachrichtenagentur AP, sie planten ein Comeback. "Ich warte auf den großen Krieg", sagte Mullah Towha, der Sicherheitschef der ehemaligen Taliban-Regierung in der afghanischen Provinz Nangharhar, zu AP. "Amerika und Großbritannien werden eines Tages gehen, und dann werden wir einen Heiligen Krieg gegen die Afghanen führen, die mit ihnen gegen andere Muslime gekämpft haben."

    Freie Grenzüberquerung:

    Laut Taliban-Mitgliedern halten sich Afghanistans ehemaliger Verteidigungsminister Mullah Obeidullah, Ex-Innenminister Abdul Razzak, der frühere Vizepremier Mullah Hasan Adhund und Amir Khan Muttaqi, Sprecher des Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar, in Pakistan auf.

    Auch Jalaluddin Haqqani soll sich hier befinden. Er verantwortet laut afghanischen Quellen den Versuch der Taliban und al-Kaida, sich in seiner ehemaligen Hochburg in Paktia neu zu formieren. Haqqani lebe in der pakistanischen Region Süd-Wasiristan nahe der afghanischen Grenze, sagt Haji Mohammed Ishaq, Polizeichef von Gardes, der Provinzhauptstadt von Paktia. Ehemalige Führungsfiguren des pakistanischen Geheimdienstes ISI stützten ihn.

    Wiederaufbau des Finanzsystems:

    Auch eine Reihe von Al-Kaida-Führern sei im vergangenen Jahr nach Pakistan entkommen, heißt es im Umfeld der Organisation weiter. Zu ihnen gehört Abu Zubaydah, ein Palästinenser, der für die Reorganisation der al-Kaida zuständig sein soll. Er versuche derzeit, das Finanznetzwerk von al-Kaida wieder funktionsfähig zu machen.

    Diese Information entspricht Berichten aus Washington. US-Regierungsvertreter hatten bereits gewarnt, die Terrororganisation habe in den vergangenen Wochen ihre Finanztransaktionen und Kommunikation wieder in Gang gebracht.

    Die Gruppen von Pakistan aus wieder aufzubauen und auch Angriffe in Afghanistan zu organisieren, ist zumindest für Taliban-Angehörige nicht schwer. Die meisten von ihnen gehören zum Volk der Paschtunen. Sich unerkannt unter die örtliche ostpakistanische Bevölkerung zu mischen, ist deshalb kein Problem.

    Ex-Taliban-Sicherheitschef Towha berichtet, er sei im November gemeinsam mit dem Gouverneur der Provinz Nangharhar, Mullah Abdul Kabir, einem Dolmetscher Bin Ladens, sowie dem ägyptisch-stämmigen Kanadier Ahmed Saeed al-Kadr, einem der zehn meistgesuchten Al-Kaida-Führer, in die Provinz Paktia getrampt. Die Bestechung pakistanischer Stammeskrieger habe ihnen dann den Weg über die Grenze frei gemacht. Kabir, einst der drittmächtigste Mann Afghanistans, reise regelmäßig über die Grenze hin und her, sagt Towha.

    Die arabischen Al-Kaida-Flüchtlinge, die den Führungskern des Terrornetzwerks bilden, sind in Pakistan dagegen auf Schutz angewiesen, weil sie von jedem leicht als Fremde erkannt werden.

    Pakistans Regierung streitet vehement ab, wissentlich Al-Kaida- oder Taliban-Mitglieder im Land zu beherbergen. Doch arbeiteten früher alle hochrangigen Taliban-Mitglieder eng mit dem pakistanischen Geheimdienst und Militär zusammen. Sie haben daher exzellente Verbindungen. Laut Towha werden sie noch immer auch finanziell von Mitgliedern und Ex-Mitgliedern des pakistanischen Geheimdienstes ISI unterstützt.

    Quelle: Financial Times Deutschland

    Ich fürchte, wir müssen uns auf "unruhige" Zeiten einstellen.

    Gruß
    Donn

  4. #4
    Erfahrener Valueist JuliaPapa
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    Standard

    Hallo, Donn und alle anderen,

    tja, die ganze Terror-Geschichte ist natürlich schon sch..., keine Frage.

    Dennoch stellt sich die Frage, wie man damit umgeht. Ich denke, daß sich an der Überlegenheit der Aktien gegenüber Renten und Immobilien nichts ändern wird. Natürlich gibt es immer das Risiko eines neuen Anschlages, aber damit müssen wir alle leben, und zwar nicht nur als Anleger.

    Noch mehr als vorher kommt es darauf an, sich Qualität ins Depot zu legen. Selbst bei einem weiteren Anschlag werden die Menschen weiterhin essen, Coke trinken oder sich rasieren. Und seien wir ehrlich: Bei aller Bestürzung über die Anschläge vom 11. September - die Kurse vom 15. September hätte ich gerne nochmal wieder.

    Jede Krise bietet auch ihre Chancen für Investoren. Wenn Du aber davon ausgehst, daß "alles" noch viel schlimmer kommt, dann bleibt Dir eigentlich nur noch, Dein Geld auszugeben, so lange es noch geht.

    Schönen Abend noch,

    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

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