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Thema: mechanische Strategien im Börsenspiel 2003/2004

  1. #11
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    @Ich finde es ziemlich unrealistisch, den Markt ignorieren zu wollen...Fürchtest du den Vergleich ?

    Was soll daran unrealistisch sein? Ich will eine Rendite von 9% machen, indem ich steigende Werte unter Wert kaufe. Diese Strategie hat nun fast gar nichts mit Marktentwicklungen zu tun, außer dass bestimmte Marktphasen verschiedene Preise bieten, aber ich verschließe ja auch nicht die Augen vor dem Markt. Wenn ich nun nach dem Markt tanze, nur weil er in einer Periode mehr gebracht hat, dann komme ich von meiner Strategie ab. Mit fürchten hat das nichts zu tun. Langfristig finde ich einen Vergleich fast zwingend, aber auf Sicht von (6 bis 12 Monaten wollte ich schon sagen) einem Jahr ist das für mich irrelevant.

    Wenn Du meinst, es sei unrealistisch den Markt zu "ignorieren", wüsste ich also gerne wie Du das meinst und außerdem, wie man Deiner Ansicht nach die Marktentwicklung gewinnbringend in seine Strategie involvieren sollte.

    Grüße
    PoP
    \"Price is what you pay, Value is what you get\"

    (Warren Buffett)

  2. #12
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    > Ich will eine Rendite von 9% machen, indem ich steigende Werte
    > unter Wert kaufe. Diese Strategie hat nun fast gar nichts mit
    > Marktentwicklungen zu tun...

    Wirklich? Ist nicht jedes einzelne Unternehmen ein Teil des Marktes ? Leute die um das Jahr 1999 inverstiert haben würden das wohl so sehen...

  3. #13
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    Ich glaube Du verwechselst da Etwas. Ich sagte, dass meine Strategie nichts mit Marktentwicklungen zu tun hat. Das heißt natürlich nicht, dass die Aktien in meinem Depot nichts mit der Marktentwicklung zu tun haben. Die Frage ist doch, ob ich die Marktentwicklung in meine Strategie involviere oder nicht. Ich tue das nicht. Deshalb "ignoriere" ich den Markt. Ob eine Aktie ein Fehlinvestment ist oder war hängt letztlich! nicht davon ab, ob die Börse gerade läuft.
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  4. #14
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    Hi Dieter,

    <Die zwei Topfonds über 3 Jahre sind:

    LPC precious metal Mutual Fund: 265%
    Chris Ridder's Gold Mutual Fund: *260%>

    Das wundert mich nicht. Ich habe einmal die Werte im LPC angeschaut.

    allein vom März 03 hat BGO von 1,05 auf 2,43 trotz momentaner Kurseinbrüche bei den Goldminen-Aktien zugelegt.

    von November 01 bis heute:

    HL von 1,00 € auf 6,14 €(trotz zusätzlicher Dollarschwäche, in $ abgerechnet liegt die Performance noch höher.)

    Blue Chip NEM:

    von € 21,87 auf 33,60 € (rechne 30% im $-Kurs dazu)

    Südafrikanischer Blue Chip AU:

    von 15,46 € auf 32,80 € (trotz Dollarschwäche und Randstärke)

    Es war gar kein Kunststück diese Performance zu erreichen. Er hat die Blue Chips genommen und einige Juniors. In Dollars soundso dann eine Top-Performance.

    Also, wer an eine Hausse bei Gold geglaubt hat, ist reichlich belohnt worden und konnte kaum etwas falsch machen. Momentan sind die Kurse rückläufig. Aber ich bin davon überzeugt, dass eventuell zwar erst ab Mitte des Jahres, aber auf alle Fälle der nächste weitere Anstieg erfolgen wird.

    Hier einmal NEMs neueste Gewinnmeldung vom 4. Februar. Das sind die Auswirkungen eines Anstiegs beim Goldpreis für Goldminen:

    -------------

    finanzen.net
    Newmont Mining: Hoher Goldpreis führt zu Gewinnverdopplung von -mj-

    Mittwoch 4. Februar 2004, 16:24 Uhr

    Aktienkurse *
    Newmont Mining Corp ...
    NEM
    42.27
    +0.73



    Die Newmont Mining Corp., der weltgrößte Betreiber von Goldminen, meldete am Mittwoch, dass sich ihr Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt hat, was mit dem Anstieg des Goldpreises zusammenhängt.
    Der Nettogewinn belief sich auf 153,1 Mio. Dollar bzw. 36 Cents pro Aktie nach 75,1 Mio. Dollar bzw. 19 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten hatten mit einem Gewinn von 30 Cents pro Aktie gerechnet.

    Bis 2006 geht das Unternehmen davon aus, eine jährliche Goldproduktion von 7,0-7,5 Millionen Unzen zu erzielen. Danach soll die Produktion weiter steigen.

    Die Aktie von Newmont Mining (NYSE: NEM - Nachrichten) notiert an der NYSE momentan bei 40,90 Dollar (-1,45 Prozent).

    ------------------

    Grüsse
    flippi

  5. #15
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    Hi Flippi,

    zur Ehrenrettung der Valuisten muß gesagt werden, dass ein Valuefond mit 231% Platz 5 belegt.

    <Es war gar kein Kunststück diese Performance zu erreichen. Er hat die Blue Chips genommen und einige Juniors. In Dollars soundso dann eine Top-Performance.>

    Dennoch haben nur 2 von ca. 6000 dieses Kunststück geschafft.

    Btw, Platz 3 nennt sich auch Valuefond, drin stecken aber Gold, Silber und Öl.

    Gruß
    Dieter

  6. #16
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    Hallo,

    <Von diese Börsenzockerspielen hierzulande halte ich auch nichts, gar nichts. Sie tragen nicht zur Verbesserung der Börsenkultur bei.>

    @Dieter
    Da stimme ich dir zu, da kann nur einer gewinnen, der auf Teufel komm raus zockt. Wenn es gut geht, hat er gewonnen, wenn es schief geht, alles verloren. Das kann niemals unsere Strategie sein. Dennoch halte ich viel von einem Performancevergleich und eine Anlagestrategie muss sich hierbei langfristig bewähren, sonst taugt sie nichts. Diese Bewährungsprobe muss auch die Value-Strategie bestehen. Allerdings braucht man für den Performancevergleich nicht an einem Wettbewerb teilnehmen, sondern es genügen virtuelle Depots. Ich mache diese Performancevergleiche mit vielen virtuellen Depots. Dabei untersuche ich sowohl die verschiedenen Anlagestrategien, als auch Empfehlungen. So bin ich auch zum Beginn des 3Sat-Börsenspiels mit einem virtuellen Depot angetreten. Die Werte wurden nach Value-Kriterien und marktechnischen Kriterien ausgesucht. Dieses Depot wurde auch für die Boardteilnehmer zur Einsicht in einem früheren Beitrag bekanntgegeben. Beim Börsenspiel von 3Sat hatte die Postbank eine Performance von 17,76%, die Capital Depesche eine von 27,5%. Das von mir eingerichtete Value-Depot konnte in der Zeit eine Performance von 42% erzielen, obwohl überhaupt nicht getradet wurde. Erfreulich für mich, dass ich die Werte bis auf Wet und Autania selber gekauft habe.

    <Ich finde es ziemlich unrealistisch, den Markt ignorieren zu wollen...>

    @ben
    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass man als Value-Investor den Markt nicht ignorieren sollte. Alle meine Untersuchungen sagen aus, dass man eine wesentlich bessere Performance beim Value-Investing erzielt wird, wenn man die Marktgegebenheiten berücksichtigt. Um aber die Marktsignale richtig zu erkennen, erfordert das viel Erfahrung aber auch eine intensivste Auseinandersetzung mit dem Thema. Wenn man das nicht hat oder kann, sollte man sich vielleicht doch auf reines Value-Investing beschränken.

    Gruß
    Sigip

  7. #17
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    Hallo Zusammen,

    meine Meinung zum Markt liegt vielleicht irgendwo zwischen der von Sigip und prince of persia. Bei der Auswahl eines Invesments und bei der Entscheidung über einen möglichen Verkauf möchte ich den Markt strikt irgonieren. Hier zählen lediglich Innerer Wert und Sicherheitsmarge. Doch langfristig muss man sich die Frage stellen, was das eigene Handeln gebracht hat. Und welcher andere Vergleich, als der mit dem Markt, kann mir diese Frage beantworten? Ein Vergleich mit Buffett bietet sich u.U. noch an, aber ist das nicht etwas vermessen?

    Wem es gelingt, den Aktienmarkt langfristig zu schlagen, hat in unserer kapitalistischen Welt eine Fähigkeit, die ihn finanziell ziemlich weit nach vorne bringen wird (das Ausbleiben des Weltuntergangs vorausgesetzt). Den Marktvergleich sehe ich hier auch als eine Art Motivator sich mit den Leistungen anderer zu messen, ähnlich wie im Sport. Und der Markt beinhaltet das Handeln aller anderen.

    Aus diesem Grund mache ich seit Anfang 2003 monatlich einen Performancevergleich mit dem Markt. Eine ernstzunehmende Aussagekraft erwarte ich nach frühstens 5 bis 7 Jahren, aber man muß ja mal anfangen. In der Zwischenzeit lassen sich auch Lehren aus der Beobachtung der relativen Entwicklung ziehen. Zur Zeit stelle ich beispeilsweise fest, daß mir ein anziehender Markt davonläuft. An schwachen Tagen stehe ich relativ besser da. Das wird sich irgenwann ändern und es wird wieder Zeiten geben, wo es so ist wie im Moment. Wenn man sich nach den Gründen fragt, kann man m.E. ebenfalls dazulernen und wendet seine persönliche Strategie noch etwas bewußter an.

    Grüße
    Borsheim´s

  8. #18
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    Hallo, zusammen!

    >Doch langfristig muss man sich die Frage stellen, was das eigene Handeln gebracht hat. Und welcher andere Vergleich, als der mit dem Markt, kann mir diese Frage beantworten?<
    Da kann ich Borsheim's nur zustimmen, denn auch für mich muss das Ziel meiner Investitionstätigkeiten letztendlich sein, mit unserem Portfolio den entsprechenden Indizes-Mix langfristig zu schlagen. Wenn ich in ein paar Jahren zu der frustrierenden Erkenntnis kommen sollte, dass mir das nicht möglich ist, dann hoffe ich, dass ich zu mir selbst so ehrlich sein und in Indexzertifikate investieren werde (denn dann hätte ich sicherlich mehr Zeit für andere Dinge ).

    Ich gehe bei diesem Vergleich so vor, dass ich seit Anfang 2002 meine Performance zum Halbjahr und am Ende des Jahres mit der der entsprechenden Indizes vergleiche. Bislang sieht es für die von mir angewendete Strategie ganz gut aus, doch das kann sich sicherlich in den nächsten Jahren auch wieder ändern. Ich bin jedoch, auch wenn es mal schwächere Zeiten gegeben hat und geben sollte, fest davon überzeugt, dass es bei richtiger Durchführung gelingen sollte, mit einer Value-Strategie die Märkte zu schlagen. Mal sehen, ob ich es auch langfristig schaffe ...

    Gruß,

    Torsten

  9. #19
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    Hallo,

    >>Ich gehe bei diesem Vergleich so vor, dass ich seit Anfang 2002 meine Performance zum Halbjahr und am Ende des Jahres mit der der entsprechenden Indizes vergleiche.<<

    Ich mache das auch so, allerdings fühle ich mich mit solchen Vergleichen nicht sehr wohl. Mein Depot besteht aus verschieden großen Werten, aus verschiedenen Ländern (wenn auch mit dem Schwerpunkt USA und Deutschland) und verschiedenen Branchen (hier die Schwerpunkte Medizin und Konsum). Ein plumper Vergleich zum DAX, Dow oder S&P ist da wenig aussagekräftig, weil ich da irgendwo Äpfel mit Birnen vergleiche. Mangels Alternativen mache ich es trotzdem.

    Vielleicht kann man die Performance von Value-Fonds nehmen? Selbst ein Vergleich mit Buffett finde ich schwierig, weil er aufgrund von Skaleneffekten anders investieren kann bzw. muß als ich. Abgesehen davon ist natürlich der Vergleich zwischen JuliaPapa und Buffett so ähnlich wie Thekenmannschaft gegen Champions League. Das funktioniert auch nicht...

    >>(denn dann hätte ich sicherlich mehr Zeit für andere Dinge ).<<

    Ich glaube, ich werde das Anlegen nicht lassen können, denn für mich ist das eben nicht nur Arbeit oder lästiges Muß, für mich ist das Suchen nach Aktien, das Bewerten, und so weiter ein Hobby, so wie andere Leute ihre Briefmarken, Motorräder, Autos oder so pflegen. Das mache ich halt mit meinem Depot. Und "nur" weil ich schlechter bin als der
    Markt darauf verzichten? Och, nö...

    Schönen Sonntag noch,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  10. #20
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    Hallo, JuliaPapa!

    >Ich mache das auch so, allerdings fühle ich mich mit solchen Vergleichen nicht sehr wohl.<
    Das geht mir ähnlich, vor allem, weil ich in meinem Index-Mix keine Trades berücksichtige und schon deshalb alles relativ ungenau wird. Aber da ich keine Lust, keine Zeit und auch keine (z.B. Excel-)Kenntnisse habe, um mir einen geeigneteren Vergleich zu suchen, bleibt es vorerst dabei. Ich gehe einfach davon aus, dass ich mich bei meinen Index-Käufen einmal am Anfang des Jahres entschieden und danach nichts mehr geändert hätte ...

    >Ich glaube, ich werde das Anlegen nicht lassen können, denn für mich ist das eben nicht nur Arbeit oder lästiges Muß, für mich ist das Suchen nach Aktien, das Bewerten, und so weiter ein Hobby, so wie andere Leute ihre Briefmarken, Motorräder, Autos oder so pflegen. Das mache ich halt mit meinem Depot. Und "nur" weil ich schlechter bin als der
    Markt darauf verzichten? Och, nö...<
    Auch mir macht das ganze Recherchieren, Analysieren, Vergleichen, Kaufen und Verkaufen so richtig viel Spaß. Außerdem finde ich die Beschäftigung mit dieser Thematik sehr interessant und ich habe ganz bestimmt schon einiges dadurch gelernt. Das Problem ist nur, dass ab einem gewissen Depotvolumen und einer gewissen Unterperformance dieses Hobby ein sehr teures werden kann, das ich mir dann nicht mehr leisten könnte und wollte. Wenn meine Überperformance aus dem vergangenen Jahr eine Unterperformance gewesen wäre, hätte mich der ganze Spaß (obwohl unser Depotvolumen wahrlich nicht besonders groß ist) einige tausend Euro gekostet .

    Ein Aspekt, den es meiner Meinung nach zu überlegen gilt.

    Gruß,

    Torsten

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