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Thema: Keine guten (schlechten) Vorgaben für die Börsen

  1. #1
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    Standard Keine guten (schlechten) Vorgaben für die Börsen

    US-Firmengewinne brechen ein

    Ökonomen erwarten für das Schlussquartal 2007 ein Minus von bis zu 30 Prozent - Wachstum in Europa lässt nach

    MATTHIAS EBERLE | NEW YORK ULF SOMMER | DÜSSELDORF Der mächtigsten Wirtschaft der Welt droht nach einer Serie von Rekordjahren die Puste auszugehen. Nach einem bereits markanten Gewinnminus der US-Konzerne im dritten Quartal erwarten Finanzexperten auch für das Schlussquartal 2007 deutliche Ergebnisrückgänge. David Wyss, Chefökonom der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), rechnet für die Unternehmen im US-Börsenindex S&P 500 mit einem 30-prozentigen Einbruch beim Gewinn pro Aktie. Das wäre der schärfste Rückgang seit fünf Jahren.

    Der US-Finanzdatenanbieter Thomson Financial, bei dem die Prognosen der Analysten zusammenlaufen, erwartet branchenübergreifend einen Ergebnisrückgang von knapp zehn Prozent. Der Aluminium-Riese Alcoa legt morgen als erster renommierter US-Konzern seine Schlusszahlen für 2007 vor. In Europa erwarten Experten zwar keine Gewinnrückgänge als Folge der Immobilien- und Finanzkrise. Doch die Jahre zweistelliger Zuwachsraten sind Analysten zufolge beendet.

    Belastet werden die trüben US-Prognosen insbesondere von den Firmen der Finanzbranche, für die im Zuge horrender Milliardenabschreibungen im Schlussquartal ein Gewinneinbruch um mehr als 60 Prozent erwartet wird. Außerdem senden mit der Bau- und Autobranche zwei weitere US-Schlüsselindustrien deutliche Krisensignale. Zyklische Konsumgüterfirmen beginnen ebenfalls zu leiden, deren Gewinne sind bereits im dritten Quartal laut Thomson Financial um 22 Prozent eingebrochen. Das Schlimmste komme erst noch, warnt Howard Davidowitz von der New Yorker Unternehmensberatung Davidowitz Associates: "Wir befinden uns in Runde drei eines Zwölf-Runden-Kampfes."

    Insbesondere das Debakel im Finanzsektor hat signifikante Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft, weil an der Wall Street nicht nur Tausende von Stellen gestrichen und Investitionen gekappt werden, sondern darüber hinaus die Kreditvergabe erschwert und verteuert wird. "2008 werden wir eine Rezession der US-Wirtschaft sehen", prophezeit David Rosenberg von Merrill Lynch seit Wochen. Auch Nouriel Roubini, renommierter Ökonom und Professor an der Stern School of Business der New York University, hält eine Rezession für unvermeidlich. "Die Frage ist nur noch, wie hart die harte Landung ausfallen wird", schreibt Roubini in seinem Internet-Blog RGE Monitor.

    Die skeptischen Stimmen der Ökonomen kontrastieren mit den Berechnungen der Börsen-Analysten, die im Auftaktquartal 2008 bereits wieder eine Wende zum Positiven erwarten. Mit Ausnahme des Finanzsektors sagen die Analysten Gewinnzuwächse in allen Branchen voraus. Zuletzt wurden sie mit derlei optimistischen Prognosen aber völlig auf dem falschen Fuß erwischt.

    In Europa ist die Lage nicht annähernd so schwierig wie in den Vereinigten Staaten. Als Konsequenz der Immobilien- und Finanzkrise werden die Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch nur noch mit vergleichsweise schwachen Raten wachsen können. "Das goldene Zeitalter mit steigenden Unternehmensgewinnen in Europa dürfte sich seinem Ende nähern", glaubt die WestLB. Dauerhaft höhere Energie- und Rohstoffpreise, der starke Euro und eine weniger dynamische Weltwirtschaft bildeten ein Umfeld, das die Profitabilität der Konzerne zunehmend belaste.

    Im Durchschnitt erwarten die Analysten internationaler Großbanken, dass die 50 größten börsennotierten Firmen in Euro-Land im neuen Jahr ihre Nettogewinne nach neun Prozent im abgelaufenen Jahr 2007 noch einmal um acht Prozent steigern werden. Für die größten deutschen Konzerne im Dax 30 prophezeien sie laut Finanzdatenspezialist JCF/Factset sogar ein Plus von zwölf, nach 17 Prozent im vergangenen Jahr. Bei JCF laufen die Schätzungen aller Analysten zusammen.

    So manchem Finanzexperten sind diese Vorhersagen noch viel zu optimistisch. "Woher solch überdurchschnittliche Steigerungen nach vier Rekordjahren in Folge und nun schwächeren Konjunkturindikatoren kommen sollen, ist kaum nachvollziehbar", sagt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Er spricht davon, dass mit solchen Prognosen "reichlich Enttäuschungspotenzial" geschaffen werde.

    Nach Ansicht der britisch-asiatischen Großbank HSBC passt der von der Analystengemeinde prognostizierte Gewinnanstieg nicht zu der auch in Europa erwarteten gesamtwirtschaftlichen Abkühlung. Nicht nur bei Banken, auch bei zyklischen Sektoren drohten empfindliche Korrekturen: "Wir erwarten, dass 2008 allenfalls eine schwarze Null bei der Gewinnentwicklung übrig bleiben wird", schreibt die HSBC.

    Eberle, Matthias
    Sommer, Ulf

    08. Januar 2008
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  2. #2
    Valueist
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    Standard

    Wirklich erholt haben wir uns noch nicht. Mal sehen was die Zukunft bringt. :-)

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