WKN 919730; ISIN CH0012221716

Die weltweite konjunkturelle Erholung hat ABBs Geschäfte belebt. Die Aufträge stiegen im 2. Quartal um 5%. Umsatz und Gewinn waren allerdings rückläufig. Der Gewinn war 8% niedriger als im Vorjahreszeitraum und der Umsatz sank um 4%. Die verbesserte Auftragslage ist hauptsächlich auf die vermehrten Bestellungen in der Sparte Automationsprodukte zurückzuführen.

Der Bereich Energietechnik schwächelt weiter, da die Investitionsbereitschaft der Energieversorger bei Großprojekten noch gedämpft ist. Unternehmenschef Hogan rechnet erst ab Ende 2010 und 2011 mit einem verbesserten Investitionsklima im Energiesektor. Nachdem die Übernahme des Elektrotechnikkonzerns Chloride gescheitert ist, verfügt ABB weiterhin über eine starke Bilanz mit 5,9 Mrd $ an Netto-Barmitteln.

Der hohe Bestand ist ein möglicher Hinweis darauf, dass ABB seine Strategie des akquisitionsbetonten Wachstums aus Mangel an lukrativen Zielen nicht umsetzen kann. Gleichzeitig scheint es dem Management zu widerstreben, das Geld an die Aktionäre auszuschütten. Angesichts weltweit steigender Bewertungen steigt die Gefahr, dass ABB für Akquisitionen zu viel bezahlt. Langfristig sehen wir ABB gut aufgestellt, um von dem hohen Bedarf an neuer oder modernisierter Energieinfrastruktur zu profitieren. Die Ausschreibungsaktivitäten im Bereich Energietechnik bewegen sich auf Rekordniveau. Die verringerten Fixkosten werden beim Anziehen der Nachfrage auch wieder zu Margenverbesserungen führen.

Die Aktie ist fair bewertet. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten belassen wir das Timing bei 3 Sternen. Analyse: August 2010