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Thema: J.P. Morgan Chase & Co.; ISIN: US46625H1005

  1. #1
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    Standard J.P. Morgan Chase & Co.; ISIN: US46625H1005

    J.P. Morgan Chase (JPM) hat im 1. Quartal 2010 seine Umsätze um 11% auf 27,3 Mrd $ gesteigert. Der Gewinn kletterte auf 3,3 Mrd $. In der Vorjahresperiode war noch ein Gewinn von 2,1 Mrd $ erwirtschaftet worden. Das ist ein Anstieg von 55%. Hintergrund ist die starke Entwicklung im Investmentbanking. In dieser Kernsparte ist der Gewinn um über die Hälfte auf 2,5 Mrd $ verbessert worden. Der Konzern verzeichnete hohe Erträge im Geschäft mit Festverzinslichen. Die Bank hält im Investmentbanking bei Schuldtiteln und Aktien eine global führende Position. Die Eigenkapitalrendite beläuft sich hier auf 25%.
    Darüber hinaus ist im Asset Management der Gewinn um drei Viertel auf 392 Mio $ gesteigert worden. Allerdings verzeichnete JPM in seinem Kreditportfolio für Privatkunden erneut Verluste. Im Kreditkartengeschäft ist ein Verlust von 303 Mio $ angefallen. In diesem Geschäftsfeld muss JPM auch hohe Kreditrückstellungen bilden, allein im jüngsten Quartal über 3,5 Mrd $. Des Weiteren hat der Bereich Retail Financial einen Verlust von 131 Mio $ hinnehmen müssen. Im Vorjahresquartal war noch ein Gewinn von 474 Mio $ erzielt worden.
    Dieses Geschäftssegment umfasst vor allem das Retailbanking, das Hypothekengeschäft und das Immobilienportfolio. Insbesondere das Immobilienportfolio verursachte aktuell einen Fehlbetrag von 1,3 Mrd $. Hier mussten auch Kreditrückstellungen von 3,3 Mrd $ gebildet werden. JP Morgan hat eine starke Marktpositionierung, die Aktie ist günstig bewertet.

    Wir belassen unser Timing bei 3 Sternen, erwarten aber langfristig eine überdurchschnittliche Kursentwicklung. Analyse im Mai 2010

  2. #2
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    Mal ne kurze Zwischenfrage:

    Wie geht ihr eigentlich vor, um die finanzielle Stabilität einer Bank zu überprüfen?
    Wie überprüft ihr das Geschäftsmodell bzw. an welchen Kriterien macht ihr Erfolg fest?
    Denn durch die großen relativen Unterschiede in den EK-Quoten (2% sind das doppelte von 1%) sind ja die EK-Renditen kaum vergleichbar.
    Inwiefern berücksichtigt ihr bei Investmentbanken bzw. Banken mit einer solchen Abteilung Art und Strategie der Investments? Ähnliches gilt auch für Versicherungen?
    Ich hab in meinen bisherigen Betrachtungen Banken und Versicherungen einfach ausgeklammert, aber ich würde gerne dazulernen...

  3. #3
    Administrator Avatar von Andreas Droege
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    Zitat Zitat von provinzler Beitrag anzeigen
    Mal ne kurze Zwischenfrage:

    Wie geht ihr eigentlich vor, um die finanzielle Stabilität einer Bank zu überprüfen?
    Wie überprüft ihr das Geschäftsmodell bzw. an welchen Kriterien macht ihr Erfolg fest?
    Denn durch die großen relativen Unterschiede in den EK-Quoten (2% sind das doppelte von 1%) sind ja die EK-Renditen kaum vergleichbar.
    Inwiefern berücksichtigt ihr bei Investmentbanken bzw. Banken mit einer solchen Abteilung Art und Strategie der Investments? Ähnliches gilt auch für Versicherungen?
    Ich hab in meinen bisherigen Betrachtungen Banken und Versicherungen einfach ausgeklammert, aber ich würde gerne dazulernen...
    Hallo Provinzler,

    die Präsentationen der Banken geben Aufschluss über die aktuellen Gefahren und Risikopositionen, wir werten jede Bank individuell aus. Bei der UBS beispielsweise waren es Risikopositionen mit Bezug zum US-Wohnimmobilienmarkt und Gewerbeimmobilien. Die Banken mussten wegen der Konjunkturkrise hohe Abschreibungen und Rückstellungen für ausfallbedrohte Kredite vornehmen.

    Banken sind wichtig für den Wirtschaftskreislauf, sie werden von den Staaten gestützt. Sie werden auch staatlich reglementiert, daher werden Stabilitätsberichte veröffentlicht, die gelesen werden müssen.

    Bei den amerikanischen Banken musste wir den Stresst-Test-Bericht zugrunde legen, er war umfangreich und gab Aufschluss über den zusätzlichen Kapitalbedarf einer jeden Bank. Daraufhin haben wir bei der Citigroup die niedrige Einstufung beibehalten und es hat sich als richtig herausgestellt. Der Bericht deutete zudem auf zukünftige Risiken hin, z.b. bei JPMorgan im Bereich der Kreditkartenpositionen.

    Wichtig sind zudem Kennziffern wie die Kernkapitalquote (es gibt staatliche Mindestanforderungen), Buchwert (am besten den tangiblen Buchwert, also abzüglich immaterielle Vermögenswerte, wie den Goodwill), viele Banken notierten ja zwischenzeitlich unter Buchwert.

    Der Gewinn ist natürlich die wichtigste Erfolgsgröße, einige Banken haben auch eigene Kriterien definiert (wie die Deutsche Bank die bereinigte EK-Rendite vor Steuern von 25%).

    Die Verteilung der Assets, die man in der Aktien-Analyse auf der rechten Seite einer Studie findet, sind ebenfalls wichtig. Wenn ein Großteil der Anlagen etwa festverzinsliche Papiere sind und keine riskanten Wetten eingegangen werden, gehen wir davon aus, dass die Passiva auch hinreichend gedeckt sind. Bei den Versicherungen werden die Investments (z.B. Aktien, Anleihen usw.) rechts auch extra ausgewiesen, weil es zum Geschäftsmodell der Versicherer gehört, dass sie die vereinnahmten Prämien am Kapitalmarkt anlegen.

    Bei den Investmentbanken ist es zudem wichtig zu sehen, wie der Umsatzanteil ist. Die Goldmänner machen z.B. den Großteil im Eigenhandel, was natürlich viel riskanter ist. Steht auch alles in rechten Spalte (wie die Assets) und wir erwähnen so etwas auch im Text.

    Ansonsten gibt es auch die Ratings von S&P und Moodys über die finanzielle Stabilität.
    Viele Grüße
    Andreas Dröge

    www.value-analyse.de

  4. #4
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    die amerikanischen banken sind doch in der hinsicht meistens durchgefallen

  5. #5
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    Standard zwei Milliarden in nur sechs Wochen

    Der Ceo der Bank hat sich sehr reumütig gezeigt. Es ist unglaublich, dass es nach der Krise der letzten Jahre überhaupt noch möglich ist, dass so etwas passiert. Es wird höchste Zeit, dass die Wallstreet Aufsichtsbehörde härter durchgreift.

  6. #6
    Administrator Avatar von Andreas Droege
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    In der FTD heißt es:

    Jamie Dimon fühlt sich "schrecklich"


    Na ob das hilft.

    Hier eine Meldung dazu:

    http://www.ftd.de/unternehmen/finanz.../70049786.html
    Viele Grüße
    Andreas Dröge

    www.value-analyse.de

  7. #7
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    Der arme! Es hilft eben nichts. Die Bänker sollten sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden und nicht so riskante Geschäfte eingehen.

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