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Thema: Barratt Development

  1. #1
    Neuer Benutzer Matze befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    1

    Standard Barratt Development

    Hallo liebe Valueisten,

    ich habe mich diesen Sommer viel mit Graham beschäftigt und einige Bilanzen durchgewühlt. Im Zuge der Immobilienkrise ist mir der "Kaufe 1en Dollar für 50Cent" Gedanke wiedergekommen.

    Drum möchte ich hier fragen ob die Analyse - die ich für mich gezogen habe - für andere auch klar ist - und ob Fehler in der Argumentation sind.

    Es geht um "Barratt Development" mit 3 Mrd € (im Sommer 6 Mrd.) einer der größten Häuslebauer auf der Insel ist.

    Im Zuge der Immobilienkrise hat sich der Wert seit Anfang des Jahres halbiert. (Immobilien sind ja böse!!!).

    Nun möchte ich aber einen Blick auf die Zahlen werfen:

    -Seit Jahren erwirtschaftet Barratt steigende Umsätze und Gewinne.
    (Als interessante Seite kann ich da http://www.investinvalue.com/ empfehlen)
    Und hat den Gewinn pro Aktie von 2000 von 33Pfund auf 115 Pfund erhöht.
    (Dies entspricht bei einem Kurs von 640 Pfund einem KGV von 5)

    -Die Dividenden wurden regelmäßig erhöht und befinden sich im Moment bei 5,5% auf den heutigen Kurs

    Das interessante ist aber die Bilanz:
    -Das Eigenkapital beträgt 3 Mrd Pfund (rund 4.3 Mrd.€). Bei einem Marktwert von 3 Mrd.€... Ergibt ein KBV von 0,69 --> Bei einem rentablen Unternehmen

    - Das Umlaufvermögen enthält 5 Mrd Pfund gegenüber 1,5 Mrd kurzfristigen Schulden (3 Mrd Gesamtschulden)

    - Die Zinszahlungen in Höhe von 55 Mio Pfund stehen 481 Mio EBIT gegenüber (Die Zinsen wurden also 9x verdient. -- Graham gibt 5 als "konservativ" an)

    Diesen Punkt finde ich sehr wichtig - Graham gibt an, dass ein "bilanztechnisch" gesundes Unternehmen Krisen trotzen kann - und danach gestärkt aus Ihnen hervorgeht

    Natürlich steht der Immobiliensektor vor einigen Problemen - das will ich gar nicht bestreiten. Aber wenn man die Zahlen in ein "einfaches" DCF Modell eingibt, dann gibt es 2 Möglichkeiten die aktuelle Bewertung von 640 zu rechtfertigen:

    1) Der Gewinn i.H. von 300 Mio Pfund bricht um 2/3 auf 100 Mio ein - und bleibt dann relativ niedrig / stagniert. --> MW rund 650 pence
    2) Der Gewinn sinkt ab dem nächsten Jahr um Jährlich 12% für die nächsten Sieben Jahre. Danach kann das Unternehmen die Gewinne in Höhe der Inflation steigern.

    Sollte der Gewinn nur auf etwa 200 Mio Fallen (- 33%) und danach nur halb so schnell wachsen wie in der Vergangenheit, dann wäre die Aktie mit 1200-1400 (die Spanne vor dem Einbruch) fair bewertet.

    Ich sehe also, wenn man davon ausgeht, dass man das Unternehmen zum Buchwert kauft eine sehr sehr große Sicherheitsspanne.

    Eure Meinung würde mich sehr interessieren.
    Geändert von Matze (31.10.2007 um 15:48 Uhr)

  2. #2
    Valueist stefan_albrecht2000 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Hallo Matze,

    eigentlich habe ich mit Immobilien/Bauaktien nichts am Hut, da diese nicht zu meinem Kompetenzkreis zählen.
    Ich habe mir mal kurz die Daten auf der Homepage angesehen und muss sagen, daß ich auf den ersten Blick sehr erstaunt bin.

    Es scheint tatsächlich so zu sein, daß man sich diese Firma mal genauer anschauen sollte, vor allem, da einige Entscheider des Topmanagements momentan im großen Stil Aktien ihrer Firma aufkaufen.

    Vielleicht kann ich Dir bis übernächste Woche mehr zu Deinem interessanten Post schreiben.

    Gruss,

    Stefan Albrecht

  3. #3
    Erfahrener Valueist prince of persia
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    Hallo Matze,

    ich glaube, dass das Hausbaugeschäft recht schwierig zu beurteilen ist. Ich hatte slber mal mit dem Gedanken gespielt, einen US-Häuslebauer zu kaufen. Die hatten ihre Kapitalrendite durch Landoptionen etc. in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter erhöht, auf Werte von 20% etwa, und sie haben jedes Jahr den gesamten Gewinn thesauriert. Wachstum des Buchwerts demnach fast so gut wie bei Bershire Hathaway! Und KBV relativ niedrig, nicht viel mehr als 1. Ich habe mir die Geschäftsberichte durchgelesen und nicht mal den Cashflow verstanden. Ich habe nicht verstanden, wie die ihr Geld einnehmen und ausgeben, was da in den Bilanzen steckt und wie das ganze Geschäft funktioniert. Dann habe ich mir gesagt: Stell dir vor, jemand behauptet, die Häuslebauer werden in zwei Jahren pleite gehen. Kannst du dies argumentativ widerlegen oder für dich hinreichend begründen, dass dem nicht so sein wird? Ich konnte es nicht. Also habe ich die Finger davon gelassen und es hat mich vor großen Verlusten geschützt. Genau das gleiche hatte ich auch bei den US-Hypothekenanbietern gedacht und es hat mir große Verlusten erspaart. Die Frage ist eben: Wer ist der Dumme. Der, der für ein KGV von 6 kauft, oder der, der verkauft. Wenn ich nichts vom Geschäft verstehe, dann sollte ich tunlichst nicht davon ausgehen, dass ich der Kluge bin. Ich habe einen kurzen Blick auf Baratt geworfen. In Bezugnahme auf deine Analyse glaube ich, dass es einfachere Werte für einen "Graham-Play" gibt.

    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

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