Exxon profitierte zwar im 4. Quartal von höheren Ölpreisen, das Gewinnplus in der Fördersparte fiel aber mit 2,6% deutlich geringer aus als beim Konkurrenten Chevron. Verluste schrieb Exxon im Raffineriegeschäft, sodass der Quartalsgewinn insgesamt schrumpfte, aber höher lag als vom Markt erwartet. Der Konzern hat 2009 dank umfangreicher Erdgasprojekte 133% der Fördermenge ersetzen können. Die nachgewiesenen Öl- und Gasreserven wuchsen um 2 Mrd auf 23,3 Mrd Barrel und haben eine Reichweite von 15,7 Jahren. Der wachsende Anteil von Gas an den Reserven belegt, wie schwierig es ist, die Ölreserven aufzufüllen.
Vor diesem Hintergrund setzt Exxon verstärkt auf die Ausbeutung von Gas- und Ölsandfeldern. Die Bedeutung von Gas für Exxon zeigt auch die im Dezember angekündigte Übernahme von XTO Energy für 41 Mrd $. Die Transaktion wird mit eigenen Aktien bezahlt und schont damit die Barreserven. Exxon hatte allein 2009 für 18 Mrd $ rund 277 Mio Aktien zurückgekauft. XTO erzielte 2009 einen Umsatz von 9,1 Mrd $ und einen Gewinn von 2 Mrd $ und ist ein Spezialist für unkonventionelle Gasquellen. Exxon geht es vor allem um Shale-Gas, das in schwer durchlässigem Schiefergestein lagert und nur mit spezieller Bohrtechnik gefördert werden kann. Zudem verschafft sich Exxon mit der Übernahme den Zugang zum lukrativen US-Gasmarkt. Der Deal ist zwar teuer, dürfte sich aber langfristig auszahlen.
Wir belassen das Timing bei 3 Sternen, erwarten aber eine überdurchschnittliche Kursentwicklung, wenn die Konjunktur an Fahrt gewinnt. Auch Warren Buffett ist letzten Herbst bei Exxon eingestiegen. Analyse im April 2010




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