Bayer ist gut ins neue Geschäftsjahr gestartet und konnte ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum erzielen. Bei der Sparte Material Science hat sich das Marktumfeld schneller als erwartet stabilisiert, da es bei den Hauptabnehmerbranchen (Auto/Elektronik) wieder bergauf geht. Health Care konnte seine Umsätze und Ergebnisse leicht steigern. Das Crop Science Geschäft konnte witterungsbedingt nicht an die Rekordwerte des Vorjahresquartals anknüpfen. Unterm Strich stieg der Umsatz im 1. Quartal um 5,3% und das operative Ergebnis um 23%. Bayer geht von einer weiteren wirtschaftlichen Erholung aus. Und da die Material Science Geschäftslage überraschend stark an Dynamik gewonnen hat, hob Bayer seine Ergebnisprognose für 2010 an. Der Umsatz soll sich währungsbereinigt um 5% und das bereinigte Ergebnis je Aktie um 15 statt um 10% erhöhen. Das Wachstum von 5% soll bis 2012 anhalten.

Überhaupt will der zukünftige Chef Dekkers dem Umsatzwachstum eine stärkere Priorität einräumen. Anreize fürs Management sind bis dato ausschließlich an Renditeziele geknüpft gewesen. Insbesondere die Gesundheitssparte soll durch Zukäufe gestärkt werden. Bei Crop Science will man vor allem ins Saatgutgeschäft BioSciences investieren. In die Kunststoffsparte wird weniger Geld fließen, da die mittelfristigen Aussichten mau sind: konjunkturanfällig, Zugang zu günstigen Rohstoffen wird schwieriger, wachsende Konkurrenz aus Fernost und wegbrechende Absatzmärkte (CD/DVD). Einen Verkauf halten wir unter der neuen Führung nicht für ausgeschlossen.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten belassen wir das Timing bei 3 Sternen. Analyse Juli 2010